Frage von DunkelElfe3344, 123

Flexitarier werden, was soll man beachten?

HI♥

Also, ich bin seit ein paar Wochen Flexitarier. Um mal meine "Essgewohnheit" vorzustellen;

Ich esse (seit Jahren schon) keine Meerestiere, und 1x pro Woche Fleisch. Aber nicht viel, nur mal bisschen Salami oder Pizza Schinken (etc), wo eben kaum Fleisch drauf ist.

Ich wollte mal fragen, ob das so ok ist, oder ob ich etwas beachten muss, oder ob man nur 1x pro Monat Fleisch essen darf usw.

LG♥

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von WildTemptation, 40

Das mit den Flexitariern verstehe ich überhaupt nicht.

Es gibt Menschen, die Fleisch essen (nennen wir sie der Einfachheit halber mal "Allesesser"). Und es gibt Menschen, die kein Fleisch essen (Vegetarier). Und was ist ein Flexitarier? Ein Mensch, der (nicht näher definiert) "wenig" Fleisch isst? Also isst er ja Fleisch. Also ist er ein "Allesesser". Also gibt es keinen sogenannten Flexitarier.

Ich würde dir also dazu raten, einfach zu essen, was du willst. Natürlich ist das dann ok. Es gibt dazu ja keine Vorschriften.

Ich persönlich ernähre mich wegen der Tiere vegetarisch und bin sehr glücklich damit. Das kannst du ja auch versuchen, wenn du willst.

Wenn du allerdings nicht komplett auf Fleisch verzichten willst oder kannst, wäre es angebracht, zumindest sehr auf die Herkunft der Fleischprodukte zu achten. Dass es nicht gerade das allerbilligste Fleisch vom Discounter ist usw.

Im Übrigen denke ich nicht, dass es dir schwer fallen würde, auf den Schinken auf der Pizza zu verzichten. Die meisten Leute sind erst einmal abgeschreckt bei dem Gedanken, komplett auf Fleisch zu verzichten. Aber das ist nicht schwer. Pizza mit Oliven, Pilzen, Paprika, getrockneten Tomaten, Artischocken, Spinat, Rucola oder was auch immer schmeckt doch mindestens genauso gut.

Aber ich will natürlich niemanden kritisieren oder so. Ist ganz allein deine Entscheidung und das ist auch gut so ;-)

Kommentar von DunkelElfe3344 ,

Ich möchte ja auch Veggie werden, aber meine Eltern erlauben es nicht. (Dabei bin ich 15!-.-) 

Kommentar von WildTemptation ,

Sorry, ich wusste nicht, dass du noch so "jung" bist. Ist aber auf jeden Fall super, dass du dir schon so früh Gedanken um Ernährung und um deine Umwelt machst!

Deine Eltern machen sich vermutlich Sorgen, dass eine vegetarische Ernährung nicht gut ist, wenn man noch im Wachstum ist, oder? Diese Sorge kann ich schon verstehen. Es ist zwar in der Tat auch für Jugendliche möglich, sich gesund und ausgewogen ohne Fleisch zu ernähren, ohne Mangelerscheinungen zu bekommen. Aber du kannst z.B. nicht einfach das Fleisch weglassen und stattdessen nur Beilagen essen, wenn deine Eltern kochen (das sollten erwachsene Vegetarier zwar auch nicht tun, aber bei Jugendlichen ist es noch wichtiger). Du brauchst mehr Eisen und Zink, außerdem B-Vitamine, Eiweiß und Calcium... Wahrscheinlich sind deine Eltern der Ansicht, dass das zu viel Aufwand ist.

In dem Fall würde ich dir schon zustimmen: Iss einfach wenig Fleisch. Allerdings wäre es wohl besser, du würdest keine Wurst oder verarbeiteten Fleischprodukte essen, sondern einfach ein Stückchen Fleisch (vom Bauern oder Metzger deines Vertrauens).

Alles Gute :-)

Antwort
von skogen, 68

Achte lieber darauf, woher das Essen stammt was du isst und nicht was und wie viel. - Ich meine was du isst, ist eine Sache der Moral und deine Entscheidung.

Aber was wichtiger ist, ist dass du weiß, was du auf den Teller hast. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. (:

Warum willst du denn Flextiarier sein?

Kommentar von DunkelElfe3344 ,

Aus Tierliebe. Sobald ich 18 bin werde ich ganz Vegetarier. Das ist wohl der Hauptgrund der 1,2 mio Veggie´s in deutschland...

Kommentar von skogen ,

Aus Tierliebe? Dann kaufe keine tierischen Produkte mehr im Supermarkt, sonder vom Kleinbauer. ^^ Auch Milch und Eier nicht. Würde Bio da nicht vertrauen. Was denkst du passiert mit den Tieren, wenn die keine Milch/Eier geben?

^^ Ja, aber viele denken daran nicht. Außerdem mache viele sowas auch nur aus Diät, deshalb fragte ich. Ich liebe Tiere auch und esse ein bis drei mal Fleisch im Monat, vom Bauern nebenan. ^^

Kommentar von DunkelElfe3344 ,

Eier bekommen wir von dem Bauernhof wo ich reite, Fleisch hohlen wir vom Metzger. Nur die Milch kaufen wir im Supermakrt. 

Kommentar von skogen ,

Ich würde dir raten, auch Milch und Fleisch vom Bauernhof zu holen. Selbstversorger-Organisationen wissen wo du welche findest.

Auf kijiji.de findest du auch Menschen, die ab und zu (privat) frische Produkte verkaufen. Da weißt du was du bekommst. Und aus der frischen Milch kann man auch viel machen, bzw. kann man selbstgemachte Milchprodukte vom Selbstversorger kaufen.

Wenn der Weg zur Milch zur weit ist, kann man auch ein paar Liter mehr kaufen und sie pasteurisieren - dh. sie erwärmen und haltbarer machen. (:

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Entschuldige die Einmischung...

Da der Aspekt der Moral angeführt wurde, äußere ich mich auch dazu. Ob Kleinerzeuger oder Großkonzern ändert nichts daran, dass die Milch einer Kuh ausschließlich für Ihr Kalb bestimmt ist. Für uns produziert sie die nicht. Auch wenn man von einem großen und nicht mehr realen Überschuss von 20% ausgeht, den die Kuh produziert und das Kalb nicht mehr benötigt, sind noch immer Millionen Liter mehr in den Regalen. Die Menge wird dem Kalb schlicht vorenthalten und dieses stattdessen mit einem Ersatz gefüttert. Mit Eiern verhält es sich ebenso. Auch wäre die Menge an Kälbern, die jährlich gezeugt werden, ohne Mithilfe nicht möglich, denn dermaßen oft pflanzen sich Kühe nicht fort. 

Gründe wären eher die Unterstützung kleiner Betriebe und ein Entgegenwirken dem Kapitalismus gegenüber. 

Einer der Gründe für die ansteigende Popularität von Vegetarismus ist aber auch der Mainstream. Viele ernähren sich nur auf diese Weise, weil sie deshalb "hip" und modern zu leben glauben.

Kommentar von skogen ,

Ich weiß nicht wie es in Deutschland ist, aber unsere Kälber bekommen die Milch ihrer Mutter - höchstens ein wenig mit Wasser verdünnt.

Stimme dir zu mit den In-Sein wollen. Sieht man sehr an den fanatischen Hobby-Veganer, die nur ihren Weg als Ideal ansehen.

Das Beste finde ich einfach: Versichert euch, was ihr auf den Teller habt, an den Körper tragt, ins Gesicht schmiert, ... - man muss es nicht immer sofort ändern, aber ein wenig mehr Bewusstsein und Respekt wären angebracht.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Eine Kuh produziert in der Regel nur das, was das Kalb auch trinkt. Und wie schon gesagt, ist ein Überschuss von 20% noch weit übertrieben. Logische Folge dessen ist, dass das, was im Supermarkt an Milch steht, dem Kalb vorenthalten wird. Die Milchproduktion läuft kaum länger, als das Kalb die Milch auch trinkt. 

Man muss kein Fanatiker sein, um an und an einen Weg zu gehen, der konstruktiver ist als andere. Um dir die Sichtweise vielleicht etwas zu veranschaulichen:

Stell dir vor, du würdest, von einer höheren Art domestiziert, in einem abgegrenzten Bereich gehalten und dein Leben dem Zweck gewidmet sein, dass du wächst und im Erwachsenen Alter geschlachtet wirst. (Wäre der Zweck nur das Wohl des Tieres, kann man Zäune aller Art ja entfernen.) Deine Familie und Kinder ebenso, und alle deine Freunde. Und rein hypothetisch(!) Folgendes. Deine Frau wird eines Tages vom Job geholt, in eine Halle geführt, mit einem Stromschlag versetzt, sodass sie nichts mehr fühlt. Dann wird sie auf eine Konstruktion gehängt, man schlitzt ihr die Adern auf, entnimmt ihr langsam die Eingeweide und stopft ihren Verdauungstrakt mit dem Fleisch deiner Nachbarn. Kopf wird entfernt, Haut ebenso, und das Fleisch wird dann einer fiktiven höheren Lebensform zum Essen vorgesetzt. Und dasselbe passiert mit deinen Kindern. Nichts anderes fragen Fleischesser nach. Wie auch immer du bzw andere dazu stehen, für mich persönlich ist dies grausam (und Weiteres, was ich hier aus Respekt nicht nenne), so schön das Leben zuvor auch gewesen ist.

Wir müssen kein Fleisch bzw tierische Produkte wegen Urtrieben mehr essen, wir können ohne leben und unsere Bedürfnisse bedienen. Fleischesser entscheiden sich dennoch freiwillig für deren gezielten Tod. Und auf die Frage nach einer freien Entscheidung zwischen natürlichem Tod der Kuh oder vorzeitig herbeigeführten Tod, zwischen Domestizierung oder artübergreifendem freien Willen gibt es für mich nur eine gerechte und zeitgemäße Antwort. Ich würde mir dies schließlich auch nicht antun wollen. 

Hat man sich mit diesen Gesichtspunkten befasst, ist die Reaktion von vielen Vegetariern und Veganern meiner Meinung nach absolut verständlich. Nur sieht man heute oft nur die Kritik selbst und nicht die Hintergründe und ist entsprechend abgeneigt. Sollte etwas unverständlich gewesen sein, einfach PN.

Schönen Abend

Kommentar von skogen ,

Also ich weiß nicht ob du es wusstes, aber Kühe geben verschiedene Mengen an Milch. Nicht nur je nach Rasse, auch nach ihrer Zufriedenheit und nach anderen entscheidenden Faktoren! ^^

Zum Glück unterstütze ich solche brutale Massentierhaltung und -schlachtung nicht!

Natürlich ist es verständlich. Habe nichts anderes behauptet, allerdings wollte ich nur auf einige andere Dinge aufmerksam machen. Für mich ist einfach das Wichtigste zu wissen, woher man seine Nahrung bekommt, sei es Fleisch, Milch/Eier oder Gemüse und Obst, und das man Respekt hat!

Unseren Kühen geht es auf jeden Fall gut. Sie können sich frei bewegen, die Kälber bekommen ihre leicht verdünnte Milch und werden privat geschlachtet, wenn sie zu alt werden. - Was einfach bedeutet, sie sehen ihren Tod nicht kommen. Keinen Stress. Damit kann ich leben.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Sicher tun sie das. ^^ Aber die Menge überschreitet die, die das Kalb nicht mehr benötigt, im Mittel nicht so sehr, dass auch nur ansatzweise die Menge an Milch in den Supermärkten zusammenkäme. Das käme schätzungsweise nur dann hin, wenn das Kalb maximal 10-20% der angebotenen Milch tränke.

Das Szenario, wie ich es beschrieben habe, findet eben nicht nur in Massentierhaltung statt. Das liest sich brutal, spiegelt aber nur eine gewöhnliche Schlachtung bzw die Wurstherstellung (ohne Zwischenschritte) wieder. Das, was sich da ändert, ist zB der Platz, der dort -noch- geringer ist. 

Respekt und Bewusstsein sind neben artgerechter Haltung selbstverständlich elementar bei der Ernährung, bzw sollten sie dies sein. Mir persönlich geht dies aber, unter anderem aus genannten Gründen, noch nicht weit genug. 

Ich akzeptiere, dass du damit leben kannst. Ich wollte auch nur veranschaulichen, woher diese scheinbar "arrogante und fanatische" Art von Vs herkommt, und dass diese -meiner Ansicht nach- begründet ist. Ich kenne deine Seite auch aus eigener Erfahrung. 

Antwort
von Klonk, 58

Für 'Wenig Fleisch essen' gibts jetzt auch schon eine Bezeichnung?

Ich würde ja vorschlagen, wenn du mit deinem Essverhalten so zufrieden bist, mach es so weiter und lass dir keine Regeln von anderen vorsetzten, nur damit du dich "Flexitarier" nennen kannst ;)

Kommentar von DunkelElfe3344 ,

Oke danke :)

Antwort
von Kajjo, 57
  • Jede Form von nicht ausgewogener Ernährung erfordert ganz besonderes Bewusstsein und Achtsamkeit.
  • Ohne gezielte Anstrengungen, z.B. ausreichend Eiweiß zu konsumieren über Milchprodukte, Eier oder Hülsenfrüchte, dürfte eine fisch-freie und fleisch-arme Kost nicht den Bedarf an Eiweiß decken. Außerdem dürfte auch schnell ein Mangel an B-Vitaminen eintreten. 
  • Sehr oft führt Verzicht auf Fleisch zu einer viel zu kohlenhydratreichen Ernährung mit all den nachteiligen Folgen. Prinzipiell ist eine Ausgewogenheit zwischen Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen wünschenswerter und gesünder.
  • Gerade Fisch wäre zudem gut, um gesunde Fette wie Omega-Fettsäuren sowie auch Iod zu sich zu nehmen. Letzteres kann leicht durch konsequente Verwendung von iodiertem, Speisesalz ausgeglichen werden.
  • Warum meidest du denn ausgerechnet Meerestiere? Warum meidest du Fleisch? Schmeckt dir das denn wirklich alles nicht? Frikadellen, Steaks, Würstchen, Aufschnitt, Grillen, Fondue... ich kann mir das gar nicht vorstellen.
Kommentar von DunkelElfe3344 ,

Ich liebe Tiere!!! Man isst seine Freunde nicht!!! Und mir schmecken Meerestiere seit ich 10 bin nichtmehr...

Kommentar von skogen ,

Finde den Kommentar zu deiner Frage auch nicht hilfreich, aber nicht gleich übertreiben!

Tiere sind nicht gleich alle deine Freunde. Alle fremden Menschen sind ja auch nicht gleich deine Freunde. Und bitte, werde bloß keiner dieser Fanatiker. Denn nur Fanatiker, mögen Fanatiker. (:

Kommentar von DunkelElfe3344 ,

ja schon klar. Aber ich will keine Leichen essen , bzw allgemein jemaden der gelebt hat, wie du&ich

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Fanatismus ist Sache der Perspektive. 

Logische Konsequenz deiner Denkweise wäre, dass das Tier den vorzeitigen Tod verdient hat, nur weil es keine Bekanntschaft mit dir gemacht hat. Und dass man töten und verzehren darf, was man nicht mag. Ist meiner Ansicht nach eine nicht sehr fundierte Sichtweise.

Antwort
von Dovahkiin11, 20

Inwiefern in Ordnung? Ehtisch? Gesundheitlich? Ökonomisch?

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