Frage von runwaypunk, 73

Fehl"diagnose". Und nun?

Hallo Leute, ich habe zu diesem Thema selbst noch nichts online gefunden und wollte deswegen einmal bei euch Rat einholen.

Letztes Jahr im November ca. bekam ich starke Rückenschmerzen, war erst bei einer befreundeten Physiotherapeutin, die mir weites gehend zur Besserung verhalf bis ich dann im Dezember schließlich den Termin bei der Orthopädin bekam.

Diese schaute sich dann 2 Minuten meinen Rücken an und sagte mir, dass meine Beschwerden mit etwas Krafttraining im Lendenwirbelsäulenbereich bald besser werden. Gesagt getan, drei Wochen später war die Anmeldung im Fitnesstudio abgegeben und nachdem ich dann meine Grippe auskurriert hatte fing ich an 2-3 Mal die Woche zum Training zu gehen. Nur besser wurde irgendwie nichts. Im Gegenteil, es wurde sogar eher schlimmer.

Diesen Freitag war es dann so schlimm, dass ich in der Schule kaum noch sitzen konnte, also hab ich mich in die Notfallambulanz begeben. Der Orthopäde im Krankenhaus stellte mir dann nach einigem hin und her und einer kurzen neurologischen Behandlung die Diagnose, dass meine Bandscheibe wohl kurz vor einem Vorfall sei und diese auf einen Nerv drückt. Das Krafttraining hat dies also noch schlimmer gemacht.

Meine Vermutung ist, dass mich die erste Orthopädin dank meines Alters (17 Jahren) nicht ernst genommen hat was den Schmerz angeht und die Frage dazu ist, ob ich irgendwie gegen sie vorgehen kann. Ich möchte dabei nichts für mich rausschlagen, sondern eher anderen so eine unschöne Erfahrung ersparen. Soll ich einemal mit der Ärztin Klartext reden oder ihr (was mir eigentlcih unfassbar hart vorkommt, mir aber von verschiedenen Leuten angeraten wurde) direkt einen Brief vom Anwalt zukommen lassen? Oder habt ihr vielleicht noch andere Ideen was ich tun kann?

Ich freu mich auf eure Antworten. Liebe Grüße runwaypunk

Antwort
von Friedel1848, 20

Auch Ärzte haften für ihre Fehler. Hierzu gibt es viel und teilweise komplizierte Rechtsprechung, die ich dir nicht erklären kann, weil ich davon selbst zu wenig weiß.

Ich kann dir aber sagen, was grundsätzlich gilt: Wenn jemand (fahrlässig oder vorsätzlich) einen Fehler macht, dann muss er für den Schaden, der dabei ensteht, aufkommen. In deinem Fall wird es aber vielleicht schwierig, einen finanziellen Schaden überhaupt beziffern zu können. Höchstens der jetzt umsonst und unnötig abgeschlossene Vertrag im Fitnessstudio könnte so ein Schaden sein - wobei das auch wieder kompliziert ist.

Es kommt eventuell noch ein Schmerzensgeld in Betracht - aber wie gesagt, ich habe vom Arzthaftungsrecht wenig Ahnung und kann nur sagen, wie das grundsätzlich geregelt ist.

Was du machen kannst ist folgendes: Willst du rechtlich gegen die Ärztin vorgehen? Dann nimm dir einen Rechtsanwalt (am besten einen Fachanwalt für Medizinrecht) und besprich mit ihm dein weiteres Vorgehen. Ich bezweifel aber, dass du hier rechtlich gesehen wahnsinnig viel Erfolg haben wirst.

Auf der anderen Seite gibt es im Internet einige Plattformen, auf denen man Ärzte bzw. Arztpraxen (anonym) bewerten kann, um so andere Patienten vorzuwarnen oder ihnen bestimmte Praxen zu empfehlen. Was man von solchen Plattformen hält, mag unterschiedlich sein, doch hier könntest du jedenfalls deine Erfahrungen schildern. Ich denke aber nicht, dass die Ärztin dich absichtlich so behandelt hat. Natürlich kann es bei Ärzten vorkommen, dass sie fehlerhafte Diagnosen stellen. Vor allem bei Rückenschmerzen, die tausend verschiedene Ursachen haben können, wird oft Bewegung als Heilmittel genannt. Dass es in deinem Fall anders war, hätte die Ärztin vielleicht erkennen können, aber sie hat bestimmt nicht absichtlich oder weil sie keine Lust auf weitere Untersuchungen hatte so gehandelt.

Antwort
von Andretta, 34

Ich habe zwar keine Antwort auf Deine Frage, schreibe dennoch, weil ich Dir zur Osteopathie raten möchte. 

Ein guter Osteopath richtet den ganzen Bewegungsapparat so aus, dass solche Beschwerden recht schnell verschwinden. Ich habe das selbst und im Bekanntenkreis schon mehrfach erlebt. 

Die meisten Kassen übernehmen inzwischen die Kosten für eine solche Behandlung. Wenn Du also magst, ruf da einfach mal an und frag nach. 

Gute Besserung! 

Antwort
von einfachichseinn, 35

Gar nichts kannst du da machen. Menschen machen Fehler. Niemand ist unfehlbar.

Das ist saudoof für dich, aber du kannst nichts ändern

Kommentar von runwaypunk ,

Das verstehe ich, es kann aber eigentlich nicht sein, dass man, nur weil man 17 ist man mit Schmerzen nicht ernst genommen wird und die Schmerzen damit abgetan werden, dass man angeblich zu wenig Sport mache...

Kommentar von einfachichseinn ,

Doch genau das kann passieren.  Vor allem  wie kommst du darauf, dass es daran liegt  dass du 17 bist?

Kommentar von Friedel1848 ,

Du hast teilweise Recht. Menschen machen Fehler und niemand ist unfehlbar. Das stimmt. Abfinden muss man sich damit aber nicht. Du musst schließlich auch nicht auf deinen Kosten sitzen bleiben, wenn ein anderer Autofahrer einen Fahr"fehler" macht und deine Karre kaputt fährt. Dann kannst du Schadensersatz verlangen. Ähnlich kann es hier in diesem Fall sein.

Kommentar von einfachichseinn ,

Es geht ihr/ihm ja nur gar nicht um den Schadensersatz. 

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