Frage von Elkefib, 53

Fibromyalgie Ärzte oder Kliniken - Wie finde ich die geeignete Behandlung?

Liebe Leute,

das ist nun meine erste Frage hier. Ich hoffe, ihr könnt mir helfen.

Bei mir wurde letztens Fibromyalgie diagnostiziert. Da ich mit dem Rheumatologen jedoch nicht zufrieden bin, will ich meinen Arzt wechseln.

Bei meiner Recherche habe ich gemerkt, dass die Auswahl an Spezialisten gar nicht so groß ist. Nun meine Frage: Kennt jemand von euch einen guten Arzt, oder eine gute Klinik, die sich auf Fibromyalige spezialisiert hat?

Oder gibt es irgendwo eine Liste / Übersicht aller Fibromyalgie Ärzte / Kliniken? Ich bin mir sicher, dass ich noch nicht alle Ärzte gefunden habe :)

Liebe Grüße,

Elke

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Antwort
von justinqueen43, 27

Hallo Elke

Meine Frau, auch Elke leidet da seit 8 Jahren mit abwechselnden Schüben. Es wäre sehr hilfreich wenn du sagen könntest, in welcher Stadt und wie gross derb Radius deiner Suche sein könnte, Noch ein Tipp, wende dich mit deiner Überweisung deines Arztes zu einem Fibrospezialisten und mit dieser Überweisung an deine zuständige Kassenärztliche Vereinigung und die werden dir dann einen Arzt empfehlen. Aberwie gesagt  um Dir vielleicht weiterzuheölfen und was zu empfehlen, bräuchte man deinen Standort

Grüsse Elke und henry

ansonsten:

Die Bausteine der multimodalen Behandlung sind:

· Bewegungstherapie und physikalische Maßnahmen

· medikamentöse Therapie

· Entspannungsverfahren

· ambulante integrierte Gruppentherapie

· Psychotherapie


Bewegungstherapie:

Vielleicht haben Sie selbst schon die Erfahrung gemacht, dass sich Gymnastik
und Bewegung langfristig gesehen positiv auf Ihre Schmerzen auswirken. Bewegung
hält die Muskeln und Bänder geschmeidig und wirkt einer durch Schonhaltung
begünstigten Bänderverkürzung entgegen. Langfristig gesehen
führt regelmäßige Bewegung zu einer Schmerzreduktion, weil
Ihr Bewegungsapparat durch das regelmäßige Training in einen besseren
Funktionszustand versetzt wird.

Wichtig ist deshalb eine regelmäßige Krankengymnastik, die der
Lockerung und Kräftigung der Sehnen und Muskeln dient. Am effektivsten
ist die Gymnastik, wenn Sie sie nicht nur einmal wöchentlich in der Praxis
ihrer Krankengymnastin durchführen, sondern täglich zu Hause ein
paar Minuten üben. Wir wissen, dass dies nicht ganz leicht ist und eine
hohe Motivation von Ihnen fordert, aber dies ist bislang der effektivste Weg,
Ihre Schmerzen zu reduzieren. Es kommt hierbei nicht auf Höchstleistungen
sondern eher auf die Regelmäßigkeit an. Fünf Minuten täglich
sind besser als einmal eine Stunde pro Woche.

Außerdem haben sich gewisse Sportarten als besonders geeignet für
Fibromyalgiepatienten erwiesen: Dazu gehören Schwimmen und Aquajogging,
Radfahren, Walken (zügiges Spazierengehen) und Tanzen.

Diesen Sportarten ist gemeinsam, das sie gelenkschonend sind und als "Gesundheitssportarten"
gelten.

Vermeiden sollten Sie möglichst alle Sportarten, die mit ruckartigen
Bewegungen oder großer Kraftanstrengung einhergehen: Kraftsport und
Gewichtheben, Squash, Tennis.


Physikalische Maßnahmen:

Hier gilt das Prinzip: Alles ist erlaubt, was Ihnen gut tut. Von vielen
Patienten werden leichte Massagen, Lymphdrainage und vor allem Wärmeanwendungen
als wohltuend und lindernd empfunden. Wenn dies bei Ihnen auch der Fall ist,
sollten Sie diese Verfahren gezielt einsetzen.

Wärme können Sie sich auf viele Arten zuführen: Warme Entspannungsbäder,
warme Duschen, Wärmflasche, Heizdecke, Kirschkernkissen, Rotlicht, Sauna,
Heizluft, Fango, Thermalbadbesuche, etc..


Vielleicht denken Sie jetzt: Das hilft mir zwar, aber alles
nur für eine kurze Zeit. Es kann jedoch hilfreich sein, bei akuten Schüben
ein Mittel an der Hand zu haben, das die Schmerzen auch kurzfristig lindert.
Außerdem können bei regelmäßiger konsequenter Anwendung
auch diese Maßnahmen dazu beitragen, dass Ihr durchschnittlicher Schmerzwert
langfristig sinkt.

Von einem kleinen Teil der Patienten wird eher Kälte als wohltuend empfunden.
Falls Sie zu dieser Gruppe gehören, so sollten sie sich ebenfalls gezielt
Kälte zuführen, z.B. durch auflegen von Coolpacks, durch Eisabreibungen
oder ähnliches.


Entspannungsverfahren:

Aus vielen Untersuchungen wissen wir, dass chronische Schmerzen reaktiv zu
einer stärkeren Anspannung der Muskulatur führen. Dies führt
dann wiederum zu einer Schmerzzunahme, und so kann ein nur schwer zu durchbrechender
Teufelskreis entstehen, indem sich Anspannung und Schmerz gegenseitig immer
weiter hochregulieren.

Durchbrochen werden kann dieser Kreislauf, wenn Sie es erreichen, sich ganz
bewusst und gezielt zu entspannen. Da dies kaum jemand auf Kommando kann,
wurden bestimmte Verfahren entwickelt, mit denen man sich gezielt zu entspannen
lernt. Die bekanntesten Methoden sind das Autogene Training und die Progressive
Muskelentspannung nach Jakobson. Alternativverfahren mit ebenfalls entspannendem
Effekt können Feldenkrais, Yoga, Tai Chi, Chi Gong etc. sein.







Für das Video ist die Installation von Quicktime erforderlich,
das Sie auf der Webseite von
Apple laden können.





Zum Glück gibt es eine ganze Reihe von Methoden zur Auswahl, da nicht
jeder mit allen Methoden gleich gut zurecht kommt. Vielleicht haben Sie schon
eine dieser Methoden in einer Kurmaßnahme kennengelernt. Falls dem nicht
so sein sollte, so können Sie sich bei Ihrer Volkshochschule erkundigen,
dort werden immer wieder Kurse zu Entspannungsverfahren angeboten. Wenn Sie
eine solche Methode erlernen und regelmäßig im Alltag einsetzen,
so wird sich dadurch ein positiver Effekt auf Ihre Schmerzen
einstellen.


Medikamentöse Behandlung:

Auch Medikamente werden bei der Behandlung des Fibromyalgie-Syndroms eingesetzt.
Hierbei sollten Sie jedoch wissen, dass diese Medikamente nur einen unterstützenden
Wert haben und bei weitem nicht die vorher erwähnten, noch wesentlich
wichtigeren aktiven Maßnahmen ersetzen können. Ein Medikament,
das die Fibromyalgie heilen oder völlig aufheben könnte, gibt es
bislang leider nicht.

Zwei Kategorien von Medikamenten kommen hauptsächlich zum Einsatz: Schlafverbessernde
Mittel und Schmerzmittel:



Schmerzmittel:

Diese sollten möglichst nur sparsam zum Einsatz kommen, z.B. wenn Sie
einen starken Schub ihrer Erkrankung durchmachen, besser nicht täglich.
Schmerzmittel können die Schmerzen nicht völlig beseitigen, können
aber häufig zu Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden führen.

Geeignet sind Schmerzmittel mit wenigen Nebenwirkungen, z.B. Paracetamol
oder Novalgin. In seltenen Fällen können auch Tramaltropfen notwendig
werden.

Vermeiden sollten Sie die Einnahme von antientzündlichen Schmerzmitteln
(den sogenannten NSARs = nicht steroidale Antirheumatica), z.B. Aspirin,
Voltaren (Diclofenac), Ibuprofen. Da bei der Fibromyalgie keine Entzündung
vorliegt, sind diese Schmerzmittel nicht notwendig oder sinnvoll.


Schlafverbessernde Medikamente (z. B. Amitriptylin,
Saroten, Novoprotect, etc.):

Diese Medikamente werden hauptsächlich zur Schlafverbesserung beim
Fibromyalgiesyndrom eingesetzt. In großen Studien konnte gezeigt werden,
dass sie bei etwa der Hälfte aller Fibromyalgiepatienten einen positiven
Effekt haben.

Amitriptylin ist in einer hohen Dosierung (100 - 150 mg) ein Antidepressivum
(ein Medikament gegen Depressionen). Bei der Behandlung der Fibromyalgie
wird es jedoch in erheblich geringeren Dosen (5 - 25 mg) eingesetzt und
wirkt dann nur noch schlafanstoßend und entspannend, nicht mehr gegen
Depressionen. Zusätzlich scheint es jedoch auch einen davon unabhängigen
positiven Effekt auf die Schmerzen zu haben, obwohl es kein ausgesprochenes
Schmerzmittel ist.

Außerdem gehen wir davon aus, dass das Medikament direkt auf die Ursache
der Schmerzen wirkt. Wie wir Ihnen weiter oben erklärt haben, liegt
zum Teil beim Fibromyalgie-Syndrom im Zentralnervensystem eine verminderte
Konzentration des Botenstoffes Serotonin vor. Amitriptylin erhöht die
Konzentration dieses Stoffes im Gehirn wieder. So erklärt man sich
die positiven Effekte auch auf einige andere Beschwerden beim Fibromyalgie-Syndrom.

Wenn Sie sich zur Einnahme dieses Mittels entschließen, sollten Sie
einiges dazu beachten. Amitriptylin ist eines der wenigen Schlafmittel,
die nicht abhängig machen. Sie können das Medikament also bedenkenlos
einnehmen und auch jederzeit wieder absetzen, wenn es Ihnen nicht hilft.
Um die Wirksamkeit des Medikaments bei Ihnen zu überprüfen, sollten
Sie es jedoch mindestens für zwei Wochen regelmäßig vor
dem Zubettgehen einnehmen, denn erst nach ca. zwei Wochen entfaltet es seine
beste Wirkung.

Auch über Nebenwirkungen sollten Sie ausreichend informiert
sein.

Die häufigste Nebenwirkung ist Mundtrockenheit, die fast bei jedem
damit behandelten Patienten auftritt. Diese wird im Laufe der Behandlung
aber geringer und bildet sich sofort wieder zurück, sobald das Medikament
abgesetzt wird. Seltener kann es zu einer Gewichtszunahme oder zu verstärkter
Müdigkeit kommen.

Wenn Amitriptylin bei Ihnen gut wirkt, dann können Sie es bedenkenlos
auch über einen sehr langen Zeitraum einnehmen.



Ambulante integrierte Gruppentherapie:

Aus mehrjähriger Erfahrung und intensiver Forschung
wissen wir, dass eine ambulante Behandlung, die sowohl medizinische und bewegungsbezogene
als auch psychische Bestandteile der Fibromyalgie berücksichtigt, zu
einer Befindensbesserung beitragen kann. Die Fibromyalgie-Gruppe wird von
der Rheuma- und Schmerzambulanz der Abteilung Innere Medizin II der Medizinischen
Universitätsklinik Heidelberg durchgeführt. An den Gruppen nehmen
jeweils 8 - 10 Fibromyalgie-Patienten teil, die sich über einen Zeitraum
von 10 Wochen jeweils donnerstags abends (18 - 19.30 Uhr) immer in der gleichen
Zusammensetzung treffen.


Antwort
von thomaschrome, 21

Hi Elke,

da solltest du evtl. Betroffene in deiner Nähe fragen! Bei einer kurzen Recherche bin ich auf http://www.fibromyalgie-forum.de gestoßen. Frag da doch einfach mal nach!

Übrigens habe ich gesehen, dass die wohl eine Art Liste mit Fibromyalgie Ärzten und Kliniken ab März anbieten! Das wäre doch genau das, was du suchst? 

http://www.fibromyalgie-forum.de/fibromyalgie-arzte-klinik-finden-arzteliste/

Oder habe ich dich da falsch verstanden? 

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