Frage von Zahnstocher, 54

Flüchtlingsdeal bzw. Pressefreiheit in der Türkei?

Ich muss demnächst eine Karikatur beschreiben, in dem es um Erdogan - Flüchtlingsdeal - Presse-/Meinungsfreiheiit - Menschenrechte - PKK geht, aber ich blicke die Gesamtthematik nicht ganz durch.

Was ich verstanden hab: EU wollte mit Türkei einen Deal beschließen, damit weniger Flüchtlinge nach Europa kommen. Als Gegenleistung will Türkei die Visafreiheit. Hierzu muss man jedoch 72 Bedingungen erfüllen, darunter Entschärfung d. Antiterrorgesetze (welche u.a. die Presse-/Meinungsfreiheit beschränken) und die Grenzsicherung. Erdogan weigert sich dagegen, da er die das Land vor Terror schützen will (?). Daraufhin wirft man ihm vor, dass er Menschenrechte verletzt, vorallem auch weil er türkische und auch deutsche (Böhmermann) Journalisten anzeigt bzw. die "Zaman"- Zeitungsdrucker stürmen u. besetzen lässt, da er / seine Politik kritisiert wurde (da Waffenlieferung an IS). Erdogan selbst ist überzeugt, dass alles rechtmäßig verläuft, aber die anderen Staaten bezweifeln es und kritisieren ihn.

Stimmt es so? Falls nicht, bitte korrigieren bzw. ergänzen ;) Was ich nicht verstehe: Was hat es mit der Partei PKK bzw. den Kurden auf sich?

Antwort
von EgonSued, 16

Ich nenne es: Der türkische Größenwahn

>>Die Türkei und die Meinungsfreiheit<<

Ist die Türkei ein verlässlicher und integrer Partner? Das glaubt wohl nur noch die Bundesregierung. Ankara nutzt den von der Kanzlerin eingefädelter Deal mit der Europäischen Union schonungslos, um seine dazu gewonnene Macht kräftig auszuspielen. Selbst gegen ein Erdogan-kritisches Foto in einer Genfer Ausstellung ist man nun vorgegangen. Der Größenwahn im türkischen Präsidentenpalast hat also mit dem Abkommen vollends um sich gegriffen.

Anders ist es nicht zu erklären, dass die Regierung in Ankara jetzt glaubt, auch außerhalb des eigenen Landes die Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit unterdrücken oder beeinflussen zu können. Auch westliche Journalisten bekommen dies zu spüren, in dem ihnen die Einreise in das Land verweigert wird. Womöglich gibt es sogar schwarze Listen mit unerwünschten Personen. Um es mit der Kanzlerin zu sagen – das geht gar nicht unter vermeintlichen Freunden. Und sollte sich das Land tatsächlich eine islamische Verfassung geben, wäre dies für die europäische Integration sicherlich ein weiteres, unüberwindbares Hindernis.

Die Europäische Union und vor allem die Bundesregierung können all diese Entwicklungen nicht mehr schweigend hinnehmen. Ankara überreizt! Klare
Worte sind endlich erforderlich. Insbesondere von Angela Merkel. Sie ist durch
den Flüchtlingsdeal in den Ruf geraten, sich erpressbar gemacht zu haben. Die Kanzlerin ist dem bislang nicht wirklich entgegengetreten – jetzt ist es an der Zeit, dies zu tun. Die Türkei will Geld, die Türkei will von der EU profitieren
und sie will Visafreiheit für ihre Bürger erreichen. Irgendwann will sie auch
Mitglied der Union werden. Es ist also nicht so, dass kein politischer Gegendruck aufgebaut werden könnte. Man muss es nur wollen und wagen.

Antwort
von KKS61, 11

PKK=Terrororganisation die mithilfe ausländischer Mächte versucht die Türkei zu destabilisieren. Sie sagen, dass sie für das Recht der Kurden kämpfen doch verüben Terroranschläge in kurdischen Gebieten wo dann hauptsächlich Kurden sterben. 

HDP= (Angeblich) politische Partei die im Parlament sitzt. Doch sie ist der politische Arm der PKK. Die Geschwister des Vorsitzenden sind Terroristen in der PKK. Ich zitiere die Aussage eines Parteimitglieds: "Die PKK wird die Türkei in ihrer Spucke ertränken". Die Immunität dieser HDP Abgeordneten wird entzogen werden und sie werden dann strafrechtlich verfolgt. 

Das werden sie aber niemals in den deutschen Medien hören, weil ja sonst die Menschen hier denken würden: Oh guck mal die führen ja keinen Bürgerkrieg gegen die Kurden und die schränken ja nicht die Meinungs- und Pressefreiheit ein, weil die Presse versucht die Terrororganisationen gut zureden.

 Das Ziel der europäischen Medien ist es, von den eigenen Problemen abzulenken.

Antwort
von Jokerfac3, 15

Erdogan weiß schon dass sein Vorgehen nicht sehr demokratisch ist, es ist kein "Ich versuche alles um mein Land zu schützen", sondern ein "Ich versuche alles um meine Macht zu schützen". Er lässt Oppositionelle und Journalisten einsperren, weil sie kritisch über ihn berichtet haben, was in einem demokratischen Staat kein Problem wäre, leider ist die Türkei aktuell von Demokratie so weit entfernt wie der Mond von der Erde.

Zur PKK: das ist eine verbotene (kurdische) Arbeiterpartei, die in letzter Zeit vermehrt Anschläge in der Türkei verübt, da die Minderheit der Kurden in der Türkei unter Erdogan unterdrückt wird, was in einem demokratischen Staat nicht toleriert werden würde. Erdogan hat vorgegeben die Antiterrorgesetze verabschiedet zu haben um Terroristen von der PKK fassen zu können, die allerdings bessere Rechte für die Kurden erstreiten wollen, was leider mit Gewalt getan wird, öffentliche Kritik wird unter Erdogan nicht toleriert.

Erdogan missbraucht die Antiterrorgesetze auch um "Helfer der PKK" einzusperren, das ist allerdings nur ein Vorwand um Regierungsgegner verhaften zu können. Angesichts dieser undemokratischen Vorgehensweise gibt es noch kein Visum für Türkei-Bürger, mit Kritik an der Türkei halten sich viel Politiker leider noch bedeckt, weil Erdogan eine erneute  Flüchtlingswelle auf Europa loslassen könnte, was wieder Schwierigkeiten für die EU bedeutet. 

Antwort
von BiggerMama, 15

"Was hat es mit der Partei PKK bzw. den Kurden auf sich?" Das solltest Du eigentlich Hrn. Erdogan fragen. Die PKK ist ein, nicht der alleinige Vertreter der Kurden. Sie hatte in der Vergangenheit viele Anschläge in der Türkei verübt, hatte aber eine längere Zeit keine Anschläge mehr verübt (Sorry, da ist mein Wissen nur vage). Ihr Ziel ist die Loslösung von der Türkei, um einen eigenen Staat zu bilden.

Bei uns dauert es manchmal quälend lang, bis jemand bekannt gibt, dass es sich bei einem Brand in einem Asylbewerberheim um einen rechtsterroristischen Anschlag gehandelt hat.

Das ist mir aber tausendmal lieber, als wenn jemand (Erdogan) völlig unbegründet (weil einfach noch nicht belegbar) tönt, dass wieder mal die Kurden dran schuld waren, wenn in der Türkei Menschen (hauptsächlich Türken) sterben. Weil es manchmal auch nach längerer Zeit nicht belegbar ist, bleibt Erdogan dabei, dass es die Kurden waren.

Weil auch Teile der Kurden den IS bekämpfen, hat Erdogan den IS sogar anfangs unterstützt (und unterstützt ihn tw. immer noch [weniger offen]). Er behandelt alle Kurden wie Terroristen (wie übrigens auch alle Kritiker in seinem Land und auch außerhalb des Landes [s. Bundestagsabgeordnete]). Deshalb führt er in den kurdischen Gebieten einen Krieg gegen die Kurden, worunter vor allem die Zivilbevölkerung leidet. Das befeuert natürlich immer wieder die Bestrebungen vieler Kurden, einen eigenen Staat zu gründen.

Kommentar von KKS61 ,

Ich möchte nicht beleidigend sein, aber was sie da von sich geben ist größter Unsinn. Die PKK ist eine Terrororganisation die 40.000 Menschen auf dem Gewissen hat. Es gab einen Waffenstillstand der eine Zeit lang bestand, der aber aufgrund eines Mordes an 2 Polizisten wiederrufen wurde. Die Türkei ist das Land, das die meisten Terroranschläge des IS spüren musste. (Außer Irak natürlich)

Kommentar von BiggerMama ,

Wenn es tatsächlich "größter Unsinn" wäre, müsste ja gar nichts davon stimmen. Das mit dem Waffenstillstand und dem Widerruf wusste ich nicht mehr genau, das hatte ich geschrieben.

"Die Türkei ist das Land, das die meisten Terroranschläge des IS spüren musste." Soll das ein Indiz dafür sein, dass Erdogan den IS nie unterstützt haben soll?

Antwort
von Antraxxx, 22

Die PKK ist die Partei, die die Kurden vertreten.

Mit der Pressefreiheit ist es so eine Sache, schön wäre es wenn wir in Deutschland eine hätten. Dann könnten wir es uns erlauben andere zu kritisieren. So aber nicht.

Aber so kann man gut von uns ablenken und so tun als ob andere den Schwarzen Peter besitzen.


Kommentar von Jokerfac3 ,

In Deutschland gibt es eine Presse- und Meinungsfreiheit. 

Kommentar von Antraxxx ,

Stimmt, aber Hauptsache ist: die Meinung ist links und gegen die Interessen von Deutschland.

Kommentar von Jokerfac3 ,

Kannst du irgendwelche Beispiele nennen?

Kommentar von Antraxxx ,

Wenn ein/eine Deutscher auf der Strasse von Ausländern überfallen wird: heißt es nicht z.B. Die bösen Araber sondern  3 Männer im alter von...

Jedes viertel Jahr wird ein Kriminalitäts Bericht veröffentlicht, wo drin steht wieviele Straftaten von rechts begangen worden.Allerdings sind dort auch Straftaten von Ausländern mit drin ( Graue Wölfe) und denkst Du das Türken "unsere" Nazis sind?

Hinzu kommt die Titelseiten Vorverurteilung: böse, böse Deutsche haben... und die Wahrheit kommt Wochen später, Seite 27 ein Absatz. Gar nicht Meinungs beeinflussend.

Die Medien berichten sowieso nur Lügen und Halbwahrheiten z.B. Opfer in der Silvesternacht wurden dringenst geraten Ihre Anzeige gegen übergriffe von Ausländern zurück zu nehmen, da Sie ja fremd in unseren Land wären und mit unserer Kultur nicht klar kommen..

berichtet wurde aber? - NULL



Kommentar von BiggerMama ,

Wir haben keine 100%ige Pressefreiheit.

Ich komme aus einem Land, in dem es gar keine Pressefreiheit gab. Viele meiner ehemaligen Landsleute haben vergessen, wie es damals war. Heute jammern sie über mangelnde Pressefreiheit und meinen eigentlich nur, dass sie ihre Meinung nicht in der Presse vertreten sehen. Warum wohl?

Kommentar von KKS61 ,

Ich möchte nicht beleidigend sein, aber was sie da von sich geben ist größter Unsinn. Die PKK ist eine Terrororganisation die 40.000 Menschen auf dem Gewissen hat. Es gab einen Waffenstillstand der eine Zeit lang bestand, der aber aufgrund eines Mordes an 2 Polizisten wiederrufen wurde. Die Türkei ist das Land, das die meisten Terroranschläge des IS spüren musste. (Außer Irak natürlich)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten