Frage von LindaaBlue, 73

Fallbeispiel Kaufvertrag?

Hallo! ^^

Wir haben eine Hausaufgabe aufbekommen und zwar sollen wir die Rechtslage klären folgendes Fallbeispiels: K geht in ein Buchgeschäft um sich ein Buch zu kaufen. Da es momentan nicht vorrätig vorhanden ist füllt K eine Bestellkarte aus und übergibt sie dem Verkäufer und bezahlt das Buch. Zuhause stellt er fest dass er die falsche Bestellnummer angegeben hat.

Ich habe nun eine Frage zum Verfügungsgeschäft der Sache: Theoretisch findet ja keine Übergabe statt da er es ja noch nicht bekommt. Wie ist das jetzt also? Wer ist jetzt Besitzer und wer Eigentümer? Oder findet doch ein Verfügungsgeschäft der Sache statt nur ist jetzt K Eigentümer und V noch Besitzer und die Übergabe fehlt noch? Ich kann mir das gerade nicht vorstellen. Hat jmd eine Idee? Danke schon mal (:

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 28

Im Moment t gibt es weder Eigentümer noch Besitzer, denn die Sache existiert noch gar nicht.

Was haben wir denn?

1. Die Einigung, du und der Buchhändler, ihr seid euch einig über den Verkauf.

2. Die Übergabe. Du für dein Teil hast dein Verfügungungsgeschäft, die Übergabe des Geldes geleistet. Die Übergabe des Buches steht noch aus.

Du hast dich aber geirrt, so dass du den Vertrag anfechten kannst (119 BGB).

Sollte der Buchhändler dann irgendwann das Buch geliefert bekommen, so wirst du erst mit der Übergabe des Buches an dich Eigentümer. Ich gehe davon aus, dass kein Besitzkonstitut vereinbart wurde, so dass für die Übereignung die Übergabe erforderlich ist.

Antwort
von Jewi14, 28

1. Ein Kaufvertrag kommt erst zustande, wenn der Buchhändler auch die Bestellung annimmt, sprich eine Auftragsbestätigung herausgibt. Die reine Annahme einer Bestellkarte ist noch kein Kaufvertrag.

2. Selbst wenn es eine Auftragsbestätigung gibt, so kann K sich immer noch auf Irrtum (119BGB) berufen und vom Kaufvertrag zurücktreten, dies aber sofort nachdem er den Irrtum bemerkte. In der Praxis steht auf so eine Bestellkarte nicht nur die ISBN, sondern auch der Titel, so dass dem Buchhändler wohl auch der Fehler auffällt.

Kommentar von LindaaBlue ,

Danke dir erstmal! Aber wie sieht es denn speziell mit dem Verfügungsgeschäft der Sache aus? Findet eine Übergabe nach 929 Bgb statt? 

Kommentar von Jewi14 ,

Das Verfügungsgeschäft findet erst dann statt, wenn er Händler dir das Buch übergibt und du ihm das Bargeld.

Antwort
von tapri, 16

119 BGB vom KV zurück treten und Änderung vornehmen. Besitz und Eigentumsverhältnisse sind eindeutig beim Buchhändler (bzw. beim Verlag) da keine Übergabe stattgefunden hat. Das selbe gilt für das Verfügungsgeschäft. Kam nicht zustande.

Antwort
von sabwerske, 24

Eigentümer ist der Käufer, der die Ware bezahlt hat. Besitzer ist noch der Händler, solange er die Ware nicht ausgehändigt hat. In dem Moment, wo der Käufer die Ware entgegennimmt, ist er Eigentümer und Besitzer. Verleiht der Käufer die Ware danach einem Bekannten, ist der Bekannte der Besitzer.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community