Frage von LooveToU, 164

Fohlen kauf, ja oder nein?

Hallo, also meine Reitbeteiligung steht in dem Stall einer Bekannten, er ist ein Vollblutaraber und ich bin seit ca. einem Jahr seine Reitbeteiligung. Der Stall in dem er steht ist ein Shagya Araber Gestüt. Dort steht auch eine 1 1/2 jäherige Shagya Araber Stute, sie ist super süß und wir verstehen uns sehr gut, putzen, anbinden, Hufe geben ect. über wir und das klappt auch ganz gut. Die Züchterin will die kleine verkaufen und ich würde sie sehr gerne haben, ihr Vater, ist ein elite Hengst und ihr Mutter eine Prämier Stute. Der Vater hat allerdings starke Schimmelmelanome und ich möchte natürlich nicht, dass sie die dann auch hat und krank bzw unreitbar ist. Seine zwei anderen Söhne haben keine, bzw nur ganz kleine. Sie könnte dann in ihrem Stall stehen bleiben und ich hätte auch immer die Züchterin an meiner Seite, die mir Tipps geben kann und mir bei Problemen helfen könnte, was mir auch sehr wichtig ist, da ich mit Jungen Pferden noch nicht viel Erfahrung habe. 

Was meint ihr?

Danke für die Antworten:)

Antwort
von sukueh, 53

A) Niemals auf die kostenlose Hilfe von Züchtern, Freunden und/oder Stallbesitzern bauen und vertrauen. Man begibt sich in eine Abhängigkeit, die nicht gut ist. Und die Hilfe fällt in der Regel weg, wenn man den Stall wechseln möchte.

B) "Super süß" und "keine Erfahrung mit jungen Pferden" - schlechte Kombination bzw. das "super süße" ist ein schlechter Ratgeber. Super Süß führt nämlich unter Umständen zu Nachlässigkeiten bei der Erziehung - gerade wenn man keine Erfahrung hat und kleine Ansätze zu schlechten Benehmen oder Problemen nicht erkennen kann. Dann wird aus dem super Süßen Pferd im Worst Case ein echter unerzogener Problemfall.

C) Melanome: müssen ein Pferd nicht zwangsläufig unreitbar machen - kommt drauf an, wo die Melanome sprießen. Allerdings kannst du dich drauf einstellen, dass du hier eventuell öfter als bei einem wirklich gesunden Pferd den Tierarzt brauchst und die Dinger behandeln oder entfernen lassen musst.

D) Der Kauf eines Jungpferdes geht ganz schön ins Geld. Der Jährling hat offenbar eine ganz gute Abstammung - heißt, der wird schon mal nicht für sooo kleines Geld verkauft werden. Dann fütterst du denn jetzt noch 1,5 - 2 Jahre mindestens durch und kannst bis auf Tüdeln eigentlich nicht viel machen.

Dann willst du das liebe Tier auch mal reiten, d.h. du gehst auf die Suche nach einem Ausbilder. Musst unter Umständen dein Pferd dort an den Stall stellen. Beritt dürfte so ab 550 Euro / Monat losgehen. Je nach Trainer/Region. Mit dem häufigen 3-Monat-Beritt ist es nicht getan. Dann geht dein Pferd, wenn du Glück hast, in allen drei Gangarten auf der Anfangsskala der Ausbildung. Als Reiter sollte man meiner Meinung nach dann auch "mehr" Erfahrung als "üblich" haben, um dann das Pferd weiter ausbilden / fördern zu können. Es reicht meiner Meinung nicht, nur passabel reiten zu können. Aus- bzw. Weiterbilden ist noch mal eine andere Hausnummer.

Also rechnet man bei den Kosten für Beritt, wenn man es gut fürs Pferd machen möchte und das Lerntempo auch aufs Pferd anpassen möchte - mit länger als nur mit 3 Monaten. Zwar kann dir das der Bereiter durchaus in dieser kurzen Zeit machen, aber das geht immer zu Lasten des Pferdes.

So - und jetzt rechne mal kurz nach, was dich der reine "Besitz" des Pferdes bereits bis dahin gekostet hat und was dann an zusätzlichen Kosten für die Ausbildung des Pferdes noch anfällt. Teuere Angelegenheit. Zumal du dann ein Pferd hast, auf das DU dich mit deiner Reiterei einstellen musst. Da ist nix mit "Probereiten" und der Feststellung, das "Gangwerk" des Pferdes liegt einem oder nicht. Kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass man sich damit das Leben auch "unnötig schwer" machen kann.

Wenn man auf einem Zuchtgestüt reitet, wird man immer mal wieder auf Pferde treffen, die einen mehr als andere ansprechen. Ich würde so ein Pferd aber nur dann kaufen, wenn ich wirklich den großen finanziellen Aspekt eines Jungpferdes ohne größere Probleme stemmen kann. Und zwar alleine. Ohne irgendwelche finanziellen Verrenkungen oder Unterstützungen der Familie.

Antwort
von Viowow, 82

hallo:)
ob ja oder nein ist letztendlich deine entscheidung bzw die deiner eltern, wenn du unter 18 bist.
sei dir im klaren darüber, das du von diesem pferd (hoffentlich) an die 30 jahre(+/-) was hast.
passt das? kannst du dich so lange um das tier kümmern?
verdienst du schon dein eigenes geld, bzw würden deine eltern dir das pferd finanzieren?
das die züchterin dir "immer helfen" würde möchte ich jetzt mal nicht anzweifeln.
aber: jungpferdeaufzucht, ausbildung und regelmässiger beritt kostet geld. viel geld.
meistens mehr, als wenn du dir ein schon gut ausgebildetes pferd kaufst, mit dem du 2 mal pro woche in den unterricht gehst. (als beispiel)
zudem, die stute ist jetzt ein halbes jahr alt? also 6 monate, um genau zu sein. eigentlich braucht die so sachen wie fohlen abc noch nicht können. das reicht bei nem araber ähnlich wie beim isi, wenn man mit 3 oder 3 1/2 anfängt, mit 4 nochmal auf die koppel und dann beginnt mit 4 1/2 bzw 5 der ernst des (reitpferde)-lebens.

ein pferd nur wegen "ich ertrags nicht wenn sie an jemanden anderes verkauft wird" zu kaufen geht für mich nicht.

Kommentar von caliew ,

Da steht sie ist 1 1/2 und wenn Pferde keine " spätentwickler " sind und / oder schon kräftig gebaut sind kann man sie auch mit 3 oder 4 anreiten

Kommentar von Urlewas ,

Araber sind allerdings eher später dran. Und mit 2 gehört ein Pferd schon eigentlich in eine  Jungpferdherde. Auch tut es jedem Pferd gut, nach dem Anreiten noch mal " große Ferien" zu bekommen.

Muss man nicht - zahlt sich aber meiner Beobachtung nach sehr aus. Mental, wie auch von der Reitbarkeit her bis ins hohe Alter.

Die Hilfe vom Züchter darfst du in der Form erwarten, dass Du bereitwillig Auskunft bekommst, wenn Du nach ein paar Monaten mal unsicher bist und Fragen hast.

Niemand wird Dir aber dauerhaft unentgeltlich unter die Arme greifen - vor allem ist ein Züchter kein Bereiter!


Kommentar von Viowow ,

danke urlewas. die 1 war in die zeile davor gerutscht, hab ich überlesen. das ändert aber nichts an meiner antwort. @caliew: mit 3 ist zu früh( weis ich, wird trotzdem immer gemacht) und araber SIND spätentwickler, sonst hätte ich das gar nicvt erst so gescbrieben:)

Antwort
von Liiinchen1, 31

Ich bin auch der Meinung, dass man sich die Anschaffung eines Jungpferdes gut überlegen sollte.  Zuhmal es wirklich zeitintensiv und kostenspielig ist. 

Mit einem Jungpferd muss man viel Geduld haben, es braucht möglichst viel Auslauf und (was ich persönlich sehr wichtig finde) es braucht eine Herde aus älteren und jüngeren Tieren :)

Wenn du dem Gerecht werden kannst, steht dem eigentlich nichts im Weg :)

Lg Liiinchen1

Antwort
von LyciaKarma, 76

Nein. 

Das ist übrigens auch kein Fohlen mehr, sondern ein Jährling. 

Ich glaube nicht, dass ich ein Pferd kaufen würde, das schon so jung freigesprungen wird und ggf nicht nur auf der Koppel, sondern auch in der Box steht (wobei ich das jetzt nicht komplett rauslesen konnte). 

Kann es sein, dass du dich eher in die Farbe und die Rasse verliebt hast? 

Von einem Schimmelmelanom wird ein Pferd nicht zwangsläufig unreitbar. 

ich hätte auch immer die Züchterin an meiner Seite, die mir Tipps geben kann und mir bei Problemen helfen könnte

Aber will sie das auch? Oder sagt sie das, damit du die Stute kaufst? 

Und außerdem finde ich, dass sie in eine Aufzuchtherde gehört. 

Du müsstest also ungefähr 4 Jahre lang bezahlen und kannst effektiv vielleicht ein bis zwei Mal im Monat was mit deinem Pferd machen. 

Das ist deutlich teurer, als gleich ein ausgebildetes Pferd zu kaufen.

Bist du überhaupt schon erwachsen? Wenn nein, wissen deine Eltern schon von ihrem Glück? 

Kommentar von LooveToU ,

Die kleine wurde noch nie freigesprungen..? und steht nur abends in der box. Natürlich habe ich mich nicht nur in ihren Charakter verliebt sondern war von Anfang an von der Rasse überzeugt, wäre sonst ja ein bisschen blöd, nicht?..  

Kommentar von LyciaKarma ,

Hm. Auf der Website wurde eine vergleichbare Stute im selben Alter vorgestellt, die schon freigesprungen wird. 

Nur Abends in die Box.. Und wann kommen die raus? Und wann ist überhaupt abends?

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 82

Viele Leute  denken auch, dass ein Fohlen eine günstige Anschaffung sei, weil es erst mal nicht so viel kostet wie ein ausgebildetes Pferd und meist vorerst auch noch nicht ganz so viel zu brauchen scheint. 

Aber bis Du ein brauchbares Reitpferd hast, steckst Du mehr Geld, Zeit und Energie rein, als wenn du ein ausgebildetes Pferd kaufst.

Und außer dem Schimmelmelanom kann noch viel passieren - du weißt nie, ob Du das Tier jemals reiten wirst. 

Ich war auch schon ein paar  mal in ein Pferd verliebt - deshalb sollte man es nicht einfach kaufen. " Lieben heißt loslassen können". 

Wenn deine Familie beschlossen hätte, dir ein Pferd zu kaufen und Geld keine Rolle spielt, kannst du das Fohlen natürlich nehmen - aber so, wie sich die Frage liest, ist das eher nicht der Fall. Daher würde ich Dir eher abraten.

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