Frage von Floduridur, 69

Familienversicherung bei GKV möglich bei Vorliegen von a) Arbeitslosigkeit ohne Leistung und b) nebenberuflicher Selbstständigkeit (Einkünfte über 500 €) ?

Meine Frau war früher teilzeitbeschäftigt und betrieb gleichzeitig nebenberuflich ein Kleingewerbe (Internethandel). Krankenversichert war sie über ihren AG. Dann wurde der Betrieb geschlossen und meine Frau nach einer gewissen Zeit der Arbeitslosigkeit anschließend arbeitslos ohne Leistung (nicht arbeitssuchend!). Nun war sie über mich familienversichert. Dann überstiegen irgendwann mal ihre Einkünfte aus der Selbständigkeit eine gewisse Grenze und sie musste sich bei der GKV freiwillig versichern. Diese Änderungen der Einkünfte konnten wir der KV aber erst verspätet mitteilen. Nun sollen wir eine riesige Nachzahlung leisten. Frage: Wie wirkt sich dieser Meldestatus bei der Agentur für Arbeit "arbeistlos ohne Leistung" zusammen mit Selbständigkeit oberhalb von 500 Euro/Monat auf die Möglichkeit einer Familienversicherung aus bei der GKV aus?
"Arbeistlos ohne Leisung" bedeutet, dass derjenige genau wie ein Arbeitsloser mit Leistungsbezug dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muss, Eigenbemühungen nachweisen muss, an Maßnahmen teilnehmen muss, eine Eingliederungsvereinbarung unterzeichnen muss, Vermittlungsvorschläge befolgen muss, eine Ortsabwesenheit (z.B. Urlaub) anmelden muss usw. All dies erfüllt meine Frau, sie bezieht nur eben keine Leistungen von der Ag.f.Arbeit. Dies läuft ganz offiziell seit Jahren so. Würde sie Leistungen beziehen, wäre sie über die Ag.f.Arbeit krankenversichert. Würde sie eine pflichtversicherte Tätigkeit ausüben, wäre sie über den AG krankenversichert, die Höhe der Einkünfte aus ihrem Gewerbe wäre total egal. Hätte sie einen Minijob ohne Pflichtversicherung, wäre sie unterhalb einer gewissen Einkommensgrenze über mich familienversichert, oberhalb dieser Grenze müsste sie sich bei der KV freiwillig versichern. Sie hat nun den Status "arbeitslos ohne Leistung" mit all diesen Verpflichtungen und ein nebenberufliches Gewerbe mit einem Einkommen oberhalb von 500 Euro. Ist das korrekt von der KV, sie aus der Familienversicherung durch mich herauszuwerfen? Würde mich sehr freuen, wenn sich ein wirklich sach- und fachkundiger dieser Fallkonstellation mal annehmen könnte und wäre über jeden hilfreichen Hinweis dankbar. Tschüs Floduridur

Antwort
von DerHans, 54

Man kann sich nicht überall die Rosinen raus picken.

Entweder man ist selbständig und muss dann entsprechend dem Einkommen auch seine Abgaben leisten, oder die Selbständigkeit ist nur ein Hobby, und man ist über die Familienversicherung gedeckt.

Antwort
von sternstefan, 48

Eine Familienversicherung während der Selbstständigkeit ist nur möglich, wenn

  • weniger als 18 Wochenstunden gearbeitet wird und
  • nicht mehr als 385 Euro im Monat verdient wird und
  • keine Arbeitnehmer beschäftigt werden.

Bei 500 Euro im Monat ist von einer hauptberuflichen Tätigkeit auszugehen - daher keine Familienversicherung.

Kommentar von kevin1905 ,

Die Zahl 385 ist aber schon ewig antiquiert.

Es gilt stets

  • 1/7 der Bezugsgröße.
  • Bezugsgröße 2016 beträgt 2.905,- € pro Monat.
  • Davon 1/7 wären 415,- €.
Antwort
von nersd, 28

Die Antwort ist sehr einfach. a) ja b) nein

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