Frage von WiInf, 91

Fettige Haare - Haare abschneiden?

Hallo,

ich habe sehr schnell fettiges Haar. Da ich in einem Büro arbeite, habe ich nicht die Möglichkeit mir die Haare ein paar Tage nicht zu waschen und im Urlaub möchte ich auch nicht mit fettigem Haar rumlaufen, um sie ausfetten zu lassen. Daher habe ich mich gefragt, ob es langfristig helfen würde meine ca. 10 cm langen Haare einmalig auf 1 cm zu kürzen oder mir sogar einmalig eine komplette Glatze schneiden zu lassen?

MfG WiInf

Antwort
von Tasha, 30

Okay, es gibt zwei Möglichkeiten:

1. Jeden Tag Haare waschen, aber möglichst mit einem milden oder verdünnten Shampoo oder auch mal nur mit Wasser, wenn sie nicht ganz so fettig sind.

2. Versuchen, die Kopfhaut am Nachfetten zu hindern* oder Methoden anwenden, die das Nachfetten nicht als solcher erkennen lassen. (Ob * nun funktioniert oder nicht, weiß ich nicht, bei mir hat es auf jeden Fall den Waschrhythmus von alle zwei Tage auf alle drei Tage bis zu ausnahmsweise einer Woche verlängert).

Methoden, die man dafür anwenden kann: 

Sanftes Shampoo oder Shampooalternativen verwenden.

Haare sehr intensiv morgens und abends ausbürsten mit einer Borstenbürste. Dabei langsam vom Ansatz zu den Spitzen gehen und so den Talg vom Ansatz zu den Spitzen bringen. Die Spitzen sind meist trockener und sehen also danach nicht fettig aus.

Trockenshampoo benutzen, z.B. Speisestärker, Talg oder einfacher Weizenmehl. Davon wenig (was zwischen 2 Fingerspitzen passt) auf den Ansatz geben, mit den Händen etwas verteilen, ein paar Minuten warten (und schon mal schauen, wie man mit ergrauten Haaren aussehen würde :-)) und dann trocken mit einer Borstenbürste ausbürsten, langsam. In Extremfällen das Ganze abends machen, mit den Händen etwas durchrubbeln, Handtuch aufs Kopfkissen legen und morgens ausbürsten, danach sind meist auch sehr fettige Haare "trocken", weil das Mehl etc. das Fett aufgesogen hat und ausgebürstet wurde. Zwischendurch die Bürste trocken abklopfen und hinterher waschen (mit Seife oder Spüli) und trocknen lassen vor dem nächsten Einsatz. Dafür kann man eine ganz billige Borstenbürste aus der Drogerie nehmen.

Alternative Waschmethoden in Betracht ziehen: Haare waschen mit Roggenmehl, Haare waschen mit Haarseife, danach eine Apfelessig-Wasserspülung. Es gibt noch andere Methoden wie Haare waschen mit Natron, das aber mMn zu sehr schädigen könnte (fühlt sich jedenfalls so an, als würden die Haare eher geschmiergelt). 

Warum alternative Methoden?

Die sind schonender zur Kopfhaut (Roggenmehl natürlich nicht verwenden bei Glutenempfindlichkeit, das könnte einen Ausschlag geben). Schonender zur Kopfhaut heißt, diese wird nicht krass entfettet und fettet, so die Theorie, nicht schnell nach. Dies ist auch der Fall bei verdünntem Shampoo. Ich benutze zur Zeit Haarseife und stelle fest, dass ich manchmal am ersten Tag intensiv bürsten muss und denke, ohe je, so ganz hat es nicht geklappt. Dann binde ich mir die Haare hoch und sie sehen aber sauber aus. Nach drei Tagen, wenn sie früher extrem fettig gewesen wären, sehen sie komischerweise noch sauberer aus und dies hält bis zu zwei weiteren Tagen oder insgesamt einer ganzen Woche an.

Stichwort zum Googlen ist "Nopoo"; im Langhaarnetzwerk findet man viele Infos, Erfahrungsberichte und Tipps.

Ich würde als erstes wirklich das langsame Bürsten (5 min am Stück oder 10 min insgesamt morgens und abends) in den Tagesablauf einbauen (kann man ja z.B. machen, wenn die Zahncreme einzieht oder man anderweitig warten muss) und statt zu waschen einmal Trockenshampoo nehmen. Dann Shampoo verdünnen. Dann ggf. mal über Shampooalternativen nachdenken, die man ja auch nicht ständig anwenden muss, aber vielleicht hin und wieder. Haarseife kann man z.B. über Dawanda kaufen oder, falls einen so etwas interessiert, selbst sieden. Man kann sich auch aus normaler Seife und Tee ein verdünntes Shampoo selbst kochen, das dauert nicht lange, hält im Kühlschrank ca. eine Woche und wäscht auch gut, aber mild.

Dazu nimmt man ca. 120 ml Wasser oder Tee (z.B. Kamillentee bei hellen Haaren) und säbelt mit der Käsereibe etc. 15 g milder Seife (am besten Reformhaus) ab. Die Seife wird in dem Wasser eingekocht für ca. 10 min. Das Wasser ist danach noch flüssig. Es wird in eine Schüssel abgegossen und auskühlen gelassen und dann über Nacht in den Kühlschrank gestellt. Am folgenden Abend ist das Wasser dann gelartig und man kann sich damit die Haare waschen. Damit hat man ein sehr stark verdünntes "Shampoo", das trotzdem sauber wäscht. Ggf, wenn man die Haare weicher bekommen möchte, kann man nach dem Waschen 1 L Wasser mit 1 EL Apfelessig über die Haare kippen, 5 min einwirken lassen und dann ausspülen (oder drin lassen, das geht auch). Dadurch werden die Haare weicher und glänzender.

Kommentar von Tasha ,

PS

Hab noch was vergessen: 

Nachtfrisur!

 Klingt erst mal gewöhnungsbedürftig, aber ein einfacher Flechtzopf reicht aus. Die Haare verknoten weniger und scheinen mir auch weniger sichtbar zu fetten. Das mag daran liegen, dass das Fett nicht so einfach im Haar verteilt werden kann, weil das Haar geflochten ist und das Fett halt "Kurven nehmen" muss. Nachtfrisur hat bei mir jedenfalls auch noch mal den Waschrhythmus etwas verlängert. Ohne Nachtfrisur fetten sie etwas früher nach.

Trotzdem natürlich morgens mit der Borstenbürste auskämmen...

Antwort
von Miri00007, 47

Wenn du dir deine Haare jetzt abschneidest und sie dann wieder wachsen, werden sie mit Sicherheit wieder so schnell fettig sein. 

Hast du schon mal spezielle Shampoos gegen fettiges Haar ausprobiert?

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