Frage von ComputeriFreak, 121

Finanzielle Unterstützung (wie Bafög) in der Ausbildung?

Ein Freund von mir hat gerade eine Ausbildung angefangen und bekommt um die 650€ netto und außerdem noch 180€ Kindergeld (wenn ich das richtig in Erinnerung habe).
Es gibt zwar Ausbildungen die deutlich schlechter bezahlt werden, aber da er so hohe Mietkosten hat, kann er sich nicht mal ein Auto leisten und außerdem ist das trotzdem ziemlich nah am Existenzminimum.

Hat er Anspruch auf irgendwelche finanziellen Unterstützungen?
Vielleicht sowas wie Bafög oder Wohngeld? Und wie sieht es mit Sachen wie GEZ-Befreiung aus?

Expertenantwort
von Fortuna1234, Community-Experte für Bafög, 63

Hi,

ihm stehen 670€ Bedarf zu. Die deckt er bereits selbst. Deswegen gibt es auch kein BAB (das ist das "Bafög für Ausbildungen"), keinen Unterhalt, kein Wohngeld.

Wenn er zu teuer wohnt, dann muss er woanders sparen. Und für ein Auto kommt die Allgemeinheit auch nicht auf. Ich arbeite Vollzeit nach dem Studium und kann mir im Moment auch mit 28 noch kein Auto leisten. Das muss aber auch nicht. Solche Luxussachen kann man auf später verschieben (genauso wie Urlaub, Eigenheim oder sonstiges)

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung & Geld, 53

Auf Wohngeld könnte er nur hoffen,wenn er dem Grunde nach keinen Anspruch auf Bafög - oder - BAB - hätte,wenn er in einer eigenen Wohnung lebt und dazu müsste er dann noch ein Mindesteinkommen erzielen !

Bafög - kann er nicht beziehe,weil dies nur in einer schulischen Ausbildung / Studium gezahlt werden könnte und auf BAB - wird er auf Grund des guten Nettoeinkommens auch nicht viel Anspruch haben,wenn überhaupt.

Denn vorrangig sind in der Erstausbildung die Eltern zum Unterhalt verpflichtet,wenn sie leistungsfähig wären.

Dazu kannst du im Internet mal einen kostenlosen Rechner für das BAB - suchen,brauchst aber auch das Einkommen seiner Eltern.

Wenn diese nicht leistungsfähig wären,dann würde angezeigt mit was er evtl.rechnen könnte.

Haben sie nicht gerade ein hohes Einkommen,dann werden sie ihm wahrscheinlich nichts mehr an Unterhalt zahlen müssen,denn laut Düsseldorfer Tabelle steht einem Azubi / Student in eigener Wohnung / WG - ein Unterhalt von 670 € zu.

Er kann dann also in der Regel von seinen ca. 650 € Netto 90 € für Aufwendungen abziehen,die ihm durch die Ausbildung entstehen,es blieben dann noch ca. 560 € und dazu kommt ab 2016 das erhöhte Kindergeld von 190 €,dann liegt er bei ca. 750 € im Monat,also schon 80 € über seinem Anspruch laut Düsseldorfer Tabelle.

Nur wenn die Eltern eben ein sehr gutes Einkommen hätten,dann müssten sie ggf. auch über diesen Anspruch hinaus Unterhalt leisten.

Wie gesagt,würden die Eltern nicht leistungsfähig sein,dann könnte er einen Antrag auf BAB - bei der Agentur für Arbeit stellen.

Würde dann dieses BAB - nur gering ausfallen oder ganz abgelehnt werden,dann könnte er noch beim Jobcenter einen Antrag auf einen Mietzuschuss zu seinen ungedeckten KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) nach § 27 Abs. 3 SGB - ll stellen.

Die Warmmiete würde aber nur bis zur Angemessenheit berücksichtigt,also nach der Regelung des SGB - ll.

Antwort
von atzef, 55

Wie sieht es mit seinen Erzeugern aus? Die sind primär für seinen Unterhalt verantwortlich. Allerdings... die müssten ihm auch nichts mehr zahlen, da er mit 830 Euro deutlich über der Unterhaltungsrenze liegt. Da ist dann auch kein BAB mehr zu beantragen.

BaföG gibt es ohnehin nur für schulische Ausbildungen. Wohngeld gibt es keins für Azubis.

Gegen hohe Mietkosten hilft eine günstgere und kleinere Wohnung.

Ein Auto können sich Azubis in der Tat nicht aus der eigenen Tasche leisten.

Kommentar von ComputeriFreak ,

Seine Eltern sind nicht in der Lage ihn finanziell zu unterstützen..

Kommentar von atzef ,

Mag sein. Letztlich ist das aber erstmal nur eine behauptung, die man im Zusammenhang mit irgendwelchen Anträgen erstmaleingehend prüfen müsste...

Aber eigentlich htten sie auch keine weitere Unterhaltspflicht, da der Freund genug Geld zur Verfügung hat.

Antwort
von webya, 29

Da muss er sich eine günstigere Wohnung suchen. 

Ansonsten bekommt er keine weitere öffentliche Unterstützung. 

Antwort
von Kirschkerze, 30

Was hindert ihn daran daheim zu wohnen?

Antwort
von redshift123, 76

Er kann Wohngeld, Bafög oder Hartz4 beantragen ;) wer die Verantwortung übernimmt und ob überhaupt ist ne andere Sache, einfach stur bleiben dann klappt das!

Kommentar von ComputeriFreak ,

Bist du dir da sicher? Gerade das mit Hartz IV kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Hast du Quellen?

Kommentar von redshift123 ,

Joa, ich könnt dich jetzt mit 200 § vollstopfen und so... aber es ist letztendlich Ermessensentscheidung also dran bleiben bis sie es ermessen... Sie können dich allerdings hin und herschicken ;)

Kommentar von atzef ,

Azubis können nur Wohngeld beantragen, wenn sie mit familienangehörigen, die sich in keiner Ausbildung befinden zusammenwohnen.

BaföG scheidet aus, weil es hier um eine betriebliche Ausbildung geht.

Hartz 4 in Form von einem kleinen Zuschuss zu den Wohnkosten wäre dann möglich, wenn sich die Mietkosten im Rahmen der ALG 2-Bedarfssätze bewegen und rechnerisch Existenzminimum durch die Miete gefährdet wäre. Bei 830 Euro cash reden wir her aber allenfalls von einem kleinen betrag.

Allerdings wäre zuvor ein Antrag auf BAB zu stellen... Aber auch da sehe ich eher schwarz, weil einfach über zuviel Einkommen verfügt wird.

Kommentar von isomatte ,

Wenn weder Unterhalt von den Eltern in Betracht kommt,noch BAB - weil das Einkommen zu hoch wäre,dann würde er dem Grunde nach trotzdem Anspruch auf BAB - haben,es nur auf Grund des Einkommens nicht erhalten würde !

Deshalb könnte er dann diesen Mietzuschuss nach § 27 Abs. 3 SGB - ll beim Jobcenter beantragen,dann wird seine Vergütung so angesehen wie normales Erwerbseinkommen.

Es würden dann auch die Freibeträge nach § 11 b SGB - ll berechnet und bei 650 € Netto dürfte er um die 800 € Brutto und somit dann 240 € an Freibetrag haben.

Abzüglich von seinem Nettoeinkommen würden das dann ca. 410 € ergeben + seine dann 190 € Kindergeld würde er dann ca. 600 € anrechenbares Einkommen haben,nach Abzug des Regelsatzes von 404 € würden dann noch ca. 200 € für die KDU - bleiben.

Weil aber im BAB - eine Pauschale inkl.des Zuschusses von 224 € enthalten ist,würde meines Wissens diese Pauschale vom Jobcenter auch als Grundlage für die Berechnung des Mietzuschusses herangezogen.

Also selbst wenn der Überschuss für die KDU - nicht bei ca. 200 € liegen würde,werden die 224 € aus dem BAB - angenommen und davon dann die Differenz bis zur angemessenen KDU - als Mietzuschuss gezahlt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community