Frage von PapaNoah92, 66

Flüchtlingsproblematik aus wirtschaftlicher Sicht?

Dass es ein wirtschaftliches Fiasko ist, wenn man aus strukturschwachen Regionen in wirtschaftlich Starke Regionen wandert, ist klar. Natürlich wurde jeder dasselbe machen, wenn zuhause die Bomben fliegen, aber das kann keine Dauerlösung sein.

Jetzt mal den ganzen Rassenscheiss und Ressentiments gegen Fremde aussen vor. Das ist sowieso keine Argumentationsgrundlage.

Beispiel Balkan. 90er Jahre Krieg. Natürlich nimmt man die armen Flüchtenden auf und gewährt ihnen Asyl. Nach 15 Jahren, als in dieser Region wieder so etwas wie Frieden war, kann man auch nicht erwarten, dass die Leute wieder nach Hause gehen, weil teilweise deren Kinder nur hier aufgewachsen sind. Aber was macht man damit diese Region wieder wirtschaftlich stärker wird? Freiwillig würde ich auch nicht mehr aus einem sicheren und wohlhabenden Land nach Hause gehen.

Antwort
von berkersheim, 28

Die Situation von heute ist mit der damals nicht vergleichbar. Wir hatten laut offizieller Statistik 2015 ca. 2,3 Mio Zuwanderer und ca 1 Mio Auswanderer. Das ist eine Umwälzung. Die Hilfsarbeiter kommen. Die Qualifizierten gehen. Dazu kommt, dass ohne Unterstützung, die irgendwann auch zu Ende geht, weil wir finanziell bald ausgeblutet sind, mit der geringen Qualifizierung bei gleichzeitiger Steigerung an die Ansprüche künftiger Qualifikation (Industrie 4.0) die Möglichkeiten schwinden, hier mit Hilfsarbeiten ein Wunschleben aufzubauen. Sowas haben die aber als Versprechen im Hinterkopf. Sie leben auf niedrigstem Niveau und sehen um sich den Reichtum. Das wird zu enormen Problemen führen. Würzburg ist ja erst der Anfang.

Antwort
von ManuViernheim, 9

Die meisten Flüchtlinge sind Wirtschaftsflüchtlinge.

Die wenigsten sind Kriegsflüchtlinge, die erst in 15 Jahren wieder nach Hause können.

Wenn ich aus Deutschland flüchten müsste, würde ich auch nach 15 Jahren wieder zurückreisen, um Deutschland wieder für die Enkel und Urenkel aufzubauen.

Kommentar von apophis ,

Interessante Aussage, hast Du zufällig Zahlen/Quellen dazu? Würde mich interessieren.

Antwort
von apophis, 38

Was Deutschland angeht, wirkt sich die Flüchtlingspolitik momentan sogar gut auf die Wirtschaft aus. Supermärkte, Kleidungsgeschäfte, alle Läden, die Güter für die Grundversorgung liefern und ganz besonders die Hersteller von Wohncontainern, die ihre Preise zuletzt ja teilweise verzehnfacht haben und trotzdem ausverkauft waren, erleben wirtschaftlich einen wahren Boom.

Dies hälst zwar nur kurzfristig an, es ist aber nicht so, dass die Wirtschaft deswegen den Bach runtergeht. Andererseits bedeutet das aber natürlich auch nicht, dass es garkeine Probleme gäbe oder in Zukunft geben wird.

Kommentar von PapaNoah92 ,

Ich rede nicht von unserer Wirtschaft, sondern der Syrischen, Afrikanische, Rumänischen 
Wenn alle gut ausgebildeten Menschen zu uns kommen, bleibt keiner mehr, der diese Länder nach einem Krieg wieder aufbauen kann. Und wer geht schon freiwillig wieder zurück nach 10-15 Jahren

Kommentar von DerKleineRacker ,

Gut für die Wirtschaft? Wer finanziert diese Konsumspritze denn bitte - der Rest von uns. 

Unsere Grundgüterindustrie braucht ganz sicher keine Subventionen mehr, außerdem fließen diese Mehreinnahmen sowieso nicht in Innovation, sondern bloß in den Ausbau der Produktion, und wir haben hier bereits eine Überflusssituation.

Kommentar von apophis ,

Nö, das Geld kommt vom Staat, nicht von Uns.
Und bevor jemand jetzt ankommt mit "Das sind aber Steuer die wir zahlen", das ist mir durchaus bewusst.
Euch sollte aber auch bewusst sein, dass es keinerlei Steueränderungen aufgrund der Flüchtlingskriese gab.

Wir bezahlen also keineswegs die Flüchtlinge, wir bezahlen weiterhin den Staat und das nicht mehr oder weniger als vor der Kriese. Der Staat verwendet das Geld jetzt lediglich anders, den Prioritäten angepasst.

Statt also den Reichstag zu renovieren (nur ein Beispiel), wird mit dem Geld eben eine neue Flüchtlingsunterkunft gebaut.

Was die Grundgüter angeht, habe ich auch nie ein Wort über Subventionen geschrieben. Es geht um den Erwerb der Grundgüter. Der Staat stellt dabei einen (sehr gut zahlenden) Kunden dar.
Die Baucontainer Hersteller werden nicht unterstützt, um mehr Container bauen zu können. Der Staat kauft diese Container.
Zwischen Einnahmen und Subventionen gibt es durchaus unterschiede; und Du kannst mir nicht erzählen, irgendein Unternehmen würde keinen Umsatz brauchen oder hätte keine Vorteile von einem gut zahlenden Kunden.

Kommentar von BTyker99 ,

Natürlich gibt es Auswirkungen auf die Abgaben. Vor ein paar Tagen wurde in der Tagesschau noch verkündet, dass die Krankenkassenabgaben stark steigen werden. Dass wir direkt noch wenig von steigenden Steuern mitbekommen liegt auch daran, dass das politisch gewollt ist, und um das Volk ruhig zu halten. Stattdessen werden eventuell mehr Schulden gemacht, oder Gemeinschaftseigentum wird privatisiert, aber die folgenden Generationen müssen all diese Verluste irgendwann ausgleichen.

Kommentar von apophis ,

Dann schau mal ein paar Jahre weiter zurück, wie oft die Beiträge der Krankenkassen erhöht wurde. Das hat absolut nichts mit den Flüchtlingen zu tun (welche auch eine Krankenversicherung haben müssen, wenn sie in Deutschland bleiben, wodurch die Krankenkassen nur noch mehr Geld bekommen).
Du kannst ebenso sagen, dass Donald Trump schuld daran ist, da er jetzt offizieller Präsidentschaftskandidat wurde.

Und natürlich muss man die Verluste irgendwann ausgleichen, wir gleichen ja auch die Verluste vorheriger Generationen aus. Ich sehe absolut nichts falsches daran diesen Prozess in die Länge zu ziehen und den einzelnen Bürger so zu entlasten bzw. weniger zu belasten. Die Alternative wäre doch alles jetzt ausgleichen zu wollen und die Wirtschaft tatsächlich einbrechen zu lassen.

Ob Du es glaubst oder nicht, die Politiker machen sich doch tatsächlich den einen oder anderen Gedanken um die Themen Politik und Wirtschaft.

Antwort
von MickyFinn, 25

Als der 2. Weltkrieg vorbei war, bestand Deutschland aus Schutt und Asche. jene die geflüchtet sind, kehrten nach D zurück und bauten es wieder auf (obwohl es zu massiven Versorgungsengpässen kam!).

Ich habe nichts dagegen, wenn die Flüchtlinge hier ein Handwerk erlernen, sich was ansparen, und wenn der Krieg vorbei ist, zurück in ihre Heimatländer gehen und es mit ihrem neu gewonnenen Wissen wieder aufbauen. Das würde deren Wirtschaft kräftig unter die Arme helfen.

Kommentar von PapaNoah92 ,

Genau das wäre der Masterplan. Nur kann man niemanden zwingen wieder nach Hause zu gehen. Und wie gesagt, wenn man sich hier etwas aufgebaut hat, würde ich auch nicht mehr wo anders hin gehen

Kommentar von MickyFinn ,

Jepp... ich weiß was Du meinst... aber es ist der einzige Weg, wie dieses Land es zu wirtschaftlicher Stärke schafft. Wenn die Flüchtlinge nicht zurückkehren (die selbst zwar, das sie zurückwollen.. also ca. 80 %.. und die Grünen / Linken glauben das aufs Wort, daher fordern sie weitere Flüchtlinge aufzunehmen), wird Syrien eine trostlose Region bleiben und ebnet den Weg für weitere Randalen.

Ich kann es verstehen, das sie sich nach einigen Jahren hier viel wohler fühlen als in Syrien und mangeln konsequenterer Einwanderungs- / Asylgesetze wird da auch nicht mehr viel passieren.

Jene die Asyl suchen, müssen schon vornherein wissen, wenn sie nach Deutschland kommen, bleiben sie nur die die Dauer des Krieges bei uns, damit sie sich schon darauf einstellen können, wieder nach Syrien zu gehen. So gibt es keine Überraschungen und niemand ist wütend.

Kommentar von adabei ,

Nur sieht es nicht so aus, als ob der Krieg in Syrien oder die kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak und in Teilen Afghanistans in absehbarer Zeit zu Ende gehen werden.

Kommentar von MickyFinn ,

Auch wenn es 2 Jahre oder länger dauert... die gehen auch vorbei. Umso länger können sich die Flüchtlinge Fachwissen einprägen, um ihr Land bei ihrer Rückkehr zu helfen.

Kommentar von BTyker99 ,

Natürlich kann man sie dazu zwingen, wenn es nur politisch gewollt wäre. Das wird doch auch teilweise durchgeführt indem die Leute nachts geweckt und mit Gewalt abgeschoben werden.

Antwort
von DerKleineRacker, 36

Ich finde schon dass man erwarten kann dass sie danach nach Hause gehen, schließlich sind sie in eigenem Willen, in vollem Wissen über die Konsequenzen, hierher gekommen.

Was das Land machen könnte damit es wirtschaftlich stärker wird... dafür gibt es leider kein Geheimrezept, sonst hätten viele Länder dieser Erde dieses Problem nicht mehr. Brain-Drain ist ein großes Problem unserer globalisierten Welt. Sich für einige Zeit zu isolieren so wie China es tat wäre eine Möglichkeit, back to the basics.

Kommentar von apophis ,

Das ist ja nicht so, als wäre das ein Ausflug, wo man sich am Ende verabschiedet und jeder nachhause fährt.

Das vorherige Hab und Gut liegt (wahrscheinlich) in Schutt und Asche, Familienmitglieder sind tot, vermisst oder verstreut, Bekannte und Freunde sind ebenfalls nicht mehr dort. Und Jobaussichten werden wohl auch nicht so rosig sein.
(Stimmt natürlich nicht 100%ig für alle, aber) Sie haben halt nichts, wohin sie zurückkehren könnten. Ein "nach Hause" gibt es in dem Land nicht mehr.

Andererseits leben sie (dann) bereits mehrere Jahre in Deutschland. Haben die Sprache gelernt, einen Job, eventuell eine Familie oder Nachwuchs in der Familie, neue Bekanntschaften, Kinder, die zur Schule gehe und dort Freunde haben und so weiter. Sprich sie haben hier ein (neues) Leben. (Wird natürlich auch nicht auf alle zutreffen, ist ja aber logisch.)

Zu verlangen, dass sie wieder zurück gehen, wäre also so, als würde man verlangen, dass Du in ein anderes Land auswanderst. Gut sie haben schoneinmal dort gelebt, an der Situation änder das aber ja nichts.
(Anmerkung, ich weiss, dass Du nie etwas von Verlangen geschrieben hast.)

Ich denke, bevor man erwarten kann, ass die Flüchtlinge freiwillig wieder zurück gehen, muss sich das Land ersteinmal so verändern, dass man dorthin überhaupt auswandern möchte. Eventuell auch als Nicht-Flüchtling.

Kommentar von BTyker99 ,

Wenn man aber schon viele Jahre in Deutschland gelebt hat, sind die eigenen finanziellen Möglichkeiten viel höher, als die der Personen, die in ihrer Heimat geblieben sind. So könnten sie ohne Probleme mit ihrer hohen Kaufkraft ein sehr gutes Leben führen. Nur müssten sie aus der sozialen Hängematte raus, das kann man wirklich kaum verlangen.

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