Frage von MollyMelon, 35

Fester Freund im Drogenentzugsprogramm. Wer war schonmal in dieser Situation?

Hey! Ich wollte mal fragen, ob von euch jemand schonmal, oder aktuell einen Partner/Partnerin hat oder hatte, der/die Drogenabhängig war, und nun im Substitutionsprogramm ist. Eventuell ob jemand Erfahrung mit Methadon hat? Und vorallem wenn das Methadon Monat für Monat herabgesetzt wird (Angefangen mit 120mg), die Auswirkungen vom herabsetzen, etc. Ich wollte wissen ob von euch jemand miterleben musste, was dieser Partner dann alles durchmacht, angefangen bei den Schmerzen, bis hin zum Alltagsleben, wie habt ihr das dann geschafft? Der Partner hat doch kaum mehr Lust auf Sex, jeden Morgen Schmerzen im Bauch und Übelkeit, Alkohol ist für denjenigen unverträglich, Stimmungsschwankungen, eventuell Rückfälle, Schulden und nie Kohle,... Ich kenne jemanden in dieser Situation, deswegen wollte ich mir hier mal Tipps und Hilfe holen, ob das bei anderen Betroffenen ähnlich ist? Wie die Betroffenen damit umgehen, und vorallem auch die Partner? Wäre euch dankbar für Hilfe!

Antwort
von Chillersun03, 15

Eventuell ob jemand Erfahrung mit Methadon hat?

Macht sehr müde & schränkt einem ziemlich stark ein. Und 120 mg ist schon eine Hausnummer. Buprenorphin ist da wesentlich besser, aber die Umstellung geht leider nicht ohne weiteres. Man dosiert erst runter auf 0 mg und steigt dann auf Buprenorphin um. Für die Zukunft würde ich das deinem Freund nur empfehlen! Es hat nur Vorteile.

die Auswirkungen vom herabsetzen

Wenn man es langsam macht, merkt man das runterdosieren gar nicht. Besonders bei 120 mg macht es keinen großen Unterschied. Schwierig wird es erst bei ab 20 mg abwärts. Dann kommen Schlafprobleme, Suchtdruck, ggf. Unruhe und Schmerzen, etc.

bis hin zum Alltagsleben, wie habt ihr das dann geschafft?

Gar nicht. Ein Partner der auf 120 mg ist hat i.d.R. keinen wirklich geregelten Tagesablauf mehr. Die Dosis ist enorm hoch. Ich könnte nicht mit so jemanden leben.

wollte ich mir hier mal Tipps und Hilfe holen, ob das bei anderen Betroffenen ähnlich ist?

Ich möchte keine Substituierten über einen Haufen scheren, aber diejenigen die bei 120 mg sind, sind schon ziemlich am Ende. Die meisten haben mit den gleichen Problemen zu kämpfen, bekommen nichts mehr auf die Reihe, und es stört sie auch nicht - mit Methadon fühlt man sich gut und das meiste ist einem eh egal.

Wie die Betroffenen damit umgehen, und vorallem auch die Partner?

Schwierig, da kann man gar nicht so viel machen. Rede ihm gut zu, dass er in naher Zukunft runterdosiert und wenn er keinen Scuhtdruck mehr hat und weitgehend clean ist auf Buprenorphin umstellen lässt. Dann kann man wenigstens wieder was mit seinem Leben anfangen. Ich persönlich könnte mit so jemandem nicht zusammen sein und würde meine eigenen Ziele & Träume verfolgen. Ich würde dir wahrscheinlich raten, dich von ihm zu verabschieden.

Antwort
von beautycheriee, 18

Hallo!

Mein Partner selbst ist nicht im Drogenprogramm, aber ich arbeite beim Arzt und habe seeehr viel mit solchen Leuten zu tun. Ich kann nur sagen, was ich so mitbekomme haben diese Menschen nicht wirklich Schmerzen. Es sind halt Ersatzdrogen, die nach einiger Zeit herabgesetzt werden und irgendwann brauchen sie gar keine Drogen mehr. Das ganze dauert natürlich ein bisschen und du solltest deinen Partner wirklich sehr unterstützten. Natürlich ist es nicht einfach das zu akzeptieren, aber du musst auch bedenken, jeder der in Substitution ist, hat die Chance dabei wegzukommen.

Falls du noch fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden. Natürlich bin ich keine Ärztin und kenne mich 100 % dabei aus, aber ein bisschen was weiß ich schon.

Liebe Grüße :)

Antwort
von TilidinCut30, 12

Hallo! Methadon ist ein nachgebautes Morphin und wirkt aber viel länger. Wenn man von Heroin (Diamorphin) oder Morphin sowie ähnliche Stoffe unter Ärztlicher Aufsicht auf Methadon umgesetzt wird, dann wird es ja über längere Zeit langsam ausgeschlichen und dieses runterfahren sorgt natürlich dafür, dass man hin und wieder Knochenschmerzen/Magenschmerzen und schlechte Laune bekommen kann. Man hat sich ja mit Opiate immer versucht gut gelaunt nach oben zu befördern und es hat sicher am Anfang auch geklappt. Aber nach und nach verschwindet die gute Laune und man jagt vergeblich dieses Hochgefühl hinterher! Vor allem wenn man es langsam absetzt, dann kann die Stimmung immer Keller gehen. Es könnte sein, dass man vielleicht wieder sich selber hochdosiert mit Heroin oder ähnliches oben drauf. Es ist sehr schwer allgemein von Opiaten wieder loszukommen. Man muss es von selber wollen, denn sonst bringt das nichts. Viele gehen auch zum Arzt und wollen Methadon um sich noch mehr zu berauschen (mit Heroin zusammen). Die Sucht nach Opiaten ist sehr stark und die Rückfallquote liegt bei 98 Prozent. Wie gesagt, es muss von einem selber kommen das man damit aufhören will, alles andere bringt nichts und Methadon könnte eine Krücke in Richtung "sauber werden" sein. Es ist jedoch nicht einfach !

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