Frage von monna381, 103

Finanzielle Unterstützung in der ersten Ausbildung - Wonach wird als erstes geguckt?

Hallo,

Das wird jetzt etwas kompliziert, aber ich dachte, ich frage erst mal hier nach. Mein Vater meinte, ich solle zum Arbeitsamt gehen, aber die haben so schreckliche Öffnungszeiten, da bin ich in der Regel am arbeiten.

Ich bin aktuell noch 23, mache meine erste Ausbildung und habe eine eigene Wohnung. Ich musste für die Ausbildung aufgrund der Entfernung umziehen, sonst hätte das nicht funktioniert. Nächstes Jahr im Herbst werde ich 25 und dann fällt das Kindergeld leider weg, mir fehlen dann 150€. Eigentlich dachte ich, ich soll erst nächstes Jahr nachfragen, ob man irgendwie finanzielle Unterstützung bekommt, als Ersatz für das Kindergeld, aber mein Vater meinte, ich solle jetzt schon mal nachfragen... Ich muss nämlich dringend aus meiner aktuellen Wohnung raus, die ist psychisch wie physisch echt eine Qual, hier gibt es Schimmel, dauernd Wasserschäden und es ist unfassbar hellhörig. Nur sind die Wohnungen hier nicht gerade billig...

Meine Frage ist daher: Was „kommt“ denn als Erstes? Wird erst geguckt, ob die Eltern Unterhalt zahlen können? Und wenn das nicht geht, guckt man nach BAB? Und wenn das nicht geht, nach Wohngeld? Oder wie ist das? Ich blick das leider nicht so. :( Gibt es dafür Tabellen im Internet? Und weiß jemand, was die beim Arbeitsamt alles brauchen? Also brauchen die die aktuellen Einkommensverhältnisse usw.?

Ich wüsste nur gerne, wie viel Geld ich in Zukunft zur Verfügung habe. … Meine Eltern meinten, notfalls würden sie mir dann die 150€ ab nächstes Jahr geben, wenn ich kein Kindergeld mehr bekomme, aber das ist natürlich auch echt nicht einfach...

Vielen Dank schon mal!

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Antwort
von Fortuna1234, 46

Hi,

mit deinem Nettogehalt kommt für dich wohl gar keine Unterstützung in Frage.

Es wäre erst Ausbildungsgehalt, dann Unterhalt, dann BAB, dann Wohngeld. Das wäre die Reihenfolge. Da du aber bereits beim 1. Punkt (Gehalt) über deinen festgelegten Bedarf kommst, wird erst gar nicht nach Unterhalt etc. geschaut.

Nutz die Chance jetzt auszuziehen und in einen WG zu ziehen. Du musst jetzt entweder die fehlenden 150€ mit weniger Miete kompensieren, oder einen Nebenjob suchen (Arbeitgeber muss zustimmen!) oder sparsamer leben.

Kommentar von monna381 ,

Wie, moment. Also die 670€ muss ich dazu sagen beziehen sich auf das 1 AJ. Im zweiten und dritten würde das ja (eigentlich) steigen, nur weiß ich noch nicht, wie das genau aussieht, also was von übrig bleibt. Dass das sehr viel ist, weiß ich selbst...

Ich wohne aktuell in einer Sozialwohnung, da kostet die komplette Miete 310€. Aber hier herrschen wirklich schlimme Bedingungen und ich möchte hier weg... Nur gibts hier selten Wohnungen unter 350€ Kaltmiete... das wären dann bestimmt 500 Warmmiete... Und wenn ich am Ende vielleicht nur noch 700€ übrig habe, wenn ich kein Kindergeld mehr bekomme, wie soll ich das denn alles bezahlen? :(

Heißt, ich muss hier wohnen bleiben bis zum Ende der Ausbildung? Oder ne sehr sehr günstige Wohnung finden? Ich will hier echt weg.

Wenn ich weiter außerhalb ziehen würde, hätte ich ja auch noch Fahrtkosten von ca. 80-90€ ... 

Kommentar von Fortuna1234 ,

Mit 670€ deckst du bereits deinen Bedarf. Wenn es später mehr wird, ist das zwar schön für dich, ändert das ja aber nicht.

Warum denn eine eigene Wohnung? Was ist mit Wgs? Wohnheim? Die Gründe warum zig Tausende dort wohnen und nicht in eigenen Wohnungen liegt ja daran, dass man sich eine Wohnung eben nicht finanzieren kann.

Du musst da nicht wohnen bleiben, musst aber etwas finden was du dir leisten kannst. In der Ausbildung kann man sich eben nicht immer eine eigene Wohnung leisten, das kommt dann später.

Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 15

Da du nicht mehr bei den Eltern wohnen kannst, stehen dir insgesamt 735 Euro zu - das ist dein "unterhaltsrechtlicher Bedarf" für deine gesamten Lebenshaltungskosten.

Nur, wenn dein eigenes Azubi-Einkommen (abzüglich eines Freibetrages für deine Fahrtkosten, pauschal 90 Euro) und das Kindergeld zusammen weniger als 735 Euro ergeben, musst du für den "Fehlbetrag" vorrangig Unterhalt von den Eltern beanspruchen.

Sind diese dann nicht ausreichend "leistungsfähig", hättest du ggf. Anspruch auf BAB.

Bei Wegfall des Kindergeldes solltest du auf jeden Fall BAB beantragen, dazu wird dann das Einkommen deiner Eltern hinsichtlich ihrer "Leistungsfähigkeit" geprüft...

Wenn die Eltern noch für weitere Kinder Kindergeld beziehen, also auch diesen unterhaltspflichtig sind, stehen deine BAB-Chancen nicht schlecht - falls dein eigenes Einkommen nicht entsprechend ansteigen sollte....

Antwort
von wilees, 51

Gegenfragen: Weshalb sprichst Du von 150,-- Euro Kindergeld? Das derzeitige KG beträgt 190,-- Euro.

Wann wirst Du Deine Ausbildung beendet haben? Wie hoch ist Deine Ausbildungsvergütung?

Kommentar von monna381 ,

Ich bin übrigens das dritte Kind, falls das zählt. Mein Vater gibt mir jeden Monat die 150€ für Lebensmittel, von dem Rest bezahlt er u.a. die Haftpflichtversicherung und auch noch die Zusatzversicherung für den Zahnarzt oder so...

Meine Ausbildung ist im Juli 2018 vorbei... Und die Ausbildungvergütung im 1 AJ waren ~670euro Netto. ich weiß gerade nicht, wie das im 2 AJ aussieht... ich weiß, das ist echt viel...

Nur wenn mir demnächst die 150euro für Lebensmittel fehlen, muss ich ja in dieser Wohnung hier bleiben und komme dann eventuell gerade so über die runden...

Kommentar von wilees ,

Da Du wahrscheinlich kein Wohngeld bekommen kannst, gib mal beim folgenden Link im BAB Rechner Deine Daten ein und schaue ob Du dort noch zuSchüsse bekommen kannst.

http://www.erstewohnung24.de/mein-auszug/papierkram/wohngeld-unterstuetzung

Kommentar von monna381 ,

Den BAB-Rechner vom Arbeitsamt hatte ich mal ausprobiert, da kam dann irgendwas mit 160euro raus... Allerdings waren die Angaben, die ich da gemacht habe, total vage. Ich weiß nicht genau, wie viel die Ausbildungsvergütung im 2ten AJ ausfällt, das sehe ich erst Ende August, außerdem bekommt meine Mutter im September einen anderen Vertrag und bei meinem Vater ändert sich vielleicht auch noch was.... und wenn ich umziehen will in eine andere Wohnung, ist die Miete ja auch wieder ganz anders?

Kommentar von wilees ,

Also wäre es doch am einfachsten, wenn Du BAB beantragen würdest.

Antwort
von petrapetra64, 12

Also erst mal, als 3. Kind fallen sogar 196 Euro Kindergeld weg, keine 190 und schon gar keine 150 Euro, wie du schreibst. Auch wenn dein Vater davon noch was zahlt, das Geld fällt dann ja weg und es sind deine Kosten. 

Inzwischen stehen dir nicht mehr 670 Euro zu, sondern 735 Euro, das wurde erhöht. Und du hast zusätzlich noch einen Freibetrag von 90 Euro als Werbungskosten. 

Reicht es mit deinem mehr an Geld im 2. Lehrjahr nicht, dann kannst du BAB beantragen, die schauen aber zuerst, ob die Eltern nicht Unterhalt leisten können(Gehaltsnachweise).

Mit der Wohnung, das musst du zusehen, was günstigeres zu bekommen oder eine WG oder aber neben der Ausbildung noch einen Nebenjob ausüben. 

Antwort
von Ralkana, 51

Grundsätzlich sind die Eltern bis zum Abschluss der Erstausbildung, wenn sie Leistungsfähig sind, zum Unterhalt verpflichtet. Wenn sie nicht Leistungsfähig sind kannst du BAB beantragen. Wenn dem Grunde nach ein Anspruch auf BAB besteht hat du nach §20 Abs. 2 WoGG kein Anspruch auf Wohngeld.

Kommentar von monna381 ,

Also guckt man als erstes nach dem Unterhalt? Ich müsste also mal googeln und gucken, wie viel das dann ist usw.? ...

Na, ich weiß nicht, ob denen das gefällt, wenn sie das hören... Mein vater hofft ja glaube ich, dass ich BAB bekommen kann.

Kommentar von Ralkana ,

Was dein Vater hofft ist irrelevant, bei einem BAB-Antrag muss dein Einkommen und das deiner Eltern angegeben werden.

Kommentar von monna381 ,

Mh... Aber weiter oben meint ja jemand, dass alleine die Ausbildungsvergütung im ersten AJ schon zu hoch ist und ich so gar keine Unterstützung bekommen kann? :(

Kommentar von Ralkana ,

Dann musst du mit dem auskommen was du hast.

Kommentar von monna381 ,

Ja aber es kann doch nicht sein, dass ich weiterhin in dieser katastrophalen Sozialwohnung wohen muss? Ich habe seit einem Jahr einen Wasserschaden im Bad, es gibt da Schimmel, es ist unfassbar hellhörig, die Nachbarn sind teilweise echt asozial...

Ich will hier nicht mehr wohnen :(

Kommentar von Ralkana ,

Dann musst du dir eine Wohnung suchen, die du dir leisten kannst. Du kannst einen Wohnberechtigungsschein (§5-Schein) beantragen. Unter gewissen Umständen können Azubis seit  Neusten auch Leistungen beim Jobcenter beantragen, erkundige dich da mal.

Kommentar von claudialeitert ,

ein junger erwachsener in erst Ausbildung steht 735 Euro inkl. Kindergeld zu. wenn du das selbst denkst mit Einkommen und Kindergeld abzüglich 90 Freibetrag. dann bekommst du nix mehr. Wenn dich Restbetrag da sein sollte dann sind die Eltern in der Pflicht. Aber gibt es noch andere minderjährige gehen diese erstmal vor dir.

Antwort
von auchmama, 55

Erst einmal richtet sich wohl alles nach den eigenen Einnahmen und den notwendigen Kosten die dagegen stehen!

Ein weiterer Punkt wäre, warum Du Deine Ausbildung so spät begonnen hast und ob das Kindergeld tatsächlich mit 25 Jahren entfällt!

Falls Du nämlich z.B. krank gewesen sein solltest, wird das KG auch über das 25. Lebensjahr hinaus gezahlt. Du merkst also, dass hier noch einiges an Informationen fehlt, um Dir wirklich weiter helfen zu können.

Eigentlich kannst Du Dich bei allen Stellen nur durch fragen. Das ist leider oft mühsam, aber was ist schon einfach auf dieser Welt.

Alles Gute wünsche ich Dir ;-)

Kommentar von wilees ,

Mit Vollendung des 25. LJ entfällt das Kindergeld.

Kommentar von auchmama ,

@wilees - lies Dich doch bitte erst einmal genauer in geltendes Recht ein, BEVOR Du Kommentare abgibst, die so nicht stimmen und die korrekten Aussagen anderer in Frage stellen!

4.6 Kinder mit Behinderung 
Unabhängig von den unter Nr. 4.5 erläuterten Anspruchsvoraussetzungen 
wird für ein über 18 Jahre altes Kind Kindergeld gezahlt, 
wenn es wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen 
Behinderung nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten. Das 
ist der Fall, wenn das Kind mit seinen eigenen Mitteln seinen notwendigen 
Lebensbedarf nicht decken kann. Die Behinderung des 
Kindes muss vor der Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten 
sein. 
Der notwendige Lebensbedar setzt sich zusammen aus dem 
allgemeinen Lebensbedarf in Höhe von 8.652 € im Kalenderjahr und 
dem behinderungsbedingten Mehrbedarf (u. a. Kosten für eine Heimunterbringung, 
Pflegebedarf in Höhe des gezahlten Pflegegeldes, 
Leistungen nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch, ggf. 
Pauschbetrag für behinderte Menschen). Dem notwendigen Lebensbedarf 
des Kindes sind dessen eigenen Mittel gegenüber zu stellen. 
Die kindeseigenen Mittel setzen sich zusammen aus dem verfügbaren 
Nettoeinkommen und Leistungen Dritter. 
Bei der Ermittlung des verfügbaren Nettoeinkommens sind zu 
berücksichtigen: 
Î alle steuerpflichtigen Einkünfte im Sinne des § 2 Abs. 1 
Einkommensteuergesetz, insbesondere Einkünfte aus selbständiger 
Arbeit, aus nichtselbständiger Arbeit und Einkünfte 
aus Kapitalvermögen. 
Als Einkünfte gelten die steuerpflichtigen Einnahmen abzüglich 
Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben. 
Î alle steuerfreien Einnahmen, wie z.B. Leistungen nach dem Dritten 
und Zwölften Buch Sozialgesetzbuch und nach dem Gesetz zum 
Elterngeld und zur Elternzeit, Leistungen der Pflegeversicherung 
(Pflegegeld), Eingliederungshilfe bei voll- oder teilstationärer 
Unterbringung, Fahrtkostenzuschüsse von dritter Stelle. 
Von der Summe der steuerfreien Einnahmen ist eine Kostenpauschale 
von 180 € pro Kalenderjahr abzuziehen. Stattdessen 
können auch höhere Aufwendungen abgezogen werden, wenn 
sie in Zusammenhang mit den steuerfreien Einnahmen stehen, 
z. B. Kosten eines Rechtsstreits.
22 
Î Kapitalerträge i. S. d. § 32d Abs. 1 Einkommensteuergesetz 
ohne Abzug des Sparer-Pauschbetrags nach § 20 Abs. 9 Einkommensteuergesetz. 
Î Erstattungen von Steuern vom Einkommen (z. B. Einkommensteuer, 
Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag). 
Abzuziehen sind 
Î tatsächlich gezahlte Steuern (Steuervorauszahlungen, 
-nachzahlungen, -abzugsbeträge) und 
Î unvermeidbare Vorsorgeaufwendungen (Beiträge zu einer 
Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung, gesetzliche Sozialabgaben 
bei Arbeitnehmern sowie Zuzahlungen nach dem Fünften 
Buch Sozialgesetzbuch). 
Übersteigen die kindeseigenen finanziellen Mittel nicht den Grundfreibetrag 
in Höhe von 8.652 € im Kalenderjahr, geht die Familienkasse 
davon aus, dass das Kind sich nicht selbst unterhalten kann. 
Andernfalls muss die Familienkasse näher prüfen: Anspruch auf 
Kindergeld besteht nur dann, wenn der notwendige Lebensbedarf des 
Kindes dessen eigene Mittel übersteigt. 
Das Vermögen von Kindern mit Behinderung hat keine Auswirkungen 
auf den Anspruch auf Kindergeld. 
Für Kinder mit Behinderung wird Kindergeld über das 25. Lebensjahr 
hinaus ohne altersmäßige Begrenzung gezahlt. 


Quelle: http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Merkblatt-Kin...

Kommentar von monna381 ,

Nein, ich war nicht krank oder so. Hat alles nur etwas länger gedauert in der Schule, habe mit fast 21 mein Abi gemacht und dann 1,5 Jahre ne Ausbildung gesucht...

Kommentar von auchmama ,

Um so besser, wenn Du nicht krank warst und bist! Aber wie Du lesen kannst, sind offensichtlich nicht alle über gewisse Ausnahmen bei der Kindergeldzahlung informiert und nur darum diese Zusatzinformation von mit!

Den Link zum Quelltext solltest Du Dir vielleicht auch mal genauer ansehen. Dieser umfasst das gesamt derzeitige Recht rund ums Kindergeld!

Nochmals alles Gute ;-)

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