Frage von gchgklkgg, 95

Flüssig, Fest und Gasförmig?

Kann die Theorie stimmen? Ein Freund von mir tut seit einiger Zeit einen nach Wissenschaftler. Er meint er hätte eine neue Theorie. Ich selbst bin eigentlich gut in Chemie aber so weit kann ich nicht denken: Er meint es gäbe weitere Aggregatzustande als nur flüssig Gas und fest förmig. Es sei ein Zustand den der mensch sich gar nicht vorstellen kann. Eine Beispiel wäre im Weltall weit weg von der Erde wo die Atomhüllen wegen dem Druck nicht mehr Stand halten und sich lösen, die Atomenergie bewegen sich frei herum und bei einem Zusammenstoß verursachen die blitze oder so und vielleicht deshalb sich einige Dinge im Weltall bewegen Und Spalten. Ich habe es nicht wirklich verstanden aber könnte aber da überhaupt was dran sein?

Expertenantwort
von uteausmuenchen, Community-Experte für Astronomie & Physik, 17

Hallo gchgklkgg,

Er meint er hätte eine neue Theorie.

Vorsicht. Viele verwechseln den naturwissenschaftlichen Theoriebegriff mit der umgangssprachlichen "Idee", "Vermutung". Eine naturwissenschaftliche Theorie ist etwas ganz anderes: Eine Modellvorstellung, die ganz konkrete Vorhersagen für Experimente und Beobachtungen macht, anhand derer man sie überprüfen und ggf. widerlegen kann.

Wenn Dein Freund also behauptet, er habe eine "Theorie", dann solltest Du ihn als erstes mal fragen, welche Beobachtungen denn seine Theorie besser erklärt als andere Aussagen der Physik das tun; und auch, durch welche Experimente man seine "Theorie" denn überprüfen und eben bei Nichteintreffen der Vorhersagen widerlegen könnte.

Wenn Dein Freund da keine konkreten Antworten hat, dann ist er weder ein Wissenschaftler, noch hat er eine Theorie.

Er meint es gäbe weitere Aggregatzustande als nur flüssig Gas und fest förmig.

Das ist richtig, aber auch nichts Neues. Astrophysiker wissen längst, dass Materie in Sternen als Plasma vorliegt, in dem die Atome ionisiert sind. In Neutronensternen haben wir "Fermi-Gase", wobei das mit einem "Gas" eigentlich nichts mehr zu tun hat. Die Materie ist dann "entartet" und in einem nur quantenmechanisch zu beschreibenden Zustand (http://www.ikp.uni-koeln.de/groups/reiter/lehre/files/physik6/Vorlesung1806.pdf).

Nur als Beispiele.

Eine Beispiel wäre im Weltall weit weg von der Erde wo die Atomhüllen
wegen dem Druck nicht mehr Stand halten und sich lösen, die Atomenergie
bewegen sich frei herum und bei einem Zusammenstoß verursachen die
blitze oder so und vielleicht deshalb sich einige Dinge im Weltall
bewegen Und Spalten.

Im erwähnten Fermigas bei Neutronensternen halten zwar die Atomhüllen dem Druck nicht mehr stand und werden in die Atomrümpfe gepresst (sie lösen sich nicht), das hat aber nicht das Geringste damit zu tun, wie sich die Objekte im Weltall relativ zueinander bewegen.

Die Bewegung der Objekte im Universum zueinander bestimmt die Schwerkraft, keine angeblich abgelösten Atomhüllen. Dass die Materie auch in den fernsten Galaxien denselben physikalischen Bedingungen folgt, wie hier, das kann man im Licht dieser Galaxien nachweisen.

Entweder hat er sich hier sehr missverständlich ausgedrückt oder er erzählt hier Unsinn. ;-)

Grüße

Antwort
von MrHilfestellung, 42

Es gibt sogar weit mehr als vier Aggregatzustände, ich empfehle dazu erstmal die Wikipediaseite zu Aggregatzustand.

Expertenantwort
von SlowPhil, Community-Experte für Physik, 4

Dein Freund hat insofern Recht, als dass es Materie in wesentlich mehr unterschiedlichen Formen gibt, als es sich mit den drei Aggregatzuständen »erschlagen« ließe.

Dies als »seine neue Theorie« zu bezeichnen, ist freilich mehr als nur ein wenig vermessen. Es ist Standard, dass es noch deutlich mehr Zustände gibt und auch Mischformen von Zuständen.

Die Dreizahl der Aggregatzustände entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als grobe Vereinfachung dessen, was es alles gibt.

So ist fest nicht gleich fest, es gibt amorphe und kristalline Strukturen und besonders von Letzteren auch noch ganz unterschiedliche wie Graphit und Diamant. Außerdem können Feststoffe supraleitend oder eben nicht supraleitend sein, sie können ferromagnetisch, para- oder diamagnetisch sein.

Es gibt richtige Phasenübergänge zwischen fest und flüssig, bei denen Wärmezufuhr keine Temperaturerhöhung mit sich bringt, aber, besonders bei amorphen Feststoffen, auch weiche Übergänge zur Flüssigkeit über zunehmende Weichheit.

Es gibt den überkritischen Zustand, bei dem sich Flüssigkeit und Gas nicht unterscheiden lassen.
Gase können in Zweiermolekülen oder dissoziiert, in Atomen, vorliegen.

Und es gibt Plasma. Hierzu führt i. Allg. kein Phasenübergang in oben beschriebener Form, sondern die Gase werden zunehmend ionisiert.

Hinzu kommen noch »exotischere« Formen von Materie, die wir vielleicht nie zi Gesicht bekommen, weil es sie z.B. nur unter extremem Druck gibt und Materie in der Form nicht frei liegt, wie Eis VII, metallischer Wasserstoff oder fermi-entartete Materie, wie es sie in Weißen Zwergen und in Neutronensternen gibt, bei der die Temperatur für den Druck keine Rolle spielt, weil die Atome oder Neutronen auch bei niedriger Temperatur noch viel Energie enthalten müssen, weil sie srhr unterschiedliche Energie haben müssen, um sich derart auf die Pelle rücken zu können. Dann gibt es noch Bose-Einstein-Kondensate, die nur bei sehr niedrigen Temperaturen auftreten und bei denen selbst man fast schon von T=0 sprechen kann.

Das alles ist aber nichts Neues.

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 20

Der Aggregatszustand eines Stoffes wird von Temperatur und Druck bestimmt. Innerhalb der üblichen Bereiche dafür reicht fest, flüssig und gasförmig aus.

Bei sehr extremen Umständen, z.B. extrem hohen oder niedrigen Temperaturen, extrem hohen oder niedrigen Drücken, können aber noch weitere Aggregatszustände auftreten, z.B. Plasma, Einstein-Bose-Konzentrat, überkritischer Zustand, Suprafluid u.a.

Antwort
von joriti1999, 16

Ich vermute er hat Plasma beschrieben. Ist tatsächlich ein Aggregatzustand, der dem gasförmigen ähnlich ist. Dabei lösen sich die Elektronen von den Kernen. Es schwirren also sowohl freie Elektronen Als auch freie Atomkerne umher.

Antwort
von Biuki, 35

Ich denke gespaltene Atome haben nichts mit den 3 Aggregatzuständen zu tun, da ein Atom in einer Gruppe in allen 3 formen sein kann, aber nimmt man es einzeln als reines Atom, ist es weder flüssig noch fest oder gasförmig. 

Antwort
von josef050153, 2

Es gibt tatsächlich Aggregatszustände zwischen fest, flüssig und gasförmig. Aber so neu ist das nicht. Selbst das Plasma ist schon länger bekannt.

Antwort
von Turnupppgurl, 26

Diesen Zustand hätte doch schon jemand entdeckt, da schon Menschen im Weltall waren.
Kann mir das nicht vorstellen.

Kommentar von BellAnna89 ,

Ja, auf dem Mond der Erde, nicht weiter.

Kommentar von beamer05 ,

Diesen Zustand hätte doch schon jemand entdeckt

Nicht hätte, sondern hat:

Das Ergebnis ist schlicht Plasma

https://de.wikipedia.org/wiki/Plasma_(Physik)

Antwort
von BellAnna89, 24

Also wenn die Raumzeit irgendwie Unregelmäßigkeiten aufweist, dann sind andere Aggregatzustände doch nicht weit hergeholt. Aber frag doch lieber mal Wiki.

Antwort
von ThomasJNewton, 16

Mir fällt auch nichts ein, was dein Freund gemeint haben könnte.

Auch wenn Plasma und die Materie in Neutronensternen durchaus als eigene Aggregatzustände bezeichnet werden können.
Wie auch Helium II und Bose-Einstein-Kondensate.

Rein theoretisch ist es nicht auszuschließen, dass dein Freund ein überlegenes Wissen hat. Dir überlegen, mir überlegen und auch den meisten Physikern überlegen.
Rein praktisch ist die Chance ziemlich genau Null.

Rein pragmatisch hilft da kein Widersprechen, auch kein kritisches Nachfragen.
Frag nach Details seiner "Theorie", dann ist ganz schnell die Luft raus.

In den Argumenten ist meist sehr wenig Substanz, nur hoher Druck. Ohne Gegendruck ist der sehr schnell auf Null.

Kommentar von Iamiam ,

näher an den Normalbedingungen: überkritischer Zustand:

Gase unter so hohem Druck und oberhalb einer zugehörigen Temperatur, dass man nicht mehr unterscheiden kann ob Gas oder Flüssigkeit. Man kann mit überkritischem Gas (speziell nimmt man dazu CO2): zB Gewürze oder Kaffee extrahieren, durch Änderung der Verhältnisse kann man sogar bestimmen, was sich bevorzugt rauslöst.

Bei entsprechend hoher Temperatur auch Wasserdampf, praktisch alle Gase können in diesen Zustand versetzt werden.

Antwort
von MirdochWurst, 39

Stimmt teilweise. Er hat es wahrscheinlich nur etwas unverständlich rübergebracht. 

Die Rede ist von Plasma, das ist ein weiterer Gasförmiger Zustand. Dabei haben die Atome so viel thermische Energie, also Wärme, dass die Elektronen quasi zu weit weg vom Atomkern sind, als dass sie sie noch umkreisen könnten. Die Sonne ist aus Plasma, aber auch auf der Erde kommt der Aggregatzustand in der Natur vor. Plasma leitet den Elektrischen Strom, da sich wie schon gesagt die Elektronen vom Atomkern lösen. Wenn eine Gewitterwolke eine z. B. negative Ladung hat und der Boden eine Positive, erfolgt der Ladungsausgleich in Form eines Blitzes. Demzufolge ist der Blitz der Stromleiter aus Plasma. 

Kaltes Plasma gibt es auch, das ist in jeder aktiven (!) Leuchtstoffröhre zu finden (die langen Lampen, die die Klassenräume usw. erhellen) Da ist der Zustand elektrisch bedingt und erfordert bestimmte Gase.

So ich hoffe das war jetzt nicht zu verwirrend, hoffe ich konnte helfen.

Antwort
von SturerEsel, 12

Keine Ahnung, was dein Freund so meint. Mir fällt nur "Plasma" dazu ein.

Antwort
von soissesPDF, 4

Gibt schon noch sowas wie Dunkle Materie und Dunkle Energie, dich sich mit herkömmlichen Naturwissenschaften nicht erklären lassen.
Wad nichts daran ändert, dass es sie gibt.

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