Frage von PornostylzZ, 41

Familienproblem, was soll ich tun, liegt es an mir?

Hallo liebe Community,

seit einiger Zeit habe ich ein Familienproblem. Ich werde immer und immer wieder daheim angemeckert bis hin zu angeschrien. Oft sind es nur Kleinigkeiten. Meine Nerven sind sowieso schon wirklich im Eimer und dann juckt es keinen wie es mir geht (starkes Kribbeln im Hinterkopf, Zittern, plötzliches Weinen, usw). Hauptsächlich ging es um die Schule und Ausbildung. Ich habe freiwillig die Klasse wiederholt, wodurch auch meine Noten besser geworden sind, aber keinen Lob oder sonstiges bekommen habe (habe ich mich schon darauf eingestellt). Ich konnte mich auch erst mit meinem neuen Zeugnis bewerben, da ich zwei 5en hatte und die Chance schlecht stand eine Ausbildung zu finden. Ich bin hier und da auch ein wenig faul muss ich ehrlich zugeben und spiele gerne Videospiele, schicke aber dennoch Bewerbungen ab. Dann wurde mir gedroht, dass mir alle elektronischen Geräte genommen werden, da alle zu 100% wissen, dass ich stundenlang nur am zocken bin. Da ich meinen Mund kaum aufmachen kann, wegen meiner Psyche und meinen Nerven ist das selten, dass ich wenig dazu sagen kann, also meinen Eltern gegenüber. Ich bin dann so unter Druck und Stress. Falls der Fall mal eintrifft und ich mal meine Meinung sage, wird direkt geschrien und werde als frech und unhöflich beschimpft. Wenn ich alleine leben würde, bekäme ich nichts auf die Reihe, ich wäre noch jung und dumm, so würde sich kein erwachsener verhalten. Hinzu kommt noch dass ich noch nichts gemeistert hätte und keine Erfolge erzielt habe. Zwei Tage vor den Prüfungen wird man wieder angemeckert, weil ich lernen wollte. Daraufhin hieß es, dass ich auf einmal lernen muss, wenn man zur Arbeit gezwungen wird (daheim). Ich bin langsam am Ende und weiß nicht mehr was ich tun soll..

Antwort
von Tasha, 10

Ich würde an Deiner Stelle mal einen Brief an Deine Eltern schreiben!

Nimm diese Frage als Ausgangstext, arbeite den Text etwas aus, erkläre, wie es Dir geht.

Erkläre auch, dass Druck Dir nicht helfen sondern Dich eher blockieren wird, dass Du eher Hilfe benötigst.

Es kann sein, dass Deine Eltern nur bestimmte (negative) Punkte an Dir wahrnehmen, weil sie sich darauf konzentrieren.

Versuche mal, etwas zu tun, das sie freuen würde (kleine Überraschung, freiwillige Hausarbeit etc. - nicht übermäßig 8 Stunden am Tag, aber jeden oder jeden zweiten Tag ein bisschen, immer überraschend, nicht immer das gleiche). Das werden sie irgendwann bemerken und Du wirst ihnen positiv auffallen. Dazu zählt auch, sie mal zu loben, wenn sie sich bei etwas angestrengt haben. Lob führt dazu, dass man den Lobenden positiver wahrnimmt. Wenn Du dann später mit Deinem Anliegen kommst, wird es ernsthafter aufgenommen, als wenn man Dich immer noch als "Störenfried" ansieht.

Versuche, an Dir zu arbeiten. Schließe mit Dir einen Vertrag, LANGSAM Dein Verhalten zu ändern. Eine Bewerbung oder ein Anschreiben oder eine Recherche am Tag, und 10 min pro Tag kürzer Videospiele etc.

So lange, bis Du vielleicht 5 Stunden am Tag mit Bewerbungen (und allem Drum und Dran) und 5 Stunden über den Tag verteilt mit Videospielen verbringst, und noch etwas Freizeit hast, in der Du etwas anderes machen kannst (Sport, anderes Hobby etc.). Und dann die Videospielzeit so weit reduzieren, bis Du die Freizeit nutzen könntest, die Dir in einer Ausbildung bliebe (ein bis zwei Stunden unter der Woche oder weniger). Mache die Videospielzeit zu etwas Besonderem, nicht etwas, das Du automatisch tust, wenn Dir nichts anderes einfällt. Nimm Dir pro Tag eine halbe Stunde für Deine Eltern  (s.o.)

Wenn Du erste Erfolge bei der Reduzierung der Videospielzeit siehst, erwähne mal Deinen Plan gegenüber Deinen Eltern, aber nebenbei. Sie sehen dann, dass Du Dich bemühst und sie Dich evtl. falsch eingeschätzt haben und nehmen Dich evtl. positiver wahr.

Paradox, aber manchmal wirksam: Eltern meckern - Kind lobt. Bemerke alles, was Deine Eltern tun, erwähne mal, wie schwer sie es haben, was Mama oder Papa besonders gut kann, was einer kann, Du aber nicht, was Du an ihnen bewunderst, was Du gerne mal von ihnen lernen würdest (nicht übertreiben, immer mal wieder kurz einstreuen). Das führt dazu, dass man Dich viel positiver wahrnimmt, weil Du ihnen ein gutes Gefühl vermittelst und ihnen Aufmerksamkeit gibst.

Außerdem kannst Du so gut Deine Probleme vorbringen: Mama/ Papa, was würdest du eigentlich machen wenn du (einen Teil meines Problems) hättest in (der Situation, in der das zu Hause vorkommt). Z.B. wenn du plötzlich beim Essen weinen müsstet. Wie würdest Du reagieren? Würdest Du Dich entschuldigen, raus gehen, versuchen, das zu unterdrücken etc.? Was wäre sinnvoll? Damit sprichst Du die Kompetenz Deiner Eltern an, sie versetzen sich ggf. in Dich hinein und lernen damit, Dich besser zu verstehen und kommen ggf. über Deine Probleme mit Dir ins Gespräch. Auch hier gilt: Nicht übertreiben, nicht zu oft, nicht zu lange, nicht zu betont. ;-)

Kommentar von PornostylzZ ,

Ich werde es mal versuchen, danke dir! :)

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