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Fehlen uns wirklich Ausbildungsstellen, oder sind viele Jugendliche einfach nicht ausbildbar?

gefragt von guenther am 19.05.2007 um 11:40 Uhr

wir wissen, dass das niveau unserer schulen stark sinkt, da bleiben vor allem hauptschulabgänger auf der strecke. ist unser schulsystem mittlerweile so schwach, dass einige abgänger schon nicht mehr ausbildbar sind? was meint ihr?


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UlfDunkel
beantwortet von UlfDunkel am 19. Mai 2007 11:45
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Unser Schulsystem ist sehr schlecht, darüber braucht wahrlich niemand mehr zu diskutieren. JedeR weiß auch, wie es verbessert werden kann.

Viele Jugendliche sind leider oft durch nichts mehr zu motivieren, weil sie zu lange "rumgehangen" haben und von der Gesellschaft nicht gefordert und gefördert wurden.

Ich glaube trotzdem, dass man die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen dazu kriegen kann, mit Elan und Erfolg eine Berufsausbildung zu absolvieren. -- Dazu müssen nur erstmal Ausbildungsplätze da sein.

Die vollmundigen Versprechen der Wirtschaft, sich darum kümmern zu wollen, und ihre realen (Nicht-)Taten haben viele Jugendliche sehr frustriert -- zu Recht.


RolfHoegemann
beantwortet von RolfHoegemann am 19. Mai 2007 12:28
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Einige sind bestimmt so 'schwach' dass sie nicht mehr richtig ausbildbar sind. Aber so 'neu' ist diese Phänomän auch nicht. Als ich Mitte der 70er auf der gewerblichen Berufsschule war, war der grossteil in der KLasse noch nicht einmal so weit, einen anständigen Aufsatz zu schreiben, der 'Dreisatz' wurde 1,5 Jahre 'durchgekaut' weil den kaum jemand kapierte und dir Rechtschreibung vieler..... DAzuzusagen ist noch, dass ich der einzige Realschüler in der Klasse war, sonst 'nur' Hauptschüler.

Was aber die heutige Situation auf dem lehrstellenmarkt angeht, da bin ich der Meinung, dass einige Ausbilder auch einmal ihre Ansprüche an die Auszubildenden herunterschrauben müssen - es ist ja Fakt, dass grosse Defizite bestehen, also muss ich die als Ausbildungsstätte eben auch nocht 'korrigieren'. So kann ich den jungen Menschen doch genau so aus-bilden, wie ich ihn in meinem Betrieb brauche. Genauso müssten aber auch die Lehrstellen-Suchenden ihre Ansprüche betreffs 'Traumberuf' ein wenig auf die Realität einstellen; sehr viele sind sich leider gar nnicht bewusst, dass sie einen etwas niedrigen Bildungsstand haben, suchen sich jedoch berufe aus, zu denen sie keine Voraussetzuung haben.

Eine weitere Schwierigkeit bei Lehrstellen ist m.E. auch, dass sich viele nur im Umkreis ihres Heimatortes umtun anstatt bundesweit zu suchen - wie sonst ist es zu erklären, dass an einer Stelle Ausbildungsplätze nicht zu besetzen sind, die an anderen Orten mangelware sind.

Kommentar von E13351831a85b89ecf151faf443695fesmallRolfHoegemann am 19. Mai 2007 12:32

Und meine Rechtschreibfehler bitte ich auch zu entschuldigen, ich bräuchte ein grösseres Eingabefeld um meine 'schnellen Finger' zu korrigieren.

Kommentar von E8636ea013e682faf61f56ce1cb1ab5csmallgeheim am 28. Mai 2007 16:47

nicht nur du..... nicht nur du.... grummel ;-)


anonym
beantwortet von aufmbuerro am 19. Mai 2007 11:42
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es scheint fast so, sogar das tv ist mittlerweile voll von reportagen die jugendliche bei vorstelungsgesprächen zeigen, und die erhebliche schwächen und wissenslücken aufweisen. ich glaube das ein großer teil unserer ersten playstation generation nicht ausbildbar ist.

Kommentar von E8636ea013e682faf61f56ce1cb1ab5csmallgeheim am 28. Mai 2007 16:46

das Fernsehen ist immer voll mit dem Thema, das gerade aktuell ist.... da wird auch schon mal tüchtig aufgebauscht.... vor Monaten wurde jedes kranke Huhn in den Nahcrichten gemeldet, nur weil von Asien her die Vogelgrippe kam.... was ist heute davon übriggeblieben? Und BSE? Das Fernsehen/ die Medien braucht einfach fortwährend ein Thema, dass sie an den Mann bringen können...


Katzentatze
beantwortet von Katzentatze am 19. Mai 2007 11:53
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Ich denke schon, dass junge Menschen heute ausbildbar wären, wenn sich die Eltern und die Gesellschaft mehr darum bemühen würden. Aber jeder schiebt die Verantwortung weiter. Da bleibt es nicht aus, dass wir eine Mir-egal-Generation aufziehen. Es gibt auch noch genügend Ausbildungsplätze. Aber in unserer Leistungsgesellschaft möchten die Jugendlichen lieber was "modernes" lernen, wie z.B. die ganzen IT-Berufe. Da möchte keiner mehr Bäcker oder Verkäufer werden. Fakt ist, es liegt an uns Erwachsenen, was aus unseren Kindern wird, und wie sie auf das Berufsleben vorbereiten.


doro52
beantwortet von doro52 am 19. Mai 2007 12:02
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Bei allen diesen Beiträgen vermisse ich immer die Rolle der Eltern, wann klinken sich die Eltern aus und überlassen die Erziehungsarbeit zum Großteil den Schulen? Es muss beides stimmen und Eltern haben doch auch die Möglichkeit die Schule ihrer Kinder auszuwählen. Ich bin mir bewußt, dass ich in ein Wespennest steche, aber welche Elternvorbilder haben diese Jugendlichen oft? Die Lehrerausbildung ist gelinde gesagt etwas veraltet, es wird nicht genug auf die Anforderungen die nun einmal die Veränderungen der Zeit mit sich bringt reagiert. Ich habe das Gefühl, dass oft nur noch Hilflosigkeit vorherrscht und keiner es wagt die Probleme anzugehen, statt dessen wird der "schwarze Peter" hin und hergeschoben. Wenn sich Jugendliche nicht mehr interessieren hat das m.E. viel früher angefangen. Es ist also für mich ein mehrfaches Problem und ohne wirksame Zusammenarbeit aller, nämlich Elternhaus, Schule, Arbeitgebern und Jugendlichen nicht zu bewältigen


Kommentar von E13351831a85b89ecf151faf443695fesmallRolfHoegemann am 19. Mai 2007 12:30

Richtig - die Rolle der Eltern bei der Erziehung wird so gut wie nie von der Bildungspolitik in Frage gestellt, bzw. es wird nie in den Medien mal gesagt: "Liebe Eltern, IHR seid dafür verantwortlich, wie Eure Kinder erzogen werden und nicht Kindergarten und Schule!"


Lotusblume12
beantwortet von Lotusblume12 am 19. Mai 2007 12:35
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Lieber guenther, wenn man schon 10-Jährigen suggeriert, wenn sie schulmäßig nicht mindestens eine Befürwortung fürs Gymnasium bekommen, haben sie schon verloren. Leider gehts da denn auch weiter, mit Markenklamotten, wenn du da nicht mithalten kannst, brauchste schon ein großes Selbstbewusstsein. Wer soll das denn fördern, arbeitslose deprimierte Eltern, die schlimmstenfalls net mal Netzwerke haben. Wie heisst es so schön, Beziehungen schaden nur dem der sie nicht hat. Ich denke wenn Kinder/Jugendliche eine Perspektive erkennen, dann werden sie auch gute Auszubildende und gehen ihren Weg. Ausbildung für die Arbeitslosigkeit ist keine Perspektive. Natürlich fehlen auch viele Ausbildungsplätze, wir hatten vor kurzem noch eine Ausschreibung für eine Bürokaufmann/frau Stelle. Wir mussten 94 jungen Leuten absagen. Beim Lesen der Bewerbungen erkennt man/frau schon Schicksale . Zum Teil schreiben sie schon fast 10 Jahre Bewerbungen und haben denn immer wieder Schule besucht, nur um nicht nix zu machen. Das sind denn sicher auch nur die, die vom Elternhaus, Familie, Freunde unterstützt werden. Wer soll das denn durchhalten und vor allem wie lange? Es gibt auch heute noch viele tolle junge Leute, aber sie haben es sehr schwer!! Dazu könnte man sicher noch viel mehr schreiben. Lieben Gruß Lotusblume


stefvol
beantwortet von stefvol am 19. Mai 2007 19:29
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Es gibt sowohl viel zu wenig Lehrstellen als auch geeignete Bewerber, also beides spielt eine Rolle. Dazu kommen noch die regionalen Unterschiede bei Angebot und Nachfrage. Meine eigene Erfahrung als Ausbilder ist auch, dass sich höchstens die Hälfte der Eltern der Bewerber überhaupt dafür interessieren, was der Nachwuchs treibt. Es gab auch Fälle, wo man die Alten mit Nachdruck dazu bewegen mußte, zum Unterschreiben des Ausbildungsvertrags vorbei zu kommen. Bei einem kam die Oma, weil die Alte sich überhaut nicht dafür interessiert hat was der Sohn treibt. Wenn man dann bei der betrieblichen Ausbildung erhebliche Mängel feststellt, kann man nur versuchen mittels Nachhilfe ein vernünftiges Ausbildungsziel zu erreichen. leider nicht immer erfolgreich. Übrigens: Auch viele Lehrer bekommen ihr fett weg - die bleuen nur ihren "STOFF" durch - der Rest ist denen scheißegal - die haben den beruf verfehlt - bezüglich gewählt weils ein gut bezahlter und urlaubsreicher Halbtagsjob ist.


anonym
beantwortet von oldpaed am 20. Mai 2007 11:01
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Ich gebe UlfDunkel Recht. Wenn jetzt wieder in den Medien gesagt wird, dass Lehrstellen offen sind, dann ist das u. a. Beweis für seine Aussage. Eltern müssen als Vorbilder und Verantwortliche für die Erziehung bei der Berufsfindung behilflich sein. In den Schulen wird sehr viel für die berufliche Vorbereitung, oft schon mit Beginn des 8. Jahrgangs, geleistet. Besuche in den BIZ der Agentur für Arbeit und die Arbeiten mit den Materialien "Machs richtig!" gehören heute zum festen Bestandteil der schulischen Arbeit. Leider gibt es Schüler, die einen Abschluss nach 10 erreicht haben und noch nicht "ausbildungsfähig" sind. Das hängt mit Sicherheit mit der schulischen Organisation zusammen : zu wenig Lehrer, zu große Klassen, zu wenig Fördermöglichkeiten etc. Trotzdem erreichen manche Schulen durch Kontakte zu ortsnahen Betrieben, dass auch "schwache" Schüler einen Ausbildungsplatz erhalten (Beispiel: die kürzlich ausgezeichnete Hauptschule Möhnesee). Keinem Lehrer ist es "scheißegal", was nach der Schule mit seinen Schülern geschieht! - Andererseits wollen manche Betriebe die "Anstrengung" einer beruflichen Ausbildung nicht mehr übernehmen, denn Ausbildung ist kostenintensiv. Förderprogramme des Staates können hier helfen. Letztendlich sind alle hier beteiligten gesellschaftlichen Gruppen aufgefordert, unseren Jugendlichen in unserem Staat eine Perspektive für die Zukunft zu gewähren. Und schließlich: Ist die Situation auf dem Ausbildungsmarkt nicht auch ein Spiegelbild unserer Situation auf dem Arbeitsmarkt??!!


anonym
beantwortet von oprch am 21. Mai 2007 15:15
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Hier wird ja heiß diskutiert. Ich bin Lehrerin an einer Berufsschule und unterrichte in der Abteilung Bautechnik. Aus meiner mitlerweile 10jährigen Erfahrung kann ich sagen, dass ca 70% meiner Azubi die ich unterrichte, entweder von ihren schulischen Leistungen her oder aber auch von ihrer Gesamteinstellung nicht in der Lage sind, eine Ausbildung zu absolvieren. Viele wollen nicht mal in dem Job später arbeiten. Ich habe sogar Lehrlinge, die nicht mal ein 3. Lehrjahr für die Facharbeiterausbildung wollen. Ich glaube nicht, dass es am Lehrstellenmangel liegt. Viele Schüler werden auch über Fördermaßnahmen des AA ausgebildet. Und wenn ich die Zeitungen durchlese, dann werden überall Lehrstellen angeboten. Es ist auch nicht fair, nur dem Schulsystem die Schuld zu geben. Versuchen sie doch mal, mit immer weniger Mitteln in immer größeren Klassen (bis zu 32) ihr bestes zu geben, und dass bis zu 8 Stunden am Tag. Ich persönlich denke, wenn unsere Regierung Geld dahin stecken würde, wo es Sinn macht, und Eltern ihren Kindern von Anfang zeigen, dass Lernen Spass macht und ihnen auch beibringen würden, dass man im Leben auch Sachen machen muss, die einem keinen Spass machen, dann wäre es egal, ob jemand von der Hauptschule oder vom Gymnasium kommt.


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