Frage von thebiz, 46

Fehlte in diesem Satz nicht die Negierung?

Es geht um den fett dargestellten Abschnitt. Fehlt hier nicht das (nicht), dass ich dort in Klammern gesetzt habe?


Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.

Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner (nicht) ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Antwort
von Suboptimierer, 30

Ich finde den Text sehr schwer zu lesen. Innerhalb des Satzes wird kreuz und quer auf Satzteile Bezug genommen. Da wollte wohl jemand als Wortejongleur in die Geschichtsbücher eingehen.

Ich ersetze mal Hauptwörter durch Platzhalter. Vielleicht wird es dann transparenter.

Selbstverschuldet ist A, wenn die Ursache von A nicht am Mangel von B liegt, sondern am Mut, sich B eigenständig zu bedienen.

Du hast recht. Ich würde allerdings anstelle vor "eigenständig" ein "nicht" einzufügen, vor "Mut" "fehlenden" einfügen.

Anders ausgedrückt. Ist jemand blöd, kann er nichts dafür. Traut jemand sich nicht, seinen Mund aufzumachen, kann er für das Richten nach anderen gerichtet werden.

Kommentar von thebiz ,

Das geht schon in meiner Richtung. Aber müsste es nicht "seines" heißen, wenn sich "seiner" auf den Verstand beziehen würde?

Kommentar von Suboptimierer ,

Das kann ein Relikt aus altdeutscher Sprache sein. Anders kann ich es mir auch nicht erklären. Es muss sich auf "Verstand" bezogen werden. Alles andere würde keinen Sinn ergeben.

Statt "seines" würde ich "des seinen" schreiben.
Aber warum nicht nochmal genau hinschreiben, was gemeint ist. Sind Wiederholungen so schlimm? Okey, Papier war früher glaube ich teuer...

Kommentar von thebiz ,

Ich glaube, dass mit "seiner", die jeweilige Person gemeint ist.
z. B.: Dass man sich seiner Fähigkeiten bedient.

Kommentar von Suboptimierer ,

Du kennst den Zusammenhang besser als ich.

Antwort
von thebiz, 8

Ich habe jetzt lange hin und her überlegt.
Die Aussage ist einfach völlig verkompliziert.

Die Kernaussage soll wohl sein, dass:
die Selbstverschuldung nicht am mangelnden Verstand liegt,
sondern am Entschluss und am Mut, für sich selbst zu denken.

Würde man das "und des Mutes" weglassen, wäre
das "nicht" meine Meinung nach angebracht. Allerdings ist der Mut ein wichtiger Bestandteil der Aussage.

Ich denke, dass die Aussage nur im Kontext, also gestützt durch
weitere Aussagen, verstanden werden kann. Der folgende Satz:
"Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!",

dient hierbei wohl als notwendige Ergänzung.


Antwort
von critter, 31

Ein "nicht" steht doch in der 1. fetten Zeile und reicht aus. Ein weiteres "nicht" wäre fehl am Platz und kein richtiges Deutsch mehr.

Kommentar von thebiz ,

Wenn ich nun schreibe:
Das Haus wurde nicht rot gestrichen, sondern fertig gestellt.

Versteht man dann darunter, dass das Haus nicht fertig gestellt wurde?

Kommentar von critter ,

Nein, man versteht darunter:

- dass das Haus nicht rot gestrichen wurde.

- dass es aber fertiggestellt wurde.

Dein Satz gibt überhaupt keinen Sinn, wenn man den Kontext nicht kennt. So sind es einfach nur ein Satz, bestehend aus Hauptsatz und Nebensatz. Hier könnte es auch genau so sinnfrei heißen: Das Essen wurde nicht gewürzt, sondern gekauft. ;)

Kommentar von thebiz ,

Ja, der Satz ergibt keinen Sinn. Er soll ja nur verdeutlichen, dass das "nicht" sich nicht auf den 2. Teil des Satzes bezieht.

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