Frage von maik90, 164

Falsche Angabe bei Privatverkauf was kann ich tun?

Hallo,

ich habe mir vor kurzem über eine Facebookanzeige ein Fahrwerk gekauft.

Als ich mit der Person geschrieben habe, sagte er es ist für mein Modell passend ich habe zwei mal nachgefragt! Es passt aber nun nicht bei mir. Bezahlt habe ich natürlich schon. Ich habe mir ein Foto vom Personalausweis schicken lassen damit ich weiß das es kein falscher Account ist.

Was kann ich da jetzt machen? :/ Ist das ding jetzt durch und das geld sogesagt verloren? Und ich kann es nur versuchen zu verkaufen? :(

Antwort
von Friedel1848, 68

Ob Privatverkauf oder nicht, die Mängelhaftung gilt trotzdem. Zwischen euch ist ein Kaufvertrag (§ 433 BGB) zustande gekommen. Ein solcher ist gültig, auch wenn man ihn über Facebook, per Handschlag oder wie auch immer schließt.

§ 434 BGB regelt, wann eine Kaufsache einen Mangel hat. Ich denke, dass hier § 434 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 BGB einschlägig ist. Dein mehrfaches Nachfragen sollte hier als Beweis genügen. Die Kaufsache eignet sich also nicht für die vertraglich vorausgesetzte Verwendung und hat somit einen Sachmangel. Somit stehen dir die Mängelrechte offen, diese sind in § 437 BGB geregelt.

Zuallererst kannst du Nacherfüllung verlangen. Das bedeutet, du kannst den Verkäufer auffordern, dir eine passende Sache zu liefern. Das wird er wahrscheinlich nicht tun. Du kannst anschließend vom Vertrag zurücktreten. Dann muss der Vertrag rückabgewickelt werden, d.h. alle schon gemachten Leistungen sind zurückzugeben. Du bekommst also dein Geld zurück und musst im Gegenzug auch das bekommene Teil zurückgeben.
Wenn du jetzt außerdem trotzdem noch das Fahrwerk kaufen willst (nur woanders) und dafür mehr bezahlen musst, weil du es nirgendwo so günstig findest, dann kannst du sogar eventuell noch Schadensersatz in Höhe der Differenz verlangen.

Jetzt besteht aber noch ein Problem: Der Typ hat dich ja anscheinend blockiert. Aber das ist nicht weiter schlimm. Durch den Perso weißt du schließlich, wo der Typ wohnt und kannst ihn anschreiben und ihn auffordern, dir das Geld zurückzugeben, wenn du ihm im Gegenzug auch das Teil zurückgibst. Falls er dieser Aufforderung immer noch nicht nachkommt, bleibt dir nur die Möglichkeit, den Kerl zu verklagen. Dazu solltest du dir einen Anwalt nehmen, damit du keine unnötigen Fehler machst.

Kommentar von JuraErstie ,

Dir ist aber nicht in den Sinn gekommen, dass der Perso such gefälscht sein könnte? Wäre ja nicht gerade schlau von einem
Betrüger seinen echten Perso rumzuschicken.

Kommentar von maik90 ,

hmm naja das glaube ich nicht also er hats beidseitig abfotofrafiert.. danke trotzdem

Kommentar von Friedel1848 ,

Ich glaube nicht, dass man es in so einem Fall mit einem Betrüger zu tun hat. Schließlich hat der Käufer die Ware erhalten, ein Betrüger hätte wohl nur das Geld eingestrichen und wäre verschwunden.

Kommentar von maik90 ,

Okay, mein freund hat mich gerade nochmal dran erinnert das bei der kaufanzeige bei der Facebook Community nichts drin stand für welches autp es passt und sogar ein foto bei den Kommentaren dort existiert für welche modelle es passt (da stand meins nicht mit bei) hab mich da auf seine antwort verlassen) :/

er hat es mir nur per facebook-chat bestätigt das es passt :(

gilt das alles dann trotzdem?

Kommentar von Friedel1848 ,

Man kann hier keine hundertprozentige Aussage machen. Die Frage ist, ob deine Nachfrage und seine Bestätigung Bestandteil des Vertrags geworden ist. Endgültig beantworten kann dir sowas nur ein Richter, der über den Fall entscheidet. Denn es ist meistens von dem konkreten Fall abhängig, ob jetzt eine vorausgesetzte Verwendung der Sache wirklich vertraglich vereinbart wurde oder eben nicht. Was du allerdings unabhängig davon machen kannst, ist deine Willenserklärung anzufechten, §§ 119 ff. BGB. Wenn du deine Willenserklärung (also deinen Teil des Vertrages) anfichst, dann wird sie als von Anfang an nichtig beurteilt. Das bedeutet, dass kein Vertrag mehr existiert und jeder vom anderen die bereits geleisteten Sachen zurückverlangen kann.

Antwort
von LordMunkay, 87

Also ich würde zuerst mal den Verkäufer freundlich anschreiben und ihm ohne jegliche Schuldzuweisung sagen, dass es leider nicht passt und ob fragen ob ihr den Kauf rückgängig machen könnt. Über die Transportkosten könnt ihr euch ja irgendwie einig werden. Vielleicht war es ja keine Absicht und er möchte auch, dass er einen zufriedenen Käufer hat.

Kommentar von maik90 ,

habe ich schon versucht. leider meldet er sich nciht mehr er hat mich blockiert

Antwort
von xo0ox, 76

Habt ihr einen Vertrag gemacht?

Kommentar von maik90 ,

Nein leider nicht :( also nur das er das Geld von mir bekommt mehr steht da nicht

Kommentar von xo0ox ,

Dann kannst du es eig. nur weiter verkaufen. Oder du fragst den Verkäufer ganz normal nett ob er das Fahrwerk zurück nehmen würde und er dir das Geld zurück geben kann.

Kommentar von maik90 ,

habe ich schon versucht. leider meldet er sich nciht mehr er hat mich blockiert

also bringt mir eine anzeige nichts? :(

Kommentar von xo0ox ,

Doch Anzeigen bringt schon was, aber du müsstest einen Beweis haben das er dir falsche Angaben gemacht hat  und du das Fahrwerk tatsächlich von ihm hast.

Kommentar von Friedel1848 ,

Eine Anzeige bringt dir wahrscheinlich nichts, denn eine Straftat liegt hier wohl nicht vor. Das einzige, woran man denken könnte, wäre ein Betrug. Aber ob der hier vorliegt, wage ich mal zu bezweifeln. Schließlich hast du etwas für dein Geld erhalten, das seinen Preis auch wert ist (nur eben nicht für dich) und dem anderen wird kein Vorsatz nachgewiesen werden können.

Kommentar von Friedel1848 ,

Natürlich haben die beiden einen Vertrag gemacht. Ein Vertrag ist nicht immer ein Blatt Papier mit zwei Unterschriften am Ende. Ein Vertrag wird ebenso durch einen Handschlag, durch eine Konversation über Facebook oder WhatsApp oder durch ein einfaches mündliches Gespräch, auch am Telefon, per Mail usw. geschlossen. Lediglich, wenn der Vertrag eine bestimmte Form (z.B. Schriftform) haben muss, kann ein Vertrag dann nur durch eine solche Form geschlossen werden.

Eine andere Frage ist, wie man den Vertragsschluss beweisen will, wenn man keinen schriftlichen Vertrag hat. Aber das sollte bei einer Konversation über Facebook kein Problem sein, schließlich sind die betreffenden Nachrichten noch vorhanden.

Kommentar von xo0ox ,

Ein Vertrag wird ebenso durch einen Handschlag, durch eine Konversation über Facebook oder WhatsApp oder durch ein einfaches mündliches Gespräch

Ich weiss nur bringt dir ein Gespräch als Vertrag zum Beispiel nichts, ausser eine 3. Person war dabei und kann das bestätigen, ansonsten ist Aussage gegen Aussage.

Kommentar von Friedel1848 ,

Vertrag ist Vertrag. Und Verträge müssen eingehalten werden. Natürlich hast du Recht, dass im Zweifelsfall, wenn der Fall vor Gericht geht oder dergleichen, so ein Gespräch als Vertrag meistens nichts bringt, weil man es eben nicht beweisen kann.

Kommentar von maik90 ,

danke euch schon mal

Okay, mein freund hat mich gerade nochmal dran erinnert das bei
der kaufanzeige bei der Facebook Community nichts drin stand für
welches autp es passt und sogar ein foto bei den Kommentaren dort
existiert für welche modelle es passt (da stand meins nicht mit bei) hab
mich da auf seine antwort verlassen) :/

er hat es mir nur per facebook-chat bestätigt das es passt :(

gilt das alles dann trotzdem?

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