Frage von kallederkaefer, 70

Familienvater wurde zum Monatsende gekündigt was tun?

Mein Mann kam am 30.11.15 nach Hause und hatte die Kündigung dabei. Er war 2,5 Jahre in der Firma nie einen Tag krank. Im Sommer kam er und meinte der Betrieb möchte, dass bis Weihnachten Überstunden gemacht werden 40 Stunden pro Monat. Auch dies hat mein Mann anstandslos mitgemacht. Nun hat er eine betriebsbedingte Kündigung erhalten er ist 41 Jahre alt und wir haben eine 8 jährige Tochter. Mit ihm wurden noch 2 gekündigt beide Single und allein stehend bzw. wohnen noch bei den Eltern. Mein Mann war bereits am 1.12.15 auf dem Arbeitsamt und beim Rechtsanwalt, wegen Kündigungsschutzklage. Heute morgen hat er mich dann angerufen und gesagt es wurden im Betrieb wieder Leute eingestellt für die Nachtschicht. Er ist gelernter Werkzeugmacher und war für das Lager zuständig. Und er hat mitbekommen, dass Leute im Betrieb behalten wurde die jünger sind wie er keine Kinder haben und später als er angefangen haben. Ich habe versucht beim Anwalt anzurufen dieser ist aber heute nicht da. Klar als Werkzeugmacher findet er bestimmt wieder arbeit er hatte auch schon 2 Vorstellungsgespräche gestern und ich arbeite ja auch 60%. Aber ist diese Kündigung gerechtfertigt? Was kann da der Grund für die Kündigung sein? Betriebsbedingt ist diese ja wohl nicht erfolgt, wenn Neueinstellung statt gefunden haben. Was kann der Anwalt tun? Er hat am 1.12. 15 gesagt, bei betriebsbedingten Kündigungen kann man nicht viel machen. Aber im diesem Fall sieht es ja jetzt wohl anders aus oder?

Antwort
von DerHans, 31

Das passiert laufend tausenden von Arbeitnehmern. Eine Sozialauswahl passiert nur bei großen Firmen mit Massenentlassungen.

Meist geht es nach dem LIFO Prinzip (Last in, first out).

Es kann aber auch ohne weiteres sein, dass man jüngere Mitarbeiter behält. Ganz einfach,weil diese erheblich weniger verdienen.

Antwort
von MarAm276, 70

Ohne Arbeitsrecht studiert zu haben, hört es sich für mich erstmal so an, als hätte dein Mann gute Chancen gegen die Kündigung vorzugehen. Hier scheint  die Sozialauswahl bei einer betriebsbedingten Kündigung nicht eingehalten worden zu sein. Zusätzlich stellt sich tatsächlich die Frage, ob es sich um eine sogenannte betriebsbedingte Kündigung handelt. Das kann allerdings nur ein Anwalt bzw. ein Gericht endgültig klären.

Antwort
von RobertLiebling, 42

Wie viele Beschäftigte hat der Betrieb?

Nur wenn das Kündigungsschutzgesetz überhaupt anwendbar ist, macht es Sinn, sich über eine möglicherweise ungeeignete oder nicht erfolgte Sozialauswahl Gedanken zu machen.

Kommentar von kallederkaefer ,

Es waren ursprünglich mal 110 Mitarbeiter jetzt sind es wohl , soweit mein mann weiß nur noch 70. Genau weiß er es aber nicht, da nix öffentlich gemacht wird.

Kommentar von kallederkaefer ,

Genau vor 1 Jahr ist der Betrieb aufgekauft worden. Und vor ca. 4 Wochen gab es eine Versammlung in der gesagt wurde, dass die die nun noch da sind bleiben können und es aber keine Prämienzahlungen mehr geben wird. Und zu meinem Mann hieß es er müsse sich keine  Sorgen machen, da er sich freiwillig dazu gemeldet hat, das verhasste Lager zu managen. Wobei ich sagen muss der der zu vor im Lager war wurde auch so unliebsam gekündigt. Sorry aber in meinen Augen ist das eine ganz miese Tour Leute los zu werden. Sie hätte im ja auch 3 Monate Zeit geben können, damit er sich was suchen kann in Ruhe. Aber so hat er gerade mal 3 Wochen bevor Weihnachten ist und alle Betriebe zu haben. Schönes Weihnachtsgeschenk und nächste Woche hat er auch noch Geburtstag.

Antwort
von dieschi, 47

Als Mitglied unseres Betriebsrats kann ich dir sagen das ihr eine sehr gute Grundlage dafür habt das die Kündigung unwirksam ist. Davon ab, war dein Mann beim Betriebsrat? Dieser hätte neben des Achtens auf Einhaltung des Sozialplans auch der Kündigung widersprechen müssen. Es geht nicht das dein Mann, verheiratet und ein Kind gekündigt wird, jüngere ledige Kollegen da bleiben dürfen und gleichzeitig noch Einstellungen vorgenommen werden. Stattdessen hätte man deinem Mann mindestens anbieten müssen selbst in die Nachtschicht zu wechseln.

Apropo Betriebsrat: Was hat der BR eigentlich dazu gesagt?

Kommentar von kallederkaefer ,

Es gibt in diesem Betrieb keinen Betriebsrat, da es ursprünglich wohl nur mal 110 Mitarbeiter waren. Und die von der Personalabteilung meinten nur, mein Mann würde als Werkzeugmacher sicher wieder etwas finden. Es sei zwar sehr bedauerlich, aber sie könnten auch nur ausführen, was von oben angeordnet wird. Er hatte ja darauf aufmerksam gemacht, dass er Familie  hat. Und er hat auch gesagt, dass er da zum Anwalt geht und Kündigungsschutzklage einreichen wird. Es hieß nur das könne er ja gerne machen. Er hat leider im Schockzustand die Kündigung unterschrieben.

Kommentar von dieschi ,

Ein BR ist zwar keine Pflicht aber bei 110 Mitarbeitern hätte der AG schlecht was gegen die Gründung eines BR unternehmen können, schade für euch :(

Er hat die Kündigung unterschrieben, das macht das ganze etwas schwieriger :(

Kein Wunder das sein bald Ex-Chef sich auf der Gewinnerseite sieht. Geht bitte dringend zu einem guten Anwalt!!!

Kommentar von kallederkaefer ,

Danke ja das werden wir machen. Ich hoffe nur er hat wenigstens die Chance so schnell wie möglich wieder Arbeit zu bekommen. Er war noch nie Arbeitslos ,seit seinem 18. Lebensjahr nicht einen Tag. 

Antwort
von Vienna1000, 47

Der Grund für die Kündigung muss im Kündigungsschreiben stehen. Ich verstehe jetzt gerade den gesamten Text nicht. Mit 41 gibts keinen besonderen "Kündigungschutz".. Die private Situation führt zu keiner Benachteiligung oder Bevorzugung. Ist da ein Missverständis? Beim Urlaub sollten Betreuungspflichten berücksichtigt werden. Der idente Arbeitsplatz wurde ja nicht nachbesetzt, sondern es handelt sich um andere Arbeitsplätze eben im Spätdienst bzw. Nachtdienst.

Kommentar von kallederkaefer ,

Ne mit 41 hat er keinen besonderen Kündigungsschutz. Es gibt aber z.B. Leute im Betrieb die sind 58 und stehen unter einem Altersschutz. Und ich meine nachgelesen zu haben, dass in einem Betrieb nach einem Sozialplan gekündigt werden muss. Das heißt Singel und Leute die keine finanziellen Verpflichtungen haben werden zu erst gekündigt. Und dann geht es an den Kragen von Leuten die Familie haben. Und ich meine mich auch zu erinnern gelesen zu haben, dass wenn im Betrieb Stellen zu besetzten sind zu erst betriebsinterne Leute gefragt werden, ob sie diese Stelle besetzen wollen. Bevor einer von draußen eingestellt wird. Was ist da betriebsbedingt, wenn neue Stellen geschaffen werden? Und sozial ist sowas auch nicht. Und wofür hat er Überstunden gemacht, wenn er jetzt den Schuh in den Hintern bekommt? Ist mir schon klar, dass das einen Chef nicht juckt ob man eine Wohnung zum abzahlen hat oder ein Kind.

Kommentar von Vienna1000 ,

Ja, dass ist mehr als nur etwas schwammig. Koennte evtl. zu einer Verpflichtung zur Wiedereinstellung führen. Nur wer will schon ernsthaft in einer Firma arbeiten, bei der man komplett unerwünscht ist. Das kann nicht gut gehen. Die nächste "richtige" Kündigung folgt auf dem Fuss. Wenns um "Gage" geht.. Dann meine ich ist da irgendwas mit dem Arbeitsamt, dass man dort Schwierigkeiten bekommt, wenn man "evtl. offene Forderungen" an den AG mit angiebt. SCHÄTZE das bringt am Ende: Garnichts. Ausser Ärger.

Kommentar von Vienna1000 ,

Es gibt kein "Richtig" und kein wirkliches "Falsch" in "Gesprächen" bei denen man nicht weiss, was vor Ort war. Wie ich schon erwaehnt habe.. EIN Arbeitplatz mit gleicher Tätigkeitsbeschreibung KANN nicht so einfach ohne wirkliche Begründung nachbesetzt werden. Das ist in diesem Fall sachlich auszuschliessen. Betriebsinterne Leute fragen: Da gehts um Entscheidungen des jeweiligen Betriebsrates rsp. der Personalentwicklung und das ist so gesehen auch eine Firmeninterne Sache und keine wirkliche Verpflichtung. Verpflichtende Stellenausschreibungen z. B. gibts im öffentlichen Dienst, aber aus diesen erwächst auch keinerlei Verpflichtung, WER da nun einzustellen ist. Thema Entlassungen: Ja, der erste wird entlassen, weil er Türke ist und damit dann den Zorn eines ganzen "typischen" Stadtteils auf den Betrieb lenkt.. Diskrimierung und so.. Der nächste hat den schwarzen Block am Hals, weil sich eine Mitarbeiter wegen Ihrem Geschlecht.. Also DAS Spiel lässt sich beliebig fortsetzen. Generell stimmts, dass es zunehmend an "sozialen Kompetenzen" in den Betrieben fehlt, weil der Staat das entsetzlicherweise auch irgendwo "so möchte". Das bringt aber auch die Betriebe, die wirklich seriös arbeiten wollen derzeit - und noch auf nicht absehbare Zeit, da meines Wissen NIEMAND in der deutschen Regierung hier eine dramatische Reform plant - in allergrößte Schwerigkeiten um Personalentscheidungen zu treffen. Da sollte man wirklich daran denken, dass das "künstlich" so gewollt ist.

Kommentar von Vienna1000 ,
Antwort
von FeX95, 59

In diesem Fall sieht es anders aus, ja. Anwalt für Arbeitsrecht informieren.

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