Frage von Humorietes97, 57

Familiärer Konflikt, wie soll ich eine Entscheidung treffen?

Hallo,

ich bin 18 und möchte euch kurz etwas erzählen, wozu ich von euch Hilfe und andere Gedankengänge, Sichtweisen und Rat brauche.

Es geht um Folgendes: Als Kind haben sich meine Eltern immer oft gestritten. Ich habe noch 2 Geschwister. Eine 20 und eine ist 8. Nun ist es so, dass sich quasi Teams gebildet hatten. Die Familie meines Vaters gegen die Familie meiner Mutter. Und ich in der Mitte. Ich habe als Kind immer viele Videospiele mit meinem Vater gezockt. Währenddessen hat er mich immer gegen meine Mutter aufgehetzt und so weiter. Meine Mutter behauptet, sie hätte mich, obwohl ich im gleichen Haus wäre, 3-4 Monate nicht zu Augen bekommen wegen meinem Vater. Weil er mich raffiniert mit Videospielen abgelenkt hatte. Ich kann mich daran nicht mehr sooo richtig erinnern, da ich da noch klein war. Kann es mir aber vorstellen. Meine Mutter hat mir erzählt, dass mein Vater meine Mutter immer früher bevor wir da waren geschlagen hat und eingesperrt hat und so weiter. Heute leben wir aber alle zusammen unter einem Dach. Mehr oder weniger glücklich. Das Ding ist Folgendes: Ich befinde mich seit Jahren in einer komischen Situation, die mir erst jetzt bewusst wurde. Ich habe ständige angst, etwas falsch zu machen. Meinem Vater das Gefühl zu geben, dass er gewonnen hat, oder meiner Mutter. Ich möchte keinem von den beiden Recht geben. Denn wenn ich meiner Mutter Recht gebe, dann fühlt sich mein Vater schlecht und andersrum. Wenn ich meinem Vater recht gebe und zu ihm halte, bekommt meine Mutter das Gefühl, mich verloren zu haben. Wenn ich die Liebe meines Vater annehme, denke ich, dass meine Mutter ein schlechtes Gefühl bekommt. Wenn ich sie als ganz normal Eltern ansehe, bekommen sie andere Gefühle. Sie fühlen sich verletzt. Das denke ich zumindest. Also egal was ich mache, nichts ist gut oder richtig. Ich muss endlich eine Entscheidung treffen, weiß aber nicht welche. Ich leide nun seit über einem Jahr an Depersonalisation und ich denke, dass das hier der Grund dafür ist. Da ich keine Entscheidung treffen will und davor flüchte und dann die Depersonalisation als Schutzfunktion erscheint. was in den Köpfen von denen vorgeht. Ich konnte mich jedenfalls nie richtig entwickeln. Denn ich musste ja immer darauf achten, dass ich alles richtig mache und keinem das Gefühl gebe, gewonnen oder verloren zu haben. Musste für beide da sein. Mich aufopfern. Und für sie leben. So gut es geht und noch auf mich achten. Das Beste draus machen. Zum ersten Mal kann ich so offen drüber sprechen. Die Luft ist raus. Aber ich achte komischerweise immer noch darauf, alles richtig zu machen. Obwohl es kein richtig oder falsch gibt. Ich brauche nicht die ganze Zeit auf mein Handeln zu achten. Ich muss nicht mehr auf sie achten. Ich darf ich selbst sein. Immer auf alles achten. Von keinem die Liebe annehmen dürfen, da bei dem anderen Elternteil dann ein negatives Gefühl entsteht. Und er Schmerz hat. Immer und immer wieder dieser Konflikt.

Wie soll ich mit dem Ganzen umgehen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von blumenkanne, 28

wenn sie dir irgendwelchen blödsinn erzählen, würde ich ihnen sagen, dass dich das überhaupt nicht interessiert. das es dir egal ist. es gibt leute die schlagen und die opfer die sich das gefallen lassen. deine mutter hätte wegziehen können, sie hätte deinen vater anzeigen können und ihm dann wegen manipulation das umgangsrecht entziehen können. hat sie aber nicht gemacht - ist also ihrer pflicht auch nicht besser nachgekommen.

ich würde beiden eltern danken für die lebenslangen manipulaitionsversuche und den daraus folgenden loyalitätskonflikt. was du benötigst ist wohl eine ganze weile abstand von beiden und therapeutische hilfe, bis du dich selbst gefunden hast.

Kommentar von Humorietes97 ,

Das habe ich ihnen gesagt - dass mich das nicht interessiert. Das ändert aber leider nichts daran, dass ich immer noch in den gleichen Mustern denke und immer noch Angst habe, dass es so rüberkommen könnte, dass ich mich für ein Team entscheide. Denn ich möchte mich für keine Seite entscheiden. Denn ich habe damit nichts zu tun und ich möchte keinem der beiden Seiten das Gefühl geben, gewonnen zu haben. Bei der väterlichen Seite wären das die Manipulationsversuche- bei mütterlicher Seite wären das keine Manipulationsversuche, sondern die pure Wahrheit. Aber ich möchte mich nicht gegen meinen Vater stellen...

Kommentar von blumenkanne ,

wenn du aber schon weißt, dass deine mutter die wahrheit sagt, dein vater dich manipuliert, dann wird es zeit, dass du dich positionierst. aber irgendwo ist dieses gelabber deiner mutter genausoviel manipulation. erst lässt sie sich verprügeln, dann lässt sie sich ein kind von deinem vater in den bauch basteln. das passt doch dann nicht zusammen. wenn ich also der meinung bin ein gemeinsames kind mit jemanden zu haben, dann halte ich den mund und mach dem kind den vater nicht schlecht. - ich würde beiden die gelbe karte geben und ausziehen.

such dir einen richtig guten therapeuten, der dir hilft dich aus diesem manipulationsgeflecht zu lösen und dir hilft mit dir selbst klar zu kommen. es könnte dazu führen, dass du die nächsten jahre kein wort mehr mit deinen eltern führst oder nie mehr wieder. aber du wirst merken das es dich befreit.

Antwort
von MuLiLoo, 32

Ich würde dir gerne Rat geben, wie du dich am besten Verhalten sollst, aber ich weiß da auch nicht so wirklich weiter. Allerdings bin ich mir sicher, dass es dir helfen könnte, zu einer Beratungsstelle zu gehen, zum Beispiel zur Caritas. Die können dir alle Optionen nennen, können dir Hilfe geben. Versuchs am besten mal.

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