Frage von Yami97,

Faschoda krise\1.Weltkrieg

Wir müssen ein geschichtsreferat über die faschoda krise machen aber ich hab nicht verstanden, was für mittel die streitenden angewendet haben,um ihr ziel durchzusetzen. Kann mir das mal jemand erklären bitte?

Antwort von KHLange,

Großbritannien hatte andere Kolonialziele als Frankreich, zum einen hatte es entlang des Seewegs nach Indien, das als Kaiserreich in Personalunion mit Großbritannien als der Edelstein in der Krone des britischen Empires galt, eine Reihe von Stützpunkten erworben, nämlich Gibraltar, Malta, Zypern, die Suez-Kanalzone, Birtisch Somaliland und Aden; zum andern sollte die Erwerbuing Indien im Westen durch eine Flanke möglichst geschlossener Kolonialgebiete in Afrika (östlich der Kap-Kairo-Linie) abgesichert werden, also Ägypten (als Protektorat), der formal Anglo-Ägyptische Sudan, Britisch-Ostafrika (die heutigen Staaten Kenia und Uganda), sowie im Süden Rhodesien/Nyassaland (heute Sambia, Zimbabwe, Malawi) Natal, die Kapprovinz und die annektierte Burenrepublik Transvaal, nebst einigen Gebieten, wie die heutigen Staaten Lesotho, Botsuana und Saziland. Die einzige wirkliche Kolonialmacht, die hier im Wege stand, war das Deutsche Reich mit seinen Besitzungen im heutigen Tanzania, dem man nur Sansibar gegen die Aufgabe von Helgoland abluchsen konnte, das aber zum Beispiel durch die Krüger-Depesche gezeigt hatte, wie es den imperialen Interessen des Empires im Weg stand.Portugal mit Mosambik war kein ernsthafter Konkurrent, ebenso wenig wie Italien, das zwar Somalia besaß, sich aber mit der Eroberung Abessiniens übernommen hatte.

Die Kolonialziele Frankreichs hatten etwas mit der langen Beziehung Frakreichs zum Orient und der islamischen Welt zu tun und geht im Prinzip bis in die Zeit der Kreuzzüge zurück. Frankreich fühlte sich seit Gottfried von Boullion und Ludwig, dem Heiligen berufen, die Christen und die abendländische Kultur im Nahen Osten und in Nordafrika zu schützen, ja vielleicht sogar das Rad der Geschichte bis vor die Zeit der Islamischen Expansion im 7.Jahrhundert zurückzudrehen, als diese Gebiete integraler Bestandteil abendländischer Kultur waren, auch der Ausflug Napoleons zu den Pyramiden kann in diesem globalen Zusammenhang gesehen werden. Das schwächelnde Osmanische Reich mit den freiheitsbewussten Berber- und Arabervölkern an der äßersten Südflanke bot der französischen Kolonialpolitik recihlich Möglichkeiten, Protektorate über Marokko, Tunesien zu errichten und einen großen Teil Westafrikas (damal als französischer Sudan bezeichnet) zu kolonisieren. Auf dem Weg nach Osten traf man nun auf die Briten und ihre Nord-Süd-Interessen.

Bismarck hatte alles getan, Frankreichs Ambitionen in Afrika (und Südostasien) nicht nur zu dulden, sondern auch nach Kräften durch eigene koloniale Zurückhaltung ("meine Landkarte Afrikas liegt in Europa") zu fördern, auch um Frankreich den Verlust Elsass-Lothringens (das er zu benötigen glaubte, um ein preußisches Gegengewicht zu den selbstbewussten Bayern, Badenern und Württembergern zu haben) zu versüßen. Bismarcks Nachfolger beherrschten dieses politische Billardspiel leider nicht und so tapste Wilhelm II. in Marokko und Palästina von einem Fettnäpfchen ins andere, gutwillig zwar, aber auch tolpatschig. Man brachte Frankreich gegen sich auf und konnte aber auch England nicht auf seine Seite ziehen, weil man durch gigantische Aufrüstung zur See (Tirpitz) dessen Vorherrschaft auf den Meeren bedrohte.

So nutzte Frankreich durch Preisgabe eines Teiles seiner West-Ost-Ambitionen in Faschoda die Gunst der Stunde, Straßburg war für Paris näher als Khartum. Deutschland wurde nicht eingekreis, es hatte sich ausgekreist, weil es seine Kräfte total überschätzt hatte. Da half es auch wenig, sich als Beschützer des Osmanischen Reiches darzustellen (Projekt Bagdadbahn) und damit auch wieder den Briten in die Quere zu kommen. So gesehen hat Faschoda schon einiges mit dem Ersten Weltkrieg zu tun.

Antwort von PatrickLassan,

Die Faschoda-Krise war 1898 und hat mit dem 1. WK direkt nichts zu tun (höchstens indirekt, da sie zur Gründung der Entente beitrug).

http://de.wikipedia.org/wiki/Faschoda-Krise

Kommentar von Koschutnig,

Das Mittel zur Beilegung der Krise war schlicht und einfach die Kriegsdrohung Englands, ein Krieg, den Frankreich nicht brauchen konnte, da es ja an dem dann lachenden Dritten, Deutschland, für 1870/71 noch Revanche nehmen wollte.

Whisky soll auch eine Rolle gespielt haben, s.u. Lies nach in DIE ZEIT: EinsonderbaresAbenteuer

http://tinyurl.com/3o98e8k

Mit einer französischen Besetzung des Südsudan sah Großbritannien seine Bestrebungen durchkreuzt, eine durchgehende Verbindung zwischen Ägypten und den Kolonien im Osten und Süden Afrikas (Linie Kairo-Kapstadt) herzustellen.

Als Lord Kitchener von den Franzosen in Faschoda erfuhr, verlor er keine Zeit. Er informierte telegraphisch seine Regierung und fuhr am 10. September 1898 mit seinen Kanonenbooten Richtung Faschoda nilaufwärts und traf am 18. Sept. mit fünf Dampfkanonenbooten und 1300 Soldaten in Faschoda ein. Kitchener fordert den frz. Befehlshaber Marchand auf, den Ort zu räumen, doch der weigert sich.

Als der frostige offizielle Wortwechsel vorbei war, ordert der Brite angeblich Whisky, und bald sollen die beiden Militärs im besten Einvernehmen gewesen sein. Kitchener fuhr wieder ab, ließ aber in Faschoda ein Kanonenboot und 600 Soldaten zurück. In einem Telegramm informiert er die brit. Regg., Marchands Position sei "ebenso unhaltbar wie lächerlich".

Als die französische Regierung vom britischen Botschafter erfuhr, dass sich in Faschoda die frz. und brit. Truppen kampfbereit gegenüberstanden, weigerte sie sich zunächst, Marchand den Rückzugsbefehl zu geben. Zu beiden Seiten des Ärmelkanals geriet die Öffentlichkeit in Erregung, und in beiden Ländern meldeten sich kriegslüsterne Hitzköpfe zu Wort.

Die britische Regierung machte ihre mächtigen Seestreitkräfte einsatzbereit. Mitte Oktober fuhr die englische Kanalflotte demonstrativ vor der französischen Marinebasis Brest auf, was Schatzkanzler Hicks-Beach am 19.Oktober unmissverständlich kommentierte: "Wir werden vor nichts zurückweichen, ich erkläre es als Minister der Krone. Es wäre ein großes Unglück, wenn wir uns nach achtzig Jahren des Friedens in einen Krieg mit Frankreich verwickelt fänden, aber schließlich gibt es ärgere Übel als den Krieg."

Frankreich war in der schwächeren Position - nicht nur, weil seine Flotte der britischen unterlegen war, sondern vor allem, weil damit gerechnet werden musste, das Deutsche Reich werde aus einem englisch-französischen Krieg große Vorteile ziehen, womöglich gar eingreifen. In Frankreich setzten sich daher jene Kreise durch, die seit 1871 auf die Revanche sinnenden unversöhnlichen Gegner des Deutschen Reiches.

So bitter es für die frz. Nationalisten auch war, vor den Drohungen der Engländer zurückzuweichen und alle Ambitionen auf Ägypten und den Sudan aufgeben zu müssen - ein Krieg gegen Großbritannien kam für sie überhaupt nicht in Betracht, weil er es dem gefährlichen Nachbarn jenseits des Rheins ermöglicht hätte, die Rolle des lachenden Dritten zu spielen.

Antwort von Stoeckl,

Du kannst ja offensichtlich schreiben, daraus schließe ch, dass Du auch lesen kannst. Also lies bitte, was beispielsweise bei Wikipedia unter dem Stichwort Faschodakrise aufgeführt wird.

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