Frage von charismaticus, 339

Findet ihr es ebenfalls nicht legitim, dass Fußballer, Musiker, Schauspieler etc so unverhältnismäßig viel verdienen?

Ich meine, das sind doch vergleichsweise unwichtige Berufe - theoretisch könnten wir alle ohne (berufliche) Fußballer, Musiker und Schauspieler überleben. Ist es nicht von Grund auf krank, dass ausgerechnet diese Menschen so viel Geld verdienen und sich damit einen weitaus besseren Lebensstandart leisten und - wenn gewollt - auch noch weitaus mehr Macht über die Welt erkaufen können als der Durchschnittsbürger? Alle werden nackt geboren, gehen irgendwie ihren Lebensweg, und dann kommt ein 18-jähriger Fußballer und hat in null komma nix so viel mehr Lebensqualität, Besitz, Macht, Unabhängigkeit... einfach nur, weil er ein talentierter Kicker ist. Ich habe die Haltung, dass es sowas eigentlich gar nicht geben darf. Welche normale Gemeinschaft würde so etwas Unverhältnismäßiges akzeptieren? Ist das - moralisch bewertet - überhaupt rechtens?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hamburger02, 140

Meine Sichtweise ist die:

Ein Musiker erhält pro verkaufter CD etwa 2,- . Wenn er mit seiner Musik nun 10 Millionen Leuten so viel Freude bereitet, dass sie die CD kaufen, dann hat er 20 Millionen verdient....aber dafür hat er aber auch 10 Millionen Menschen Freude gebracht. Solange die Leute das freiwillig bezahlen, kann ich da nichts groß verwerfliches erkennen.

Ähnlich bei Fußballspielern. Die machen jede Woche Millionen von Menschen Freude, die bereit sind, dafür zu bezahlen. Das ist daher zunächst eine Angelegenheit zwischen dem Fußballer und seinen Fans. 

Wenn du keine Freude dabei empfindest, musst du auch nichts bezahlen. Kugelstoßer z.B. finden nicht so viele Fans die das spannend finden, daher gibt es da auch keinen Spitzenverdiener.

Kritisch wird es dann, wenn die hohen Gehälter mit öffentlichen Mitteln subventioniert werden. Das lehne ich ab, da dann auch Leute mitbezahlen, die nichts davon haben. Daher lehne ich z.B. auch die Form von Weltmeisterschaften oder auch olympischen Spielen ab, bei der ein großer Teil der Kosten von der Allgemeinheit getragen werden, die Verbände aber die Gewinne einstreichen. 

Viel kritischer als bei Musikern oder Sportlern sehe ich die Konzentration von Geld und Macht in den Händen weniger superreicher Familien, die letztlich hinter den sogenannten "Märkten" stehen. Die zocken nämlich dfie Allgemeinheit ab (siehe Finanzkrise), ohne dass die Abgezockten irgendetwas davon hätten. Ähnliche Überlegungen kann man zu den Spitzengehältern von Managern und zum sogenannten shareholder value anstellen, denn das Geld, das die kassieren erfordert die Ausbeutung derer, die die Werte überhaupt erst schaffen. Und an dieser Stele halte ich Kaiptalismuskritik für durchaus angebracht. 


Kommentar von lesterb42 ,

Ich weis nun nicht womit du ins Internet gehst, aber würdest du auf dieses oder ein anderes Gerät verzichten, wenn du weist, dass der Chef der Firma unanständig viel verdient ?

Kommentar von Hamburger02 ,

Ja, wenn ich weiß, dass Produkte auf der Ausbeutung von Menschen beruhen, vermeide ich nach Möglichkeit den Kauf. Immer ist das leider nicht möglich.

Kommentar von charismaticus ,

Eine sehr gute Antwort, die sich die Auszeichnung zur hilfreichsten verdient hat. MfG

Kommentar von Hamburger02 ,

Danke dafür.

Antwort
von wfwbinder, 143

Es ist im Allgemeinen so, dass die Menschen soviel bezahlt bekommen, wie dem anderen diese Leistung wert ist.

In einigen Bereichen ist das dann zusätzlich durch Verträge und Gesetze geregelt (Mindestlohngesetz, Tarifverträge).

Ribery, oder Naldo verdienen nicht so viel Geld weil ihre Vereine gefragt haben, ob die nicht noch 500.000,- mehr wollen, sondern  nur deshalb, weil die zu anderen Vereinen gehen würden, wenn sie das nicht bekämen, weil die anderen das zahlen. Helene Fischer verdient keine Millionen, weil die Fans das so wollen, sondern weil die Fans sie sehen wollen udn sie vom Fernsehen diese Gagen verlangen kann.

Was mich ärgert ist nur, dass man schon diskutiert hat, dass Manager mit Millionengehältern eine Sondersteuer zahlen sollen, aber es so eine Diskussion bei Sportlern udn Künstlern nicht gibt. 

Jeder bekommt das, was er fordern kann, ohne seinen Job zu riskieren. Das ist nun mal die Marktwirtschaft. Und weil es über Tarife und Mindestlohn, und ALG II eine Bremse nach unten gibt, ist es eben eine soziale Marktwirtschaft. 

Kommentar von charismaticus ,

Vielen Dank für diese sehr gut auf den Punkt gebrachte Antwort!

"Jeder bekommt das, was er fordern kann, ohne seinen Job zu riskieren. Das ist nun mal die Marktwirtschaft. Und weil es über Tarife und Mindestlohn, und ALG II eine Bremse nach unten gibt, ist es eben eine soziale Marktwirtschaft."

Wie weit darf eine soziale Marktwirtschaft denn mit ihren Regulierungen gehen? Gibt es da einen Punkt, ab welchem sie keine Marktwirtschaft mehr wäre?

Kommentar von wfwbinder ,

In dem Moment, wo die Tarifautonomie und die Vertragsfreiheit aufgegeben würde. z. B. wenn man die Höhe begrenzen würde. Wenn man die Höhe der Einkommen begrenzen will, dann kann man z. B. die Steuern anheben, aber wenn man Gehälter, oder Gagen begrenzen wollte, wäre das nächste, dass es Leute gibt, die anfangen zu betrügen.

Kommentar von charismaticus ,

Mit anderen Worten, für diese fest im System verankerte Ungerechtigkeit gibt es praktisch keine Alternative?

Kommentar von wfwbinder ,

Wer bestimmt, was gerecht ist? Gerechtigkeit ist kein absoluter Begriff. Der eine sagt, Busfahrer ist ein einfacher Beruf. Ich sage Busfahrer leisten viel, weil sie die Ruhe bewahren, auch wenn es hektisch wird. So kann man zu fast jedem Beruf zwei Ansichten haben. Die Fußballfans zahlen hohe Preise für die Karten. Lassen sich jedes Jahr ein neues Trikotdesign aufdrängen und kaufen die Fanartikel. Warum willst Du es begrenzen, wenn die Betroffenen es gerne zahlen?

Antwort
von voayager, 124

MMh, die Frage ist garnicht mal so leicht zu beantworten. Darf ein routiniert kickendes Bein, bei sonst geringer Bildung, geringer Ausbildung es wert sein, so viel Geld zuweilen zu scheffeln. Und darf ein Sänger oder Sängerin mit bloßer gurrender oder röhrender Stimme plus fetziger Klänge der Musikinstrumente so viel abkassieren, während der unbedingt notwendige Handwerker, Facharbeiter als auch Angestellte eine ganze Ecke weniger verdient? Was bringt deren Ackern und Rackern? Ziemlich wenig im Vergleich zu den Schatzis der Nation! Ein bloßer Lohnabhängiger kann sich da durchaus verhöhnt fühlen.

Auf der anderen Seite haben wir Großaktionäre, Großgrundbesitzer, Manager, Börsianer und manch Miethaie, die weitaus mehr abkassieren und fast niemanden, außer sich selbst eine Freude bereiten. Sieht man z.B. das gehortete Geld eines der Albrecht Brüder (einer ist mittlerweile tot) Frau Schickedanz, Familie Quandt usw., dann ist dagegen so ein Promi-Fußballer etc. im Vergleich ein bloßes Würstchen in Sachen Geld.

Fazit: im Kapitalismus wird man derlei Ungerechtigkeiten, derlei finanzielles Gefälle nicht lösen können. Was wäre indes systemimmanent dennoch möglich? Eine höhere Besteuerung großer Einkommen, eine stärkere Besteuerung der Erbschaftssteuer, sowie Einführung einer Vermögenssteuer. 

Kommentar von charismaticus ,

Was wäre indes systemimmanent dennoch möglich? Eine höhere Besteuerung großer Einkommen, eine stärkere Besteuerung der Erbschaftssteuer, sowie Einführung einer Vermögenssteuer.  

Grundsätzlich stimme ich zu. Aber enthalten derartige Regelungen nicht die Gefahr, dass die Reichen dann auswandern?

Kommentar von voayager ,

Damit drohen sie immer, versuchen zu erpressen, doch sie haben hier meist Haus/Häuser, Firmen und Grundstücke, all das kann man in keinen Rucksack reinpacken. In Schweden unter Olaf Palme wurden die Reichen mit drastischen Steuern belegt und dennoch blieben sie im Land.

Kommentar von charismaticus ,

... das macht Hoffnung :-))

Antwort
von Gondor94, 191

Nun, es kommt halt immer darauf an, was man leistet und letztlich immer, ob die Nachfrage vorhanden ist. Die Fußballer die viel verdienen sind Meister ihres Faches. Die gehören zu den besten Fußballspielern und somit steigt auch ihr Wert. Vereine wollen den Spieler in ihrer Mannschaft haben und so werden die Summen immer höher, je nachdem, wie viel der Fußballspieler leisten kann.

Du schreibst, dass alle ihren Lebensweg gehen. Dies tut auch der Fußballer. Dieser trainiert vielleicht schon seit seiner Kindheit und wird somit immer besser. Ohne hartes Training wird man nicht einfach Weltfußballer. Auch die Schauspieler müssen sich oft lange hocharbeiten, bis sie wirklich gut verdienen. (Naturtalente gibt es natürlich auch).

In der Wirtschaft ist das genauso. Da gibt es kein Fair oder Unfair, es kommt auf Leistung an. Wer viel leistet verdient auch viel. So ist es auch bei Musiker, Fußballern und Schauspielern so. Der Fußballer kann Fußball spielen wie sonst keiner und ein Schauspieler gehört evtl. zu den besten Seiner Klasse und somit steigt auch ihr Verdienst.

Es kommt auch bei den Fußballern immer auf Angebot und Nachfrage an. Ungelernte Kräfte gibt es genug, Leute die studiert haben weniger, diese verdienen dann natürlich mehr, da das Angebot an Arbeitskräften nicht so groß ist. Und Profifußballer gibt es nur eine Hand voll. Das treibt natürlich den Preis in die Höhe.


Kommentar von charismaticus ,

Okay, aber Meister seines Faches zu sein, gibt einem in meinen Augen trotzdem nicht das Recht, über so viel mehr Macht, Besitz und Freiheit verfügen zu können. In einem Naturvolk würde der beste Jäger trotzdem nicht in einer derartigen Relation über mehr verfügen als der Rest seiner Gemeinschaft.

Kommentar von Gondor94 ,

Nehmen wir ein kleines Beispiel: Du bist studierter Arzt. Möchtest du genauso viel verdienen wie ein Friseur? (Nichts gegen Friseure). Nein, du hast lange studiert und deine Qualitäten dir erarbeitet. Du möchtest dafür natürlich auch ein entsprechendes Gehalt. Bei den Fußballern ist es genauso.

Kommentar von charismaticus ,

Das stimmt natürlich. Aber es muss doch eine gewisse Verhältnismäßigkeit vorhanden sein. Wir profitieren alle von der Gemeinschaft, kein Mensch könnte alleine in der Wildnis überleben (okay, ein gelernter Überlebenskünstler vielleicht, aber auch er müsste auf sich alleine gestellt mehr Einschränkungen in Kauf nehmen als in einer Gesellschaft lebend). Der Überschuss wird kollektiv erzeugt. Wie kann es da sein, dass sich der Gewinn in derart unermeßlicher Form auf so wenige Privatpersonen verteilt? Vor allem, um bei der Ausgangsfrage zu bleiben, bei einer derart "unwichtigen" Sache, wie Fußball zu spielen? Ein Arzt ist ja zumindest noch existenziell wichtig für eine Gesellschaft, kann im Extremfall Leben retten - ein Fußballer mag einen in der Freizeit bespaßen, aber das war's auch schon mit seinem Dienst für die Gesellschaft.

Kommentar von Gondor94 ,

Ein Fußballspieler ist zwar nicht existenziell wichtig für die Gemeinschaft, da wir momentan in Deutschland aber in keiner Krise stecken ist das relativ egal. Millionen Menschen in Deutschland gucken Fußball, kaufen die Fanartikel und geben somit viel Geld für Fußball aus. Da sich mit Fußball viel verdienen lässt, steigen die Preise für gute Fußballer.

Genauso gut könnte man fragen, warum Bestsellerautoren viel Geld verdienen, tun sie doch nichts existenziell wichtiges für die Gesellschaft. Sie bekommen viel Geld, weil ihre Bücher von vielen Leuten gekauft werden, ebenso wie Leute viel Geld für Fußball ausgeben.

Antwort
von berkersheim, 75

Okay. Drehen wir Deine Frage mal um. Wenn Du das Recht hast, zu bewerten und zu bestimmen, wer wie wichtig ist und wie viel verdienen darf, wer hat dann außer Dir dieses Recht auch noch? Demokratisch wie Du bist, wirst Du sagen: ALLE. Prima. Dann solltest Du Dir mal überlegen, mit welchem sinnvollen Verfahren Du das umsetzen willst. Meine Antwort: Jeder gibt für die Leistungen, die er haben will, soviel aus, wie sie ihm Wert sind und die Gehälter, die an diesen Leistungen hängen, bestimmen sich über eine sehr demokratische Abstimmung, wer wieviel an begehrter Leistung bringt. Ahnst Du, was dann rauskommt? Dass Spitzenfußballspieler Spitzengehälter bekommen, weil Millionen in die Stadien strömen und den dort gebotenen Unterhaltungswert mit den Eintrittskarten bezahlen. Weiter bieten die Vereine Fanartikel an, deren Wert und Preisakzeptanz von wenigen Spitzenspielern bestimmt wird. Auch dafür bekommen sie Geld und die Spieler ihren Anteil. Eine weitere Einnahmequelle sind die Zahlungen der Medien für die Übertragungsrechte. Da gibt es einen regelrechten Bieterkampf und ARD und ZDF zahlen mit Deinen Zwangsgebühren Unsummen für diese Rechte, was auch wieder den Vereinen und Spielern zufließt. Und weil manche Fans auf ihre Spieler so stehen, kaufen sie sogar irgend eine Schrottkiste, wenn nur in der Werbung dieser Spieler gesagt hat, dass er auf jeden Fall dieses Auto fahren würde. Weil sich die Schrottkiste dadurch besser verkauft als ohne bekommt der Spitzenspieler wieder Werbeeinnahmen. So läuft das, wenn Du eingestehst, dass alle, jeder für sich, entscheiden, was ihm welche Leistung wert ist. Ganz demokratisch.

Antwort
von warehouse14, 111

Die Musiker, Fußballer oder Schauspieler können meinetwegen soviel Geld von ihren Fans in den Hintern gepustet bekommen, wie da eben reinpasst. ;)

Das eigentliche moralische Dilemma findet woanders statt. Weißt Du, wieviel ein Altenpfleger verdient? Oder Landwirt ?

Wenn Du mal das Verhältnis des Verdienstes mit der Leistung dieser Leute vergleichst, wird Dir wohl auffallen, daß nicht (nur) die Schauspieler oder Fußballer moralisch nicht ganz rechtens unterwegs sind, sondern unsere gesamte Gesellschaft irgendwie einen an der Waffel hat.

Diese Krankheit heißt Kapitalismus. Der ist dafür verantwortlich, daß Vollzeitjobber noch Hilfe vom Amt brauchen, um gerade noch so über die Runden zu kommen.

warehouse14

Kommentar von charismaticus ,

Danke für deine Antwort, ich stimme deiner Sichtweise da zu!

Die Frage ist dann aber doch, welche Alternativen es zum Kapitalismus, also zur, in unserem Falle "sozialen" Marktwirtschaft gibt... Planwirtschaft scheint mir nur sehr schwer in der Praxis realisierbar, wenn überhaupt. Vor allem wird man dafür denke ich nicht die demokratische Legitimierung bekommen, da die Mehrheit der Leute entweder eine Phobie vor derartigen Begriffen hat oder schlichtweg nicht gewillt ist, auf ihren Wohlstands-Überfluss zu verzichten. Muss es also eine noch stärker regulierende soziale Marktwirtschaft geben?

Kommentar von warehouse14 ,

Wir Menschen müssen nur mal ein wenig Wertschätzung für die wirklich wichtigen Dinge lernen. dann fällt es uns nicht schwer, für Lebensmittel angemessene Preise zu zahlen oder Pflegekräfte vernünftig zu entlohnen.

Solange uns aber diese Dinge nichts wert sind werden sie eben auch minderwertig bleiben.

Jeder, der jetzt knausrig ist beim Bezahlen von angemessenen preisen für Lebensmittel hat meiner Meinung nach kein recht, sich über schlechte Qualität der Ware zu beschweren.

Dasselbe gilt für Pflegedienste... Keiner will dafür blechen. Aber wenn er sie braucht, sollen sie gefälligst was tun für ihr Geld. o.O

Menschen sind einfach nur dumm. :(

warehouse14

Kommentar von realsausi2 ,

Jeder, der jetzt knausrig ist beim Bezahlen

Richtig absurd wird das, wenn man sich z.B. Dieter Schwarz anschaut. Der aktuell reichste Deutsche. Ca. 15 Milliarden hat er von den Millionen Hartz IV Empfängern eingesammelt, die mangels Kohle nur im Lidl einkaufen können. Lidl ist eine Stiftung, damit der deutsche Fiskus da in die Röhre guckt.

Oder Ingvar Kamprat. War mal der reichste Mann der Welt. IKEA-Gründer. Hat nach 40 Jahren erstmals wieder Steuern in Schweden bezahlt. Ca. 640.000 €, bei 40 Milliarden Familienvermögen.

Mit Billig kann man verdammt viel Geld verdienen...

Antwort
von lesterb42, 41

Ich finde die hohen Summen für Sportler auch völlig übertrieben.
Insbesondere für unseren "Nationalhelden" der sich in der Schweiz von
seinem Unfall erhohlt.

Aber das ist nun mal der Preis der Freiheit.

Antwort
von asjdkfl, 63

Ich finde es ok, dass Musiker(in)/Schauspieler(in)/Fußballer so viel Geld haben. Aber meiner Meinung nach ist es ungerecht, dass man mit einer "normalen" Arbeit nur sehr wenig Geld bekommt. Als Kindergärtner(in) oder Krankenpfleger(in) zum Beispiel ist die Bezahlung (so weit ich weiß) echt mies, obwohl es sehr wichtige Berufe sind. Und dann beschwert man sich über einen Mangel an Kindergärtner(inne)n und Krankenpfleger(inne)n. Tja, warum ist das wohl so? Möglicherweise weil es harte Arbeit ist und man dafür unverhältnismäßig wenig bekommt? Ich finde, dass nicht Überbezahlung, sondern Unterbezahlung das Problem ist.

Kommentar von veritas55 ,

DH !!! Genau so ist es !!!

Antwort
von realsausi2, 72

Ivan Lendl hat mal gesagt:" Es ist halt sehr gut bezahlt, in irgend etwas der Beste auf der Welt zu sein".

Dass Sportler so viel verdienen, finde ich eher unproblematisch. Das Geld kommt von denen, die an dem Tun ein unmittelbares Interesse haben.

Wenn dann allerdings die asoziale Ader durchbricht und das Einkommen nicht mehr hier im Lande versteuert wird, ist es mit meinem Verständnis zu ende.

Viel schlimmer finde ich aber, dass "Top"-Manager so viel verdienen. Und das selbst, wenn sie absoluten Bockmist machen. Glaubst Du, dass Winterkorn nur einen Euro abgibt, wenn wegen der Dieselaffäre Arbeitsplätze verloren gehen? Der hat seine Schäfchen im Trockenen, egal was kommt.

Kommentar von lesterb42 ,

Das nennt man im Fußball glaube ich Nachtreten.

Antwort
von habdamalnefrag, 73

Ihrer Fragestellung entnehme ich, dass Sie den jeweiligen Personen das viele Geld von Grund auf zusprechen, da diese Personen es ja "verdienen".
Müsste es in ihrer Frage nicht "bekommen" heißen?

Zudem stelle ich die Gegenfrage, dass ebenjenes Gehalt aus Wirtschaft, Unterhaltung und Sport nur über die Nachfrage aus der Bevölkerung bzw. deren (Medien-)Konsum entsteht. Was also ist hier unverhältnismäßig? Es sind keine Beamten, die über eine staatlich festgelegte Besoldungstabelle "abgespeist" werden, sondern es ist "nur" das Geld, dass aus dem Erfolg des jeweiligen Künstlers/Sportlers kommt.

Will heißen: Guter, medienresonanter Künstler: viel Geld.
Schlechter, nicht-medienresonanter Künstler: wenig Geld.

Noch Fragen?

Antwort
von Roderic, 38

Mal genauer betrachtet ist die Bundesliga nur ein Teil der Unterhaltungsindustrie. Eines gewaltigen Komplex aus Fernsehen, Medien Marketing, Merchandising mit jede Menge Verflechtungen in die Wirtschafts- und Finanzwelt.

Da geht's nicht um ein paar Millionen, da gehts's um Milliarden und zwar einige.

Da ist es nur rechtens, daß man denjenigen, die diesen Umsatz überhaupt erst mal ermöglichen, auch ein paar Krümelchen vom Kuchen abgibt.

Die paar Millionen - pah!

Antwort
von Skoph, 50

Geld verdienen ist immer noch ein Muss in unseren Gesellschaften, weil die Mehrheit der Menschen es so will bzw. zu einem derartigen Denken erzogen ist! Und was eine Leistung für welchen Lohn ist, wird nur mit polemisch argumentativen Machtspielen erstritten und durch Verträge im weitesten Sinne aufrechterhalten! Also ist das ewiglich im Wandel! - Es gibt keine unwichtigen oder wichtigen Berufstätigkeiten, da beginnt schon die Lügerei; denn der Zweck heiligt schon fast die Mittel... denn alles hat mindestens zwei Seiten: Z. B. war "früher" der Taschendiebstahl ´mal ein Beruf für gescheiterte Menschen, damit sie nicht verhungerten - und die billigen Geldlederbeutel wurden zu teuren Geldbörsen entwickelt.... bis zur bargeldlosen Kreditkarte. Z. B. könnte man den Reinigungskräften und Müllwerkern auch das Gehalt der Notärzte und Chirurgen geben, denn, wenn wir sie nicht hätten, gäbe es durch die unvorstellbare Verdreckung ebenso Millionen kurzlebiger Sterbenskranker... Z. B. könnte man den Lehrern/innen weniger als das Gehalt einer Küchenhilfe oder eines Bauhilfsarbeiters geben, hätten wir dann nur Idioten als Lehrkräfte? Natürlich nicht... Eine Obergrenze für legales Geldverdienen ist menschenunwürdig und würde immer heimlich durchbrochen werden - wie bereits in der Sportart "Steuerhinterziehung", aber eine Gesellschaft muss z. B. durch möglichst gerechte Steuergesetze für den "sozialen Frieden" sorgen, eine hohe Kunst, die auch wiederum mit ethischer Bildung zu tun hat: Z. B. sind viele Menschen schon religiös zum Spenden erzogen, ohne sie gäbe es z. B. in hochkapitalistischen Ländern wie in den USA viele Schulen oder Krankenhäuser oder Forschungsinstitute oder Stiftungen oder Ähnliches gar nicht.... 

Kommentar von Gondor94 ,

Wenn alle Menschen das gleiche Gehalt bekommen würden, dann gäbe es aber auch wieder Schwierigkeiten: Warum sollte dann jemand lange studieren oder zur Schule gehen, wenn er als Küchenhilfe das gleiche Gehalt bekommt wie z.B. ein Lehrer. Folglich würden weniger Leute studieren und es würde zu einem Mangel an Fachkräften kommen.

Kommentar von veritas55 ,

Warum sollte dann jemand lange studieren oder zur Schule gehen, wenn er als Küchenhilfe das gleiche Gehalt bekommt wie z.B. ein Lehrer.

Vielleicht weil er/sie mehr Spaß am Unterrichten als am Kochen oder Spülen hat !?

Die Interessen und Begabungen sind zum Glück von Mensch zu Mensch verschieden - was nicht heißt, dass die eine Tätigkeit wichtiger oder unwichtiger ist als die andere.

Kommentar von Skoph ,

Den Vergleich zwischen Lehrer und Putzfrau höre ich immer wieder, die Hauptschüler halten meist die Putzfrau für unterbezahlt und die Gymnasiasten hingegen die Lehrer.... Eine Aussage über die Richtigkeit des gesellschaftlichen Wertes beider Berufe ist das eben gar nicht.... nur reiner Subjektivismus...

Kommentar von Skoph ,

Du hast nur im Dir andressierten/konditionierten Funktionalismus kommentiert, das ist aber philosophisch betrachtet nur eine der vielen Möglichkeiten sein Leben zu gestalten; vielleicht eine gute, weil sie zukunftsgerichtet ist, Fortschritt und gegenseitige Abhängigkeiten als ein Muss... Doch gerade sehr viele "Aussteiger" werden glücklich und reich, das ist das zu verheimlichende Problem dieser Gesellschaftstheorie. - Die Höhe des Lohnes ist eben nicht das Maß der Wichtigkeit einer Tätigkeit, das ist eben ein absichtliches Trugbild - z. B. müssen die Erzieher/innen mittlerweile fünf Jahre ausgebildet werden, damit sie in staatlichen Einrichtungen ein lebenswürdiges Gehalt beziehen können, das ist nur ein gesellschaftliches Problem, doch kein philosophisches der Wertigkeit des Berufes für die Gesellschaft - Wie schwierig ist es nun, für fünf Jahre Lehrstoff aufzubauschen.... Das gesamte "Aus-dem-Boden-stampfen" von Bachelor-/Master-Studiengängen (damit kann man Geld verdienen) ist nur eine einzige Aufblähung von Lehrstoff, jede Firma weiß das und bildet Absolventen meist jahrelang bei sich und für sich dann anschließend aus.... aber nur so steigt der Lohn - durch die Akademisierung!

Antwort
von TreudoofeTomate, 94

Ich kenne genügend arbeitslose Musiker und Schauspieler. Du solltest nicht so pauschalisieren.

Kommentar von charismaticus ,

Ich habe ja auch nicht von allen Musikern und Schauspielern gesprochen. Aber dass es solche gibt, auf die das zutrifft, ist doch Fakt.

Antwort
von barfussjim, 38

Du beziehst dich auf ganz wenige Stars in der jeweiligen Branche. Die allermeisten Fußballer, Musiker und Schauspieler können von ihrer Tätigkeit nicht leben und betreiben sie als un- bzw. geringbezahltes Hobby.

Antwort
von Suboptimierer, 123

Meinetwegen sollen die 100 Mrd. Euros verdienen.

Der Trick ist, seinen Neid abzulegen. Wenn die wenig verdienen würden, würde das mein Leben nicht besser oder schlechter machen.

Dass die Lebensqualität mit Reichtum steigt, wage ich zu bezweifeln. Gerade viele bekannte Musiker erkrankten an Depressionen oder unterlagen irgendwelchen Drogenexzessen.

Wenn man von seinem Geld sich ernähren kann und es immer warm hat, hat man die Grundvoraussetzung dafür, ein Leben mit guter Qualität zu führen.
Der Rest hängt viel von der Einstellung ab.

Antwort
von gingerale93, 16

Ich kann dazu nur sagen, dass jeder Mensch freiwillig seinen Beitrag dazu leistet, dass diese Personen so erfolgreich werden. Wenn der Beitrag pro Person auch nur klein ist, die Masse der Leute macht etwas aus. Wenn alle zum Beispiel die Einstellung hätten, dass es lächerlich ist, dass Fußballspieler so viel verdienen und keiner ein Fußballspiel ansehen würde gäbe es auch keine reichen Fußballspieler mehr. Ist doch bei großen Firmen das gleiche. Die Leute kaufen mehr oder weniger freiwillig deren Produkte und fördern sie somit.

Antwort
von Hegemon, 63

Du solltest nicht verallgemeinern. Gerade Schauspieler und Musiker sind oft Geringverdiener in ausgesprochen prekären Verhältnissen.

http://www.aachener-zeitung.de/news/kultur/zwischen-droehnendem-applaus-und-droh...

Antwort
von Novos, 78

So lange es Leute gibt, die das mitmachen ... Der Markt macht den Preis.

Antwort
von Hatschi007, 116

pauschalisiere nicht alle ! Du hörst meist nur von den bekannten Leuten, die die dicke kohle machen, aber nicht vom normalen rest, die mehr schlecht als recht durchs leben gehen.

Eric Fish "Zum Sterben zu viel"

Kommentar von charismaticus ,

Ich gebe zu, dass ich meine Frage genauer hätte formulieren sollen. Ich meine natürlich einzig und allein die Sportler, Musiker und Schauspieler, die tatsächlich derart reich sind.

Kommentar von Hatschi007 ,

die sind nur so reich, weil man ihnen die grundlage dafür gibt. Meist sind es Win-Win Situtationen. Der Musiker, schauspieler, Fussballer wird teuer eingekauft...und meist privat und beruflich dann ausgeschlachtet.

Antwort
von veritas55, 20

Mir ist es völlig schnuppe wieviel Künstler oder Sportler verdienen weil sie das Geld ja niemandem wegnehmen.

Ob sie dadurch mehr Lebensqualität gewinnen würde ich stark bezweifeln - ich stelle es mir fürchterlich vor, keine Privatsphäre mehr zu haben, ständig fotografiert und von albernen Fans umlagert zu werden - da sind ein paar Milliönchen doch nur ein schwacher Trost ;).

Außerdem sind viele Sportler schon in jungen Jahren Invaliden und Frührentner falls sie keine zündende Geschäftsidee haben - auch deshalb sei ihnen ein finanzielles Polster gegönnt wenn sie ihre Gesundheit ruiniert und somit ihre Unabhängigkeit verloren haben oder vielleicht einfach zu dumm sind, noch was anderes anzufangen.

Nach Macht streben glücklicherweise die wenigsten Prominenten, so dass Reagan und Schwarzenegger Ausnahmeerscheinungen sind.

Und Besitz ist bekanntlich auch keine Garantie für ein glückliches Leben, deshalb finde ich Neid gegenüber solchen Leuten völlig überflüssig.

Unmoralisch ist es dagegen wenn sich Jemand auf Kosten Anderer bereichert wie z.B. korrupte, machtgierige Politiker und Konzernchefs, geldgeile Manager und Spekulanten sowie sonstige Raffzähne - das sind die Schädlinge jeder Gesellschaft, denen man die Milliarden die sie einheimsen nicht gönnen sollte, - aber nicht aus Neid sondern weil sie so viel Elend auf der Welt zu verantworten haben !


Antwort
von NicJudo, 50

Das problem ist meiner Meinung nach ehr, dass ein Profi Fußballer Millionen verdient und ein z.b. Profi Judoka nicht einmal davon leben kann, weil die Leute nur langweiliges Fußball sehen wollen. Wer sieht das auch so?

Kommentar von charismaticus ,

Vom Prinzip her stimme ich dir da völlig zu (auch wenn ich lieber Fußball schaue als Judo). Aber das zeigt doch einmal mehr, dass man in unserem System nicht nach Leistung bezahlt wird. Und auch, dass unsere Wirtschaft nicht demokratisch ist - denn bei einer demokratischen Wahl hat jeder eine Stimme und jede Stimme ist gleich viel wert, unabhängig von sozialem oder finanziellem Status. In einer Marktwirtschaft hat ein Reicher aber viel mehr "Stimmen" als ein Armer, er kann mehr kaufen und hat damit mehr Einfluss.

Antwort
von LittleMistress, 76

Ja, ich finde es auch bescheuert.

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