Meine Eltern haben sich vor kurzem ein neues Auto gekauft und ärgern sich nun sehr über die völlig untertriebene Verbrauchsangabe des Herstellers, in der Realität verbraucht das Fahrzeug einige Liter mehr als angegeben. Kann man dagegen nichts tun?

Die Verbrauchswerte der Autos werden standardisiert nach dem "Neuen Europäischen Fahrzyklus" ermittelt. Dieser ist gesetzlich von der Europäischen Union vorgeschrieben. Aber wie realistisch sind diese Werte wirklich? Laborbedingungen gegen Straßeneinsatz
Das standardisierte Prüfverfahren sieht vor, dass ein Auto auf einem Rollprüfstand fährt - unter Ideal-Bedingungen. Dieser genormte Fahrzyklus dauert insgesamt knapp 20 Minuten. Er umfasst eine City- und Überlandfahrt bei 20 bis 30 Grad Celsius. Kaltstart und Beschleunigungen werden auch berücksichtigt. Und aus diesen Ergebnissen geben die Autohersteller den Benzinverbrauch der Wagen auf 100 Kilometern innerorts, außerorts und kombiniert - also die Mischung aus Stadt- und Überlandfahrten an. Aber entspricht dieses Verfahren der Realität auf den Straßen? Markt macht mit drei Autos den Praxisvergleich: Einen Smart, einen VW Polo und einen Ford Mondeo - alles Fahrzeuge, die Benzin tanken. Unsere "Tester" fahren 100 Kilometer - 50 Kilometer in der Stadt und 50 Kilometer außerhalb geschlossener Ortschaften. Als Richtwerte gelten die kombinierten Verbrauchsangaben. Enorme Unterschiede
Der Unterschied zwischen den Angaben der Hersteller und dem tatsächlichem Verbrauch ist zum Teil enorm. Der Smart verbraucht 13 Prozent mehr Benzin als die Werksangabe. Noch größer ist die Differenz bei den anderen Wagen: Der Ford Mondeo schluckt 39 Prozent mehr Sprit. Und der VW Polo liegt mit 42 Prozent deutlich über seiner Werksangabe. Der Praxisvergleich von Markt ist sicher nicht repräsentativ, aber er zeigt, wie unrealistisch die theoretisch ermittelten Verbrauchswerte der Autohersteller sind.
Die genormten Fahrzyklen geben einen Durchschnittsverbrauch an. Sie sind nicht auf den individuellen Fahrstil abgestimmt. Der Benzinverbrauch hängt nämlich ganz wesentlich vom Fahrverhalten ab. Außerdem werden beim theoretischen Verbrauchswert die elektrischen Geräte wie Klimaanlage oder Lichtmaschine im Wagen nicht berücksichtigt. Sie tragen teilweise erheblich zum Kraftstoffverbrauch bei.
Für den Verbraucher ist wichtig, dass die Angaben der Autohersteller oft nicht den Spritverbrauch in der Praxis widerspiegeln. Aber sie können dazu dienen, Fahrzeuge untereinander zu vergleichen.
Quelle:http://www3.ndr.de/sendungen/markt/archiv/autoverkehrreisen/markt788.html

Der Verbrauch ist ein Mittelwert (Drittelmix aus Stadt, Autobahn und Landstrasse) unter optimalen bedingungen. Es wird wohl schwer sein dem Hersteller Betrug vorzuweisen.

Das stimmt absolut nicht. Deine Eltern sollten besser auf ihre Fahrweise ändern. Ich bin bisher IMMER mit der Werksangabe hingekommen bzw. habe diese unterboten. Klagen ist absolut zwecklos.
Vielleicht fahren deine Eltern Hektisch und oft in niedrigen Gängen?? Das kann den Verbrauch stark erhöhen!

Es kommt auch sehr auf die Fahrweise an. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ältere Leute oft viel zu hochtourig fahren.
Ansonsten kann ich mich LEMORDAN nur anschließen.

da muss man den Klageweg geehen und sich gutachtermäßig nachweisen lassen, dass der Fakt so stimmt..und bis dahin hat man eine Menge Kosten
die werden nach einer norm ermittelt. tu dir den stress nicht an, es wurde schon mehrfach nachgewiesen, dass die testbedingungen nicht viel mit der realität zu tun haben. damit kommst du kaum durch.
Mittlerweile hat sich die Rechtslage verbreitet, dass falsche Verbrauchsangaben verstärkt geahndet werden. Voraussetzung ist, dass der Mehrverbrauch durch einen Gutachter bestätigt werden kann und nicht unerheblich ist. Wenn es euch also wert ist, könnt ihr es auf dem Wege einer Klage auf Schadensersatz versuchen. Vorher aber wie gesagt die ganze Sache objektiv absichern lassen.