Frage von CodeBlack918, 73

Flugzeug Absturz bei Sportmaschinen?

Hallo,
Wie kommt es eigentlich das besonders kleine Sportflugzeuge besonders oft abstürzten? Liegt es an der geringeren Wartung der Flugzeuge im vergleich zu den Passagiermaschienen? Oder liegt es an der kleiner Technik die verbaut ist? Oder doch an der schlechteren bzw. kleineren Pilotenausbildung? Oder alles 3? Weiß jmd was der Grund ist( der vlt selber Sportpilot ist)
Danke im Vorraus!

Expertenantwort
von ramay1418, Community-Experte für Flugzeug, 24

Wartung und Reparaturen kosten (u. U. viel) Geld, das aber aufgebracht werden muss, da sonst die Maschine stillgelegt wird. 

Ein Pilot kann natürlich die technischen Grenzen ausfliegen oder auch überschreiten und dann kommt es zu Unfällen. 

Der Hauptgrund für Flugunfälle bei der Privatfliegerei liegt aber in der fehlenden Erfahrung. 

Die EU-Vorschrift fordert ja selbst als Minimum 

- nur 12 Flugstunden und 6 Starts und Landungen in den letzten 24 Monaten, davon 6 Flugstunden als PIC auf wahlweise Motorflugzeugen PPL-A (SEP/L = Single Engine Piston/Land) oder TMG (Touring Motor Glider), 

- mind. 1 Übungsstunde mit Fluglehrer und 

- gültiges Tauglichkeitszeugnis Klasse 2 

Da kann man kaum von Erfahrung reden, im Gegensatz zu Airlinepiloten, die im Schnitt auf rund 700 Flugstunden pro Jahr kommen alle 90 Tage mindestens drei Starts und manuelle Landungen nachweisen müssen. 

Da Deutschland einen der am dichtesten beflogenen Lufträume der Welt hat, gilt es hier, besonders aufmerksam zu sein, gerade beim Fliegen nach Sicht. Und echte Gefahrensituationen trainieren Privatpiloten eben auch nicht; da wäre vielleicht eine Kunstflugeinweisung nicht schlecht. 

Geht es dann um schnelle Informationsverarbeitung in einer Gefahrensituation, ist man sehr oft überfordert und kommt zu falschen Schlüssen oder trifft Entscheidungen zu spät. 

So listet die BFU in ihrem Bulletin für April 2016 29 Unfälle auf, praktisch jeden Tag mindestens einer, davon 19 mit Segelflugzeugen und Motorseglern, 7 SEP/L (Einmots bis 2.000 kg), 1 für Flugzeuge bis 5,7 t und nur 2 Störungen bei Flugzeugen > 5,7 t, wobei eine Störung in der Luft durch Annäherung eines Sportflugzeug an ein Verkehrsflugzeug verursacht wurde und die andere durch zu schnelles Rollen einer B767 auf einer Taxiway in Frankfurt stattfand. 

Also, mangelnde Erfahrung oder Überschreiten eigener Grenzen sind die Hauptursachen für Flugunfälle in der Privatfliegerei. Es gibt doch diesen Spruch: "Es gibt waghalsige Piloten und es gibt alte Piloten, aber es gibt keine waghalsigen alten Piloten!" 

Antwort
von Peppie85, 23

nun, es ist mehr ein mix aus den genannten gründen...

kleine flugzeuge verfügen nicht über die doppelte oder gleich dreifache redundanz d.h. alle lebenswichtigen systeme sind hier nicht unbedingt zwei, drei oder viermal vorhanden!

dann sind die Piloten in der regel nicht so gut ausgebildet. dazu kommt, dass oftmals nur einer hinterm steuer sitzt, der wirklich filegen kann. es fehlen instromente für den Blindflug und kleine sportmaschinen werden selbstverständlich nicht so intensiv gewartet, wie die großen geräte...

lg, Anna

Kommentar von Pilotflying ,

Die Hälfte Deiner Aussagen ist so leider schlicht falsch!

Warum soll die Wartung "nicht so intensiv" sein? Es ist - gerade im Bereich der Wartung jeder Pups haarklein vorgeschrieben. Wann, wie, wo, wer, warum und weshalb. Und alles ist mit immensen Kosten verbunden. 

Und bezüglich Deiner Aussage bezüglich Ausfall aller lebenswichtigen Systeme: Die Kolbenmotoren haben eine unabhängig voneinander arbeitende Magnetdoppelzündung und sind sehr ausfallsicher (ausser sie werden nicht ausreichend betankt, daran ist dann aber nicht die Technik schuld).

Das wichtigste Instrument ist der Fahrtmesser - und der fällt in der Regel so gut wie nie aus. Mit etwas klaren Sinnen, Hirn und Verstand ist eine Landung auch mal ohne möglich. Alles andere an Instrumente ist nicht wirklich lebenswichtig und daher auch nicht doppelt vorhanden! Warum auch?

Und warum fehlen Instrumente für den "Blindflug" - was das auch immer sein soll? 

Für Flüge nach Sichtflugregeln (VFR) braucht es einen Höhen- und einen Fahrtmesser, einen Schnapskompass - und mehr nicht! Diese Instrumente müssen zertifiziert und zugelassen sein und auch regelmäßig auf ihre Funktion überprüft werden. Abweichungen in der Anzeige sind nur in Bereichen der zugelassen Toleranzen erlaubt. 

Zum Navigieren braucht man eine ordentliche Flugvorbereitung, aktuelles Kartenmaterial, eine Uhr und einen Stift. Mehr nicht! 

Alles andere ist überflüssiger Ballast und Luxus. Ein künstlicher Horizont, ein VOR, ein ADF, ein Gyro oder ein GPS sind weder vorgeschrieben noch sonst etwas. 

Etwas anderes ist es in der Instrumentenfliegerei (IFR). Hier sind die dafür erforderlichen Instrumente selbstverständlich vorhanden (wichtige Dinge auch doppelt!). Ansonsten erhält das Luftfahrzeug auch keine Zulassung für die Durchführung von IFR Flügen. Auch der Pilot muss die entsprechende Ausbildung und Zertifizierung haben. Sonst dürften keine Flüge nach IFR durchgeführt werden. 

Der Großteil der Privatpiloten ist nach Sichtflugregeln unterwegs. Dafür braucht man an Instrumentierung so gut wie gar nichts. Die meisten Leute schauen ohnehin zuviel in ihre Instrumente und Navigationssysteme anstatt nach draußen! 

Mir scheint, Du bist nicht vom Fach. Falsches Hobbyfachwissen hilft aber nicht wirklich jemandem weiter. Vor allem nicht, wenn man es im Internet verbreitet, wo es jeder lesen kann. 

Antwort
von OnkelTheodor, 55

Ich denke schon,dass die Unfaelle zu Lasten des Alters und der Wartung hauptsaechlich gehen.Natuerlich sind die Privatpiloten auch nicht so ausgebildet und erfahren,wie die Berufspiloten.

Bei uns in Bayern sind ziemlich viele Unfaelle in Naehe der Flugplaetze.

Flughafen Muenchen weisst ja selber,da ist Gottseidank nicht viel.

Kommentar von Luftkutscher ,

Nein, Flugunfälle werden in aller Regel von Piloten ohne genügend Flugerfahrung verursacht. Die Technik ist in den allermeisten Fällen nicht für den Absturz verantwortlich. 

Kommentar von OnkelTheodor ,

Das glaube ich Dir schon,wenn ich in Freising die Flugzeuge teils sehe,da gibt es schon recht alte Maschinen und die haben sicher schon etliche Flugstunden hinter sich.

Antwort
von Luftkutscher, 39

Was verstehst Du unter einer Sportmaschine? Falls Du damit ein Kleinflugzeug, ein Ultraleichtflugzeug, einen Motorsegler oder ein Segelflugzeug meinst, so kannst Du einfach mal auf der Seite der BFU die diversen Unfallberichte lesen. Dort kannst Du sehen, dass die Technik in aller Regel nicht die Ursache des Absturzes war, sondern meist ein Pilotenfehler. Fliegen ist recht teuer und leider dürfen Privatpiloten nicht gegen Entgelt fliegen, sondern müssen alle Flugstunden selbst finanzieren. Dadurch fliegen sie oft nicht genügend und haben zuwenig Übung. 

Kommentar von CodeBlack918 ,

Hm, aber wenn der Pilot dran schuld ist, kann ein Abstutzt ja eigentlich nur während der Landung und -oder einer Turbulenz  passieren,oder? Und Landen sollte sie ja eigentlich beherrschen und können Turbulenzen wirklich so verheerend für Sportmaschinen werden?

Kommentar von Luftkutscher ,

Flugunfälle können in allen Phasen eines Fluges auftreten. Die meisten Privatpiloten haben keine Instrumentenberechtigung und somit kann ein Einflug in schlechtes Wetter leicht lebensgefährlich werden. Hierbei sind nicht etwaige Turbulenzen gefährlich, sondern die schechte Sicht mit anschliessender räumlicher Disorientierung. Beim Start ist meist die Nichtbeachtung der Weightand-balance-Berechnung und bei der Landung die Nichtbeachtung der höchstzulässigen Seitenwindkomponente Unfallursache. 

Kommentar von DrBraune ,

Abstürzen kannst du immer

Antwort
von NANABUMBUM, 30

Ich denke das es eher an der Unerfahrenheit liegt Freizeit Piloten werden ja nicht soo geschult und ausgebildet wie ein Berufs Pilot was auch ein Grund seien könnte, wenn die ihrer Maschine selbst warten und nicht über das nötige Fachwissen verfügen

Kommentar von Luftkutscher ,

An der Ausbildung kann es nicht liegen, denn die Ausbildung ist so gestaltet, dass ein sicheres Führen eines Flugzeugs gewährleistet ist - unabhängig davon, ob es sich um Privat-, Berufs- oder Verkehrspiloten handelt. Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt, dass direkt nach der Ausbildung kaum Flugunfälle verursacht werden. Diese werden meist Jahre später verursacht, wenn die Übung fehlt und gleichzeitig das eigene Können überschätzt wird. Technische Mängel sind übrigens auch bei privat betriebenen Flugzeugen nur zu einem unbedeutenden Teil verantwortlich für Flugunfälle.

Kommentar von NANABUMBUM ,

Des wegen habe ich auch geschrieben das ich es glaube das es daran liegen könnte nicht das es so ist wie es ist

Antwort
von Pestilenz3, 35

Ich glaube das bei den meisten unfällen dieser art menschliches versagen die ursache ist.

Antwort
von DrBraune, 15

1. Ausbildung ( es gibt auch vuele pilotem die besser fliegen als berufspiloten)
2.wartung
3.Alter
4.Um so weniger technik verbaut ust desto weniger geht kaputt ( suht man bei autos)

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