Frage von GerdKoppen, 143

Fallen heutzutage Leute noch auf das Fachkräftemangel-Gerede rein?

Der propagierte Fachkräftemangel in den Medien scheint seit 30 Jahren eine Konstante in Deutschland zu sein. Bereits in den 80ern soll es Fachkräftemangel gegeben haben, in den 00er Jahren war Fachkräftemangel, heutzutage ist Fachkräftemangel, in 20 Jahren ist wahrscheinlich auch Fachkräftemangel. Die Arbeitgeber-Lobbyisten und Verbände sind sehr fleißig dabei dieses Bild aufrecht zu erhalten. Mal ganz ehrlich? Gibt es heute noch Bürger, die das glauben? Fallen heutzutage Leute noch auf das Fachkräftemangel-Gerede rein?

https://youtu.be/lFq2aAcf-8s

Antwort
von Jackie251, 37

wie du selbst an den Kommentaren sehen kannst, funktioniert die Propaganda sehr gut auch wenn sie schon seit dekaden so geführt wird.
Und ist sich der Industrie gibt es nunmal einen Fachkräftemangel!

Die eigentlich differenz kommt nur durch den Deutungsunterschied. Während der Großteil der Bürger unter dem Fachkräftemangel versteht, dass es nicht genug Fachkräfte im Land gibt um offenere Stellen zu besetzen (oder zumindest in absehbarer Zeit dieser Zustand eintritt).
Aus Sicht der Industrie besteht der Mangel jedoch bereits dann, wenn nicht genug Fachkräfte bereitstehen, die zu den Konditionen der Arbeitgeber arbeiten wollen.
Seiten wir ehrlich, einen prekären Mangel an Fachkräften könnte man mit Aktivierung der umfangreichen Bildungsreserven in absehbarer Zeit bekämpfen. Dies haben schon die Kriege oder zB die Raumfahrt im letzten Jahrhundert gezeigt. Immer dann wenn ein Mangel daher deutlich länger anhält, als es es dauern würde bis Maßnahmen gegen den Mangel fruchten - darf man getrotz davon ausgehen, dass es ein gewollter Mangel ist.

Aber wenn man solche Behauptungen immer wieder wiederholt, senn setzen sie dich in den Hirnen fest. Das ist eben Grundlage der Werbung: Angst schüren, bis die Leute unbewusst und nur um "sicher zu gehen" dein Produkt kaufen.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Angst? Nicht wirklich. Den Beruf wähle ich danach aus, ob er mir liegt und nicht danach, ob die Fachkräfte gesucht werden. Und wenn dem angeblich so ist, gehe ich in die Betriebe bzw frage ich dort nach. Und für das vermeintliche Lohndumping waren die mir gebotenen Konditionen letztendlich besser als gedacht. Aber wenn Menschen mit einer Information versorgt werden und ihnen nicht anderweitig die Gegenposition erläutert wird, kann ich durchaus nachvollziehen, dass Menschen diese Information glauben.

Kommentar von Jackie251 ,

Der Irrtum hier liegt in dem Unterschied zwischen regionaler Verteilung und Gesamtbedarf.
Ohne frage werden es örtlich Leute einfach/schwer haben einen Job zu finden, unabhängig davon ob es nun einen Mangel an Fachkräften gibt oder nicht.
Qualifizierte Aussagen kann man daher nicht an der eigenen Erfahrung oder dem Freundeskreis festmachen sondern immer nur an einer repräsentativen Gruppe.

Und wie du schon sagt, es ist dann eben ein Glaube.
Obwohl man sich von Gefühl her in Eurpopa schon lange vom Glaube abgewendet und dem Wissen zugewandt hat, sind der Großteil noch immer Gläubige. Wenn auch nicht an die alten Götter.
Als Menschen der lieber weis statt zu Glauben stellt man jedoch sofort die Frage cui bono.
Wir leben in der Marktwirtschaft, es geht um Profit und da eher um den persönlichen als um gesellschaftlichen.
Es tut mir leid aber genau darum finde ich die Frage "warum sollten die lügen" unglaublich naiv und weltfremd.

Die korrekte Frage muss lauten, "warum sollten die uns die Wahrheit erzählen"?

Antwort
von Orsovai, 84

Naja, ehrlich gesagt gibt es einen Fachkräftemangel! Kommt natürlich auf die Branche drauf an, aber generell fehlen gute ausgebildete Spezialisten vieler Berufszweige. Das ist keine Lüge sondern Fakt.

Nur weil es einige Menschen gibt, die in Arbeitslosigkeit leben, heißt das noch lange nicht, dass das eine Lüge ist. Aber sogar die Arbeitslosenquoten sind rückläufig.

Kommentar von GerdKoppen ,
Antwort
von Tintenklechs, 23

Nach einer eigens, dieser Behauptung des Fachkräftemangels, auf den Grund gehenden Sendung der ARD, ist diese Behauptung vom Fachkräftemangel widerlegt worden. Weil die Agenturen für Arbeit in Deutschland falsche Zahlen veröffentlichen wegen eines Multiplikators und das nicht weil sie dumm sind. Nun kann man rätseln nach dem Motto: " Das ganze Leben ist ein Quiz und wir sind nur die Kandidaten!" warum sie bewusst falsch rechnen und Politiker diese Behauptung über die Medien verbreiten. Es liegt nach meiner Meinung an der Globalisierung, kurzum an den zu hohen nicht konkurrenzfähigen Löhnen und Gehältern in Deutschland z.B. gegenüber Chinesischen Erzeugnissen. Viel Geld wollen alle verdienen und fahren dann regelmäßig zum ALDI mit ihrem Benz. Es liegt auch an jedem selber. Meine Meinung ist, das diese Behauptung weder stimmt noch unwahr ist, weil sich die Nachfrage ständig ändert nach Jobs und der technische Fortschritt und die Jobkriterien, wie z.B. Anfahrt zum Arbeitsplatz, in welchem Umkreis muss sich jemand ohne PKW bewerben u.s.w. Daher passt vieles schon mal nicht zusammen. 

Antwort
von GerdKoppen, 32

https://de.wikipedia.org/wiki/Fachkr%C3%A4ftemangel#Neuere_Sch.C3.A4tzungen

Antwort
von thebigb89, 90

Mit welchen Fakten belegst du deine These? Bin gespannt. 
Ich persönlich glaube schon, dass es in einigen Branchen einen gewissen Fachkräftemangel gibt. Die Frage ist nur warum das so ist. Meiner Meinung nach müssen dringend die Anforderungen an die sogenannten Fachkräfte überarbeitet werden. Stichwort Qualifikationen/Voraussetzungen einer Arbeitnehmerin bzw. eines Arbeitnehmers. Viele werden ja von vornherein ausgeschlossen und haben keine Chance obwohl nicht jeder mit einem etwas schlechteren Abschluss auch zwangsläufig den Job schlechter ausüben muss. Das ist meine Meinung. 

Kommentar von GerdKoppen ,
Kommentar von thebigb89 ,

Soso, ein Wikipedia-Eintrag und ein Film belegen also Ihre Meinung. Sie dürfen gerne glauben was Sie wollen, wir leben ja schließlich in einem Land in dem Meinungsfreiheit noch etwas bedeutet. Ich persönlich werde allerdings ebenfalls bei meiner Meinung bleiben, denn ich konnte Ihren Quellen bisher nicht eindeutig entnehmen, dass Ihre These zu 100% zutreffend ist. 

Kommentar von GerdKoppen ,

Auf welche neutralen Quellen können Sie denn zurückgreifen? (jetzt mal von Arbeitgeber-Lobbyisten a la VDI und IW Köln abgesehen....)

Kommentar von thebigb89 ,

Für meine Meinung brauche ich keine Quellen, ich gehöre zu den Menschen die sich ihre eigene Meinung bilden und auch dazu stehen. Wie ich schon sagte, Sie dürfen gerne Ihre Meinung vertreten, ich habe meine. Sie reden immer nur von Arbeitgeber-Lobbyisten, haben Sie schon einmal daran gedacht, dass Ihre Quellen wie Wikipedia oder ein Youtube-Film möglicherweise auch durch Lobbyarbeit entstanden sind? Abgesehen davon ist es ja auch immer leicht einfach auf sogenannte Lobbyisten oder Lobbyarbeit zu verweisen, getreu dem Motto "Ich habe keine eigene Meinung und nehme deshalb einfach eine die mir zur Verfügung gestellt wird". 

Kommentar von GerdKoppen ,

Sehen Sie: jeder bildet sich seine eigene Meinung ;=)

Meine ist zumindest im Ansatz mit  ernstzunehmenden Quellen hinterlegt ^^

Kommentar von thebigb89 ,

Das sich jeder seine eigene Meinung bildet halte ich für absolut richtig und auch notwendig. Damit es das Problem, was ich in meinem vorherigen Kommentar erwähnte, nicht gibt und zwar, dass die Menschen einfach eine allgemeine Meinung annehmen ohne eine eigene zu haben.

Ob Ihre Quellen jedoch ernstzunehmend sind möchte ich zumindest mal bezweifeln. Sie glauben eben das was Sie lesen und sehen. Sie reden von Lobbyarbeit durch Politiker oder Unternehmen im Bezug auf den Fachkräftemangel ohne zu hinterfragen, ob es nicht möglicherweise auch Lobbyarbeit ist, wenn gezielt versucht wird den Fachkräftemangel zu widerlegen. Sowas hat auch immer mit Fakten zu tun und nicht nur damit was man glaubt. Wie ich schon sagte, Ihre Quellen belegen meines Erachtens nach nicht eindeutig, dass es den Fachkräftemangel nicht gibt. Wenn ich mir beispielsweise die regionale Situation bei mir anschaue, dann erkenne ich sehr wohl eindeutige Tendenzen für eben diesen Fachkräftemangel. Man muss ja auch das große Ganze sehen sprich die Situation in ganz Deutschland. Möglicherweise sieht die Situation speziell bei Ihnen in der Region anders aus jedoch kann man einen Fachkräftemangel in bestimmten Branchen nicht von der Hand weisen. Ich nenne Ihnen zum Beispiel gerne die Heizungs-und Sanitärbranche. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass beispielsweise dort erheblich Fachkräfte gesucht werden. 

Antwort
von Dovahkiin11, 79

Wieso sollten sie lügen. Was hätten die Betriebe davon, Arbeitskräfte nachzufragen, die sie nicht brauchen? Arbeiter ohne Beschäftigung bringen niemandem etwas. Der Person nicht, den Betrieben nicht und dem Staat ebenso. In einigen Branchen existiert dieser Mangel schlicht.

Kommentar von GerdKoppen ,

Arbeitgeber haben immer Interesse an einer Sockelarbeitslosigkeit: Druckmittel, geringeres Lohngefüge etc.

Kommentar von GerdKoppen ,
Kommentar von Jackie251 ,

Genau und in 6 Monaten kommt der Weihnachstmann. Schon erschreckend wie leichtfertig manche jede Propaganda schlucken.

Wenn dem so wäre, DASS keine in dem System lügt, dann erkläre uns doch mal bitte Langzeitarbeitslosigkeit.
Erkläre uns doch erstmal was genau Arbeitslosigkeit in einem  Sozialstaat darstellen soll.

Arbeitslos bedeutet doch das es mehr Arbeitskräfte gibt als in der Industrie gebraucht werden. Nun definieren wir gleichzeitig aber die verfügbare Arbeitskraft auch selbst (denn wir legen das Rentenalter fest und wir sagen ob es eine 30 oder 40 h Woche wird).
Weiterhin ist klargestellt, das jeder der Arbeitslos ist nicht kriminell werden muss um seine Grundversorgung zu erhalten, sondern von der Gemeinschaft mit versorgt wird.
Es wäre daher absolut zu erwarten uns logisch, dass es keine stetige Arbeitslosigkeit über lange Zeiträume geben kann. Denn wenn die Industrie weniger Arbeitskraft benötigt sollte man einfach jeden Arbeiter etwas weniger arbeiten lassen. Die Alternative, ein Teil der Arbeiter gar nicht mehr Arbeiten zu lassen und dafür denen die voll Arbeiten ein Teil ihres Lohn wegnehmen, damit die die nicht arbeiten versorgt sind - ist doch offensichtlich falsch.

Hinter dauerhafter Arbeitslosigkeit steckt natürlich ein tieferer Sinn. Es erhält den Druck auf Seiten der Arbeitnehmer für den Job "kämpfen" zu müssen. Die Arbeitnehmer müssen gegeneinander Konkurrieren. Man kann aus 90% der Arbeiter mehr Arbeitskraft pressen, wenn die Angst haben zu den 10% Arbeitslosen zu gehören - als wenn man Vollbeschäftigung hat.
Selbstverständlich bringen Arbeiter ohne Beschäftigung etwas!

Ohne viele Jahre Arbeitslosigkeit wäre doch eine Agenda 2010 gar nicht möglich gewesen. Die Welt wächst zusammen und das bedeutet auch die Lohn- und Lebensniveaus werden sich angleichen müssen. Und daher müssen diese Niveaus im Westen sinken, da sie dem Rest der Welt entschwunden sind.

Drehe man aber den Spieß mal um. Hätten wir Vollbeschäftigung, müssten plötzlich die Arbeitgeber um die Gunst der Arbeitsnehmer buhlen. Langsfristiger Kündigungsschutz und viele andere Regeln die den bestehenden Arbeitgeber attraktiv machen, würde es deutlich schwerer machen gerade auch Saisonkräfte zu finden.
Das passiert der Industrie nicht nochmal.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Weshalb sprichst du derart abwertend mit mir, Jackie? Ich tue das doch auch nicht. Unglaublich. Ich schlucke keine Propaganada, ich spreche mit dem Tätigen in den Branchen. Was die Nachrichtensprecher erzählen, juckt mich nicht. Also mal ganz vorsichtig, Jackie. Darüber hinaus ist es wenig erschreckend, kein Diplom-Ökonom zu sein und keinen Aluhut zu tragen.

Diverse Branchen wie die Pflege haben durchaus einen Mangel an Personal. Arbeiter ohne Beschäftigung bringen der Wirtschaftskraft Deutschlands wenig. Wenn ein Betrieb sagt, er braucht gelernte Informatiker, ist das für mich eine Perspektive, mich dazu ausbilden zu lassen. Und dann stand bisher auch jeder Betrieb dazu, mit dem ich in Kontakt stand.

Antwort
von nooppower15, 70

Ja das tun mit sicherheit eine ganze Menge Personen sogar. Politiker müssen nur oft genug irgendwelchen stuss wiederhohlen,irgendwann glaubt es ein teil der Bevölkerung.

Kommentar von thebigb89 ,

Ist ja auch einfacher, sich der allgemeinen Meinung anzuschließen als eine eigene zu haben, nicht wahr? Werd mal wach. Oder besser gesagt, leg dich wieder hin. 

Kommentar von nooppower15 ,

Sag mal gehts noch? Das es denn "Fachkräftemangel" als solchen nicht gibt und bestenfalls einige Branchen betrifft ist eine längst bewissene Tatsache.


Kommentar von thebigb89 ,

Danke der Nachfrage, alles bestens. Ich kann mich aber nicht erinnern Ihnen das Du angeboten zu haben? Habe ich mit meinem Kommentar etwa voll ins Schwarze getroffen? 

Kommentar von nooppower15 ,

Ist mir völlig wurscht was du Spaßvogel mir anbietest.

Antwort
von Orsovai, 64

Im Übrigen ist die ganze Frage reine Polemik. Ein User meldet sich frisch an und seine erste Frage ist nicht auf eine wirkliche Antwort bedacht sondern hat nur verbreiten von Vorurteilen ohne jede sachliche Grundlage zum Ziel.

Sowas gehört sich nun wirklich nicht. Nutzen Sie Ihre Schlafenszeit doch besser! Ich schlage die Lektüre einer guten Zeitung oder sogar eines Buches vor. Damit nerven Sie uns wenigstens nicht, sondern nur ihren verbohrten Geist.

Kommentar von thebigb89 ,

Absolut richtig, besser kann man es nicht ausdrücken. Daumen hoch! 

Kommentar von GerdKoppen ,

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