Feuchtigkeit/ Schimmel im Keller und in der Wohnung: Vermieter unternimmt nichts, sendet über aber seinen Anwalt Aufhebungsvertrag des Mietverhältnis?

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7 Antworten

Prinzipiell vom Ansatz her hat Dein Vermieter zumindest schon mal grundlegend zwei richtige Einlassungen vorgetragen :

 - er erwägt es, sich auf einen Aufhebungsvertrag einzulassen. Er selbst kann DICH zwar wegen berechtigter Mängelanzeige nicht kündigen, aber Du kannst zumindest schon mal mit verkürzten Fristen gegenüber den gesetzlichen Kündigungsfristen aus der Wohnung ausziehen. ( ansonsten wärst Du per Gesetz für eine fristgerechte Kündigung 3 Monate an die WHG gebunden )

 - weiters räumt er freiwillig bis dahin schon ein, eine Mietminderung akzeptieren zu wollen. Aber ob 10 % dann aus Deiner Sicht als Mieter akzeptabel / angemessen erscheinen, das richtet sich nach dem tatsächlichen Grad des Schimmelbefalls und somit der möglichen ( Un-) Bewohnbarkeit der Mietsache an sich.

Da wir das von Aussen und unbesehen aber nicht beurteilen können, so solltest Du Dir am besten erst einmal eine Meinung durch einen Sichtungstermin eines Bau-Sachverständigen einholen und mit dessen Beeurteilung dann zunächst mal beim Vermieter und ggf. danach ( bei Unstimmigkeiten ) mit einem Fachanwalt für Mietrecht eine Rechtsberatung erörtern.

Denn es KÖNNTE ja durchaus sein, eine wegen sehr akutem Schimmelbefall tatsächlich unbewohnbare Wohnung angemietet zu haben und somit ggf. sogar das Recht auf fristlose Kündigung Deinerseits und u.U. auch Schadenersatzansprüche / zumindest aber deutlich höhere Ansprüche auf Mietminderung haben zu können.

Eine neue Wohnung solltest Du Dir aber schon mal umgehend zumindest als stichhaltige Umzugsmöglichkeit für "den Fall der Fälle" suchen. Denn aus dem Angebotsverhalten des Vermieters liesse sich durchaus schon (s)eine Kenntnis ob bekannter ( & markanter bis ggf. unzumutbarer ) Schimmelproblematik dieser Wohnung vermuten.

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Kommentar von Beatrix24
02.04.2016, 22:13

Vielen dank für die Antwort! Ich habe mich bereits informiert und ein Sachverständiger kostet ab 300 Euro aufwärts für ein Gutachten. Dies Kosten müsste ich übernehmen.

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So, wie Du das Bauwerk schon im Februar beschrieben hast, wird sich der Hauseigentümer schon Gedanken gemacht haben. Schließlich suchte er auch einen Rechtsanwalt auf.

Dieser erklärte ihm wohl, dass er am besten aus der Sache raus kommt, wenn er einen Aufhebungsvertrag anbietet. Vermutlich muss das Haus so umfassend saniert werden, dass es entweder der Eigentümer gar nicht stemmen kann oder aber während der Bauzeit niemand drin wohnen kann.

Er möchte nun gern, dass ohne einen Gerichtsstreit, ohne teuren Gutachter und sonstige juristische Nebengeräusche das Mietverhältnis beendet wird. Natürlich versucht der Rechtsanwalt, das für seinen Mandanten so günstig wie möglich hin zu bekommen. Deshalb lediglich 10 % Mietminderung. Da könntest Du noch nachverhandeln und hast bestimmt auch gute Erfolgsaussichten, aber ansonsten würde ich, auch weil Du es selbst nicht willst, auf weitere juristische Auseinandersetzungen verzichten und die Energie lieber in die Suche nach einer passenden Wohnung stecken.

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Auf einen Aufhebungsvertrag würde ich mich keinesfalls einlassen. Da hier die Wohnung zumindest teilweise unbewohnbar ist, der Vermieter davon Kenntnis hat, den Schimmel aber nicht beseitigt, darfst du wegen erheblicher Gesundheitsgefährdung fristlos kündigen und Schadenersatz für alle Aufwendungen fordern. Der Vermieter ist verpflichtet, die Wohnung in einem zum vertragsgemäße Gebrauch geeigneten Zustand an den Mieter zu übergeben und während der Mietzeit zu erhalten. Da gehört kein Schimmel dazu, der ist gewiss nicht vertragsgemäß.

Ich glaube, dass der V. weiß, dass nicht du am Schimmel Schuld trägst und will sich herauslavieren. Selbst wenn er behauptete, du wärest schuld, müsste e r das beweisen, er trägt die Beweislast. Deshalb ist Gutachten in deinem Auftrag nicht sinnvoll.

Stelle dem Vermieter nochmals schriftlich per Einwurfeinschreiben eine letzte Frist zur Abstellung (zwei Wochen, datieren). Sobald diese fruchtlos abgelaufen ist, fristlos kündigen. Da solltest aber eine neue Wohnung in Petto haben.

Eine Mietminderung von 10% ist völlig inakzeptabel, mindestens 50% sind angesagt und das ab Kenntnis des Vermieters, auch rückwirkend.

Solltest du eine RSV haben oder Minderverdiener sein (hier bekämst du Beratungs- und Prozesskostenhilfe) solltest du erforderlichenfalls anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der V. wird sich verm. sträuben, si zu verfahren wie ich es dir aufgeschrieben habe.

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Kommentar von bwhoch2
03.04.2016, 14:16

Folgst Du dem Rat des albatros, hast Du genau das, was Du nicht willst, nämlich einen langen Rechtsstreit.

Es stimmt eben nicht, dass sich der Vermieter heraus lavieren will. An dem alten Haus sind vor kurzem Schäden aufgetreten, die dazu führen, dass das Haus eigentlich unbewohnbar ist. Das sollte man als Mieter dann auch so hin nehmen, wenn auch nicht ganz ohne Gegenleistung. Verhandle  noch ein bisschen und akzeptiere ansonsten den Aufhebungsvertrag.

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Ein Anwalt schreibt genau das, wofür SEIN Mandant ihn bezahlt. Das heißt noch lange nicht dass das vor Gericht irgendeinen Wert hat.

Du kannst selbst einen Anwalt einschalten, der dann genau das Gegenteil behaupten wird.

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Kommentar von schleudermaxe
03.04.2016, 06:48

... und vielleicht ja sogar beweisen, denn sonst wird das Ding doch verloren.

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Das verstehe ich nicht. Er macht doch etwas, es kommt doch Post und sogar ein Angebot.

Vielleicht fürchtet er ja auch nur, alles rausgeschmissenes Geld, bei dieser Mietpartei.

Beispiele könnte auch ich hunderte aufführen. Viel Glück.

Sind ggf. andere Wohnungen auch betroffen. Dann sieht die Geschichte natürlich total anders aus.

Sind die oberen und unteren frei von Schimmel, sollte die Mietpartei vielleicht auch selber säubern und lüften.

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Was denn nun?

Willst du ausziehen, dann akzeptiere den Aufhebungsvertrag zu deinem Wunschtermin.

Willst du dort schimmelfrei wohnen, ignoriere das Angbeot und fordere zu Mängelbeseitigung auf, wenn du ausschliessen kannst, den Schimmelbefall selbst duch unsachgemäßes Lüften oder Heizen, üppige Zimmerpflanzen oder Wäschetrocknung im Schlafzimmer herbeigeführt zu haben.
Diese Annahme sollte man durch ein Sachverständigengutachten belegen können, wenn man sich mit einem Rechtsanwalt auseinandersetzt.

G imager761


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Einen Aufhebungsvertrag... naja, einen Versuch war es wert :-)))

Bevor man hierzu etwas sagen kann, wären Infos über das Heiz- und Lüftungsverhalten sinnvoll, sonst kann der Schuss nach hinten losgehen.


Übrigens, zu 90% sind es Lüftungsmängel...


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