Frage von xhotmanx, 54

Firma kontrolliert Mitarbeiter?

Unsere Firma lässt auf die Teile die an einer Maschine produziert werden die Personalnummer die Uhrzeit den Tag die Kalenderwoche draufschreiben.

Später wenn Fehler auftauchen verfolgt sie es anhand der Nummer und zieht den Mitarbeiter zu Rechenschaft.

Darf die Firma sowas überhaupt. Ich habe mal gehört die Firma darf keine Mitarbeiter Fehler Rückverfolgen

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit, 12

Was glaubst Du in wie vielen Firmen so etwas gemacht wird? Die Firmen müssen sogar wissen, welche Produkte wann gefertigt werden. Ohne Rückverfolgungsgarantie gibt es von vielen Kunden keine Aufträge.

 Es gibt in vielen Dingen im Arbeitsrecht "Wunschdenken" von Arbeitgebern. Aber auch viele Arbeitnehmer würden die Gesetze gerne so haben, wie es gerade persönlich passt. Das funktioniert aber nicht und in diesem Fall kann oder muss der AG sogar rückverfolgen können.

Beispiel:

Jeder Zulieferer muss in der Automobilindustrie rückverfolgen können, welches Teil an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit produziert wurde. Wenn es z.B. in Fahrzeugen zu Ausfällen/technischen Defekten kommt oder der Kunde schon vor dem Einbau bei Teilen Fehler feststellt, muss gewährleistet sein, dass alle in Frage kommenden Teile mit demselben Fehler zurückgerufen werden können. Dafür muss man den Zeitraum der Fehlproduktion auch bestimmen können. Hier herrscht für viele Teile Kennzeichnungspflicht z.B. mit Datum und Uhrzeit oder auch Datum und Durchnummerierung.

Noch ein Beispiel:

Du kennst doch bestimmt auch Rückrufaktionen z.B. bei Lebensmitteln. Wenn hier nicht dokumentiert wäre was wann und zu welcher Zeit produziert wurde, müssten Unmengen von Lebensmittel unnötig vernichtet werden und viele Firmen (und damit Arbeitsplätze) wären u.U. am Ende.

In vielen Betrieben wird Schichtarbeit geleistet. Man kann, auch ohne dass die Namen/Personalnummern der MA extra notiert wurden, jederzeit feststellen wer am betreffenden Tag in der betroffenen Schicht gearbeitet hat.

Wie wird denn jemand "zur Rechenschaft" gezogen? Man muss doch Mitarbeitern die Fehler machen auch erklären, was falsch war. Außerdem solltest Du Dir mal überlegen ob Du gerne Fehler die andere gemacht haben auf Dich nehmen möchtest.

Es gibt noch viele andere Bereiche in denen die Rückverfolgbarkeit gegeben sein muss.

Fehler passieren nun mal, wir sind alle "nur" Menschen. Das bedeutet aber nicht, dass sich ein AG mit so einer Aussage zufrieden geben muss, wenn durch Gespräche und Schulungen bessere Arbeitsergebnisse erzielt werden. Wenn er aber z.B. die AN auf die Fehler anspricht/schult die korrekt arbeiten, nutzt das niemandem. Auf den nächsten Fehler kann man dann warten. Es macht daher Sinn zu wissen, wo man mit Verbesserungen ansetzen muss.

Antwort
von Interesierter, 22

Ja, das Unternehmen darf das in gewissem Rahmen schon durchführen.

Grundsätzlich hat der Unternehmer das Recht, ein Qualitätssicherungssystem einzuführen. Hierüber sollen Fehler aufgedeckt und deren Abstellung ermöglicht werden. 

Wenn jemand Fehler macht, ist es doch nur normal und legitim, ihn darauf aufmerksam zu machen. So können Fehler, die zweifellos Geld kosten, verringert werden. Der Arbeiter erhält Feedback und kann so selbst seine Arbeitsleistung verbessern. 

Nun kommt es natürlich darauf an, was du mit "zur Rechenschaft" ziehen meinst. Dieser Begriff ist ein weites Feld, der von Hinweisen über Arbeitsanweisungen, Ermahnungen bis zu arbeitsrechtlichen Maßnahmen wie Abmahnungen oder im Extremfall sogar zur Kündigung führen kann. 

Antwort
von peterobm, 32

sicher ist das Legitim. Der Verantwortliche wird um ein ernstes Gespräch mit dem Chef nicht herumkommen. Bei solchen Sachen kann es ganz schnell um recht hohe Summen gehen. 

Aufgrund dessen sind schon ganze Lieferungen zurück gegangen.

Antwort
von mozilla100, 16

Ja, das ist in vielen Firmen so, gerade wenn an einer Maschine produziert wird. Bei diesen Aufträgen geht es um viel Geld und wenn die fehlerhaft sind, kann der Auftraggeber sie zurück schicken. Dann wird man natürlich zur Rechenschaft gezogen, wieso und weshalb die Fehler passiert sind. Alleine schon, um sie in Zukunft auszuschließen.

Antwort
von DrStrosmajer, 20

....Ich habe mal gehört die Firma darf keine....

Das hätte ich dann doch ganz gern mal gewußt, an welchem Stammtisch Du das gehört hast.

Wenn Du als Arbeitnehmer Mist gebaut und Ausschuß produziert hast, der eine Kundenreklamation zur Folge hatte, kannst Du durchaus einen auf den Deckel kriegen.

Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeitkeit entfällt u.U. sogar die Haftung des Arbeitgebers, mit anderen Worten, der Arbeitnehmer kann in Regreß genommen werden.

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