Frage von Darius97B, 4

Fördern Antikapitalisten durch Sachbeschädigung die Wirtschaft?

Hallo zusammen,

Es dürfte ja bekannt sein, dass manche linke/linksradikalen Autonome immer mal wieder zum Mittel der Sachbeschädigung greifen. Ich habe auch schon öfter gehört, dass es "den Kapitalisten schaden soll", weshalb dann Scheiben von Banken eingeschmissen werden.

Nun aber mein Gedanke: Scheibe Kaputt --> Versicherung zahlt --> Neue Scheibe wird produziert und verkauft --> Steuern für den "verhassten" Staat (Mehrwertsteuer, die Arbeiter zahlen Steuer (bzw. die Arbeitgeber der Leute, die die Scheibe einbauen), ...)

Kann man das so einfach sagen, oder schadet es doch irgendwie "dem Kapital" und ich verstehe nur nicht die Logik dahinter...?

Ich bitte um Antworten, die die Wirtschaft betreffen... Bitte keine "Solche ..."- oder "....-Staat!"-Kommentare ;)

Antwort
von berkersheim, 3

Sachbeschädigungen schaden genau wie Kriminalität der Ökonomie insgesamt und letztlich sind es immer die Schwächeren, denen die Last des Ausgleichs zugeschoben wird. Es muss ja Geld in die Reparatur willkürlicher Zerstörung gesteckt werden statt in positiver Projekte. Die Vorstellung, dass Geld nutzlos herumliegt, ist falsch. Ich würde aber einen Unterschied machen zwischen agressiven Antikapitalisten, die die Mehrheitsmeinung nicht akzeptieren wollen und überzeugten Antikapitalisten, die zwar ihre ablehnende Meinung vorbringen, aber nicht dem Irrtum unterliegen, dass sie dem Kapital schaden, wenn sie ein Polizeiauto in Brand setzen oder Scheiben einschlagen. Das ist auch eine Frage der Intelligenz und verborten Indoktrination. Die agressiven Antikapitalisten erinnern mich immer an fundamentalistische Teufelsaustreiber des Mittelalters oder jetzt an die islamischen Fundamentalisten, die in ihren Ländern dem Tourismus schaden und ihren eigenen, einfachen Leuten das Brot wegnehmen. Das mit Marx oder Engels in Verbindung zu bringen ist eine Beleidigung dieser beiden großen Philosophen. Deren letztes Ziel war immer die Besserstellung der Menschen und nicht die sinnlose Zerstörung von Lebensgrundlagen. Die waren aber auch viel zu gescheit für solche Dummheiten aus purer unkontrollierter Agression.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 3

Die Sachbeschädigungen der Linken sind aktive Förderung des Mittelstands.

Glaser, Autoreparaturbetriebe, Lackierereien usw. sind alles typische Mittelständler, die dadurch Aufträge haben.

Die Versicherer bezahlen.

Die betroffenen (wen Banken usw) sind versichert.

Werden "normale" Autos beschädigt, trifft es im Normalfall Durchschnittsbürger, die eher nicht versichert sind, sondern eventuell nicht mehr wissen, wie sie zu Arbeit kommen sollen.

Kommentar von berkersheim ,

Ohne die Schäden könnten die Versicherer die Gelder produktiver anlegen. Die lassen das ja nicht verschimmeln. Letztlich werden für alle Nichtbeteiligten die Versicherungsprämien erhöht. Das interessiert aber die "Verirrten" nicht, weil sie nach dem Prinzip handeln: Wer nicht mein Freund ist, ist mein Feind - auch wenn es die kleinen Arbeiter und Angestellten sind.

Kommentar von wfwbinder ,

Das ist es ja, die haben keine Achtung vor dem Eigentum anderer.

Antwort
von Micky333, 2

Hallo,

Also das ist ein wirklich interessanter Gedankengang, den ich persönlich so nicht abstreiten kann, aber ich denke der Gedanke hinter der Sachbeschädigung wird wohl die Schädigung des einzelnen Individuums oder der einzelnen Organisation sein. Natürlich wird die Wirtschaft auf diese Weise gefördert, aber der Angegriffene muss Geld in den verursachten Schäden stecken, wodurch er keinen Vorteil hat. Ich denke der "böse Kapitalist" möchte sein Geld mehren und den größtenmöglichen Gewinn erzielen. Durch die Reperatur z.B. einer Glasscheibe entstehen allerdings nur Kosten. Somit wurde dem Kapitalisten geschadet, allerdings nicht dem Kapitalismus. So würde ich mir das erklären :)

Antwort
von gnhtd, 2

Der einzelnen Person schadet die Sachbeschädigung, der Gesamtwirtschaft aber bringt es durchaus Auftrage und Geldfluss.

Was man aber wirklich sagen muss: das ist nun wirklich kein autonom-linkes Monopol (ausser man verdrängt einfach den Gedanken an alles, was die autonom-Rechten machen...).

Antwort
von ThomasNiemt, 2

Und was glaubst Du, wo das Kapital herkommt? Aus der Steckdose? Wir leben in einer Welt mit begrenzten Ressourcen. Wenn ein linker Chaot etwas kaputt macht, muss jemand anderes dafür bezahlen. Entsprechend wäre ein Ausgleich nur dadurch zu erreichen, dass man den Chaoten den von ihm angerichteten Schaden in seiner Freizeit wieder erarbeiten lässt, also entweder indem er das, was er zerstört hat, repariert oder es auf eine andere Weise, die keinerlei Transferzahlung beinhaltet, sondern ausschließlich die Arbeit des Chaoten, kompensiert.

Übrigens: Wir kommt man auf derart abstruse Gedanken?

Das Kapital gibt es nicht. Es gibt Unternehmen mit Angestellten.

Antwort
von soissesPDF, 3

Es hieße nicht Sachbeschädigung wenn kein Schaden enstehen würde.
Gewöhnlich keine Glanzleistung, da Schaden vs.Schadensersatz wirtschaftlich zu Null ausgehen.

Antwort
von Sacume, 2

Da hast du ganz recht. Daran sieht man ja, wie dumm die sind. Die greifen da nicht den Staat an, sondern oft den "kleinen Mann", der brav in die Arbeit geht. Das kapieren die Trottel aber nicht. Meist sind das einfach Asoziale, die neidisch auf den Wohlstand eines Mittelschichtlers sind. Oft sinds aber auch nur gekränkte Teenager.

Antwort
von MarkusGenervt, 2

Nein, sie fördern nicht die Wirtschaft, sondern den Konsum.
Das ist ein recht großer Unterschied.

Aber darum geht es bei den Krawallen ja auch nicht. Da geht es nur noch um Frust und Wut. Das hat noch nie irgend etwas gefördert – außer Zerstörung.

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