Frage von AlisonPSC, 94

Falsche Nebenkostenabrechnung. Könnt ihr helfen?

Hallo,

ich habe eine dringende Frage. Vor kurzem (am 07.06.2016) haben mein Freund und ich unsere Nebenkostenabrechnung erhalten. Wir beide hatten eine hohe Gutschrift von über 200 Euro. Heute also am 17.08.2016 bekommen wir ein Schreiben in dem steht, dass die Nebenkostenabrechnung fehlerhaft ist. Angeblich wegen technischer Probleme, wurde ein falscher Betrag ausgerechnet. Nun sollen wir den Differenzbetrag, das wären über 70 Euro zurück überweisen. Wir sind mehr als nur sauer und frustriert, weil es schon das 2. Jahr in Folge ist, wo wir angeblich eine falsche Nebenkostenabrechnung bekommen haben. Bereits letztes Jahr, haben wir über 60 Euro zurück überweisen müssen. Ohne je eine neue Kostenaufstellung bekommen zu haben.

Nun meine Frage, müssen wir den Betrag wirklich zurück überweisen? Und wie kann ich mir nachweisen lassen, dass das was man uns versucht zu unterbreiten, auch wirklich stimmt? Wir wollen uns nun eine neue Aufstellung der Nebenkostenabrechnung geben lassen.

Schon mal vielen Dank!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo AlisonPSC,

Schau mal bitte hier:
Mietrecht Rechte

Antwort
von TrudiMeier, 55

Einfach so zurückfordern ist nicht. Wenn die Abrechnung fehlerhaft ist, dann muss der Vermieter schon eine berichtigte Abrechnung vorlegen.

Ihr habt außerdem das Recht Einsicht in die Originalbelege beim Vermieter zu nehmen und diese auch zu fotografieren. Somit könnt ihr nachvollziehen, ob die richtigen Rechnungsbeträge zugrunde gelegt wurden.

Kommentar von AlisonPSC ,

Alles klar super! Danke.

Kommentar von schleudermaxe ,

Naja, unsere Gerichte hier sehen dies etwas anders. Komplett bestreiten und abtackern ist Schikane und diese muß sich ein Vermieter nicht bieten lassen.

Bei uns dürfen unsere Mieter natürlich schauen. Das Problem ist aber immer wieder, sie können es nicht und verstehen auch oft die Rechnungen nicht und kennen auch die Vorgaben der Abgrenzung aus der HKVO und den Unterschied zwischen Mietshaus und ETW nicht.


Kommentar von TrudiMeier ,

Komplett bestreiten und abtackern ist Schikane und diese muß sich ein Vermieter nicht bieten lassen.

Entschuldige mal, aber hier hat der Vermieter doch behauptet, die Abrechnung sei falsch und fordert Geld zurück ohne dem Mieter eine berichtigte Abrechnung zukommen zu lassen. Das muss sich nun kein Mieter bieten lassen. Oder würdest du zahlen, wenn jemand Geld von dir will ohne einen Nachweis zu erbringen? Ein Gericht wird das nicht anders sehen.

Kommentar von schleudermaxe ,

Nun einmal nicht so kühn. Es geht um Deine Behauptung "die Mieter haben Recht auf...." und dies haben sie in unseren Gerichtsbezirken eben nicht bekommen. Alles doch ganz einfach für den, der schon lesen kann.

Wir jedenfalls fordern nur mit Rechnung und wenn ein Mieter ohne bezahlen möchte, darf er das, auch bei uns.

Das Vertragsverhältnis ist doch keine Einbahnstraße, oder?

Kommentar von TrudiMeier ,

Es ist keine kühne Behauptung, dass ein Mieter ein Recht auf Belegeinsicht hat, sondern gesetztlich so festgelegt.

http://deutschesmietrecht.de/betriebskosten/119-keine-ueberlassung-von-abrechnun...

Ebensowenig ist es eine kühne Behauptung, dass der Vermieter eine korrigierte NK-Abrechnung erstellen muss, wenn er behauptet, die zuerst erstellte Nk-Abrechnung sei fehlerhaft und der Mieter solle daher Geld zurückzahlen.

https://www.haufe.de/immobilien/verwalterpraxis/betriebskostenabrechnung-rechte-...

Selbstverständlich darf ein Mieter auch ohne Abrechnung zahlen. Ebenso selbstverständlich darf er sich auch weigern und eine korrigierte Abrechnung verlangen.

Wenn bei dir Gerichte anders entschieden haben (was ich mir kaum vorstellen kann, jedenfalls nicht in Deutschland) dann dürfte es sich um eine Einzelfallentscheidung handeln, die generell nicht anwendbar ist.

Letztendlich bleibt es dabei:

1. Der Mieter hat ein Recht auf Einsicht in die Originalbelege.

2. Der Vermieter muss eine eine korrigierte NK-Abrechnung erstellen, wenn die erste fehlerhaft ist.

Nichts anderes habe ich behauptet. Punkt!

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 14

Du hast ein Recht auf die korrigierte Betriebskostenabrechnung auch aus dem Vorjahr, die sich vermutlich auf das Jahr 2014 bezieht und natürlich auch auf die korrigierte Abrechnung für das Jahr 2015. Wird dir keine Abrechnung nach der Forderung über 70 EUR übergeben, zahlst du auch keinen Cent. Es kann durchaus sein, dass bei der Abrechnung dem Vermieter ein Fehler unterlaufen ist. Aber wenn im vergangenen auch so vom Vermieter vorgegangen wurde, so ist doch von einem Betrugsversuch auszugehen. Konsultiere die Polizei und erstatte eventuell Anzeige. Jede der nun folgenden BK-Vorauszahlungen solltest du nur unter Vorbehalt leisten. Verlange auf jeden Fall die Abrechnung für 2014 vom Vermieter. Hoffentlich hast du den Nachweis der Rückzahlung noch in deinen Unterlagen.

Antwort
von schleudermaxe, 36

Den Begriff "falsch" kennt die Literatur nicht. Sie spricht von Fehlern, also fehlerbehaftet, und in der Abrechnungsfrist darf ein Vermieter tatsächlich und ohne Nachteile eine Korrektur vornehmen.

Warte also ab, bis diese bei Euch eingeht.

Viel Glück.

Antwort
von Bambi201264, 59

Hm. Vermieter sind so ein Völkchen für sich.

Deshalb bin ich seit Jahren im Mieterverein und lasse jede NK-Abrechnung überprüfen.

Kostet ca. 70 € jährlich, aber die Prüfung ist kostenlos und wenn es richtig Zoff gibt, vertreten die Euch auch vor Gericht. :)

Kommentar von AlisonPSC ,

Danke für den Tipp. Ich glaube das machen wir ab sofort auch so. :)

Kommentar von bwhoch2 ,

Ja, klar. Man kann 70 € im Jahr beim Fenster raus werfen um 60 oder 70 € zu sparen oder vielleicht mal nur 20?

Wie wäre es, wenn ihr Euch ohne Mieterverein einfach mal so die Nebenkostenabrechnung samt Belegen beim Vermieter genau erklären lassen würdet? Das kostet nichts und schafft Klarheit und ihr habt ein Recht darauf.

Kommentar von schleudermaxe ,

Also, wir verlieren schon seit Jahren kein Verfahren mehr, welches die Damen und Herren von den Vereinen so lostreten. Die kennen nicht einmal ihr eigenes Lexikon.

Kommentar von TrudiMeier ,

Daher sollte man tunlichst mit der Mitgliedschaft im Mieterschutzbund gleichzeitig eine Rechtschutzversicherung abschließen. Kostet pro Jahr zwar ein paar Eurönchen mehr, rentiert sich aber. Somit hat der Mieter freie Anwaltswahl und muss sich nicht durch den Mieterschutzbund vertreten lassen. Während meiner Zeit als Mieter habe ich mich durch den MSB beraten lassen, vor Gericht aber von einem Anwalt meiner Wahl (natürlich spezialisiert auf Mietrecht) vertreten lassen. Dumm gelaufen - für meinen damaligen Vermieter!

Antwort
von beangato, 30

Du kannst Dich erst mal an die Verbraucherzentrale wenden.

Das gilt für Sachsen:

http://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/Mietrechtsberatung-1

Kommentar von AlisonPSC ,

Danke! :)

Kommentar von beangato ,

Gern geschehen :)

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