Flüchtlingskinder was wissen Sie und was nicht?

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7 Antworten

Hi,erstmal ist das eine sehr gute Frage,was man tun kann.Ich finde es auch schön finde,dass du den Kindern hilst! :)

Nun zur Frage :

Die erste war ja,ob sie generell oder überhaupt über ihre Vergangenheit in den Kriegsländern bescheid wissen,was dort gerade herrscht oder wenn sie noch dort sind.

Wenn man so denkt,werden die Kinder so von 1-4 Jahren wahrscheinlich das Ganze nicht sehr mitbekommen,wenn sie noch etwas jung sind und das Ganze nicht so realisieren,wie ein Erwachsener,wenn sie von ihren Eltern geweckt werden,das Haus jetzt z.B mit allen zu verlassen,wenn dort nebenbei keine Schiessereien oder Krieg sind,sodass sie die Umgebung bereits als Vormaßnahme verlassen,dass keiner zu Schaden kommt.Wenn diese Kinder sich jedoch in einer gegenwärtigen Flüchtlingssituation aus einer Schiesserei oder generell im aktiven Kriegsgebiet befinden,werden diese Kinder sehr wohl das Ganze mitbekommen und Angst haben,da sie selber nicht wissen,was genau passiert oder weil diese Kinder mitbekommen,wie Personen vor ihren Augen erschossen werden,was sehr schrecklich überhaupt ist.Aber auch allgemein andere Kinder in solchen Situationen,also auch ältere so von 7 und mehr werden sehr wohl das ganze realisieren können und natürlich erst recht die darauf folgenden Altersklassen.Da das Gehirn eines kleinen Kindes noch nicht so fortgeschritten ist,werden sie wie gesagt das nicht so komplett mitbekommen oder auch nur ein Teil der Kinder,die noch sehr jung sind.Dann kommt es wieder auf das Alter an,wo man sich das denken kann,das ältere das immer weiter realisieren,in was für einer Lage sie sich befinden.Ebenfalls werden ihre Eltern wohl ihnen auch sagen,was dort herrscht.

Zur zweiten Frage,was man mit ihnen auf dem Gelände leider nur unternehmen kann.

Ehrlich gesagt gibt es da nicht viel,wie du es bereits gesagt hast und ich glaube auch nicht,dass dort gute Versteckspielplätze sind.Sonst kann man mit ihnen vllt.Ball werfen spielen in dem Korb,also etwas wie "Basketball".Ist aber auch nicht wirklich so eine gute Idee,aber da gibt es leider nicht so viel.Sonst fiel mir da noch Fußball ein,da das ja so fast jeder auf der Erdkugel kennt.Dabei kommt es nicht darauf an,dass man selber es vllt. nicht kann,sondern dass die Kinder wie du weißt einfach Spaß haben können :)

Bei der anderen Frage,ob du mit ihnen woanders was unternehmen darfst,das wird wohl eng,da sie gesetzlich sowie jeder andere Flüchtling dort das Camp nicht verlassen darf,da die Staatsangehörigkeit und andere Sachen gesetztesumgebend fehlen.Aber das kann man sowieso nicht machen,wenn du schon sagst,dass sie nicht auf dich hören und die Sprache nicht beherrschen.Außerdem ist es einfach zu riskant! Es könnte dort jemanden was passieren,dann hast du dieses Versäumnis an der Backe.Das will man auch nicht,denke ich..

Ich hoffe,ich habe dann jetzt so einiges für dich ratgebend beantwortet :)

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Ich habe Bilder von Flüchtlingskindern gesehen, die schon sehr genau die Flucht zeigten - unter anderem winzige Boote auf riesigen schwarzen Wellen und evtl. ein ertrunkener Verwandter. Malen sagt also schon viel aus und kann auch ein Weg der Verarbeitung sein.

Mit den Kleinen könntest Du evtl. Uno spielen. So kann erst mal jeder von 0 bis 10 zählen auf seiner Sprache und dann auf Deutsch. So lernen sie gleich erste Worte. Uno kann dann jeder mitspielen und evtl. kann man später andere Spiele dazu nehmen.

Alleine weiter weg gehen mit Kindern, die sich nicht mit Dir verständigen können, halte ich für riskant. Was, wenn zwei in unterschiedliche Richtungen weglaufen? Die kannst du ja nicht mal zurück rufen!

Ich habe hier einen Nachmittag erlebt, an dem Flüchtlinge vorübergehend in einer Kirche untergebracht waren. Eine Helferin hatte einen Stoffball mitgebracht, der intensiv genutzt wurde. So etwas gibt es für 2-4 € bei Ikea oder im Ein-Euro-Shop. Wenn Ihr rausgehen könnt, wäre auch ein einfacher Gummiball (die günstigen, "schlappen" Bälle) nicht schlecht zum Fußballspielen etc. Einen Gummiball würde ich nehmen, weil sich damit niemand verletzen kann, wenn mal einer zu hart schießt oder wirft. Ein einfaches Fußballspiel - erst mal nur hin- und herschießen und später ggf. ein Tor ernennen - bringt sicher jedem Spaß und die Kinder bekommen etwas Bewegung. Bei uns wurden Kastanienmännchen gebastelt und Blätter gesammelt, die die Kinder dann mit auf ihre Bilder klebten.

Ggf. könnte man auch etwas schreiben, erst mal in Großbuchstaben: Den Namen Eures Ortes, der Straße, ggf. die Namen der Kinder, wenn das möglich ist. Wenn sie Wörter lernen, die sie oft lesen und die Bedeutung für sie haben (Ort, Straße, Name der Einrichtung etc.), lernen sie sowohl lateinische Buchstaben als auch etwas mehr Orientierung.  Man könnte ggf. versuchen, über den Verein/ Organisator von einer nahegelegenen Schule oder einem Sportverein ein paar Utensilien auszuleihen: Seile zum Springen, Bälle, vielleicht diese Gymnastikstäbe mit Bändern dran, eine dicke Matte oder ein Trampolin, Hoolahoop-Reifen etc. - je nach Größe Eurer Einrichtung. Ich würde auf jeden Fall mal fragen, ob so etwas möglich ist. Beim Spielen/ Bewegen sind die Kinder aktiv, kreativ und vergessen ggf. auch ein bisschen die Welt um sich herum.

Bei uns war es so, dass die Kinder - deren Eltern im Raum anwesend waren - erst mal ganz zurückhaltend waren, aber später von alleine die bereitgestellten Materialien benutzten und kreativ damit umgingen. Ganz toll kamen geschenkte kleine Stofftiere und Playmobilmännchen an. Vielleicht kannst Du Dich mal im Freundeskreis und unter Nachbarn etc. umhören, ob so etwas noch im Haushalt ist von Kinder, die nicht mehr damit spielen und gespendet werden würde. Ggf. regen solche Figuren auch die Fantasie an, lösen gemeinsame Spiele aus oder trösten ein bisschen. Die Kinder, die mit betreut habe, bekamen am ersten Tag abends ein Männchen für ein gemaltes Bild. Das fanden sie klasse und nach und nach kamen immer mehr Kinder zum Malen, obwohl sie anfangs skeptisch gewesen waren.

Macht doch mal an prominenter Stelle einen Aushang über den ihr einen ehrenamtlichen Übersetzer sucht. Bei uns opferte jemand seine ganze freie Woche und wurde auch dringend gebraucht, weil viel Redebedarf bestand, aber man sich v.a. mit den meisten Frauen gar nicht unterhalten konnte. Die redeten dann einfach auf Arabisch weiter, auch wenn gar keine Verständigung zustande kam - der Redebedarf war enorm. Daher kann es auch für Erwachsen interessant sein, erste Worte zu lernen über den Ort, die Einrichtung, die Menschen, Farben usw. Als erstes Begrüßung und Verabschiedung, dann "ich heiße" usw. Die Kinder sind bestimmt stolz, wenn sie das den Eltern beibringen können.


PS

Bei uns waren die erwachsenen Frauen ganz wild aufs Häkeln. Ein paar Helfer haben im Ein-Euro-Shop Häkelnadeln und Wolle gekauft und die Frauen legten los. Evtl. wäre das ein Angebot, das man den Erwachsenen machen könnte.

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Kommentar von primrosee57
12.11.2015, 11:43

Vielen Dank für deine Antwort, ich versuche mal einiges davon umzusetzen :)

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Bei dem Wetter, das wir derzeit haben, kannst Du auch mal mit den Kindern rausgehen, Ball spielen, Faul Ei und ähnliches. Beim Ballspiel kannst Du den Kindern auch ein paar Worte beibringen.

Du kannst jetzt auch mit den Kindern Llaternen basteln und dann eine kleine Runde mit ihnen drehen. Hier solltest Du dann vielleicht noch ein Elternteil mitnehmen, damit Du nicht allein bist.

Die Kinder wissen mit Sicherheit, dass in ihrem Land Krieg herrscht. Die Eltern haben sich bestimmt auch darüber unterhalten und vor allem geht ein Krieg nicht lautlos vonstatten.

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Wie sie denken kann dir niemand sagen. Also nicht irgendwelchen Laien hier glauben. Vielleicht wirst du es aber im Laufe deiner Zeit mit ihnen erfahren.. Ist doch erst einmal Nebensache.

Du könntest ihnen versuchen spielerisch etwas beizubringen. Wie zB mit Büchern. Du zeigst zB auf einfache Bilder (Beispiel: Auto) und bringst ihnen so Stück für Stück die Sprache bei, bzw. zumindest einzelne Wörter. Du kannst mit ihnen (wenn du das darfst) kochen bzw. backen.. Mit ihnen vielleicht nach draußen spazieren, die Natur zeigen, auf einem Spielplatz spielen (aber am besten eine erwachsene Person zur Aufsicht und Unterstützung mitnehmen, falls möglich)..
Du kannst ihnen eventuell versuchen, grundlegende Dinge wie zB das Lesen beizubringen, falls sie das nicht schon beherrschen sollten.. Oder Musik machen. Usw..

Als Strafe.. gute Frage. Vielleicht Dinge ausfallen lassen, die sie eigentlich gerne tun. Oder sie bitten, dir zB beim aufräumen zu helfen.

Ich finde es sehr schön, dass du dich ehrenamtlich engagierst, solche Menschen braucht die Welt, weiter so! ;)

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Kommentar von primrosee57
12.11.2015, 00:02

ich danke dir vielmals für deine Antwort! Ich werde aufjedenfall weiter machen :)

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Kommentar von Tasha
12.11.2015, 00:28

Statt "Strafe" würde ich Lautstärke spielerisch regeln: Übertrieben flüstern - vielleicht flüstern dann alle mal mit und Ihr könnt ein Signal "jetzt mal leiser/ flüstern" erfinden. Das kann dann auch zu Lachern führen und löst die Stimmung ggf., wenn man sehr übertrieben plötzlich flüstert oder auch mit der Stimme immer leiser wird.

Wichtig wäre, dass erst mal ein Muttersprachler klar stellt, dass keiner alleine wegläuft - also nicht alleine das Gebäude verlässt (es sei denn, ihr habt einen Innenhof) und draußen auch nicht alleine von der Gruppe weggeht.

Übrigens: Bei uns hat erst mal ein Syrer auf Arabisch Zettel für die Benutzung der Toiletten angebracht, nachdem eine Helferin ihm das Problem erklärt hatte. Die Leute wussten nicht, dass das Papier in die Toilette kommt usw., was dann erst mal zu Unmut bei den Helfern führte. So etwas ist sicher auch sinnvoll. Und vielleicht den Kindern und Eltern mal den warmen und kalten Wasserhahn zeigen. Eine Helferin berichtete mir, eine Mutter hätte ihr kleines Kind gewickelt und kalt abgewaschen - evtl. weil sie nicht wusste, dass es auch warmes Wasser gibt?

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Du könntest ihnen ein bisschen deutsch beibringen 

Du könntest jedem ein Blatt Papier geben und sie sollen malen wonach ihnen gerade ist (beispiel was sie während ihrer langen reise alles gesehen haben)

Ich würde dir nicht empfehlen mit den Kindern rauszuhegen oder sonstiges mann hört in letzter zeit recht viel über Flüchtlingskinder #Muhammed #Enisa #RIP  ( stell dir vor einer entfernt sich kurz mann hört viel in den Medien

Beispiel der vergewaltige Elias)  

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Kommentar von primrosee57
12.11.2015, 00:11

Ja davor habe ich um ehrlich zu sein auch Angst.

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musik mit trommeln und singen funzt immer

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finde es gut das es leute gibt die sich um die Flüchtlinge kümmern! Hatte mit den menschen noch nicht viel zu tun, sehe sie nur ab und zu auf der Straße laufen. Wir hatten dieses jahr aber eine Aktion mit solchen leute bei uns im Verein. Und mien Eindruck war das man da wohl ncihts veralgemeinern kann. Die einen sind offen und können schon richtig gut deutsch, die aderen kapseln sich eher ab. Ich denke man kann da keinen allgemeinen schnitt ziehen. Sicherlich wissen die Kinder was bei ihnen los war ( zumindest wusste ein Arbeitskollege von mir der in seiner Kindheit geflüchtet ist damals schon was los war) aber ich denke es ist besser in so einer situation nach vorne zu schauen.

LG

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