Wie überwinde ich am besten meine Flugangst? Helfen Seminare und wie läuft ein solches Seminar ab?
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Seminare helfen zur Bekämpfung von Flugangst. Die Seminare zur Bekämpfung von Flugangst können Individualseminare oder Gruppenseminare sein, wobei ich die Gruppenseminare eher empfehlen kann, da der Austausch mit Leuten, die auch unter Flugangst leiden sehr hilfreich ist.
Informiere Dich genau bei den entsprechenden Anbietern und such´ Dir am besten eine von Airlines unabhängige Stelle, z. B. hier www.fluggastberatung.de. Der Grund: Flugangst ist ein wirtschaftlicher Faktor, und viele Airlines versuchen, über den Weg entsprechender Seminare Neu-Kunden zu binden, ohne aber wirklich auf das eigentliche Problem einzugehen. Die Ursachen von Flugangst sind vielfältig, und eine wirklich nachhaltige Hilfe muss darauf abgestimmt sein. Sie bedeutet eben mehr, als Knöpfe im Cockpit erklären.
Das Seminar gegen Flugangst, das von der Lufthansa angeboten wird, heißt Intensivseminar für entspanntes Fliegen. Dieses findet in kleinen Gruppen von acht bis ca. zwölf Teilnehmern an zwei´Tagen (jeweils an Wochenende statt und besteht aus einem vorbereitendem Training und einem abschliessenden Hin- und Rückflug als integrierter Praxisteil. Im vorbereitenden Teil werden neben- und nacheinander mehrere Strategien zur Bewältigung der Flugangst eingeübt. Zwei Überlegungen sind damit verbunden: Eine solche Palette von Möglichkeiten gibt jedem Teilnehmer die Chance, etwas Wirksames für seine speziellen Schwierigkeiten zu finden. Außerdem verleiht sie das Gefühl mehrfacher Sicherheit: Wer im Ernstfall mit einer Methode nicht zurechtkommt, kann immer noch auf eine andere zurückgreifen.
Zu den wichtigsten Strategien gehören dabei: Systematische körperliche Entspannung: Dass bei Flugangst allein durch Entspannung der Muskulatur wirksam gegengesteuert werden kann, gehört zu den wichtigsten Entdeckungen in der Psychologie der vergangenen Jahrzehnte. Sich auseinandersetzen mit verlässlicher technischer Information: Gerade auch technisch Bewanderte, fast mehr noch als absolute Laien auf diesem Gebiet, reagieren sensibel auf die vielen unterschiedlichen Geräusche während eines Flugs, kalkulieren die Risiken von Materialermüdung und Wartungsmängeln oder auch von menschlichem Versagen. Ein Pilot der Lufthansa stellt sich diesen Fragen und erläutert detailliert die Abläufe von der Vorbereitung auf den Start bis zur Landung. Ungefähr 25 Piloten der Lufthansa beteiligen sich aktiv an den Seminaren für entspanntes Fliegen. wichtig zur Bekämpfung der Flugangst ist die Flugsituation zu simulieren. Nichts verändert Flugangst mehr und nachhaltiger als neue Erfahrungen in der direkten Konfrontation mit der bisher ängstigenden Situation - wenn diese neuen Erfahrungen vorbereitet sind. So werden hier erst die einzelnen Strategien zur Bewältigung der Flugangst ntwickelt und eingeübt, dann wird die gesamte Flugsituation in einer Art mentalem Training (mit den typischen Fluggeräuschen von einer CD) durchsimuliert, und erst dann geht es in das Flugzeug. Das Ganze ist eingebettet in den Zusammenhalt einer Gruppe. Erleichterung durch Solidarität? Jedenfalls kommt es nach dem ersten Auftauen durchweg zu freundschaftlichen Beziehungen und zu einer engen Zusammenarbeit, wo sich einer um den andere kümmert. Für manche ist es das erste Mal, dass sie offen über ihre Flugangst reden können und dabei auf Verständnis stoßen. Das entlastet, und nicht wenige Teilnehmer berichten rückblickend, dass diese Erfahrung es ihnen erleichtert habe, den zweiten Schritt im Seminar mitzumachen: die Trainingsflüge am Sonntag, im innerdeutschen Netz zu einem anderen Flughafen und zurück. Sicher steigen die meisten, trotz der Vorbereitung, zunächst mit einem gewissen Unbehagen ein. Trainer und häufig auch die Besatzung begleiten diese ersten Schritte in die neuen Erfahrungen. Nicht wenige schaffen es schon beim Hinflug recht gut - eine neue Qualität mit erneutem Start, erneuter Landung, wird oft schon zur Routine. Entscheidend für den Erfolg scheint dabei die Lernerfahrung zu sein, als Passagier Kontrolle über die Situation zu haben, etwas aktiv zum eigenen Wohlbefinden beitragen zu können, statt wie bisher hilflos dem Geschehen ausgeliefert zu sein.