Frage von christobin, 58

Familienversicherung als Student: Einmaliges hohes Einkommen aus selbstständiger Arbeit erlaubt?

Ich bin zurzeit noch Student und deshalb bei meinen Eltern in der Familienversicherung kostenlos mitversichert.

Laut dem Gesetz ist das auch okay, solange ich noch Student bin (ja!), unter 25 bin (ja!) und nicht hauptberuflich selbstständig arbeite (ja!):

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__10.html

Allerdings wird auch gefordert, man dürfe "kein Gesamteinkommen haben, das regelmäßig im Monat ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 des Vierten Buches überschreitetkein Gesamteinkommen haben, das regelmäßig im Monat ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 des Vierten Buches überschreitet".

Den dortigen Text verstehe ich leider nicht richtig. Aber ich habe mehrfach gelesen, man dürfe bis zu 350 Euro verdienen (und bei geringfügiger Beschäftigung eben bis zu 450).

Das ist auch alles erfüllt, da ich durch meine selbstständige Arbeit pro Monat nur ca. 150 Euro verdiene.

"Leider" werde ich nächsten Monat durch meine selbstständige Arbeit wohl einmalig einen größeren Betrag verdienen, und zwar ca. 8.000 Euro. Das ist aber eben nur einmalig.

Bedeutet das trotzdem, dass ich aus der Familienversicherung rausfalle? Mein Einkommen ist ja nicht "regelmäßig" so hoch. Danach sofort wieder bei ca. 100 Euro pro Monat.

Kann man so argumentieren, dass das eben nicht regelmäßig ist? Oder ist man gezwungen, dass auf das Jahr aufzuteilen, d.h. durch 12 zu teilen? Das wäre nicht wirklich richtig oder "fair", weil insgesamt im Zeitraum von ca. 3 Jahren diese hohe Summe nur ein Mal vorkommen wird.

(Es wird auch immer gefragt, von wann bis wann man (selbstständig) gearbeitet hat und wie viel man verdient hat. Da trage ich dann ein "2013-06-01 bis heute" und teile die gesamten Einnahmen auf die vielen Monate auf. Ist das richtig oder soll eigentlich immer nur das aktuelle Jahr angegeben werden?)

Und wenn ich aus der Familienversicherung rausfalle, kann ich mich dann als Student günstig selbst versichern? Oder muss ich die volle Versicherung bezahlen, wie man sie als Arbeitgeber zahlt (mehrere hundert Euro pro Monat)?

Vielen Dank im Voraus!

Antwort
von kevin1905, 58

Die Bezugsgröße beträgt 2.835,- € pro Monat.

Rechnen kannst du oder?

"Leider" werde ich nächsten Monat durch meine selbstständige Arbeit wohl einmalig einen größeren Betrag verdienen, und zwar ca. 8.000 Euro

Das ist der ermittelte Gewinn oder der Umsatz?

Umsatz interessiert die Kasse nicht!

Wenn du Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit hast bist du ohnehin zur Abgabe der Einkommensteuererklärung bis 31.05. des Folgejahres verpflichtet. Die Kasse braucht den Steuerbescheid von dir, sonst muss sie zwingend davon ausgehen, dass du regelmäßig 4.125,- € pro Monat verdienst und darauf den Beitrag festsetzen.

Und wenn ich aus der Familienversicherung rausfalle, kann ich mich dann als Student günstig selbst versichern?

KVdS ist möglich, wenn du hauptberuflich Student bist, also deine wöchentliche Arbeitszeit außerhalb der vorlesungsfreien Zeit 20 Wochenstunden nicht übersteigt und du noch keine 30 Jahre alt bist oder 14 Fachsemester hast.

Kommentar von christobin ,

Danke! Mit dem Verdienst aus dem Gewerbetrieb war immer der Gewinn gemeint, nicht der Umsatz. Mit den 8.000 Gewinn in dem einen Monat werde ich also definitiv aus der für mich kostenlosen Familienversicherung rausfallen, richtig? Über einem Siebtel der Bezugsgröße liegt es ja. Aber meine Frage bezog sich ja darauf, ob der Gewinn in dem Monat überhaupt eine Rolle spielt, weil er eben nur einmalig ist, und ich in den anderen 35 Monaten in 3 Jahren jeweils nur ca. 150 Euro Gewinn habe. Wochenarbeitszeit liegt klar unter 20 Stunden, KVdS müsste demnach ja dann möglich sein, wenn es dafür keine Gewinn-Grenze gibt. Vielleicht sollte ich mich dann lieber selbst bei der Krankenkasse melden und ab Dezember zur KVdS ummelden, dann muss ich in diesem Jahr nur den Dezember selbst zahlen. Wenn die Krankenkasse den hohen Gewinn im Dezember sonst nächstes Jahr sieht, wird sie ja fürs gesamte Jahr nachfordern. Oder?

Kommentar von kevin1905 ,

richtig?

Ja. Denn bei Gesamtbetrag der Einkünfte steht im Einkommensteuerbescheid eine Zahl > 4.860,- €.

Zumindest für den Monat in dem der Gewinn zugeflossen ist, besteht kein Anspruch auf FamV, ggf. aber auf KVdS.

Die Beiträge werden aber immer für das Jahr im Voraus festgesetzt. Eine Änderung ist meines Wissens unterjährig nur schwer möglich.

Wenn die Krankenkasse den hohen Gewinn im Dezember sonst nächstes Jahr sieht, wird sie ja fürs gesamte Jahr nachfordern. Oder?

Kann passieren. Du hast Mitwirkungspflichten und diesen sollte man immer proaktiv nachkommen.

Antwort
von DerHans, 33

Deine Krankenkasse wird immer zum Ende des Rechnungsjahres deinen Einkommensnachweis prüfen wollen. Wenn du selbständig bist, kann das auch dazu führen, dass du die Beiträge entsprechend deinem tatsächlichen Einkommen nachentrichten musst.

Eigentlich bist du verpflichtet, ein höheres Einkommen ohne besondere Aufforderung selbst anzugeben.

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