Frage von MiraMyz, 208

Familienmitglied zwangseinweisen lassen?

Ich bin 17 Jahre alt und schon bevor ich geboren wurde war mein Vater Spielsüchtig. Teilweise kam es vor, dass er pro Nacht 2000€ verzockt hat. So wie die meisten Ehepaare, hatten meine Eltern auch vor kurzer Zeit noch ein gemeinsames Konto (da waren glaube ich um die 6000€ drauf). Mein Vater hat dieses Geld komplett einkassiert und innerhalb weniger Tage verzockt, er ist wirklich nicht mehr bei Sinnen. Mein Vater braucht wirklich professionelle Hilfe, keiner in unserem Umfeld kann sich seinen Zustand noch anschauen. Er ist sozusagen in seiner eigenen Welt abgekapselt. Meine Frage hier ist es, kann man ein Familienmitglied unter diesen Zuständen Zwangseinweisen lassen (in einer psyiatr. Anstalt)? Und an wen wende ich mich bzw. meine Familie? Ich bitte um Hilfe, danke

Antwort
von implying, 130

selbst wenn es möglich wäre, es würde nichts bringen, leider.

süchtige, egal um was für eine sucht es sich handelt, müssen immer erst selbst einsehen, dass sie süchtig sind und daran von sich aus etwas ändern wollen. andernfalls wäre auch ein erfolg durch eine therapie nur vorübergehend. wie beim rauchen würde man dann bei der kleinsten versuchung wieder schwach werden.

süchtige müssen oft ganz unten ankommen, damit sie sich ihre sucht endgültig nicht mehr schönreden und verharmlosen können. denn, selbst wenn jemand zugibt süchtig zu sein, denkt er immernoch er habe das im griff, und findet ausflüchte um sich selbst nicht damit konfrontieren zu müssen.

ich würde auch raten zu einer beratungsstelle zu gehen und euch da erstmal beraten zu lassen, als angehörige. ganz wichtig ist nämlich auch, dass man die sucht in keinster weise auch nur irgendwie unterstützt. und unterstützen heißt auch darüber zu schweigen, es geheim zu halten oder zu dulden...

Antwort
von Peter242, 106

Es gibt in fast jeder Stadt eine Suchtberatung,  diese ist auch für Angehörige gedacht. Wie das aussieht mit zwangseisung stell ich mir schwer vor, kenn mich aber nicht aus. Ich rate dir eine Beratungsstelle aufzusuchen und dich von Experten beraten zu lassen. 

Kommentar von MiraMyz ,

Danke für die Hilfe :)

Antwort
von gri1su, 86

Zwangseinweisungen sind (zum Glück) nicht einfach und an bestimmte Voraussetzungen gebunden, die hier sicher nicht so ohne Weiteres gegeben sind. Dazu müßte man das Gericht einschalten.

Aber es gibt Suchtberatungsstellen -auch für Spielsucht- die mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch Angehörigen helfen.

Möglicherweise kann auch ein Gespräch mit einem Arzt oder der Krankenkasse weiterhelfen. Der Arzt selbst wird wenig tun können, kann dir vermutlich aber kompetente Ansprechpartner nennen.

Ganz sicher kann eine entsprechende Therapie mit einem Psychologen zur Besserung beitragen. Aber das bringt nur etwas, wenn dein Vater erkannt hat, dass er Hilfe braucht und selbst nicht mehr da raus kommt - und wenn er bereit ist, Hilfe anzunehmen.

Ich wünsche dir viel Erfolg und im Rahmen der Möglichkeiten schöne Feiertage

Kommentar von MiraMyz ,

Besten dank für deinen Rat und für die Glückwünsche. Wünsche auch schöne Feiertage und ein frohes Fest

Antwort
von marla80, 26

Eine Zwangseinweisung ist nur dann möglich, wenn der betreffende fremd- oder Eigengefährdet ist. D.h. bei Gefahr für Leib und Leben, was in eurem Fall nicht zutrifft

Antwort
von Seanna, 37

Aufgrund der Sucht oder Schulden kann er nicht eingewiesen werden.

Zwangseinweisung nach dem PsychKG kann nur bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung (für Leib und Leben) erfolgen.

Was ihr aber - neben der Suchtberatung, die nur etwas bringt wenn er mit geht - noch versuchen könnt und euch etwas Entlastung schafft auch wenn ihm NICHT geholfen werden kann: sozialpsychiatrischer Dienst der Stadt.

Die sind für sowas zuständig und auch für Angehörige, die Hilfe und Rat suchen. Das ist für euch kostenlos und bei (medizinischem) Bedarf kommen die auch zu ihm nach hause (aufsuchende Hilfe). Es ist immer auch ein Psychiater mit im Team.

Die Nummer gibt's beim Gesundheitsamt.

Antwort
von Vernon, 44

Wenn Dein Vater sich in seinen finanziellen Belangen aufgrund einer Suchterkrankung erheblich selbst gefährdet, Schulden macht und die Existenz der Familie gefährdet ist, solltest Du die Errichtung einer Betreuung für den Aufgabenkreis der Vermögenssorge (mit Einwilligungsvorbehalt) beantragen. Nimmt er dies als Hilfestellung an, so kann der Betreuer verhindern, dass er weiter Schulden macht. Nimmt er die Hilfestellung nicht an (lehnt Betreuung ab), so ist es bei allen Suchterkrankungen schwer, bis unmöglich, zu helfen.

Bis vor 2 Jahrzehnten konnte man wegen einer Suchterkrankung noch entmündigt werden, das Betreuungsrecht von 1992 hat die Entmündigung vollkommen abgeschaft und Suchtkranke (ohne toxische Hirnschäden) als voll Einwilligungsfähig erklärt. Das heißt dann auch, dass eine Betreuung nur mit dessen Einverständnis errichtet werden kann.

Eine Zwangseinweisung kommt sowieso nicht in Frage, da die Behandlung vorwiegend psychotherapeutisch erfolgen muss und dies nicht zwangsweise geht. Ein "Verräumen" ist nur bei steter Selbst- und Fremdgefährlichkeit möglich.

Antwort
von klausjosef1955, 40

1. Wie Peter424 schon geschrieben hat: Fachleute einschalten, eine Suchtberatungsstelle.

2. Wenn Zwangsmaßnahmen ergriffen werden sollen, und sei es auch nur eine Verwaltung des Geldes, dann ist am ehesten das Betreuungsrecht heranzuziehen. Anlaufstellen wären da ebenfalls die Suchtberatungsstellen, das Gesundheitsamt, schließlich das Amtsgericht, das aber wohl auf das Gesundheitsamt verweisen wird.

Antwort
von PillePalleAbisZ, 89

Nein. So einfach geht das in Deutschland nicht. Du müsstest erstmal einen Anwalt oder ne Beratungsstelle für Sucht aufsuchen bzw. deine Mutter muss es. Dann müsste dieser Anwalt einen Antrag beim Gericht ( kp welches ) stellen und deinem Vater die Vollmundschaft entziehen bzw jemanden übertragen... Das bedeutet das deinem Vater alle Rechte entzogen werden die ein Volljähriger hat. Dann kann er noch dagegen klagen, das Vertrauen ist weg ... Trennung usw. Na klar könnte es auch gut gehen...


Aber süchtigen kann man nur helfen wenn sie selber wollen. Das muss er selber freiwillig machen.

Kommentar von MiraMyz ,

Ja stimmt auch, dankeschön. Aber das mit der Trennung wär eh kein Problem, weil die sich jetzt bald wahrscheinlich sowieso deswegen trennen

Kommentar von PillePalleAbisZ ,

Tut mir leid für dich... Ich selber gehe auch mal 1000€ im Monat verzocken. Aber das passiert evtl alle 3 oder 4 Monate. Ich gewinne aber auch mal 3000€ oder so und das geht sofort in neue Köeidung, Geräte usw und nicht wieder in den Automaten.

Vorallem sollte man nie alleine zocken gehen... Keine Kreditkarten mitnehemen und nicht mehr als man zocken will.

Außerdem muss man immer so denken " Ich gebe heute Nacht dieses Geld komplett aus um ein schönen Abend mit Freunden zu haben ..." Niemals mit den Gedanken spielen gehen " Heute gewinne ich ...... "

Kommentar von Abaton111 ,

Ich glaube, mein lieber "PillePalleAbisZ", dass Du hier wohl einen Entmündigungsantrag und einen Antrag, nach dem PsychKG, in einen Topf geworfen hast. Es ist Quatsch, dass jemand der Zwangseingewiesen wurde, wie Du es schreibst, die Vollmundschaft verliert. Er bleibt nach wie vor ein mündiger Bürger.

Das Gericht hat lediglich für ihn den Aufenthaltsbestimmungsort, in einer geschlossenen Psychiatrischen Klinik, auf bestimmte Zeit angeordnet. Wenn sich nichts geändert haben sollte, sind das zwei Monate. Dies erhöht der behandelnde Arzt um weitere 4 Monate.

Und während dieser 6 Monate, kann der Betreffende vorzeitig entlassen werden, was im Ermessen des Arztes liegt.

Warum schaust Du nicht erst mal bei Google rein, bevor Du Dir hier so einen Blödsinn zusammenschreibst. Es ist gar nicht auszudenken, in welche Situationen der Fragesteller geraten kann, wenn er das so weitergibt, was Du ihm hier erzählt hast.

Man würde ihn ansehen, ob er eventuell einen Arzt benötigt?

Antwort
von robi187, 33
Antwort
von blumenkanne, 23

du kannst einen süchtigen nicht zwangseinweisen. das wird ihn nicht heilen. auch wenn er dann keinen zugriff auf geld mehr hat.

deine mutter muss entscheidungen treffen. sie muss sich trennen, getrennte konten anschaffen und hoffen das er nicht soviel schulden angehäuft hat, für die sie nun auch gerade stehen muss.

an ihrer stelle würde ich ihn rauswerfen und die scheidung einreichen.

Antwort
von robi187, 36

also dumme frage von was habt ihr >17 jahre gelebt? solange kann ich mir eine beziehung mit einem spielsüchtigen nicht vorstellen?

und einweisen? geht wohl nicht aber man könnte ihm einen betreuer zu orden lassen? aber wie auch immer nur wenn er gesund werden möchte und alles dafür bereit ist zu tun könnte er aus der sucht mit fachlicher hilfe kommen?

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