Frage von Jonna268, 250

Fühle mich fremd?

Hallo,

Fühlt ihr euch als deutsche auch manchmal Fremd im eigenen Land? Ich wohne in einer Großstadt (NRW), und wenn ich laufe durch straßen, ich sehe viele arabern, afrikaner, kopftücher und etc, fühle mich wie ein fremder.

Antwort
von Lennister, 111

Schön, du hast also ein Gefühl. Ich teile dieses Gefühl nicht, was aber jetzt unwichtig ist.

Allerdings: Gefühle können rational begründet oder irrational sein. Z.B. ist die Angst vor einen bellenden Hund, der hinter einem hohen Zaun ist, irrational. Wenn dir dieser Hund dagegen ohne Leine auf der Straße entgegenläuft, dann hast du allen Grund dazu, Angst zu haben. 

Was du dich jetzt also fragen solltest, ist, ob dein Gefühl rational oder irrational ist. Du fühlst dich unangenehm, wenn du durch die Straßen gehst und viele Migranten siehst. Aber: Gibt es dazu einen rationalen Grund? Oder ist das eine irrationale Angst? Das solltest du dich fragen. 

Kommentar von Gugu77 ,

... Man  könnte  auch die Grundeinstellung  als Auslöser der Emotion sehen. Wer annimmt, das Migranten nicht das eigene Land ausmachen und einen  andere Definition von Deutschland hat, der wird bei dem Anblick Fremdsein empfinden. Wer hingegen akzeptiert, dass Deutschland aktuell bevölkerunstechnisch bunt zusammengesetzt ist, der fühlt sich nicht fremd ...

Antwort
von Maisbaer78, 37

In meiner Stadt ist der Anteil der Bewohner mit Migrationshintergrund sehr hoch. Würde sagen, nahezu 50%

Trotzdem fühle ich mich nicht fremd im eigenen Land, eher fremd in der Stadt, denn der Großteil der zugewanderten Bürger lebt länger hier als ich (7 Jahre).

Ich bekomme in den Kneipen deutsches Bier, deutsche Speisen und sehe jede Menge deutscher Mitbürger.  In den Supermärkten und Einkaufsmeilen sind 90% deutsche Produkte zu finden.

Zusätzlich habe ich den Vorteil auch türkische, russische, vietnamesische, griechische und was weiß ich noch alles  Restaurants, Läden, Bars und Ähnliches nutzen zu können.

Zudem gröhlen die Zugereisten nicht ganz so laut wie die einheimischen und sind etwas toleranter. 

Also ich hab kein grundsätzliches Problem mit angeblicher Überfremdung.

Antwort
von voayager, 109

Wenn Fremdheit besteht, dann hat das im Grunde genommen nichts mit Ausländern zu tun, sondern mehr was mit der Anonymität größerer Städte. Jenseits eines Dorfes und einer Kleinstadt tritt des Phänomen der Fremdheit automatisch auf, denn man ist ja von unglaublich vielen fremden Menschen umgeben, egal woher auch immer die kommen.

Kommentar von ColonZero ,

Ich glaube, hier ist nur das befremdliche Gefühl gemeint, welches zum Ausdruck bringt, wie unwohl/fremd sich der Fragesteller in der Nähe von Migranten/Ausländern fühlt. Im Prinzip handelt es sich also um eine Fremdheit gegenüber Migranten/Ausländern.

Du sprichst eine andere Art von Fremdheit an; eine viel allgemeinere.

Kommentar von voayager ,

Du, das ist mir schon klar, ich habe bewußt die Metaebene gewechslt, weil mir diese Aversion gegenüber Migranten eh nicht passt und ich daher nicht für den Fragesteller, wohl aber die anderen Lesenden den Blick weiter und anders gefasst haben möchte.

Antwort
von floppydisk, 163

ja und was genau ist jetzt die frage?

das ist ja im endeffekt dein problem, wir leben in einer multikulturellen gesellschaft und da sieht nun einmal nicht jeder wie du aus. woanders auf der welt wird es dir nicht anders gehen.


Kommentar von Lamio13 ,

woanders auf der welt wird es dir nicht anders gehen

Das wohl nicht, aber sie/er wird mehr Einheimische sehen.

Kommentar von BTyker99 ,

Wir leben solange in einer multikulturellen Gesellschaft, bis "wir" uns entscheiden, das zu ändern.

Kommentar von Lennister ,

Wir leben solange in einer multikulturellen Gesellschaft, bis "wir" uns entscheiden, das zu ändern.

Dürfte allerdings schwierig werden, das zu ändern. Dafür müsste man nämlich entweder alle Migranten entfernen oder sich vom Liberalismus als Grundprinzip unserer Gesellschaftsordnung verabschieden. 

Kommentar von Dahika ,

in so einem Deutschland will ICH nicht leben.

Kommentar von SchIaufuchs ,

Du nicht? Wie schön! :)

Kommentar von BTyker99 ,

Du kannst dann gerne auswandern. Diese "Tag der offenen Tür"- Mentalität ist übrigend nicht wirklich typisch für Deutschland, und hat sich erst in den letzten Jahren entwickelt. Das kann sich genau so wieder umkehren und dann haben wir den "Salat".

Die Alternative wäre, dass die Steuerzahler auswandern und du bleibst mit den Migranten hier, das wird dir aber am Ende sicherlich auch nicht gefallen.

Antwort
von Dahika, 69

Nein, warum sollte ich. Ich wohne in der Nähe von Köln und in Köln gibt es viele Ausländer, Farbige, Muslime, und was weiß ich.
Ich finde es im Gegenteil interessant und bunt.

Antwort
von hutten52, 36

In manchen Stadtvierteln oder Städten stelle ich durchaus fest, dass das gewohnte Umfeld einer mitteleuropäischen Stadt sich immer schneller verändert. Ich war vor kurzem wieder einmal nach vielen Jahren in meiner Geburtsstadt, einer süddeutschen Kleinstadt.  Ich wollte an vertraute Orte gehen und ein wenig  Erinnerungen nachhängen. Das gelang mir kaum. 

In den Straßen ist der Anteil an Neubürgern hoch. Die bekannten Jungmännergruppen aus Nordafrika, Eritrea und Schwarzafrika, beschwingt gehend, Smartfone bedienend, besonders viele Türken der dritten, vierten Generation. Überall die unverständlichen Laute, vielleicht wie in einer Stadt am Mittelmeer, Beirut. Einheimische Bevölkerung in der Minderheit, alte Leute, einzelne junge Männer mit Ohrstöpseln, junge Mädchen zu zweit.

Mehrmals jagen schnelle, teure Autos mit Ausländern am Steuer durch die Straßen, lassen die Motoren aufheulen, fahren quietschend an Ampeln an. Öfter laute orientalische Musik aus den Autoradios. 

Ich betrachte die Lutherkirche, wo ich
konfirmiert wurde. Hinter mir eine alte Türkin in schwarzer
Gesamtverhüllung mit dem bekannten nach hinten ragenden Kopfteil, dabei die jüngere in derselben Kleidung, allerdings grell geschminkt, um sie herum mehrere Kleinkinder. Man wirft Abfälle in Tonnen.

Überall Dönerbuden („Anatol Döner“ etc.), Nail-Studios, Klamottenshops, Oriental-Imbisse, "Istanbulgrills", ein Friseur für Afrolook, unzählige Lokale für Sportwetten etc. 

Ich kann dein Gefühl also sehr gut verstehen. Natürlich verändern sich Orte ständig. Aber diese Veränderung ist zu schnell und zu einseitig. 

Antwort
von gottesanbeterin, 94

Weshalb sollte ich micht denn irgendwo "fremd" fühlen?

Für ein Baby ist jeder, der nicht aus der Ursprungsfamilie stammt zuerst einmal fremd. Im Lauf des Lebens nimmt ein Mensch normalerweise langsam auch die weitere Umgebung und damit auch weitere, früher "Fremde" als bekannt und vertraut wahr. Als ausgewachsener Weltenbürger sollte man imstande sein die gesamte Weltbevölkerung als vertraut und bekannt wahrzunehmen. Man kann doch mit Jedem/er, der einem auf der Strasse begegnet, Kontakt aufnehmen, ihn/sie nach seiner/ihrer Herkunft usw. fragen und sich mit ihm/ihr beschaäftigen; dann sind "Fremde" nicht mehr fremd.

Wenn ein Mensch micht bereit ist, Neue/s kennenzulernen ist er ja gar nicht mehr lebendig!

Kommentar von ColonZero ,

Selbstverständlich ist er dann noch lebendig! Was hat der Umstand der Neugierde mit dem Lebenszustand zu tun? Rein gar nichts. Apathische und desinteressierte Menschen haben einfach nur eine andere Lebenseinstellung.

"Lebendig" als figurative Hyperbel zu nutzen ist m.M.n inadäquat.

Des Weiteren beantworte ich gerne deine Frage: In einem fremden Land, umgeben von fremden Menschen, wirst du dich fremd fühlen. Spätestens dann, wenn sie dich nicht akzeptieren und - schlimmer noch - nicht tolerieren.

Ein Mensch wird nicht zum - wie nennst du es? - "Weltenbürger" erzogen, sondern zu einem Menschen, der in der eigenen Kultur und lokalen Gesellschaft zurechtkommt. Diese mag ihm durchaus vertraut sein, aber doch nicht die ganze Weltbevölkerung! Welch Wahn! Allerhöchstens in einem objektiven Verständnis, der uns früh bewusst wird: Es gibt eine Menschheit und wir sind Teil dieser Menschheit. Dies suggeriert zwar ein Gefühl der Zugehörigkeit und Vertrautheit, aber nimmt es nicht die eigentliche Fremdheit.

Freilich ist eine Kontaktaufnahme mit Fremden möglich. Freilich lässt sich dadurch ein Fremder entfremden. Aber wer wäre denn verrückt genug, diese Prozedur bei jedem Fremden zu vollziehen? Ich jedenfalls nicht. Es ist auch gar nicht notwendig. Denn Fremdheit ist nur ein natürlicher Bestandteil des Menschen. Ob nun gegenüber fremden Menschen (gleich welcher Herkunft) oder fremden Kulturen oder fremden, weltlichen Begebenheiten. Fremde ist ein stetiger, wenn auch meist latenter Begleiter des Menschen. Ob er "gut" oder "böse" ist, hängt ganz von uns ab.

Antwort
von atzef, 54

Ja, und? Wenn ich mir deine Sprache anschaue, bist du ebenfalls keine Deutsche. Und kannst auch eben die deutsche Sprache nicht so gut (vermutlich im Unterschied zu den meisten "Arabern", "Afrikanern" und vor allem "Kopftuchträgerinnen" [Da könnte es sich z.B.auch um deutschrussische Omas handeln...])

Insofern ist es doch nicht überraschend, dass du hier "fremdelst". Woher kommst du denn? Skandinavien? Osteuropa?

Antwort
von hummel3, 122

Angesichts deiner Rhetorik und Schreibweise glaube ich, dass du selbst ein Fremder in Deutschland bist. - Da fühlt man sich dann angesichts von Arabern, Muslimen und Afrikanern vielleicht doppelt fremd.

Aber auch ich fühle mich in meiner Stadt, in der ich auch geboren wurde, schon etwas "fremd". Vor allem versuche ich mich nicht von dem  Sprachgewirr der rudimentären Ausdrucksweise anstecken zu lassen, welches mich dann umflutet.

Und zuhause angekommen, war ich schon öfters versucht, in den Spiegel zu schauen, ob ich wohl selbst noch als "reinrassig" Deutscher wahrgenommen werde, und sich äußerlich an meinem Erscheinungsbild noch keine Anpassungs-Veränderungen zeigen.      

Kommentar von Treueste ,

Da brauchen Sie angesichts Ihrer grandiosen Rhetorik und Schreibweise ja keine Sorge haben.

Kommentar von hummel3 ,

:-))

Antwort
von Greta1402, 119

Nein ,ganz im Gegenteil .Ich komme mir sehr verbunden vor mit allen Menschen .Einfach ein Teil von dieser Welt ,keine Ahnung wie ich das anders ausdrücken kann :D

Antwort
von lupoklick, 5

,,,, im eigenen Land ???

etwa in der gepachteten Gartenlaube ???

Bleib bitte auf  Teppich bzw. Kokosmatte !!!

-

------ nee danke, als Nachbarn möchte ich Dich NICHT haben !!!!

Antwort
von LebenderToter, 100

Ja, wenn ich wieder in die USA, Bayern oder Russland reise empfinde ich oft die Menschen dort vertrauter und liebenswerter als die Deutschen hier in NRW. :D


Kommentar von lupoklick ,

warte es nur ab bis sie dich kennen .......

und mit Grausen das Weite suchen.....

Kommentar von LebenderToter ,

Du weisst ja nichtmal welche ethnischer Herkunft ich habe. Danke, ich hab genug Erfahrung in den Ländern gehabt, um es besser bzgl. meiner Person zu beurteilen. :)

Antwort
von Biance, 103

Ja das ist schon wahr,Zeiten ändern sich.

Antwort
von jimpo, 115

Wieso Fremder? Machst Du nicht Urlaub in fremden Ländern? Da kannst Du Dich als Fremder fühlen aber doch nicht im eigenen Land.

Antwort
von 1988Ritter, 99

Mit Deinen Empfindungen bist Du nicht alleine.

Die Empfindungen resultieren aus einer verfehlten Migrations- und Integrationspolitik.

Der Umstand kommt so langsam auch in der Politik an, da etliche deutsche Mitbürger, leider auch meist die intelligenten und finanziell gut ausgestatteten Personen, auswandern.

Es entstehen regelrechte Kolonien, zum Beispiel in Kanada (Halifax), Ungarn (Balaton) oder in Österreich und der Schweiz.

Kommentar von Crack ,

da etliche deutsche Mitbürger, leider auch meist die intelligenten und finanziell gut ausgestatteten Personen, auswandern.

Ja, meine Stadt ist auch schon völlig entleert...

Welche Zahlen stehen Dir denn für die Behauptung dieser Auswanderungswelle zur Verfügung?
Eigene Beobachtungen am Flughafen?

Kommentar von 1988Ritter ,

Nein....natürlich nicht....ausgiebig vorhandene Verschwörungszeitschriften und Berichte von zweifelhaften Personen. Außerdem sitze ich hinter dem Busch in meinem Garten und zähle vorbeiziehende Menschen mit Koffern.

Auswanderungsstatistik 2015

  • Schweiz ca. 209.000
  • USA ca. 136.000
  • Österreich ca. 109.000
  • Polen ca. 94.000
  • Großbritanien ca. 89.000
  • Spanien ca. 74.000
  • Frankreich ca. 71.000
  • Niederlande ca. 36.000
  • Kanada ca. 35.000
  • sonstige Staaten ca. 600.000

Macht ca. 1,46 Millionen Deutsche.

Die Tendenz ist steigend, und wird in 2016 wahrscheinlich an der 2 Millionen-Grenze stehen.

Kommentar von Lennister ,

Quelle dafür wäre was? Und wo ist die Aussagen belegt, dass das angeblich die gut ausgebildeten wären? 

Kommentar von 1988Ritter ,

einfach nur bei google eingeben: Auswanderungsstatistik

Kommentar von Crack ,

Da Du offenbar diese Seite hier als Quelle heran ziehst:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/auswanderung-aus-deutschland-neue-stud...
muss ich Dich gleich zu Anfang enttäuschen.

Die Zahlen die dort angegeben werden sind nicht für das Jahr 2015, das können sie überhaupt nicht sein da der Artikel bereits am 10.03.2015 verfasst wurde.

Wenn man nun bedenkt wann der Flüchtlingsstrom Deutschland erreichte, nämlich erst im Sommer 2015, wird klar das diese Zahlen wenn überhaupt nur ganz am Rande mit einer von Dir angegebenen "verfehlten Migrations- und Integrationspolitik" zu tun haben können - denn diese war damals überhaupt kein Thema sondern kam erst mit Anstieg der Ausländerzahlen ins Gespräch.
Im Übrigen werden auf der verlinkten Seite auch Gründe genannt, der von Dir angeführte gehört nicht dazu.

Es ist also wie immer:
Du beleuchtest Du die Sachverhalte nur einseitig, erwähnt wird nur das was Dir nützlich erscheint - alles Andere wird einfach unterschlagen.

Es gibt z.B. auch Einwanderer. Deren Zahl ist sicher nicht so hoch wie die der Auswanderer - liegt aber prozentual bei etwa 75-80%. Somit bleiben von Deinen 1,46Mill effektiv etwa 360.000 Menschen übrig die Deutschland verliert.
Wie Du jetzt auf 2 Mill. für 2016 kommst hat Dir sicher ein Orakel verraten?

Mal ehrlich,
warum demontierst Du Deine Diskussionen so oft selbst?

Kommentar von SarcasticSard ,

Um mich einzumischen: Hier das gesamte Wanderungssaldo: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Wanderung...

Zu deinem Artikel: Hier sieht man, dass seine Zahlen sich nicht auf 2015 beziehen, sondern auf "zwischen 2004 und 2013". D.h. einen ziemlich langen Zeitraum, über den dann die Zahlen alles andere als spektakulär wirken. 

Kommentar von lupoklick ,

Due Mönckebergstraße in Hamburg ist am Sonntagmorgen um 6 völlig entleert,,,,, - sind alle ausgewandert ? -

Kommentar von 1988Ritter ,

siehste.....

Kommentar von Iflar ,

da etliche deutsche Mitbürger, leider auch meist die intelligenten und finanziell gut ausgestatteten Personen, auswandern.

Damit die deutsche Oberklasse dann im Ausland nur noch unter Deutschen lebt, ne? Im Ausland ist der Anteil der Deutschen ja bekanntlich wesentlich höher...

Du bist ja witzig!

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