Frage von emanagano, 141

Familie ist fies zum Hund. Was tun?

Unser Hund hat sehr stark Angst vor Gewitter. Es muss nicht mal gewittern, sondern nur etwas in der Art in der Luft liegen und schon fängt er an lautstark zu hecheln, zu zittern, sich zu verkriechen, hört nicht einmal mehr auf ihren Namen, isst und trinkt nichts, will nicht spielen und so weiter. Meine Mutter und meine Oma sind total schnell richtig genervt von dem Gehechel und motzen den Hund dann an von wegen "Hör doch mal auf zu hecheln". Wenn meine Mutter gestresst ist, schreit sie den Hund auch manchmal kurz mit "Klappe!" oder so an.

Mich regt das extrem auf. Der Hund kann 1. nichts dafür, dass er Angst hat, 2. das Gehechel als Folge der Angst nicht einfach abstellen und 3. versteht er doch eh kein Wort. Verunsichert ihn das nicht eher noch? Jedes mal, wenn das passiert, weise ich meine Familie darauf hin, aber die wollen das nicht begreifen und sind dann auch irgendwie eingeschnappt. Wenn der Hund dann wieder nach 2 Sekunden zu hecheln anfängt, lasse ich ironisch Kommentare wie "Wow, das klappt ja super gut!" fallen, damit sie einsehen, dass das nichts bringt und einfach unbeschreiblich dumm ist. Ich gerate einfach richtig in Rage, wenn meine Familie den Hund anmeckert. Da denke ich mir, wenn sie nicht mit einem Hund umgehen können und er sie nervt, hätten sie keinen adoptieren sollen ...

Wie kann ich meiner Familie klar machen, dass es einfach nur dumm und fies ist, den Hund anzumeckern? Und hat jemand einen Tipp, wie man dem Hund die Angst etwas nehmen kann? Ich bleibe immer gelassen und rede in einem ruhigen Tonfall mit dem Hund, damit er merkt, dass er nicht in Gefahr ist, aber was bringen tut das auch nicht wirklich was. :/

Antwort
von brandon, 22

Also zuerst einmal ist das was Du beschreibst der Grund dafür das ich immer schreibe, das Hunde mit Verhaltensstörungen nur in erfahrene oder sehr verständnisvolle Hunde gehören. Weil sie ihren Halter schnell überfordern können.

Genau das ist der Grund warum Deine Mutter gereizt auf diese Anzeichen vom Hund reagiert. Es ist eine Art Hilflosigkeit die dann entsteht wenn man dem Hund einerseits gern helfen möchte andererseits keine schnellen Erfolge sieht und dann zu schnell aufgibt weil dieser dumme Hund Angst hat obwohl ihm gar nichts geschieht.

Vielleicht hat sie am Anfang sogar unwissend den Fehler gemacht den Hund in Angstsituationen zu bemitleiden und beruhigend auf ihn einzureden. Solche Mitleidsbekundungen kommen jedoch bei einem Hund ganz anders an. Er fühlt sich nämlich dann in seiner Angst bestätigt, anders gesagt für den Hund heißt das dann:“Es ist vollkommen richtig das Du solche Angst hast, mach weiter so.“

Wenn man also merkt das man dem Hund nicht helfen kann, frustriert das natürlich und dann fängt es irgendwann an zu nerven und dann entsteht Aggression.

Ich kann verstehen das Dich das aufregt und Du dem Hund beistehen möchtest und natürlich hast Du recht damit das der Hund noch mehr verunsichert wird.

Leider schlägst Du aber den falschen Weg ein wenn Du ironische Bemerkungen machst oder darüber schimpfst weil das zu keiner Einsicht führt und Deine Mutter noch gereizter reagiert.

Besser wäre es in einer ruhigen Minute darüber zu reden. Es gibt Bücher darüber wie man einem ängstlichen Hund helfen kann und womit man einem Hund nicht hilft. Mit so einem Buch könntest Du Deiner Mutter ganz sachlich schwarz auf weiß zeigen das sie einen Fehler macht und gleichzeitig könnte sie lernen das es Möglichkeiten gibt dem Hund helfen, wenn man etwas geduldiger ist.

Um es noch mal klar zu sagen. Du sollst Deiner Mutter jetzt nicht oberlehrerhaft ein Buch um die Ohren hauen und sie angehen.

Versuch Deiner Mutter dabei zu helfen denn sie braucht Hilfe. Vielleicht könntest Du ihr sagen das Du ein Fachbuch zum Thema Angst bei Hunden hast und das ihr zusammen mit Hilfe des Buches einen Weg findet wie ihr alle gemeinsam an einem Strick ziehen könnt um dem Hund mit seinen Ängsten zu helfen.

Besteht die Möglichkeit das Du den Hund wenn er wieder so hechelt mit in Dein Zimmer nimmst, so dass Deine Mutter sich erst mal entspannen kann?

Mir ist klar das das alles nicht so einfach ist und in der Theorie alles viel einfacher ist als in der Praxis aber den Versuch ist es doch mit ein bisschen Fingerspitzengefühl wert, oder?

Wenn es zu gar keinen Erfolg führt würde ich Deiner Mutter raten den Hund in verständnisvolle Hände zu geben.

LG

Antwort
von froeschliundco, 24

du siehst das ganz richtig...mir würde es auch die hurschnurr reissen bei solchem verhalten deiner fam....das ganze verstärkt nur noch mehr seine angst u.unsicherheit...entweder nimmst du dann den hund und begibst dich aus dieser situation, geh gassi, beschäfftige ihn dabei (schleppleine drauf, nicht das er dir aus schreck abzischt) mit apportieren u.suchspielen...oder du holst den hund in dein zimmer, machst den radio oder fernseh an und gibst dich völlig entspannt...kannst dich dann auch zum hund setzen, beruhigen kraulen aber nicht sprechen

Antwort
von Nightlover70, 12

Du machst einen sehr vernünftigen Eindruck, Deine Mutter und Deine Oma sind da wohl, mit Verlaub gesagt, ein bisschen leer zwischen den Ohren.

Gut das der Hund Dich hat.

Antwort
von Wolfskrale, 7

1. Sie sollten sich nicht zu dem Hund gehen und ihn versuchen zu behruigen, wenn sie nett mit ihm reden, ihn streicheln.... dann sieht der Hund das als Belhonung an und versteht das es okay ist Angst zu haben

Antwort
von Jemney, 60

Tu während dieser Phasen so als wäre alles normal.Wenn der Hund Angst kriegt mach einfach weiter wie normal und tu so als wär das so normal wie Sonne und so.

Antwort
von annisimoni, 60

Du solltest seine Angst ignorieren. Wenn du ihm gut zuredest, bestärkst du ihn in seiner Angst. Anschreien ist jedoch auch nicht das Mittel der Wahl.

Das einzige, was nach meiner Erfahrung gut hilft, ist mit ihm spielen. Wenn ein Gewitter naht, sollte der Hund durch sein Lieblingsspiel abgelenkt werden und das möglichst  bevor er seine Angst zeigt. Bei meinem Hund hat sich das Kauen eines dicken Rinderknochen bewährt.

Kommentar von emanagano ,

Leider wittert der Hund Gewitter schon Stunden, bevor es dann wirklich gewittert. Und wenn man dann das kleinste Anzeichen von Angst merkt, ist es auch schon zu spät und der Hund hat auf nichts mehr Lust :/ Mit ignorieren haben wir es auch schon versucht, aber das wirkt sich nicht besser oder schlechter aus, als das gut zureden...

Kommentar von Margotier ,

Du solltest seine Angst ignorieren. Wenn du ihm gut zuredest, bestärkst du ihn in seiner Angst

Schlimm, dass dieses Gerücht nicht totzukriegen ist :-(

www.hunde-weise.de/wissenswertes/mythos-angst-ignorieren

Kommentar von annisimoni ,

Das ist kein Gerücht, sondern jahrelange Hundeerfahrung. Du hättest meinen Beitrag richtig lesen sollen und meinen Beitrag mit dem Beitrag deiner merkwürdigen Seite vergleichen sollen. Denn genau dort auf deiner Seite steht nichts anderes, als was ich geschrieben habe. Den Hund mit Spielen oder Futter ablenken.

Ich zitiere aus deinem Link:

Manchem Hund hilft Bewegung, Futter oder eine Veränderung der Umgebung.

Im Übrigen halten die allermeisten Hundeexperten an dem Rat fest, die Angst des Hundes nicht durch Zureden positiv zu bestärken. Meine Erfahrung hat das gleiche bestätigt. Wir haben Hunde, seit ich auf der Welt bin.

Kommentar von brandon ,

Wir haben Hunde, seit ich auf der Welt bin.

Trotzdem weißt Du nicht das man einen panischen Hund weder mit spielen noch mit Fressen ablenken kann.

Kommentar von annisimoni ,

Unsere Hunde konnte man immer damit ablenken. Und wir hatten schon einige. Mein Vater ist Tierarzt ist damit immer gut gefahren. 

Antwort
von Roquetas, 77

Also meckern bringt wirklich nichts, aber das schlimmste was man machen kann, ist - den Hund dann zu streicheln und und immer wieder zu sagen, dass ja alles gut ist.

Damit bestärkt man das Tier in seiner Angst alles richtig zu machen.

Kommentar von emanagano ,

Wirklich reden tu ich dann nicht mit dem Hund und streicheln auch nicht. Ich meine eher, dass ich, wenn ich mit ihm rede, z.B. ihn zu mir ins Zimmer hole, ruhig rede.

Kommentar von Roquetas ,

Du machst das schon richtig. Zeig ihm, dass Du keine Angst hast und er wird es spüren. 

Kommentar von Margotier ,

Damit bestärkt man das Tier in seiner Angst alles richtig zu machen.

Nein, es ist nicht möglich, auf diese Weise Angst zu verstärken:

www.hunde-weise.de/wissenswertes/mythos-angst-ignorieren

Kommentar von Roquetas ,

Interessanter Link, vielen Dank.

Ein Satz darin bestätigt ja auch meinen Kommentar, in dem ich schrieb, dass emanango alles richtig macht:

"Wichtig ist es, dass die Art, wie der Mensch sich dem Hund in dieser Situation zuwendet, vom Hund auch als angenehm bewertet wird"

Kommentar von annisimoni ,

... sagt irgendjemand im Internet, der nicht mal ein Hundetrainer ist.

Angst wird durch Zureden nicht besser. Du solltest deine Links auch mal lesen, bevor du sie postest. Im Hunderudel spricht der Leitwolf auch nicht zu seinem Rudel. Du solltest aufhören, den Hund zu vermenschlichen. Der braucht keine Ansprache, sondern Ablenkung durch Spiel oder Fressen.

Kommentar von Roquetas ,

Welche Links habe ich eingestellt?

Kommentar von annisimoni ,

Der Kommentar ist an den Link von margotier gerichtet. Das siehst du an der Einrückung des Kommentares, der auf gleicher Höhe ist wie deiner.

Kommentar von brandon ,

 Der braucht keine Ansprache, sondern Ablenkung durch Spiel oder Fressen. 

Hast Du schon mal einen Hund erlebt der vor Angst zittert?

Ich habe selbst so einen ängstlichen Hund und immer wenn ich solche schlaue Tipps lese von wegen ablenken durch Spiel oder Fressen würde ich zu gern mal sehen wie jemand meinen Hund mit Fressen oder Spiel ablenken will.

Ein Hund der vor Angst zittert hat weder Interesse am fressen noch möchte so ein Hund spielen.

 In schlimmen Fällen macht ein Hund alles dicht und ist dann überhaupt nicht mehr ansprechbar.

Bist Du Hundetrainer? Wahrscheinlich nicht sonst wüsstest Du das.

LG

Kommentar von brandon ,

@ Margotier

Ich finde den Link auch interessant allerdings bin ich auch ein bisschen skeptisch.

Es geht ja nicht darum die Angst zu verstärken als viel mehr die Angst durch zureden zu bestätigen.

Natürlich stimme ich zu das man einen ängstlichen Hund der die Nähe zu seinem vertrauten Mensch sucht nicht vor den Kopf stösst und ihn nicht beachtet.

Bei meinem Hund der eine Art “Fremde Menschen Phobie“ hat erlebe ich es immer mal das fremde Menschen meinen Hund ansprechen und freundlich auf ihn einreden weil sie Kontakt aufnehmen wollen. Dann spüre ich sehr deutlich das sich die Angst bei meinem Hund verstärkt in dem meine Hündin nicht nur den Schwanz einzieht sondern auch noch stark anfängt zu zittern. Natürlich darf sie sich bei mir “verstecken“ aber ich versuche dann den Leuten klar zu machen das es meinem Hund mehr bringt wenn sie ihn gar nicht beachten.

Wenn mein Hund vor Gewitter oder an Sylvester Angst hat darf er sich selbstverständlich an mich drücken und wird dann auch von mir gestreichelt. Das ist doch klar.

Kommentar von annisimoni ,

... darf er sich selbstverständlich an mich drücken und wird dann auch von mir gestreichelt. Das ist doch klar.

Das ist ja auch richtig so, aber darum musst du ihn ja nicht zutexten. Das würde ein tierischer Rudelführer auch nicht tun.

Antwort
von ninacookies, 48

Vielleicht ist es am besten deiner Familie mal weiß zu machen wie sicher der Hund fühlt und deine Mutter einfach mal selber anzuschreien und "nieder" zu machen. Die Menschen verstehen meistens nichtmal wie es dem Tier dabei geht.

Kommentar von brandon ,

@ ninacookies

Das ist ganz bestimmt der falsche Weg. 

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