Frage von pampiniformis, 65

Falsch ausgestelltes Arbeitszeugnis-Schadenersatzansprüche?

Person A hat bei Person B ein 5 monatiges, unbezahltes Praktikum absolviert und dafür am Ende des Praktikums ein Arbeitszeugnis von Person B erhalten. Person B erzählte Person A im Gespräch das es sich um ein "gutes" Arbeitszeugnis handele-für ein "sehr gut" hätten die Leistungen von Person A jedoch nicht gereicht. Da Person A nicht bewandert in dem Gebiet ist, hat er Person B geglaubt, dass das Arbeitszeugnis gut sei.

Person A bewarb sich nun mit besagtem Arbeitszeugnis bei einer für Ihn beruflich sehr wichtigen Stelle. Das Gespräch verlief auch soweit ganz gut, jedoch wurde am Ende das Arbeitszeugnis angesprochen. Es stellte sich heraus, dass es sich nicht wie gedacht um ein "gutes" Arbeitszeugnis handele, sondern um ein "ausreichendes". Aufgrund des Zeugnisses hat Person A die gewünschte Stelle nicht erhalten.

Person A hat daraufhin Person B kontaktiert, woraufhin Person B behauptet hat, dass dies alles nur ein Fehler war und er Person A auf jeden Fall ein "gut" ausstellen wollte, jedoch beim Verfassen von Arbeitszeugnissen noch nicht ausreichend bewandert sei.

Person A hat nun das Zeugnis einem im Personal tätigen Freund-Person C- das Zeugnis zukommen lassen, welcher bestätigt das es sehr schlecht sei. Person C hat das Zeugnis bearbeitet und Person B zukommen lassen. Antwort von Person B war daraufhin "Nein, das kann nicht übernommen werden, das Zeugnis ist zu gut". Also scheint Person B doch zu wissen worauf es ankommt? Person B hatte dann das Zeugnis überarbeitet, jedoch sich die Mühe gemacht nochmal einen Satz der ursprünglichen Version einzufügen, welcher das Zeugnis wieder runterzieht. Dies wurde jedoch von Person C erkannt und wieder bemängelt. Es entstand der Eindruck als ob Person B mittels des Zeugnisses persönliche Differenzen zwischen ihm und Person A verarbeiten wollte.

Kann Person A denn da Schadensersatz fordern? Aufgrund des Zeugnisses wurde die Stelle einem anderen gegeben. Oder fällt das unter "Pech gehabt"?

Antwort
von rotreginak02, 13

Hallo,

ich versuche mal, deinen Text auf die von dir genanten Fakten hinunter zu brechen:

1) es handelt sich um ein Praktikumszeugnis mit der Note ausreichend.

Dagegen kannst du notfalls gerichtlich vorgehen. 
Du hast rechtlich einen Anspruch darauf, ein wahres und wohlwollendes Zeugnis zu bekommen. Hierbei gilt folgende Regel:
-- will der Arbeitgeber ein Zeugnis ausstellen, dass schlechter als 3 ist, trägt er die Beweislast. Andersherum musst du als Praktikant, wenn du ein besseres Zeugnis als 3 forderst, die Beweise dafür vorbringen. 

Es gibt aber noch eine weitere, viel einfachere Möglichkeit: Bitte Person B um ein einfaches Zeugnis statt des qualitativen Zeugnisses.... Das ist nicht unüblich bei Praktika unter 6 Monaten und so kannst du bei der nächsten Bewerbung immer noch vorbringen, dass es sich nur um ein Praktikum gehandelt hat und das Unternehmen dafür grundsätzlich nur einfache Zeugnisse ausstellt. 

2) kann Person A Schadenersatz fordern? Dazu müsste man ja nachweisen können, dass der Job tatsächlich an jemand anderes vergeben wurde allein wegen des schlechten Zeugnisses und dass das schlechte Zeugnis tatsächlich ungerechtfertigt war. Das dürfte doch wohl schwierig werden.....

--- Bei einem fehlenden Zeugnis wäre es grundsätzlich möglich,
wenn eine Einstellung nachweislich daran scheitert, dass der potentielle Arbeitgeber ein fehlendes Arbeitszeugnis moniert, kann der ehemalige Arbeitgeber zur Zahlung von Schadenersatz verpflichtet werden. Das setzt allerdings im Normalfall voraus, dass man ihn mit einer Mahnung »in Verzug setzt«. --- 

Kommentar von pampiniformis ,

Ich danke dir für deine Antwort! Das Zeugnis wurde ja mittlerweile verbessert. Der Arbeitgeber hat bestätigt das die Stelle aufgrund des Zeugnisses nicht gegeben wurde und die Person, die das Zeugnis ausgestellt hat, hat schriftlich zugegeben, dass die Leistung deutlich besser war als angegeben.

Antwort
von musso, 37

man hat Anspruch auf ein wohlwollendes, nicht auf ein gutes Arbeitszeugnis. Wenn du die Leistung nicht erbracht hast, muss der Arbeitgeber nicht lügen.

Kommentar von pampiniformis ,

Ja, das ist mir bewusst. Aber Person B hat selbst zugegeben das es falsch ausgestellt war! 

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