Kronkorken am 16.04.2009 um 10:54 Uhr
Ich habe gelesen dass aufgrund der Finanzkrise und der niedrigen Zinsen die Versicherungen nun ein großes Problem haben und Renten und Lebensversicherungen gefährdet sind. Sollten diese gekündigt werden oder einfach mal abwarten?
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Nicht kündigen. - Damit hättest Du auf jeden Fall Verluste.
Die Versicherer werden schon "durchkommen", genau wie die Banken - außer Du hast irgendwo einen im Ausland.
Es gibt Sicherungsfonds. Das sollte nicht zu Deinen Lasten gehen.
(Ich übernehme keine Gewähr...)
Redakteure schreiben natürlich um gewisse Effekte zu erzielen.
Grundsätzlich sinken seit einiger Zeit die Verzinsungen von Lebens-/Rentenversicherungen. Nichts desto trotz liegen die Verzinsungen bei einer guten Versicherung langfristig noch bei 5% auf den Sparanteil, zzgl. Schlussüberschüsse.
Darüber hinaus weis anscheinend keiner hier wie das System funktioniert. Der Grunddeckungsstock (Sparanteil mit 2,25% Mindestverzinsung) würde selbst bei Pleite einer Versicherung nicht (!!!!) in die Konkursmasse fallen. Das Ganze ist Sondervermögen was nicht angetastet wird.
Darüber hinaus werden natürlich weitere Renditen erzielt. DIese sind immer marktabhängig gefährdet. Insgesamt ist aber eine Versicherung auf Grund der laufenden Beitragseinnahmen der anderen Struktur als Banken durchweg nicht gefährdet.
Problematisch könnte es für die Gesellschaft selber werden - nicht für den oben genannten Anteil - wenn z.B. eine Hypo Real Estate pleite ginge. Denn einige wenige Anbieter haben hier bis zu 50% Ihrer Anlagen liegen. Nämlich HUK, Allianz und Debeka. Man hat somit in der Vergangenheit ja auch gerne mit höheren Verzinsungen geworben und gleichzeitig gesagt man investiere nicht spekulativ (vor allem die Debeka ;-) ).
Protektor wird somit insgesamt auch nicht relevant sein. So schafft es Protektor trotz enorm niedriger Kosten seit Ewigkeiten nicht bei den verwalteten Verträgen eine Rendite von über 2,25% zu erwirtschaften. Warum auch immer.
Wer sich also mit der Thematik befasst sollte sich professionell beraten lassen. Wer auf Finanztest hört oder nur auf Ratings hätte in der Vergangenheit bei HannoverscheLeben, HUK, Asstel, Europa, Debeka usw. angelegt.
Wer die Entwicklung einiger dieser Unternehmen anschaut und sich für die Zukunft ein wenig mit Bilanzschönigungen und Tricks beschäftigt macht das Gegenteil von dem was Finanztest sagt. Denn keines der Unternehmen der Vergangenheit (Ausnahme tlw. NeueLeben mit absteigenden Tendenzen) war Erfolgreich. Die Mannheimer hatte knapp vor der Pleite übrigens ein Top Rating.
Man sieht: Mit der richtigen Wahl und dem richtigen Produkt kann sehr sehr wenig passieren. Eine Bankenkrise ist keine Versicheurngskrise und die deutsche Versicheurng ist keine amerikanische.
"Eine Bankenkrise ist keine Versicheurngskrise"
Wir haben ja auch keine Bankenkrise, sondern eine Systemkrise. Und die betrifft alles, nicht nur Banken.
Also wenn die Rendite diverser Anlagen sinkt dann ist das in meinen Augen keine Krise sondern eine normale Kursschwankung.
Das einbrechende Neugeschäft ist sicherlich eine Krise.
Die Gefährdung von einem Teil der Anlagen ist sicherlich eine Krise.
Allerdings sehe ich nicht das eine Versicherung hier direkt gefährdet ist. Und schon garnicht die Anlagen bei klassischen Produkten - nicht die höheren Überschüsse.
Die Autoindustrie kann man getrost aussen vor lassen da hier seit 15 Jahren Überkapazitäten existieren die man irgendwie nicht abbauen wollte.
Ob man eine KLV vorzeitig kündigt, ist eine grundsätzliche Frage, die sich nicht erst in der Krise stellt. KLV sind jedenfalls als Altersvorsorge-Produkt meist zu teuer und bieten nur eine unterdurchschnittliche Rendite. Zudem zahlt man immer auch einen Teil der Prämie für den Todesfallschutz, ob man ihn braucht/will oder nicht.
In dieser Krise sind Lebensversicherer aber tatsächlich den Risiken des Marktes voll ausgesetzt: bei gegen Null tendierenden Marktzinsen wird es ihnen schwerfallen, ihre Garantieverzinsung zu erwirtschaften. Deswegen gehen manche auch schon an ihre Reserven. Zudem haben viele die Pfandbriefe der Hypo Real Estate in den Büchern.
Es gibt für Versicherungen überigens KEINE EINLAGENSICHERUNG. Es existiert lediglich die Protektor AG, die sozusagen als Auffanggeellschaft für die Versicherungsbranche fungiert. Die wurde auch damals bei der Abwicklung der Mannheimer AG eingesetzt (soviel auch zum Thema, ob Versicherer pleite gehen können). Wenn aber ein größerer Versicherer wackelt, dürfte die Protektor überfordert sein.
Im Ansatz nicht schlecht, aber du hast das Gesamtsystem nicht so richtig verstanden ;-)
ich würde abwarten, das geht ja jetzt allen so und eine lebens- oder rentenvers. zu kündigen, geht IMMER mit verlusten einher. wenn du große zweifel hast, kannst du sie ggfs. ruhen lassen, frag mal deine vers.
Rentenversicherungen sind immer auf lange Sicht und somit auch auf Schwankungen ausgelegt. Kündigen solltest Du lieber nicht, denn dann würdest Du jetzt viel verlieren.
Auf keinen Fall kündigen! Wenn es sich um eine fondsgebunde Versicherung ahndelt, ist es momentan sogar richtig genial, weil Du für Dein Geld sehr viel mehr Anteile erhältst als bei hohen Kursen!
Ob eine Renten- bzw. Lebensversicherung zu irgendeinem Zeitpunkt gekündigt, beitragsfrei gestellt oder weiter bezahlt werden sollte, hängt vom konkreten Versicherungsvertrag und den für ihn geltenden Versicherungsbedingungen ab. Es gibt sehr viele Vertragsvarianten und sehr viele Verscherungsgesellschaften mit unterschiedlichen Produktvarianten ... Also: Um Deine Frage seriös und hilfreich beantworten zu können, sollte sich ein Fachmann oder eine Fachfrau Deines Vertrauens Deinen konkreten Vertrag mit allem Kleingedruckten und sämtlichen für ihn geltenden Allgemeinen und Besonderen Versicherungsbedingungen anschauen und dann seine Empfehlung geben. Alles andere sind meiner Meinung nach Ratschläge auf Stammtischniveau. Im Übrigen unterliegen Versicherungsgesellschaften in Deutschland recht restriktiven Auflagen zur Sicherung des von ihnen vertraglich "garantierten" Auszahlungskapitals bzw. der "garantierten" Rente zum Laufzeitende betrifft. Wer auf risikoarme Versicherungen steht, sollte genau an dem Punkt gut hinschauen und rechnen. Auch dabei hilft ein vertrauenswürdiger Fachmann (eine Fachfrau), denn im Idealfall können die rechnen und haben das Kundenwohl im Auge (ja, solche gibt es! Schließlich machen sie dann auch gute Geschäfte, und zwar dauerhaft und langfristig). Zum Schluss noch ein Tipp: Eine Renten- oder Lebensversicherung zu kündigen, ist in aller Regel die teuerste Variante und rechnet sich meist nicht.
So recht der liebe IchSchauMal in vielen Dingen hat, so gefährlich ignoriert er aber wichtige andere Dinge. Frage : was ist das richtige Produkt der richtigen Gesellschaft ? Solche Allgemeinplätze helfen wenig. Es gibt einen Riesenunterschied zwischen "normalen" und fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen. Letztere haben in aller Regel keine garantierte Rente, was sich verheerend auf die erwartete Alterssicherung auswirken wird. Die Meinung, dass wir keine Versicherungskrise hätten, ist absurd. Wenn man sich mal anschaut, an welchen anderen Versicherungen, Banken und Industrieunternehmen zumindest die großen Versicherer beteiligt sind und wer sich wiederum an ihnen beteiligt, dann wird schnell klar, dass es keine Extrarolle gibt. Meine persönliche Meinung : wer jetzt seine Versicherungen noch hat, sollte sie nicht aus Krisengründen kündigen. Es sei denn, man hätte einen sichereren Ersatz zur Hand. Nur sollte das im Moment nicht so einfach sein.
Es kommt darauf an was Du hast, dann kann man sehen was man machen kann. Einfach nur kündigen und das Geld unter den Kopfkissen legen ist auch keine Lösung.