Familienunterhalt als 17 jährige an die Eltern?

... komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Deine Freundin wird doch sicher ein eigenes Konto haben ?

Denn dann ist die Sache ganz einfach.

Erst einmal muss sie ihrer Mutter im SGB - ll ( ALG - 2 oder auch Hartz - lV ) Bezug keinen Unterhalt leisten,dass käme nur im SGB - Xll Bezug in Betracht,wenn die Mutter also nicht mehr arbeitsfähig wäre und sie Leistungen vom Sozialamt beantragen müsste.

Dann müsste die Freundin aber auch erst Unterhalt leisten,wenn das Jahres Bruttoeinkommen über 100.000 € liegen würde,dass würde solange gelten,solange die Mutter nicht in ein Pflegeheim müsste,dann würde es andere Selbstbehalte geben.

Das deiner Freundin also Einkommen angerechnet wird ist korrekt,dass dient aber nicht dazu den Unterhalt der Mutter zu decken,sondern ihren eigenen,es wird also ihr Einkommen nur auf ihren Bedarf angerechnet.

Wenn deine Freundin 17 Jahre alt ist,dann steht ihr derzeit ein Regelsatz von 306 € zu,ab 18 würden es derzeit dann 324 € sein,dazu kommt dann min. noch der Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),dass ergibt dann in der Summe ihren Bedarf bei ihrer Mutter.

Wohnt sie also mit der Mutter alleine,dann steht ihr von der Warmmiete 50 % als Kopfanteil zu,der käme dann zu ihrem Regelsatz von derzeit 306 €.

Auf ihre Brutto Vergütung hat deine Freundin Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll,dass würden zunächst 100 € Grundfreibetrag sein.

Von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag,dann werden diese Freibeträge addiert,theoretisch von ihrem Netto abgezogen,dass ergibt dann das anrechenbare Netto Erwerbseinkommen und dazu kommen dann sonstige Einkommen wie Kindergeld / Unterhalt / Waisenrente.

Das ergibt dann wieder in der Summe gesehen das gesamte anrechenbare Einkommen und das wird dann auf den Bedarf deiner Freundin angerechnet und ihre Leistungen dementsprechend gekürzt oder es gibt gar keine mehr,wenn sie mit dem anrechenbaren Einkommen ihren Bedarf dann selber decken kann.

Dann würde sie nicht mehr zur BG - (  Bedarfsgemeinschaft ) der Mutter gehören,die Mutter würde dann also nichts mehr für sie bekommen und sie müsste der Mutter dann aus ihrer Vergütung Geld geben.

Es kommt also erst einmal darauf an was deine Freundin an Brutto und Netto Vergütung hat und was zum Kindergeld von 190 € ggf. noch dazu käme,dann kann man erst einmal die Freibeträge berechen und was dann am Ende als anrechenbares Einkommen übrig bleiben würde.

Danach müsste man wissen wie hoch die KDU - also die Warmmiete ist und was die Mutter für den monatlichen Abschlag für den Haushaltsstrom zahlen muss,denn davon müsste sie dann ggf.je nach anrechenbarem Einkommen ihren Kopfanteil zahlen,also bei 2 Personen 50 %.

Da die Mutter zumindest ihr Kindergeld von 190 € auf ihr Konto bekommt,kann deine Freundin dieses schon mal voll auf ihren Kopfanteil der KDU - anrechnen,denn wenn sie aus der BG - der Mutter raus wäre,dann würden mehr als nur 400 € von ihrer Vergütung als anrechenbarer Betrag zur Verfügung stehen müssen,weil alleine der Regelsatz ja schon bei 306 € liegt und somit dann für den KDU - Kopfanteil nur noch ca. 94 € bleiben würden.

Also mal ein Beispiel :

Deine Freundin hat eine Brutto Vergütung von 600 €,dann hätte sie genau einen Freibetrag von 200 €,würde deine Freundin dann angenommen 470 € Netto Vergütung aufs Konto bekommen,dann hätte sie nach theoretischem Abzug der 200 € Freibetrag noch 270 € anrechenbares Erwerbseinkommen.

Zu diesen 270 € käme dann z.B. nur noch das Kindergeld von 190 €,dann würde das gesamte anrechenbare Einkommen bei 460 € liegen.

Angenommen die KDU - würde dann bei 600 € liegen,dann würde ihr Kopfanteil bei 300 € liegen + 306 € Regelsatz = min. 606 € an Bedarf.

Das würde also bedeuten,deiner Freundin würden von den 606 € Bedarf die 460 € anrechenbares Einkommen abgezogen,sie hätte dann noch einen Anspruch von min. 146 € pro Monat.

Die Mutter würde also diese 146 € noch als so genannte Aufstockung für deine Freundin bekommen und dazu hätte sie dann noch das Kindergeld von 190 €,gesamt dann also 336 € pro Monat.

Das würde für deine Freundin dann also bedeuten,in dem Fall hätte sie dann schon mal ihren KDU - Kopfanteil von 300 € gezahlt,denn die Mutter hat dieses Geld zur Verfügung und muss es auch dafür verwenden.

Es blieben dann also noch 36 € übrig und diese kann deine Freundin dann auf den Kopfanteil für den Abschlag an Haushaltsstrom anrechnen,würde dieser jetzt mal angenommen 72 € betragen,dann hätte deine Freundin schon mal alles gezahlt was sie zahlen muss.

Sie hätte dann also ihre gesamte Netto Vergütung für sich und hat genug um ihren Lebensunterhalt zu sichern,würde die Mutter noch Wäsche für sie waschen,dann müsste sie dafür auch noch etwas zahlen.

Der Rest ihrer Vergütung bleibt dann für sie.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von isomatte
16.08.2016, 12:03

Danke dir für deinen Stern !

0

Ist eine komplizierte Situation in diesem Fall. Grundsätzlich sind Kinder auch über eine Einkommensfreigrenze für ihre Eltern unterhaltspflichtig. Dies Fälle wo sogar Minderjährige als die „Haupternährer“ ihres Haushalts zählen, sind selten kommen aber durchaus vor. Wenn das Verhältnis von Mutter und Tochter gestört ist, könnte nur das Jugendamt eingreifen. Aber selbst bei einem Auszug aus der Bedarfsgemeinschaft, kann ein Sozialamt die Tochter zum Unterhalt der Mutter zwingen, falls das Einkommen der Tochter über der Freigrenze liegt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von isomatte
06.08.2016, 05:24

Ich nehme mal an das es hier um das SGB - ll,also um das ALG - 2 vom Jobcenter geht und nicht um Leistungen nach dem SGB - Xll vom Sozialamt,demnach wäre das Kind hier für die Mutter gar nicht unterhaltspflichtig,denn die Mutter wäre in dem Fall noch arbeitsfähig,könnte also rein theoretisch selber für ihren Unterhalt sorgen !

Nur wenn sie auf dauer voll Erwerbsgemindert wäre oder Altersrente bekommen würde,käme hier eine Unterhaltspflicht in Betracht,wenn die Mutter ihren Bedarf nicht aus eigenem Einkommen decken könnte und auf Leistungen vom Sozialamt angewiesen wäre. 

Aber selbst wenn das der Fall sein würde,hätte der Unterhaltspflichtige einen Selbstbehalt von 100.000 € Brutto pro Jahr,solange die Mutter nicht in ein Heim müsste und ich bezweifel mal stark das es minderjährige gibt,die dann ein Einkommen über 100.000 € Brutto pro Jahr haben.

0

Grundsätzlich ist die Tochter gegenüber der Mutter in dieser Situation auch Unterhaltspflichtig. Allerdings sind dabei auch Selbstbehalte zu berücksichtigen. Üblicherweise übersteigt die Höhe dieser Selbstbehalte die Höhe eines Lehrlingsgehaltes bei weitem. Diese Selbstbehalte werden bei der amtlichen Festsetzung des Unterhaltes gerne "übersehen".

Es wäre sinnvoll einen Anwalt einzuschalten. Falls man bedürftig ist, und das dürfte in der Situation der Fall sein, besteht Anspruch auf ein Beratungshilfeschein den man beim örtlichen Amtsgericht beantragen kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ändern kannst du bzw deine Freundin daran gar nichts. Sie ist mit in der Bedarfsgemeinschaft und ihre Ausbidungsvergütung ist, bis auf einen kleinen Teil, anzurechnendes Familieneinkommen. Je nach Höhe der Vergütung bleiben ihr vorab schon mal die ersten 100€, von jedem weiteren Hunderter an Einkommen (bis 999€?) bleiben 20%. 

LG 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Laury95
05.08.2016, 22:55

Bis 800 Euro, dann 10 %

1
Kommentar von ichweisnix
06.08.2016, 09:33

Sie ist mit in der Bedarfsgemeinschaft

Eben nicht. Nach §7 Abs 3. Satz 4 zählt zur Bedarfgemeinschaft:

die dem Haushalt angehörenden unverheirateten Kinder der in den Nummern 1 bis 3 genannten Personen, wenn sie das 25. Lebensjahr noch nicht  vollendet haben, soweit sie die Leistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen beschaffen können.

Heißt, verdient ein Kind genug, fällt es aus der Bedarfsgemeinschaft. Es bekommt dann natürlich kein Harz 4 mehr.

0

welches "Amt" fordert das denn ? es gibt ja nicht nur eins .................. und bist du sicher das dort steht "Familienunterhalt" ? oder interpretiert sie das nur so ? was steht denn da genau in dem Schreiben ? ?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Zunächstmal muß Ihre Freundin sich selbst unterhalten. Bei Unterhalt gegenüber den Eltern wäre ein Selbstbehalt von 1600€ + 50% des übersteigenden Betrages zu berücksichtigen.

In Bezug auf das SGB ist es so, das ein Kind aus der Bedarfsgemeinschaft fällt, wenn der Bedarf des Kindes gedeckt ist. Das heißt die Leistungen für das Kind fallen weg, das Einkommen wird aber nicht bei Elternteil angerechnet. Allerdings wird das Kindergeld als Einkommen der Eltern gerechnet.

Bezüglich des Geldes ist es so, das minderjährige nicht voll geschäftsfähig sind und das Geld vom Sorgeberechtigten verwaltet wird.


Also das eine Minderjährige nicht mal genug Geld hat um sich essen zu kaufen :/ und was kann sie dagegen machen?

Es ist Aufgabe des Sorgeberechtigten dafür zu sorgen, das das Kind essen bekommt. Vernachlässigt der Sorgeberechtigte das Kind, kann/muss sich das Kind an das Jugendamt wenden.




Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von isomatte
06.08.2016, 10:14

Eine Unterhaltspflicht gibt es im SGB - ll gegenüber den Eltern nicht,weil diese dann selber noch arbeitsfähig sind,eine Unterhaltspflicht käme also nur im SGB - Xll - Bezug in Betracht !

Der Selbstbehalt beträgt dann für einen Single 1800 € + 50 % vom übersteigenden Einkommen,es sind dann aber noch andere Aufwendungen absetzbar,wie z.B. Aufwendungen durch die Beschäftigung,eigene Beiträge für die Altersvorsorge,eigene vorrangige Unterhaltsverpflichtungen,Tilgung von Krediten die schon vorher bestanden haben usw.

Ein Kind fällt schon aus der BG - wenn es keine Leistungen mehr vom Jobcenter bekommt.

Das bedeutet,dass Kindergeld kann dann nicht automatisch zum Einkommen des Kindergeldberechtigten werden,sondern nur der Teil, den das Kind zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigt und dann kann der Berechtigte ggf.die 30 € Versicherungspauschale auf sonstiges Einkommen geltend machen,wenn nicht schon anderweitig Freibeträge auf Einkommen berücksichtigt würden.

0

hat dir das deine Freundin so erzählt?

Dann hat sie dir aber einen gewaltigen Bären aufgebunden

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Ichbau
05.08.2016, 22:26

Ja warum hat sie das ?

0

Der fehler ist nicht das deine Freundin Geld abgeben muss, sondern wie die Mutter es verwendet.

Das ist definitiv ein Fall für das Jugendamt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?