Frage von Juliebeau95, 78

Fehltage vom Gehalt abgezogen. Darf mein Chef das?

Ich habe vor zwei Monaten mein Zeugnis abgegeben bei meinem Arbeitgeber und habe damals erklärt warum ich diese Fehltahe hatte(ich hatte mein Attest zu spät abgegeben) Jetzt habe ich vor 1-2 Wochen eine Nachricht von meiner Chefin bekommen das Sie mir diese Tage vom Gehalt abzieht? Ist das nach zwei Monaten überhaupt noch rechtens ? Und was kann ich dagegen tun?

Antwort
von grisu2101, 27

Ein guter Tip:  Bei so etwas, nicht schlöddern !! Atteste pünktlich abgeben, sich ordentlich und fristgemäß krankmelden, das ist immer wichtig !!

Antwort
von PeterSchu, 44

Wenn du das Attest abgegeben hast, darf man dir den Lohn für diese Zeit nicht abziehen. Denn du  warst ja nachweislich krank.

Für das verspätete Abgeben könnte es eine Abmahnnung geben. Aber keinen Lohnabzug.

Kommentar von Kirschkerze ,

"Wenn du das Attest abgegeben hast, darf man dir den Lohn für diese Zeit nichtabziehen. Denn du  warst ja nachweislich krank."

Verspätetes Attest = Keine ordnungsgemäße Krankmeldung = Entsprechende Maßnahmen dürfen ergriffen werden.

Kommentar von PeterSchu ,

Unsinn. Lies mal das Entgeltfortzahlungsgesetz:

"§ 7 Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitgebers

(1) Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Fortzahlung des Arbeitsentgelts zu verweigern,
1. solange der Arbeitnehmer die von ihm nach § 5 Abs. 1 vorzulegende ärztliche Bescheinigung nicht vorlegt oder den ihm nach § 5 Abs. 2 obliegenden Verpflichtungen nicht nachkommt;"

Und beachte bitte das "solange". Es kann für das verspätete Abgeben zwar eine Abmahnnung geben, aber keinen Lohnabzug.
Kommentar von Mojoi ,

Genau so, Peter.

Kommentar von Hexle2 ,

Ich schließe mich hier der Antwort von @PeterSchu sowie seinem Kommentar umfänglich an.

 

Antwort
von Kirschkerze, 53

Selbstverständlich darf man dafür Gehalt abziehen (wenn die Buchhaltung das erst später verbucht ist es egal) Du kannst doch nicht erwarten dass du für Tage, bei denen du einfach nicht "erschienen bist" auch noch bezahlt bekommst? Wäre ja sehr frech. Dass zu spät eingereichte Attest ist ja immerhin dein eigenes verschulden.

Und: Dir ist hoffentlich klar dass man dich dafür fristlos kündigen kann? Also sei froh dass dir nur die zwei Tage abgezogen werden

Kommentar von PeterSchu ,

Von A bis Z Unsinn. Eine Kündigung wegen eines einmalig verspäteten Attestes ist nicht gerechtfertigt, schon gar keine fristlose. Und der Lohn darf nur einbehalten werden, solange das Attest nicht da ist. Wird es nachgereicht, muss auch der Lohn gezahlt werden.

Es kann allerdngs eine Abmahnung geben.

Kommentar von Mojoi ,

Nein. Für die Nichtvorlage oder die verspätete Vorlage kann man nicht gekündigt werden, schon gar nicht fristlos.

Zur Sache der einbehaltenen Lohnfortzahlung hat Peter schon korrekt geantwortet.

Kommentar von Juliebeau95 ,

In der Arbeit war ich rechtzeitig entschuldigt nur in der Schule hab ich es zu spät abgeben weil ich zwei Wochen krank war und es erst nach zwei Wochen abgegeben habe 

Zudem ist das schon zwei Monate her das ich mein Zeugnis abgegeben habe. Und erst nach so langer Zeit kommt die entsprechende Maßnahme 

Kommentar von Mojoi ,

Was denn für ein Zeugnis?

Antwort
von Feuerwehrmann2, 50

Nichts kannst verdammt froh sein wenn es keine Abmahnung oder sogar Kündigung gibt

Kommentar von PeterSchu ,

Ja, es hätte eine Abmahnung geben können. Aber keinen Lohnabzug. Denn das Attest wurde ja abgegeben also war die Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen.

Kommentar von Feuerwehrmann2 ,

Aber wie der Fragensteller zugegeben hat war es zuspät und ist somit unentschuldigt gewesen da bringt das nachgereichte Attest auch nichts mehr

Kommentar von Hexle2 ,

@Feuerwehrmann2,

Deine Antwort ist soweit korrekt, dass es eine Abmahnung hätte geben können.

Allerdings stimmt der Kommentar von @PeterSchu was die Bezahlung betrifft.

Der AG ist nicht zur Zahlung verpflichtet wenn kein Attest vorliegt. Wird das allerdings nachgereicht, muss der AG die einbehaltenen Beträge bezahlen. Ich zitiere Dir mal aus dem Arbeitsrechtkommentar von Prof. Dr. Peter Wedde zum § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz:

"Legt ein AN innerhalb der für ihn maßgeblichen Frist eine AUB seines behandelnden Arztes nicht vor, fällt dem AG ein Leistungsverweigerungsrecht nach § 7 Abs. 1 Nr. 1 zu. Dieses Recht ist zeitlich begrenzt (BAG 1.10.1997 - 5 AZR 726/96).

Wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung später nachgereicht, so ist der AG zur Nachzahlung von unter Berufung auf § 7 Abs. 1 Nr. 1 nicht gezahlter Beträge verpflichtet."

Antwort
von Mojoi, 22

Wie, was?

Was hat das mit dem Zeugnis zu tun? Und was hat es mit der Formulierung "diese Fehltage" auf sich?

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