Frage von HloniPhil, 29

Finanzierung der Elternzeit unter ALG II?

Zunächst kurz zu unserer Situation:

  • meine Frau ist im 7. Monat mit unserem zweiten Kind Schwanger
  • ich bin als Industriemechaniker voll erwerbstätig, meine Frau ist ohne Arbeit
  • da mein Lohn nicht für unsere Grundsicherung ausreicht, erhalten wir als Bedarfsgemeinschaft den Rest vom Jobcenter als ALG II

Zur Frage:

Ich möchte gern die ersten zwei oder drei Monate nach der Entbindung Elternzeit nehmen und Zuhause sein. Wie verhält sich das mit der Finanzierung? Würde der Bezug vom Jobcenter um den Betrag meines ausbleibenden Lohnes erhöht? Wenn Ja, wo und bis wann muss ich das vorher beantragen? Falls Nein, gibt es irgendwelche andere Möglichkeiten Gelder zu beantragen um die Grundsicherung während der Elternzeit zu sichern oder kann ich aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel keine Elternzeit nehmen?

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Antwort
von isomatte, 19

Das Jobcenter wird euch nicht beide in Elternzeit lassen,wenn du in Elternzeit gehst muss deine Frau der Vermittlung zur Verfügung stehen !

Dann würde dein anrechenbares Elterngeld auch aufgestockt.

Eine andere Möglichkeit Gelder zu bekommen wird es dann nicht geben,denn wenn ihr selbst mit deinem vollen anrechenbaren Nettoeinkommen ALG - 2 bekommen habt,dann würdet ihr mit Elterngeld ja noch weniger Einkommen haben,somit dann keinen Anspruch auf Wohngeld und Kinderzuschlag von der Agentur für Arbeit haben.

Denn für das Wohngeld braucht ihr ein Mindesteinkommen,dass liegt dann bei 80 % eures Bedarfes nach dem SGB - ll und für den Kinderzuschlag läge das Mindesteinkommen als Familie bei 900 €,den Kinderzuschlag von je max. denke 160 € pro Kind würde es nur dann geben,wenn ihr nach Zahlung dieser keinen Anspruch mehr auf ALG - 2 hättet.

Wo und wann du das Elterngeld beantragen musst kann ich dir nicht genau sagen,aber wenn du berufstätig bist dann auch beim AG.

Kommentar von HloniPhil ,

Ich weiß nicht ob das einen Einfluss hat, aber meine Frau ist aufgrund von Schwangerschaft seit einigen Monaten bis Ende 2017 von Maßnahmen vom Jobcenter befreit. 

Anrecht auf Wohngeld haben wir sowieso nicht, da die Miete in der Berechnung der Grundsicherung Anteilhaft beim ALG II mit einbezogen ist. 

Kommentar von isomatte ,

Das mit dem Wohngeld habe ich nur angeführt wenn kein ALG - 2 bezogen würde,beides zusammen steht euch natürlich nicht zu,weil beim ALG - 2 die komplette KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) schon berücksichtigt wird !

Deine Frau ist spätestens 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin im Mutterschutz bis 8 Wochen nach der Entbindung,wenn du ggf.in diesen 2 Monaten Zuhause bleibst gibt es sicher keine Probleme,denn sie darf in dieser Zeit gar nicht arbeiten.

Sie muss der Vermittlung nicht nur bis Ende 2017 nicht zur Verfügung stehen,sondern wenn sie euer Kind selber betreuen möchte muss sie bis zur Vollendung des 3 Lebensjahres der Vermittlung nicht zur Verfügung stehen,also auch keine Maßnahmen machen.

Wenn deine Frau vorher nicht gearbeitet hat,dann bekommt sie ja nur das staatliche Elterngeld von 300 € pro Monat,dass dann für 1 Jahr,dass kann sie aber auf Antrag auch auf 2 Jahre verteilen,dann bekommt sie monatlich nur 150 €.

Das hat aber dann den Vorteil für euch,dass davon dann nur 120 € als ihr Einkommen auf euren Bedarf angerechnet würde,30 € werden ihr als Versicherungspauschale theoretisch von sonstigem Einkommen abgezogen.

So bekommt ihr dann mehr Aufstockung gezahlt,denn bei 300 € für 1 Jahr würden dann 270 € als anrechenbares Einkommen angerechnet.

Das Kindergeld von derzeit 190 € wird dann als Einkommen des Kindes vorrangig auf dessen Bedarf angerechnet,dass dann aber zu 100 %,weil diese 30 € stünden dem Kind erst ab 18 Jahren auf sonstiges Einkommen zu,wenn es nicht schon anderweitig Freibeträge auf Einkommen hat.

Nur wenn ihr für das Kind eine eigene Versicherung abschließen würdet,kann der monatliche Beitrag bis zu diesen max. 30 € geltend gemacht werden.

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