Frage von Cleverfantasy, 81

Flüchlingspräsentation Kernbotschaft?

Hallo,

Ich muss bald eine Präsentation halten. Ich habe mir das Thema Flüchtlinge ausgesucht weil es derzeit einfach sehr aktuell ist.

Unser Lehrer meint aber, bevor wir anfangen sollen wir eine Botschaft in 3-4 Sätzen schreiben. Eine Botschaft was wir vermitteln wollen. Ich habe aber keine Ahnung wie ich das anstellen soll? Weiß jemand von euch was oder könnt ihr mir helfen?

Genau gesagt geht es um die Flüchtlingsrouten: "Wie sie hierher kommen und der Grund"

Antwort
von Realisti, 36

Wenn du in die Geschichte Europas oder der ganzen Welt schaust, dann siehst du, dass es immer schon Flüchtlingsbewegungen gegeben hat.

Denke mal an die Völkerwanderungen, Abwanderungen nach Amerika, die Naziverfolgten im Dritten Reich, die Kreuzzüge oder der 30jährige Krieg. Nach dem Krieg wurde Polen verschoben und die Polen und Deutsch die das betraf mussten ihre Heimat verlassen. In der UdSSR ist es auch nicht unüblich ganze Bevölkerungsgruppen umzusiedeln. Dies sind nur die Flüchtlingsströme, die mir spontan eingefallen sind. Auch wenn jetzt alle so tun, als wenn es was nie da gewesenes ist, es hat sie schon immer gegeben.

Nur weil es hier derzeit politsch recht ruhig ist, heißt es nicht, dass es für immer so bleibt oder immer so gewesen ist. Geschichte heißt auch lernen aus der Vergangenheit. Wer weiß? Vielleicht müssen wir in 10 oder 20 Jahren unsere Koffer packen?

Wenn man auf die Frage eingeht, warum sie kommen, könnte man darauf eingehen, dass es immer der gleiche Grund ist, der Menschen zwingt ihre geliebte Heimat zu verlassen:
a) sie machen es nur als letzte Lösung
b) die Alternative heißt Sterben, Folter oder auch zum Mörder werden und
c) das sie jede Route nehmen, die aus dem Land führt. Sie sind wie Wasser, dass immer eine Ritze findet um weg zu kommen. So groß ist ihre Verzweiflung.

Sie gehen weil man nur begrenzt tatenlos leiden kann. Und sie nehmen jeden Weg, der ihnen zur Verfügung steht: Flieger, Boot, Auto, zu Fuß..... Ich würde mir gut überlegen, schlecht zu ihnen zu sein. Wenn sich die Politik hier mal wieder dreht, wissen wir nicht, ob wir es sind, die eine neue Heimat brauchen. Wäre nicht das erste mal in der Geschichte Deutschlands.

Antwort
von tanztrainer1, 14

Als Kernbotschaften würden sich foldende anbieten:

  1. Ist es für uns gut, dass sie zu uns kommen.


    Kommt jetzt natürlich auch darauf an, wie Du dazu stehst.Ich kenne jedenfalls viele, die händeringend nach Mitarbeitern suchen.

    In einigen Branchen gibt es jede Menge freie Stellen.

  2. Warum verlassen so viele ihre Heimat. - ( Nicht jeder ist ein Kriegsflüchtling. Aber nicht jeder, der aus einem Land flieht, in dem es keinen Krieg gibt ist automatisch auch ein Wirtschaftsflüchtling!)


    Hier ein Buchtipp:

    Zekarias Kebraeb: Hoffnung mi Herzen, Freiheit im Sinn

    In dem Buch steht ganz genau drin, warum und wie er von Eritrea nach Eurpoa floh. Und es stehen auch ganz allgemeine Hinweise drin, die für Deine Präsentation hilfreich wären.

  3. Was sind die Hauptfluchrouten.       
Antwort
von 1988Ritter, 46

Dann solltest Du als Kernbotschaft unbedingt definieren was ein Flüchtling ist.

Das könnte zum Beispiel so aussehen:

Ein Flüchtling ist ein Mensch der sich aus einer Gefahrenzone entfernt. Ist er aus der Gefahrenzone entkommen, ist er kein Flüchtling mehr.

Mit dieser recht einfachen Definition hast Du den Kernpunkt schon herausgestellt.

Dann kannst Du darauf aufbauen, und Deine Ausarbeitung zu den "Flüchtlings"-Routen darstellen. 

Kommentar von Realisti ,

Ich widerspreche dem.

Für mich ist jemand so lange Flüchtling, bis er einen Platz gefunden hat an dem er gefahrlos bleiben kann und menschwürdig leben darf. Also bis er eine neue Heimat hat.

Kommentar von marylinjackson ,

Was Du unter "gefahrlos" verstehst, ist ein Rätsel.

Gefahren drohen schon, wenn Du eine Straße überquerst.

"Menschenwürdig" ist auch nur eine Floskel. 

Du allein bestimmst über Deine Würde. Du kannst sie nicht von anderen einfordern.

Kommentar von EgonL ,
@Realisti~~Ich widerspreche dem.

Zum Begriff >>Flüchtlinge<<:

Das Wort >>Flüchtlinge<< wurde im Dezember 2015 von einer Jury unter Federführung der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS)
zum Wort des Jahres ernannt. Das ist nicht richtig – wir haben keine
Flüchtlinge in unserem Land. Wir haben Menschen bei uns, die ihr Land zielgerichtet nach Deutschland (und nur dahin) verlassen haben und nun ihr Ziel erreicht haben,  um von uns zu leben. Sie haben einen Zielerreichungsgrad von 100 Prozent geschafft – wer schafft das sonst noch in unserer Republik? Kein Unternehmen, kein
Handwerker, Privathaushalt und so weiter und so fort – niemand.

Gott sei Dank (zunehmend auch Allah sei Dank) sind sie nicht mehr auf der Flucht – ergo, keine Flüchtlinge mehr.

Kommentar von Apfelkind86 ,

Bevor du hier so merkwürdige "Tipps" gibst, solltest du dich vielleicht lieber an offiziell anerkannten Definitionen orientieren.

Denn einfach eigene Definitionen aufzustellen und damit den ganzen Vortrag subjektiv zu färben, ist ein Schuss ins eigene Knie des Vortragenden.

Kommentar von marylinjackson ,

Auch ein Tipp:

Weißt Du überhaupt, was ein Fluchtweg ist? Frag mal bei der Feuerwehr nach, wenn Du keine "anerkannte" Definition, sondern nur eine merkwürdige, subjektiv eigene Vorstellung dafür parat hast.

Kommentar von Realisti ,

@ marylinjackson

Du bist aber ein Herzchen. Nur weil jemand anderer Meinung ist als du, ist er nicht automatisch dein Feind.

Du hast einen Fluchtweg beschrieben, der z. B bei einem Brand oder einer einmaligen Katastrophe gemeint ist. Das ist auch die Definition für z.B. für Feuerwehr.

Doch dieser Fluchtweg ist hier nicht gemeint. Präsentiere mal deine Definition einem Deutschen, der 1945 aus Breslau vor den Russen geflüchtet ist. Könnte allerdings sein, er wird ungehalten sein.

Kommentar von 1988Ritter ,

Nein....ein Schlesier wird nicht ungehalten sein. Er wird Dich aber darüber aufklären, dass die Schlesier nicht geflohen sind, sondern von den Polen völkerrechtswidrig vertrieben wurden.

Kommentar von tanztrainer1 ,

Es ist doch egal ob man das jetzt Flucht oder Vertreibung nennt.

Die leben jetzt nicht mehr in Schlesien, und darauf kommt es doch letztendlich an.

Kommentar von 1988Ritter ,

Ach das ist egal.....?

  • Wenn jemand flieht, dann tut er dies aus eigenem Willen.
  • Wenn jemand vertrieben wird, dann erfolgt das aufgrund Fremdbestimmung !!!

Und worauf es ankommt....ob die hier überhaupt leben wollen, oder lieber in ihrem eigenen Hab und Gut auf eigenen Grund und Boden leben möchten, darüber geben Dir vielleicht die Vertriebenenverbände Auskunft.

Kommentar von Realisti ,

Die Schlesier und die Flüchtenenden vor dem IS sind beide nicht aus freiem Willen gegangen. Und so lange der Feind auf ihrem Grund und Boden herrscht kann keiner von beiden zurück. Der Unterschied ist nur, dass das eine in den 40er Jahren war und das andere heute. Lange Zeit haben die "Vertriebenen" aus dem heutigen Polen noch auf Heimkehr gehofft. In diesem Stadium sind die aktuellen Vertriebenen derzeit.

Kommentar von 1988Ritter ,

Es sind nicht 40, es sind 70 Jahre.

Bezogen auf die derzeitigen "Flüchtlinge" bewegt sich der Anteil derer die vor dem IS geflohen sind im Promillebereich.

Kommentar von tanztrainer1 ,

Sie schrieb nicht 40 Jahre, sondern 40er Jahre, ist doch korrekt so!

Und die Wahl zwischen IS und Assad ist so ähnlich, wie die Wahl zwischen Pest und Cholera!

Antwort
von EgonL, 6

Thema Flüchtlinge/Asylanten/Migranten.

Wir sollten uns mal einen Blick in die Vergangenheit gönnen. Denn dann würden wir merken dass Migrationen eine feste Konstante in der Menschheitsgeschichte  darstellen und die aktuelle Wanderungsbewegung nur eine Episode ist. Die Geschichte der Menschheit ist die von Völkerwanderungen. Bei genauem Hinsehen stellen wir fest, dass unsere
Vorfahren von römischen Legionären, von den Wikingern oder von den Hunnen aus den Weiten Asiens stammen. Gerade heute in Zeiten der  Globalisierung ist die Wanderung zu einer festen  Konstante der Menschheit geworden. Denken wir doch daran, dass täglich ganze Völkerscharen von Geschäftsleuten und Wanderarbeitern um den Globus touren, von den Millionen Touristen ganz zu schweigen.  Kaum ein Schüler oder Student, der kein Auslandsjahr  in den USA, Australien oder Indien absolviert hat. Unsere Kinder arbeiten nach ihrer Ausbildung in Fernost. Da ist es doch mehr als logisch, das  "Armutsflüchtlinge" versuchen, das Gefälle zwischen   Arm und Reich durch Migration zu überwinden. Da brauchen wir ja nur die Geschichte der Auswanderungs -wellen in den vergangenen Jahrhunderten  bei uns zu studieren. Neben Kriegen und Armut, wie früher, kommen zu den Ursachen der Auswanderung auch die Ausbeutung  der armen Länder durch die
Reichen und die Folgen des Klimawandels hinzu.

Antwort
von blechkuebel, 37

Dann wäre vllt die Kernbotschaft: 
"Flüchtlinge kommen im Wesentlichen über xy nach Deutschland"

"So und so viel Prozent fahren über das Mittelmeer" (oder irgendwie sowas).

"Die meisten kommen aus dem Grund, dass xy."

Eben die wichtigsten Aussagen deines Vortrags in komprimierter Form.

Antwort
von marylinjackson, 13

Die Definitionen von Flucht und Flüchtlingen solltest Du bei Wiki lesen.

Wenn Du Asylbewerber meinst, dann solltest Du dann über das internationale Asylrecht reden.

Denn:

Kein Asylbewerber hat das Recht, sich das Land seiner Wahl auszusuchen.

Nur das aufnehmende Land allein entscheidet darüber, welchem Flüchtling Asyl gewährt wird.

Antwort
von archibaldesel, 22

Woher soll ich wissen, welche Kernbotschaft zu vermitteln willst? Beim Thema Flüchtlinge wird ja durchaus kontrovers diskutiert. Ich habe keine Ahnung, welche Meinung du vertrittst.

Kommentar von Cleverfantasy ,

Mir gehts es grundsätzlich um die Kernbotschaft, ich verstehe das nämlich nicht, wie der Lehrer dies meint.

Kommentar von archibaldesel ,

Es gibt ja normalerweise etwas, was du den Zuhörern mitgeben willst. Eine Präsentation ist ja nicht nur Aufzählung von Fakten, sondern hat für gewöhnlich eine Botschaft, ein Ziel.

 Zum Thema Flüchtlinge könntest du eine Präsentation so aufbauen, dass du die Zuwanderung befürwortest. Dann wäre die Kernbotschaft beispielsweise: " Deutschland kann es sich erlaube, noch wesentlich mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Aus humanitären Gründen sind wir sogar dazu verpflichtet.

Du könntest die Präsentation aber auch so aufbauen, dass die Kernbotschaft ist, dass das Boot voll ist und Deutschland keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen kann.

Ein Thema, völlig unterschiedliche Kernbotschaften. Du musst sie Richtung vorher bestimmen.

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