Frage von Duckyyduck, 139

Fast ganzes Gehalt abgeben?

Die Mutter meines Freundes bekommt wohl Unterstützung vom Amt und seit mein Freund dieses Jahr seine Ausbildung begonnen hat, muss ER wohl den Betrag an seine Mutter zahlen, den sonst das Amt bezahlt hat und das sind ca. 350€ , es bleibt also für ihn so gut wie nichts übrig. Seine Eltern waren angeblich beim Anwalt, und es ist alles richtig so. Ich glaube nicht, dass es sowas gibt.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung, 33

Dann wirst du deinen Glauben neu ausrichten müssen,denn das ganze ist schon korrekt so !

Ohne eigenes Einkommen hat das Jobcenter seinen Bedarf den er bei seinen Eltern hat voll übernommen bzw.nach Abzug des Kindergeldes,denn das zählt auch als sein Einkommen,solange er es zur eigenen Deckung des Bedarfes benötigen würde.

Ihm stehen dann auf seine Brutto Vergütung Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll zu,dass wären dann zunächst mal 100 € Grundfreibetrag.

Von dem Bruttoeinkommen was dann über diesen 100 € - 1000 € liegt stehen ihm noch mal 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag zu.

Diese Freibeträge werden dann addiert,ergeben dann das anrechenbare Erwerbseinkommen und dazu werden dann noch sonstige Einkommen wie Kindergeld addiert,dass zusammen ergibt dann das gesamte anrechenbare Einkommen,was dann auf seinen Bedarf angerechnet wird.

Kann er mit seinem anrechenbarem Einkommen seinen Bedarf decken,dann gehört er nicht mehr zur BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) seiner Eltern,sie würden dann also vom Jobcenter nichts mehr für ihn bekommen.

Das bedeutet dann nicht nur das sein Regelsatz für den Lebensunterhalt entfällt,sondern auch sein KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) Kopfanteil entfällt dann,die Eltern bekommen also auch weniger Miete gezahlt.

Deshalb muss er dann von seiner Vergütung einen Teil abgeben,ob die 350 € gerechtfertigt sind kann man so nicht sagen,denn den Eltern sollte ja außerdem noch das Kindergeld zur Verfügung stehen,wenn er nicht soviel anrechenbares Einkommen hätte das er auch ohne dem Kindergeld bzw.nur mit einem Teil davon seinen Bedarf decken könnte.

Denn wenn er das Kindergeld nur noch teilweise oder gar nicht mehr zur eigenen Bedarfsdeckung benötigen würde,dann wird dieser Teil ( max. das volle Kindergeld ) wieder zum Einkommen des Kindergeldberechtigten bzw.von dem  Elternteil der das Kindergeld aufs Konto bekommt.

Es würde dann also max. das volle Kindergeld auf den Bedarf angerechnet,dieses stünde dann zur Deckung des Bedarfes vom Freund nicht mehr zur Verfügung.

Antwort
von implying, 73

ist leider so.. kenne auch jemanden der das so geht. das ist mit das ungerechteste was es in unserem system gibt finde ich. weil es den jungen leuten in betroffenen familien jegliche motivation raubt sich arbeit zu suchen. weil natürlich erstmal jeder denkt, wozu, wenn man das geld nicht behalten darf. auch wenn es irgendwo sinn macht wenn man länger drüber nachdenkt, und sich natürlich jeder auch gerne sozial gegenüber seinen eltern zeigen würde... ist es trotzdem einfach gemein, weil man sich einfach für die arbeitslosigkeit der eltern bestraft fühlt. weil man dazu gezwungen wird. und für eltern stell ich es mir einfach nur beschämend vor, auf das geld ihrer kinder angewiesen zu sein, bzw das gefühl zu haben, es ihnen weg zu nehmen.

Kommentar von Duckyyduck ,

Ja eben! Ich als Mutter würde alles versuchen einen Job zu bekommen. Aber sie versuchts nichtmal aber angeblich tut ihr das alles so leid

Kommentar von implying ,

nagut wenn sie nichtmal effektiv was dagegen tun will ist das natürlich mies. in dem fall den ich kenne wars so, dass die mutter nur aufstockung bekam, die dann einfach wegfiel als die tochter ne ausbildung anfing.

Kommentar von isomatte ,

Was soll daran denn ungerecht sein ?

Das Kind kommt mit seinem Einkommen nicht für den Lebensunterhalt der Eltern auf,sondern dieses Einkommen wird nach Abzug von Freibeträgen auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll auf den Bedarf des Kindes angerechnet.

Dieser Bedarf bzw. die Leistungen für das Kind verringert bzw.entfällt dann komplett,wenn das Kind genügend anrechenbares Einkommen hat und seinen Bedarf daraus selber decken kann.

Würde das Kind nicht mehr Zuhause wohnen,müsste es seinen Lebensunterhalt und dazu gehören dann auch Wohnkosten aus seinem Einkommen selber finanzieren.

Da könnte ja jeder Berufstätige sagen,ich gehe nicht mehr arbeiten,denn nach Abzug meiner Unkosten habe ich im Monat nur noch 400 € für mich.

Antwort
von troublemaker200, 9

Das ist korrekt. Warum sollte der Staat das zahlen?

Bitter ist es für Deinen Freund!!  Ich kann die Mutter nicht verstehen, dass die das so hinnimmt. das kann sie doch ihrem Sohn nicht zumuten.!!

Antwort
von GravityZero, 83

Ob du es glaubst oder nicht, sowas gibt es.

Antwort
von Kandahar, 47

Das ist völlig korrekt so.

Die Familie gilt als Bedarfsgemeinschaft, wo jeder für den anderen einstehen muss. D.h. jegliches Einkommen wird angerechnet, auch das deines Freundes.

Antwort
von HalloRossi, 23

350€ ist ja immer noch billiger als eigene Wohnung plus Lebensmittel

Antwort
von webya, 25

ja, dem ist so. Die Eltern müssen dann aber auch alles bezahlen. Unterkunft, Essen, Kleidung..

Antwort
von tryanswer, 75

Das ist alles richtig. Kinder sind ihren Eltern gegenüber unterhaltspflichtig. Es kann ja schlecht sein, daß der Staat volle Unterstützung gewährt, obwohl in dem betreffenden Haushalt ein entsprechendes Einkommen vorhanden ist.

Kommentar von Duckyyduck ,

Danke! Er tut mir einfach nur Leid, weil er keine Möglichkeithat für irgendwas zu sparen usw obwohl er ehrliches Geld verdient

Kommentar von M1603 ,

Jetzt red doch bitte nicht so, als wuerde man der Familie Geld stehlen. Ist doch gut, dass sie jetzt nicht mehr vom Staat abhaengig sind und sich selbst versorgen koennen.

Alternativ kann sich die Mutter einen Job suchen.

Kommentar von Duckyyduck ,

Ich habe nie davon geredet dass irgendwer das Geld stiehlt. Das einzige was mich aufregt ist, dass die Mutter sich keinen Job sucht, weil sie angeblich mit 37 (!) zu kaputt, erschöpft usw. sei, obwohl sie ohnehin nie wirklich arbeiten war. Diese Faulheit regt mich auf.

Kommentar von implying ,

was ist denn daran so toll "nicht vom staat abhängig zu sein"? dafür kann man sich nichts kaufen. es ändert sich effektiv NICHTS an der situation. das ist kein grund zur freude wenn sich nichts ändert, und man stattdessen noch spannungen innerhalb der familie erzeugt, weil sich die kinder ihres verdienstes beraubt fühlen und die eltern auf selbigen angewiesen sind. das ist furchtbar.

Kommentar von M1603 ,

Dann muss der Sohnemann der Mutter mal Feuer unterm Hintern machen oder ausziehen. Warum soll denn der Steuerzahler etwas unterstuetzen, wo keine Unterstuetzung mehr notwendig ist? Dann kann ja jeder kommen und irgendwas verlangen....

Kommentar von tryanswer ,

Es ist eigentlich der Normalzustand nicht von Sozialleistungen abhängig zu sein.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Sage das mal den Arbeitgebern die so schlecht bezahlen dass man trotz  Vollzeit als Familienvater vom Amt unterstützt werden muss.

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