Frage von EsWerdeLight, 49

Fangfrage - Hat es den Urknall nie gegeben?

Ramzeit ist durch den urknall erst "entstanden", also gab es vor dem Urknall gar kein "Wann" und schon gar kein "Wo", ergo, nirgendwo und nirgendwann gab es jemals einen Urknall xD -?

Antwort
von grtgrt, 7

Bitte lies https://www.gutefrage.net/frage/weg-der-galaxien#answer-180468525 .

Mit anderen Worten: Wir wissen, dass unser Universum ein Ereignis durchgemacht hat, das wir den Urknall nennen. Wie es dazu kam und was zuvor in welcher Form genau existiert hat, weiß auch die Wissenschaft heute nicht zu sagen.

Höchst unwahrscheinlich ist, dass vor dem Urknall rein gar nichts existiert hat.

Kommentar von grtgrt ,

Heute am plausibelsten erklärt wird der Urknall durch die Theorie ewiger Inflation:

http://greiterweb.de/zfo/Kosmos.htm#msgnr0-245

Antwort
von SturerEsel, 19

Nein, das ist keine Fangfrage. :)

Mit dem Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren ist sämtliche Materie dieses Universum entstanden. Das war der Tag ohne gestern, denn auch die Zeit hat erst mit dem Urknall begonnen - es gab kein vorher, ebenso wenig wie es einen Punkt nördlicher als den Nordpol gibt.

Ebenso sinnlos ist die Frage, wo der Urknall stattgefunden hat, denn es war kein Ereignis innerhalb des Raums. Auch der Raum entstand erst mit dem Urknall. Man könnte also sagen: der Urknall ist überall passiert.

Für bessere Erklärungen dieses Video:

Kommentar von studiogirl ,

Der Urknall ist so, als wenn aus allen Buchstaben mit einem Superknall ein 12bändiges Lexikon entsteht.......

Kommentar von Dxmklvw ,

Das ist davon abhängig, wer die Deutungshoheit hat.

Wenn ich ein Schnipselgemisch aus lauter einzelnen auf Papier gezeichneten Punkten über den Fußboden streue und ich selbst die Deutungshoheit über das Ergebnis habe, dann kann ich mit etwas Fantasie auch diverse Anordnungsähnlichkeiten erkennen und ganz willkürlich ähnlichen Anordnungen einen bestimmten Buchstabenwert zuschreiben.

Mit noch etwas mehr Fantasie kann ich daraus willkürliche Wortanordnungen hineininterpretieren und das Ganze dann für ein Buch halten. Selbst für eine Übersetzung in etwas Verständliches könnte die Fantasie noch ausreichen.

Ein Fehler wäre es jedoch, so etwas für das Werk einer längst vergangenen Kultur zu halten oder für das Werk mystischer Mächte.

Mit dem Universum könnte es ähnlich sein. Alles "Wissen" darüber ist unter dem Strich nur das, als was es von Menschen definiert wurde.

Kommentar von SturerEsel ,

Ich kann hier nicht ganz zustimmen. Ja, der Urknall ist bisher eine Theorie, ebenso wie die Relativitätstheorie. Man kann Theorien nicht beweisen, sondern nur falsifizieren. Beweisen kann nur die Mathematik.

Dennoch: eine gute Theorie macht Vorhersagen, die bei der Urknalltheorie samt und sonders eingetreten sind. Eine neue Theorie muss die bisher erkannten Fakten einschließen können.

Sehr schön erklärt von Josef Gaßner in diesem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=WONvwCp-DKM

Kommentar von Dxmklvw ,

Es hat etwas für sich. Jedoch lassen sich aus vielen Dingen Vorhersagen machen, die auch eintreffen. Leider sagt das nicht viel darüber aus, ob auch die richtigen Zusammenhänge erkannt wurden (der schlimmste Fall wäre eine eintreffende Vorhersage aus dem Kaffeesatz). Und genau so etwas schafft dann immer wieder Probleme, wenn es um Dinge geht, die nicht zeitnah geklärt werden können.

Kommentar von SturerEsel ,

Nun, ernstzunehmenden Wissenschaftlern unterstelle ich keine Kaffeesatzleserei. Natürlich kann eine Theorie sich als völlig falsch erweisen. Für die Urknalltheorie trifft dies bisher nicht zu oder wir haben einen grundlegenden Fehler gemacht.

Eine bessere oder erweiterte Theorie - die es zweifellos gibt - muss aber die bisherigen Erkenntnisse einschließen, also z.B. Expansion des Universums, Hintergrundstrahlung, usw. Wir fangen also nicht bei Null an.

Antwort
von DerOnkelJ, 27

Wir Menschen können uns die Unendlichkeit von Raum und Zeit nicht vorstellen, so hochentwickelt wir unseren Verstand auch einschätzen. Wir kennen nur die Endlichkeit.

Die Sache mit dem Urknall ist auch nur ein Theorie, die sich aus bestimmten Beobachtungen und Berechnungen herleitet. Neueste Beobachtungen stellen diese Theorie jedoch zumindest teilweise in Frage. Auch die Theorie von Multiversen spielt da eine Rolle.

Kommentar von SturerEsel ,

Dieses Universum ist weder unendlich noch ewig. Es hat ein Alter und eine Ausdehnung.

Was sind das für neue Beobachtungen, die diese Theorie in Frage stellen? Quellen bitte.

Kommentar von DerOnkelJ ,

Ich fange jetzt nicht noch an sämliche Quellen zu durchforsten die ich mal gelesen habe. Für GF werde ich mich auch nicht durch ganz Google und Wikipedia kämpfen...

Bei der Erstellung der Urknalltheorie ging man von der Beobachtung aus dass sich Galaxien immer weiter entfernen (Rotverschiebung). Aus der Geschwindigkeit mit der sich die Galaxien voneinander entfernen hat man zurückgerechnet und einen Zeitpunkt gefunden zu dem alle Materie und Energie  in einem Punkt vereint gewesen sien muss.
Ähnlich ist man bei der Ermittlung des absoluten Nullpunktes vorgegangen.

Neuste Beobachtungen hingegen zeigen, dass sich auch Galaxien und ganze Galaxienhaufen wieder aufeinander und auch Richtung Erde zubewegen. Wie das jetzt zu deuten ist ist och nicht ganz schlüssig. Entweder hat die Auseinanderbewegung aufgehört und das Universum beginnt wieder sich zusammenzuziehen, wie bei einem Luftballon den man aufgeblasen hat und aus dem man jetzt die Luft rauslässt. Und schließlich kommt es zum Big Crunch, dass sich also wieder alles in einem Punkt zuammenzieht.
Oder wir beobachten dass Galaxienhaufen in unser bekanntes Universum eindringen, die aus einem anderen Universum stammen und einem anderen Urknall entstammen.

Die Urknalltheorie ist eine Theorie!! Und nicht unumstößlich in Granit gemeißelt!

Und die Hubble-Deep-Field Aufnahme beweist auch, dass wir bis heute nur einen winzig kleinen Teil des Universums kennen.
Wir können nur das beschreiben und berechnen was wir beobachten können Und aktuell können wir nur ca. 13 Milliarden Jahre in die Vergangenheit blicken.

Wer sagt dann dass es nicht an einer anderen Stelle in der Unendlichkeit einen anderen Urknall gegeben hat? Vielleicht vor 140 Millarden Jahren und 150 Milliarden Lichtjahre entfernt. Dessen Licht würde noch 10 Milliarden Jahre brauchen bis wir es empfangen.

Kommentar von uteausmuenchen ,

Hallo JustingerR,

Urknall ist Physik und in der Physik belegen wir Behauptungen... ;-)

Also:

Neuste Beobachtungen hingegen zeigen, dass sich auch Galaxien und ganze Galaxienhaufen wieder aufeinander und auch Richtung Erde zubewegen.

Quelle?

Am besten eine wissenschaftliche.

Das wäre nämlich etwas ganz was Neues sozusagen. Eigentlich haben Perlmutter und Riess 2011 den Nobelpreis dafür gekriegt, dass sie mit ihren Beobachtungen sogar nachgewiesen haben, dass sich das Universum schneller ausdehnt.

Die Andromeda Galaxie bewegt sich auf uns zu. Das ist aber kein Widerspruch zur Ausdehnung des Universums - sie ist unsere nächstgelegene Spiralgalaxie.

Wir und die Andromeda ziehen uns gravitativ aufgrund der "Nähe" von "nur" 2,5 Millionen Lichtjahren so stark an, dass die Summe aus der Raumausdehnung zwischen uns und dem Aufeinander-Zufallen.

Man liest auch oft, dass sich das Sonnensystem und die Lokale Gruppe in Richtung Shapley Superhaufen bewegen. Auch das ist deshalb so, weil das Ding eben Masse hat und uns gravitativ anzieht.... ABER netto bewegen wir uns dennoch vom Shapley Haufen weg. Da siegt die Raumausdehnung auf diese Entfernungen. Wir messen nur in diese Richtung aufgrund unserer Eigenbewegung eine geringere Rotverschiebung.

Solche Aussagen zählen also nicht.

Was ich von DIR gerne hätte, wäre ein Link in eine seriös zu nennende Quelle, in der Kosmologen Zweifel am Urknall hegen, weil man Galaxienhaufen entdeckt hat, die sich auf uns zu bewegen...

Und ich verwette mein Diplom in Astrophysik, dass es Dir nicht möglich ist, eine solche Quelle anzuschleppen.

;-D

Die Urknalltheorie ist eine Theorie!!

Ja. Das ist die Newtonsche Mechanik auch. Und jede andere naturwissenschaftliche Allgemeinaussage auch. Eine hervorragend bestätigte Theorie ist das beste, was eine kleine Hypothese mal werden kann, wenn sie groß geworden ist in der Naturwissenschaft.

Der Urknall hat sich jetzt 80 Jahre lang trotz heftigster Überprüfung in immer neuen Messbereichen und mit immer besseren und raffinierteren Messmethoden nicht widerlegen lassen; es gibt erheblich mehr Daten, die den Urknall belegen als "nur" die Rotverschiebung.

Richtig ist, dass die vor 80 Jahren wegweisend in die Hypothese "Urknall" geführt hat. Seitdem ist eine Fülle an Beobachtungsmaterial dazu gekommen. Ich denke da - unter anderem - an die Bestätigung der Vorhersage der kosmologischen Hintergrundstrahlung durch die Urknalltheorie, die Vorhersage der darin enthaltenen Anisotropien, oder die Bestätigung der Elementhäufigkeiten von Wasserstoff und Helium im Universum. Oder die Bestätigungen durch Teilchenexperimente: Die Vereinheitlichung von elektromagnetischer und schwacher Wechselwirkung zum Beispiel.

Unsere Daten reichen zurück ins wenige Sekunden alte Universum:

https://profmattstrassler.com/2014/03/26/which-parts-of-the-big-bang-theory-are-...

(Ja, ja, ich weiß: Ich fange jetzt nicht noch an sämliche Quellen zu durchforsten... Ohne Quellen geht aber nix.)

Und aktuell können wir nur ca. 13 Milliarden Jahre in die Vergangenheit blicken.

Naja, warte eine Milliarde Jahre. Dann können wir eine Milliarde Jahre weiter in die Vergangenheit schauen... Warum wohl?

Wir können deshalb nicht weiter zurück schauen, weil das Licht in der Zeit seit dem Urknall nicht mehr Zeit hatte, uns zu erreichen.

Wir sehen aber in der kosmologischen Hintergrundstrahlung den Nachhall des Urknalls: Den Moment, in dem das Universum durchsichtig geworden ist, weil es hinreichend ausgedehnt und abgekühlt war nach dem Urknall.

Und schließlich kommt es zum Big Crunch, dass sich also wieder alles in einem Punkt zuammenzieht.

Schaut schlecht aus für den Big Crunch: Die Expansion beschleunigt sich. Sie verlangsamt sich nicht. Der Big Crunch ist das unwahrscheinlichste aller Szenarien.

Auch die Theorie von Multiversen spielt da eine Rolle.

Vorsicht: Das wiederum ist nur eine Hypothese, weil eben nicht durch Beobachtungsdaten gestützt.

Ändert aber nichts am Urknall: denn der beschreibt den Beginn unseres beobachtbaren Universums. Und nur um den geht es in der Frage.

Kommentar von SturerEsel ,

Ute at hers best. Bravo! :)

Antwort
von 99ChuckNorris, 19

Im Prinzip ist das Vakuum wie ein Meer und unser Universum wie eine Luftblase, wenn das Universum also wieder zerplatzt und das Meer ist dann wieder spiegelglatt, dann ist es so als hätte es unser Universum nie gegeben.


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