Frage von FvckedInTheHead, 101

Familie versteht meine Depression nicht?

Hi ich bin m/16. Vor 2 Monaten war ich heimlich beim Hausarzt, der hat mich mit Verdacht auf mittelschwere Depressionen zu einem Psychiater geschickt, hab den Termin aber erst in 2 Monaten. Nach der Schule bin ich fast immer in meinem Zimmer und liege in meinem Bett. Nachts kann ich nicht wirklich schlafen (hab in den letzten 48h, 7h geschlafen). Darum komm ich morgens total schwer aus dem Bett etc. Ich treffe fast keine Freunde mehr, lache sehr wenig und esse nicht mehr viel. Naja meine Eltern haben herausgefunden, dass ich beim Arzt war und haben das Attest gesehen, auf dem halt was von Depressionen steht. Und die füllen auch noch einen Fragebogen für den Psychiater aus. Also eigentlich wissen die ganz genau was los ist. Aber die meinen immer, ich soll doch mal abends mein handy weglegen und nicht so viel "zocken" (ich spiele 4h in einer Woche). Ich benutze das Handy tatsächlich oft, aber eher weil mich das von den Gedanken die ich habe teilweise ablenkt und auch ohne Handy könnte ich immer noch nicht schlafen. Auf jeden Fall suchen sie für alles eine sinnvolle Lösung, obwohl ich genau weiß warum ich so handel. Aber ich schrei ja auch nicht rum und sage, dass es an den Depressionen liegt. Eigentlich können die doch sehr gut wissen, dass das alles damit zusammenhängt und müssten mich nicht noch zu nem Normalen Arzt schicken, um zu klären, warum ich weniger esse...

Warum reagieren sie so? Und wie soll das hier weitergehen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AriZona04, 56

Deine Eltern wissen nicht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Depressionen macht man sich selbst und dann gehen die auch von allein wieder weg - so ihre Ansicht (kann ich mir vorstellen). Vielleicht geben sie auch sich selbst die Schuld: Mein Kind hat versagt und ich bin Schuld. Nichts von dem ist wahr. Aber keiner von uns lernt, damit umzugehen! Leider! Diese Situation ist komplett neu für Euch, das braucht Zeit, aber auch viel Beratung! Sag Deinen Eltern, das Akzeptanz ihrerseits zu Deiner Krankheit das beste ist: Du bist Du, aber Du kannst das nicht allein bewältigen, Du brauchst ihre Unterstützung und fachliche Hilfe - die ist unterwegs (sozusagen) in 2 Monaten. Gut gemacht! Deine Eltern müssen nun umdenken lernen. Vielleicht kommen sie zum Termin mit? Oder bei einem anderen Treffen, um zu hören, wie sie mit dem Problem umgehen sollten!

Kommentar von FvckedInTheHead ,

Danke :) Wahrscheinlich müssen wir lernen, uns gegenseitig zu verstehen. Bei diesem Fragebogen vom Psychodoc gibt's auch ein Feld, wo man die Symptome eintragen soll und Ereignisse in meinem Leben. Da hab ich ein bisschen Angst vor das auszufüllen, weil das muss ich ja machen und später werden sie es auf jeden Fall lesen. Aber wenn ich da was von Suizidgedanken etc. hin schreibe machen die sich ja noch mehr Sorgen und sind komplett überfordert. Außerdem müsste ich, wenn ich erhlich bin, auch hinschreiben, dass eine Ursache Gewalt in der Kindheit durch den Vater sein könnte. Einerseits will ich dem Psychiater das so gut wie möglich machen, aber ich will auch nicht meine Eltern so belasten...

Kommentar von AriZona04 ,

Sei bitte ehrlich bei diesem Fragebogen! Sonst kann Dir nicht genügend geholfen werden. Dein Erlebnis in Kindertagen muss z. B. von Dir aufgearbeitet werden - aber das kommt später. Müssen Deine Eltern zwangsläufig den Fragebogen sehen und lesen, bevor er zum Psychater geht? Das glaube ich nicht. Selbst wenn, dann bitte Deine Eltern zuerst, den Bogen auszufüllen, damit Du danach Deine Fragen beantworten kannst. Was Dich belastet, darüber können Du und Dein Therapeut in der 3 oder 4. Sitzung gemeinsam mit Deinen Eltern sprechen, wenn Du dazu bereit sein solltest. Wollen wir lieber privat weiterschreiben oder hier öffentlich? Biete mir Deine Freundschaft an.

Kommentar von FvckedInTheHead ,

Also es gibt einen Teil, den müssen sie ausfüllen bzw. dort wird gefragt, wie sie die aktuelle Familiäre Situation im Moment sehen etc. Meine Eltern wollen den mit mir zusammen ausfüllen, aber ich denke ich mach das so wie du geschrieben hast. Zuerst sie und dann ich. Dann wird das schon gehen :) Danke schonmal für die Hilfe hier :))

Kommentar von AriZona04 ,

Sag Deinen Eltern, dass sie den Zettel bitte allein ausfüllen sollen, denn der Psychologe will tatsächlich wissen, wie Deine Eltern die Sache sehen - und nicht, wie DU sie siehst. Oder gar dass Du Deinen Eltern die Antworten gibst, damit sie "gut dastehen". Sie müssen nicht gut da stehen, sie haben - vielleicht - keine Fehler gemacht. Aber sie müssen die Wahrheit aufschreiben, sonst kann nicht geholfen werden!

Kommentar von FvckedInTheHead ,

danke! so werd ichs machen

Kommentar von FvckedInTheHead ,

Ich hab nochmal eine letzte Frage; heute hat der Psychotherapeut bei mir angerufen und gesagt, dass ich auch schon in 2 Wochen kommen kann. Das Problem ist nur, dass ich nur genau in der Terminzeit eine Klausur in der Schule schreibe. (Die ist jetzt nicht sooo wichtig, weil das noch nicht fürs Abi zählt, aber ich müsste die dann Samstags nachschreiben) Soll ich da hin gehen?

Kommentar von AriZona04 ,

JA! Wenn Du so früh einen Termin bekommen kannst, schätze Dich glücklich! Man muss sonst sooo lange warten! Die Arbeit kannst Du am Samstag nachschreiben! Nimm diese Gelegenheit wahr! Ich würde keine Sekunde zögern!

Kommentar von FvckedInTheHead ,

omg meine Mutter regt mich grad schon wieder so auf. Die hat jetzt den Termin irgendwie so verschoben, dass ich die Arbeit doch nicht nachschreiben muss, was ja auch erstmal sehr gut ist. Aber zusätzlich hat sie noch einen Termin bei meinem JugendArzt gemacht, weil ich so wenig esse in letzter Zeit (Sie denkt das könnte einfach an der Schilddrüse liegen). Ich hab richtig Aggressionen bekommen als ich das gehört, ich sag dann immer sowas wie "Das liegt doch nicht daran!" Und dann fragt sie mich woran denn? und ich krieg dieses Wort "Depression" einfach nicht ausgesprochen. Ich schreib das hier jetzt gerade einfach so hier hin, aber aussprechen kann ich das nicht... und zu diesem komischen Arzt will ich auch nicht.

Kommentar von AriZona04 ,

Wie alt bist Du? Du klingst recht vernünftig, kannst Du Deine Termine nicht schon allein machen? Ich denke, beim Psychater wirst Du lernen, Deine Krankheit anzunehmen und das Wort Depression auch auszusprechen - aber alles gaanz langsam! Deiner Mutter kannst Du nicht unbedingt einen Vorwurf machen: Sie kennt sich null aus und muss auch erst lernen, damit umzugehen. Gib ihr Zeit. Sobald Ihr anfangt, Euch miteinander mit der Krankheit auseinanderzusetzen, wird sie - hoffentlich - auch mehr Verständnis für Dich haben. Ihr wird gesagt werden, dass sie lernen soll, Dich so anzunehmen, wie Du bist.

Kommentar von FvckedInTheHead ,

Ich bin fast 16 :) Theoretisch kann ich meine Termine auch selbst ausmachen, ich hätte wahrscheinlich auch "heimlich" alles mit der Psychotherapie alleine geregelt, wenn das nicht "aufgeflogen" wäre. Nur ich rufe auch ungerne jemanden an, das war früher kein Problem, jetzt aber irgendwie schon. Ich hoffe mal ich bekomme einen guten Psychotherapeuten, der ihr das alles mal erklären kann, was momentan so bei mir abgeht. Mir tut's ja auch selbst leid, dass ich so bin. Ich fühle einfach fast nichts mehr, wenn ich mit meiner Familie oder meinen Freunden was mache. Und jedes Gespräch das wir führen wirkt irgendwie so "irrelevant" und nervt mich einfach.

Kommentar von AriZona04 ,

Vielleicht bekommst Du Antidepressiva. Wenn ja, wird es Dir helfen. Vielleicht helfen schon die Gespräche. Deine Mutter muss Umdenken lernen - wie gesagt. Ich hoffe, sie schafft das. Ich drück Euch ganz doll die Daumen!

Kommentar von FvckedInTheHead ,

Danke ;) Hast mir wirklich geholfen, das ist nicht selbstverständlich :)

Kommentar von AriZona04 ,

... aber mir eine Herzensangelegenheit.

Antwort
von G1uecksfee, 48

Zu aller erst: tut mir Leid für dich, dass deine Eltern dich nicht verstehen :/

Ich kann dir da leider kaum helfen.
Ich hab eher selber Probleme mit einer depressiven Person.

Aber für mich hört sich das so an, als wären deine Eltern schon sehr besorgt um dich, nur etwas hilflos.

Sie verstehen wahrscheinlich nicht wirklich was Depressionen für Auswirkungen haben und dass es eine ernsthafte Krankheit ist, auch wenn man sie dir äußerlich nicht ansieht.

Mein Rat: wenn du dich traust, rede unbedingt mit deinen Eltern. Sag ihnen einfach direkt, dass du es gut findest, dass sie sich um dich kümmern, aber dass du das Gefühl hast, dass es nicht der richtige weg ist und du dir sicher bist, dass es Depressionen sind und sie sich mal damit auseinander setzen sollten wie man damit umgeht.

Vielleicht wollen deine Eltern es auch einfach nicht wahrhaben, dass du depressiv bist, weil sie dann das Gefühl hätten etwas bei dir falsch gemacht zu haben oder so.
Aber du musst sie wohl fragen um rauszufinden was sie sich dabei denken.

Ansonsten: warte den Psychologen Termin ab und erzähl ihm dann auf jeden Fall deine Bedenken zu deinen Eltern. Der kann dann entweder selbst deinen Eltern die Lage sehr gut erklären, oder dir qualifiziertere Tipps als ich hier geben wie du damit umgehen sollst.

Übrigens:
Ich finde es sehr toll, dass du dich überhaupt getraut hast heimlich zum Hausarzt zu gehen und bereit bist Psychologische Hilfe anzunehmen.
Die Person die ich kenne möchte nichtmal zugeben, dass sie depressiv ist und auch nicht wirklich Hilfe annehmen.
Also, der Mut sich selbst einzugestehen dass man krank ist und die Bereitschaft Hilfe anzunehmen sind schonmal ein riiiesiger Schritt in Richtung Besserung.

Also Kopf hoch, ich bin mir ziemlich sicher, dass deine Eltern nur mit der Situation überfordert sind und mit der Zeit noch rausfinden werden wie sie damit umgehen müssen und du wirst es bestimmt schaffen aus der Depression raus zu kommen, auch wenn es bestimmt nicht leicht wird.

Viel Erfolg :)

Kommentar von FvckedInTheHead ,

Danke für die Antwort :)) Ich hab auch schon viele ähnliche Geschichten gehört, wo die Betroffenen sich das nicht eingestehen. Da braucht man richtig viel zeit und manchmal gehen dadurch Beziehung (Freundschaft, Partnerschaft etc) dran kaputt. bei mir war das so, dass ich vor ca. 2 Jahren zwar gemerkt habe, dass was nicht stimmt, aber die Depression kam bei mir auch eher langsam und nicht von jetzt auf gleich. Ich hab damals auf YouTube videos über Introversion geschaut von Andre Teilzeit. Zufällig hat der auch eine ganze Playlist mit 30 Videos zum Thema Depression. Da bin ich durch zufall drauf gestoßen und hab mich fast 1:1 erkannt. Er hat mir auch irgendwie ein wenig die Angst vor diesem ersten Schritt genommen und klar gemacht, dass es eben eine Krankheit ist und es professionelle Hilfe gibt. In der Playlist sind sowohl Videos für Betroffene, als auch für Angehörige. Da erklärt der dann, wie man Depressiven am besten Helfen kann (sollten sich meine Eltern mal anschauen :o ) Kannst du dir ja mal anschauen und vielleicht der Person zeigen, sofern sie dazu bereit ist. Ich find die Videos ganz spannend, weil sie aus der Sicht von einem Betroffen sind und nicht aus der eines Psychotherapeuten. :) Viel Erfolg dir weiterhin noch und danke fürs antworten :)

Kommentar von G1uecksfee ,

irgendwie kennt jeder Andre Teilzeit ^^ ich hab hier auf gute Frage.net auch schon eine Frage zu meinem depressiven Freund geschaut und jemand hat mir zum besseren Verständnis geraten Andre Teilzwit zu gucken ^^ Auch geichfalls Danke dass du mir zurück helfen willst :) Ich werd mir die wohl alle mal angucken demnächst, wenn alle so viek von ihm halten bis jetzt kenn ich nur ein Video Der würde sich bestimmt freuen wenn er wüsste wievielen seine Videos echt viek bringen.

Kommentar von G1uecksfee ,

*gestellt, nicht geschaut

Kommentar von FvckedInTheHead ,

Der hat vielleicht schon das ein oder andere Leben gerettet :o Ich hab die Playlist auch ungelogen schon 3x durch, aber guck die Videos immer wieder, wenns mir richtig schlecht geht. :D

Antwort
von einfachichseinn, 24

Probiere es doch einfach mal aus. Lege das Handy abends weg. Deine Schlafstörungen werden davon vermutlich nicht verschwinden, aber es wäre auch schön ein Fortschritt, wenn du anstelle von 7 Stunden 8-9stunden schlafen würdest.

Wenn deine Handy dich ablenkt, suche etwas anderes, was dich ablenkt. Vielen Menschen hilft es mandalas zu malen. So Bücher kosten so gut, wie nichts. Ob dir das etwas bringt, musst du ausprobieren. Anderen Menschen hilft es auch zu lesen. Wieder anderen hilft Sport oder einfach ein Spaziergang an der frischen Luft. Grade im Winter tut das dem Körper sehr gut, wenn er an die frische Luft kommt.

Wenn du dein Handy dann nicht mehr brauchst hast du schon einmal ein Problem (den Stress mit deinen Eltern) weniger.

Antwort
von frageklops, 29

Deine Eltern reagieren so weil sie sich nicht vorstellen können, dass Kinder auch Depressionen haben können. Viele Eltern reagieren so und schieben das dann oft mit so Worten ab wie "stell dich nicht so an" und so. Ich kenne so reaktionen. Auch hängt das oft damit zusammen, dass Kindern, leider noch, häufig nicht geglaubt wird!

Also die 4h in der Woche zocken sind wirklich nicht viel. Da gibt es anderes.
Aber mit dem Handy haben sie nicht so ganz unrecht. Zumindest ca. 1h bevor du ins Bett gehst.
Das bläuliche Licht wo vom Handybildschirm, übrigens auch jedem anderen Bildschirm, abgestrahlt wird, hindert deinen Körper daran einzuschlafen! Grob gesagt. Kein Scherz! Stimmt wirklich. Müsste dir jeder Psychologe bestätigen können.

Kommentar von FvckedInTheHead ,

Danke :) Mit dem Handy hast du wohl recht. Ich meine meistens kann ich nicht schlafen, weil mir immer so viele Gedanken durch den Kopf schießen und dann geht schonnal 1-2 Stunden so. Aber das Handy verschlimmert das ganze wahrscheinlich auch noch ein wenig. Ich werd mal versuchen das Handy vorm Schlafen weg zu legen. Vielleicht löst sich das Problem dann schon von selbst

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