Frage von xexes, 35

Flaschenzug Logikprinzip?

Also meine Frage bei einem einfachen flaschenzug mit einer Unterflasche wo Fzug gleich Fgewicht halbe ist, muss das seil auf das ganze gewicht dimensioniert werden oder auf Fg halbe, da man ja an jeden ende nur Fg halbe hat. Jedoch muss ja irgendwo im/am Seil die gesamte Zugkraft von Fg wirken?!

Oder lieg ich da falsch, bitte klärt mich auf

Antwort
von Comment0815, 27

Auf das ganze Gewicht. Denn an dem Ende, wo das Gewicht hängst herrscht im Seil die Gewichtskraft. Für das Ende, an dem man zieht würde auch ein dünneres Seil reichen. Aber man nimmt natürlich ein durchgehendes Seil, das man so dimensioniert, dass die maximale Kraft ausgehalten wird.

Kommentar von xexes ,

Wie ist es dann bei zB einem Liebherrkran, der 3000 Tonnen heben kann, der Seildurchmesser wäre ja ziemlich groß oder ?

Kommentar von Comment0815 ,

Oh, mist. Ich merk gerade, dass ich einen Denkfehler gemacht hab. Das Gewicht hängt ja an einer Umlenkrolle und nicht am Seilende. Das Seil läuft in manchen Fällen sogar mehr als einmal über die Rolle. Das bedeutet dann, dass sich das Gewicht auf die Anzahl der Seile an denen die Rolle hängt aufteilt.

Sorry für die Verwirrung.

Kommentar von Comment0815 ,

Oder noch ein bisschen weiter ausgeführt:

In der Statik gilt immer Kraft=Gegenkraft. Wenn ein Gewicht z.B. eine Gewichtskraft von 10 N hat, dann müssen durch die Seilkonstruktion auch 10 N nach oben wirken. Sonst gäbe es eine Beschleunigung in eine Richtung. Wenn es eine Konstruktion aus 2 Seilen gibt müssen beide zusammen also 10 N tragen. Oder anders ausgedrückt: Beide Seile müssen je 5 N aufbringen.

Das ist so ähnlich wie bei Federn. Bei einer zwei Federn nebeneinander wirkt auf jede einzelne Feder die halbe Gewichtskraft. Bei zwei aneinander gereihten Federn wirkt die gleiche Kraft auf beide Federn.

Antwort
von Jackie251, 19

Mit ist nicht klar wie dein Flaschenzug aussehen soll.
Die Seilkraft entspricht immer der Kraft mit der man das Seil festhalten muss.
Eine größere Kraft als das Auflager = der Festhaltende, kann sich ja nicht um Seil befinden.

Wenn also Fzug = Fgewicht ist - der Flaschenzug also lediglich eine Umlenkung, jedoch keine Kraftersparnis darstellt - dann muss das Seil auch die gesamte Last tragen können.

Wenn du jedoch eine lose Rolle hast, wodurch die Last aufgeteilt wird, dann muss das seil natürlich auch nur die Halbe Last tragen.

Entsprechend muss wird die Gesamtlast bei einem 3000 Tonnen Kran auf viele Seilstränge verteilt.

Kommentar von xexes ,

Ja du hast es erkannt, ich denke mir eine lose rolle, jedoch wieso teilt sich die kraft auf, immerhin hast du ja nicht mehrere Seile sonder EINES, welches trotzdem ALLES tragen muss

Kommentar von Comment0815 ,

Nein, die Rolle hängt ja an zwei Seilen. Die beiden Seile sind zwar eigentlich ein durchgehendes Stück aber im Prinzip macht es keinen Unterschied, ob du ein Seil über die Rolle legst oder an zwei einzelnen Seilen einen Haken befestigst. In beiden Fällen wird das Gesamtgewicht von zwei Seilen gehalten. Also muss jedes einzelne Seil nur die Hälfte tragen.

Ein Flaschenzug hat aber deshalb eine Rolle, weil die Konstruktion mit zwei Seilen und dem Haken nicht beweglich wäre.

Kommentar von Jackie251 ,

Mach doch die Probe:
Du nimmst ein Stück Garn und zerreißt das zwischen deinen Händen, das schafft man recht leicht.

Nun schlingst du dieses  Garn 10 mal um die Finger und vesuchst wieder es zu zerreißen, das wird schwer, denn jeder Faden erleidet nur 1/10 deiner Kraft.
Die 10 Fäden wirken zusammen - logische, denn genau darum macht man ja auch dickere Fäden, die dann mehr tragen können.

Antwort
von Halswirbelstrom, 15

Die Last teilt sich auf die tragenden Seilstücke zu gleichen Teilen auf.

Gruß, H.

Kommentar von xexes ,

Ja aber wieso ist das so und nicht anders?🙈 und was ist genau in der Mitte des Seils unterhalb der losen rolle

Kommentar von Halswirbelstrom ,

An ein und demselben durchgehenden Seil wirkt an jeder Stelle die gleiche Kraft. Bei einer losen Rolle wirkt am Seil somit nur die halbe Gewichtskraft. Den Gesetzen der Statik entsprechend ist in diesem Fall die Gewichtskraft gleich der Gegenkraft, also gleich der Summe der einzelnen Seilkräfte.

Gruß, H.


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