Frage von imperratorp, 86

FF Einsatz, wann den Chef anrufen?

Hallo, mein Problem ist folgenes: ich bin noch am Anfang meiner Berufsausbildung. Bin auch noch in der FF Mitglied. Und es ist ja selbstverständlich, wenn man nicht zur Arbeit kommt (zb: krankheitsbedingt oder auto kaputt), dass man den Chef anruft. Wie ist es bei einem Einsatz, der noch vor arbeitsbegin anfängt? Hat man da irgendwie gelegenheit mal zu telefonieren oder lieber erst nach dem Einsatz? Kann ich wegen sowas gefeuert werden, wenn ich mich nicht melde?

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Expertenantwort
von Nomex64, Community-Experte für Feuerwehr, 63

Die Frage ist rechtlich äußerst komplex und selbst in den Feuerwehrgesetzen nicht wirklich eindeutig geregelt. Für Arbeitnehmer gilt ja das sie freizustellen sind. Das gilt aber nicht zwangsläufig auch für Berufsschüler. Im Zweifelsfall kann es da sogar Fehlstunden geben.

Einzig sinnvoll ist es da, sich mit dem Arbeitgeber und der Berufsschule über die Verfahrensweise vernünftig zu einigen. Gehe nicht davon aus das immer eine zeitnahe Information an AG und/oder Schule möglich ist. Handy hast du ohnehin nicht mit im Einsatz, weil ist nicht versichert. Info kann also nur über hinterlegte Infos über den Träger erfolgen. Nach dem Einsatz holt man sich dann natürlich beim Träger einen Nachweis über die Teilnahme am Einsatz und bringt die AG gleich auch noch das Formular für die Lohnkostenrückerstattung mit.

Im Zweifelsfall geht die Berufsausbildung vor. Damit verdienst du in Zukunft deine Brötchen. Auch wenn ein Chef dir vielleicht rechtlich nichts kann, dir das Leben schwer machen kann er immer noch. Leider hat nicht jeder Chef Verständnis für die Feuerwehr und es gibt auch Firmen oder Jobs wo das Fehlen eines Mitarbeiters echte Probleme bereitet.

Antwort
von Ini67, 86

Die Leute bei der FF sind dringend notwendig. Das wird auch deinem AG bewußt sein.

Sprich ihn deutlich darauf an und besprecht ein Procedere im Falle des Einsatzes.

Kommentar von imperratorp ,

Ja das stimmt..... danke für den Tipp

Antwort
von Unterhosen96, 43

Am besten ist es, wen du das mit deinem Chef/Ausbildungsleiter persönlich besprichst wie ihr mit solchen Fällen verfahrt. Denn dann weißt du wie die darüber denken und du das zu handhaben hast....

Antwort
von AlderMoo, 70

Hi,

ich würde mit dem Arbeitgeber eine "Generalvereinbarung für den Einsatz bei der FF" treffen, worin (zunächst) unentschuldigtes Fernbleiben von der Arbeit aufgrund von Feuerwehreinsätzen geregelt ist.

Kommentar von imperratorp ,

Hi, hört sich intressant an. danke

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 45

Zunächst siehst du das völlig falsch: Dein Berufsausbildungsvertrag verpflichtet dich n. § 13 BBiG, "die berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist".

Meint, dein Ausbilder oder der Betriebsinhaber kann dich verpflichten, dein Engagement nach Feierabend auszuüben und während er betrieblichen wie freigestellten berufsschulischen Ausbildung uneingeschränkt zur Verfügung zu stehen wie eine gesetzl. Ruhezeit einzuhalten, die dich sonntagabends ab 22 Uhr von jeglicher Weiterbildung, gar Einsätzen fernhält.

Oder deinen Einsatz abzubrechen, um rechtzeitig in der BS oder dem Betrieb zu erscheinen.

Da muss man sich eben beim Gruppen- oder Zugführer der FW entsprechend abmelden und Übungen oder Weiterbildungen in seine Freizeit oder dsen Jahresurlaub legen.

Während der zwingend vereinbarten Probezeit darf man sich ohne Angabe von Gründen von dir trennen, wenn du meinst, beidem gerecht werden zu können, gar müssen.

Und nach der Probezeit bist du verpflichtet, eine Verhinderung pünktlichen Beginns unverzüglich telefonisch mitzuteilen. Ein Fehlen ohne ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wäre als Arbeitsverweigerung qualifiziert abzumahnen und berechtigt im Wiederholungsfall zur fristlosen Kündigung deines Ausbildungsverhältnisses.

Im Ergebnis wirst du mit deinem Chef ein Gespräch führen müssen, wie er dein Ehrenamt bei den Freiwilligen anerkennt und unterstützt und was er dir da zubilligt. Ich kann mit nicht vorstellen, dass er deine ständige Rufbereitschaft akzeptiert und dich auf Abruf ausbilden kann, gar möchte. Eine Vereinbarung sollte schrfitlich festgehalten und unterschrieben sein.

Andernfalls wirst du dich entscheiden müssen, was dir die nächsten Jahre wichtiger ist und wo du deine Prioritäten setzen willst :-O

G imager761

Kommentar von Jenkyll ,

Auch wenn Sie hier als Communityexperte für Recht auftreten ist Ihre Antwort falsch.

In den jeweiligen Brandschutz-, bzw. Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzen der Bundesländer steht überall dass Angehörige Freiwilliger Feuerwehren für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit vom Arbeitgeber freizustellen sind und ihnen daraus kein Nachteil entstehen darf.

Um hier eine konkrete Passage zu zitieren fehlt allerdings vom Fragensteller die Angabe aus welchem bundesland er kommt.

Der Fragensteller wird über 18 Jahre alt sein, sonst dürfte er nicht mit zu Einsätzen ausrücken. Damit müsste auch die Schulpflicht für ihn bereits erledigt sein.


Als Beispiel zitiere ich aus dem BrSchG LSA (17.06.2014)
§9 (2) [...]Vor der Verpflichtung ist der Arbeitgeber mit Zustimmung des Mitgliedes über die beabsichtigte Verpflichtung und die damit verbundenen Folgen durch die Gemeinde zu unterrichten. [...]

(3) Die Mitglieder im Einsatzdienst haben an Brandbekämpfungs- und Hilfeleistungseinsätzen sowie am Ausbildungsdienst teilzunehmen. [...]

(4) Den Mitgliedern darf aus ihrer Verpflichtung zum Einsatzdienst und aus diesem Dienst kein Nachteil erwachsen. Müssen Mitglieder im Einsatzdienst während der Arbeitszeit an Einsätzen oder Ausbildungsveranstaltungen teilnehmen, so sind sie für die Dauer der Teilnahme unter Weitergewährung des Arbeitsentgeltes, das sie ohne die Teilnahme erhalten hätten, von der Arbeitsleistung freigestellt. Sozialversicherungsverhältnisse werden durch den Dienst nicht berührt.

Das Gesetz kennt nur die Arbeitszeit, nicht die Ausbildungszeit. Die Ausbildungszeit ist Arbeitszeit und damit zählst du erstmal mit in die Gruppe der Arbeitnehmer.


Aber wie schon geschrieben, in deinem Bundesland kann der Gesetzestext anders, vom Inhalt her aber sehr ähnlich, lauten.


Kommentar von imager761 ,

Zu welcher Frage passt dieser Kommentar? Die Frage lautete, ob man bei unentschuldigtem Fernbleiben vom Ausbildungsplatz gekündigt werden kann, nicht, ob der Ausbildende dem Mitglied einer Wehr eine Freistellung für das Ehrenamt gewähren muss.

Auch nicht, ob der Ausbildungsverantrwortliche bei Übermüdung, Überforderung, Nichteinhaltung der gesetzl. Ruhezeiten, anhaltender Schlechtleistung oder Gefährdung des Erreichen des Ausbildungsziels das Berufsausbildungsverhälnis durch Kündigung beenden kann.

Kommentar von Jenkyll ,

Die Frage lautete, ob man bei unentschuldigtem Fernbleiben vom Ausbildungsplatz gekündigt werden kann.

Genau, und eben das kann man nicht:

BrSchG Schleswig-Holstein Stand 10. Feb 1996

§9 (2) [...] Für die Teilnahme am Einsatzdienst ist die Vollendung des 18. Lebensjahres erforderlich.

(8) Die aktiven Mitglieder sind verpflichtet, am Einsatz- und Ausbildungsdienst teilzunehmen. Die Verpflichtung zur Teilnahme am Einsatzdienst beginnt mit Vollendung des 18. Lebensjahres, die Verpflichtung zur Teilnahme am Ausbildungsdienst beginnt mit Vollendung des 16. Lebensjahres.

Es gab 2008 einige Änderungen, die kann ich aber grade nicht finden.

Er ist also mit Ende seines 18. Lebensjahres verpflichtet am Einsatzdienst teilzunehmen. Und da gibt es keine Ausnahmen. Ich kenne mich im BrSchG SH nicht so gut aus, idR gibt es noch eine Klausel welche besagt dass man bei Verletzung höherer Pflichten (Aufsichtspflicht für Kinder o.ä.) von der verpflichteten Teilnahme befreit ist und eine die besagt dass ehrenamtlichen mitgliederna us ihrer Tätigkeit keien nachteile entstehen dürfen. Eine simple Berufsausbildung genügt den Anforderungen höherer Pflichten nicht.

An den Fragensteller: Mein Rechtsprofelssor meinte immer wenn man keien Ahnung hat einfach mal nachlesen, während er auf eine von uns gestellte Frage im BGB geblättert hat.
Such dir dein Brandschutzgesetz und druck dir das als kleines Hefchen aus, oder lies es dir einfach mal durch. Das kostet kaum etwas und hilft einem oft. ;)

Kommentar von imperratorp ,

ja das stimmt, ich bin über 18 und wohne in Schleswig-Holstein. gelten in jedem Bundesland andere Gesetze?

Kommentar von Jenkyll ,

Ja, Brandschutz ist Aufgabe der Kommunen und wird durch Gesetze, Vorschriften und Erlasse der Länder geregelt.

Antwort
von Davidtheanswer, 23

Gar nicht, am besten NICHT in den Einsatz fahren, wenn man in kürze arbeiten muss, am Abend geht das ja noch, dann kann man noch schlafen und pünktlich zur Arbeit kommen... Arbeit geht vor, gerade in der Ausbildung. natürlich hat man dem Chef das gesagt, als man bei dem Angefangen hat, dass man in der Feuerwehr ist, trotzdem... ;-)

Kommentar von horschd2991 ,

am besten NICHT in den Einsatz fahren

Aha, und was wenn jeder so denkt?

Kommentar von Davidtheanswer ,

Es denkt ja nicht jeder so... aber der einzelne Azubi, gerade angefangen und wahrscheinlich auch gerade erst im aktiven Dienst der FW, muss nicht bei jedem Einsatz immer dabei sein. Ja man kann irgendwann gefeuert werden, wenn man oft unentschuldigt fehlt. Nein, man hat selten die Möglichkeit im Einsatz privat zu telefonieren, man soll ja Menschen retten und Feuer löschen. ... Natürlich kann man mit dem Chef reden, aber man sollte nicht auf biegen und brechen darauf bestehen, immer an Einsätzen der Feuerwehr teilzunehmen. Das kann man noch genug wenn man ausgelernt hat. Dann läst der Chef auch mit sich reden. (Ich sag ja gar nicht as der Chef doof ist und das nicht kapieren will, was Feuerwehr ist, er sollte einen gehen lassen, muss es aber nicht unbedingt)...

Antwort
von Toxicamelion, 4

Das musst du alles im Voraus moit deinem Chef absprechen.

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