Frage von ChillerDaniel, 62

Fahrtkosten Unklarheiten ...?

Hei

Folgendes beispiel :

Ich habe zur Arbeit eine einfache strecke von 40Km. Ich habe 22 Arbeitstage im Monat. 40Km * 22 Tage = 880KM.

Ich bekomme von meinem Arbeitgeber 0,30ct pro Kilometer. 880Km * 0,30ct = 264€

Nun, habe ich aber einen Arbeitskollegen, der selben Stadt wie ich lebe und wir kommen auf die Idee, dass wir uns die strecke "teilen" und jeder die hälfte fährt. Also er 11 Tage und ich 11 Tage. Somit haben wir noch mehr kosten gespart.

Er bekommt ebenfalls 264€ Fahrtkosten.

Nun, ist es verboten, dass wir zusammen fahren obwohl wir Fahrtkosten jeweils einzeln erhalten ? Kann unser Arbeitgeber dagegen etwas unternehmen ? Ist das Betrug ? Eventuell sogar Fristlose Kündigung ? Unserem Arbeitgeber haben wir nicht gesagt, dass wir zusammen fahren.

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

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Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 24

Das sieht so aus, als ob der AG die normale Steuerliche Regelung ansetzt, was völlig üblich ist.

Danach kann bei Fahrgemeinschaften, bei denen regelmäßig und gleichteilig "durchrotiert" wird, jeder die 30 cent ansetzen, egal ob nun Fahrer oder Beifahrer. Damit wollte der Gesetzgeber im Sinne des Umweltschutzes einen besonderen Anreiz für Fahrgemeinschaften setzen.

Bei der Entfernung darf aber jeder nur seine kürzeste und direkte Strecke berechnen. Umwege, um die Mitfahrer einzusammeln, werden nicht erstattet.

Wie das dein AG handhabt, musst du ihn selber fragen.

Kommentar von Hamburger02 ,

Sollte im Arbeitsvertrag sinngemäß drin stehen, "Fahrtkosten werden nach gültigen steuerlichen Regelungen erstattet" oder es eine entsprechen Betriebsvereinbarung geben, bist du auf alle Fälle auf der sicheren Seite.

Und dass der Anreiz der "doppelten" Abrechnung wirtschaftlich hochinteressant ist, hast du ja selber schon gemerkt. Das bringt richig Geld in die Tasche, ohne dass der AG oder das Finanzamt tatsächlich mehr bezahlen (absetzen) muss als bisher. 

Lediglich die Ölkonzerne gucken dabei in die Röhre.

Antwort
von herja, 30

Eventuell sogar Fristlose Kündigung ?

Natürlich, weil es Betrug gegenüber euren AG ist! Das kann auch strafrechtliche Konsequenzen haben.

Kommentar von Hefti15 ,

Wird wohl eher auf die Formulierung ankommen. Wie gesagt, ich kenne Fälle, bei denen wurden die Kosten erstmals ausgerechnet (km x 0,30 Euro z.B.) und dann wurde vereinbart, dass diese Pauschale für jeden Arbeitstag gezahlt wird.

Das ist was ganz anderes, als wenn die Erstattung konkret an die "gefahrenen tatsächlichen" Kilometer gebunden ist.

Kommentar von ChillerDaniel ,

Ja, so ist es. Wir haben es ausgerecht und diesen Betrag bekomme ich für jeden Arbeitstag. Ich musste auch nur einmal unterschreiben und nicht täglich oder monatlich 

Kommentar von Hefti15 ,

Ja, und was habt ihr nach dem Ausrechnen ausgemacht? Du bekommst den Betrag jeden Tag den du arbeitest pauschal oder habt ihr vereinbart, du bekommst den Betrag jeden Tag den du mit deinem PKW ins Geschäft fährst? Wie gesagt, sind zwei paar Schuhe.

Wie gesagt, ich kenne beide Varianten.

Kommentar von herja ,

Das sehr ich nicht so, weil:

Fahrtkosten: Pauschalen für 2013

In Deutschland beträgt die Kilometerpauschale 2013 0,30 € für ein Kraftfahrzeug, bei Motorrädern und Motorrollern 0,13 € und bei Fahrrädern 0,05 € pro gefahrenem Kilometer. Falls man eine weitere Person auf die Dienstreise mitnimmt, erhöht such die Kilometerpauschale für ein Auto um 0,02 € und für die Mitnahme auf einem Motorrad oder -roller um 0,01 €.

Fahrtkosten für die Reise mit dem eigenen oder einem geliehenen PKW, oder für die Reise mit einem öffentlichen Verkehrsmittel. Als Arbeitnehmer bekommt man die Fahrtkosten vom Betrieb erstattet, und zwar steuerfrei und ohne Sozialversicherungsabgaben. Der Arbeitnehmer muss hierzu eine Kilometerabrechnung einreichen, die dann von der Lohnbuchhaltung bearbeitet wird.

http://www.reisekostenabrechnung.com/fahrtkosten/

Hier gibt es also nicht mehr viel Spielraum für Formulierungen, weil das ja auch einen Einfluss auf Steuer- und Sozialversicherungsabgaben hat. Wenn hier also zu unrecht abkassiert wurde, kann es sehr schnell sehr unangenehm werden!

Kommentar von ChillerDaniel ,

Mir wurde gesagt. Ich bekomme die Fahrtkosten nur dann, wenn ich Arbeite. An Freien tagen, Urlaub oder bei Krankheit nicht. Aber Konkret haben wir nicht darüber gesprochen ob es pro tag generell oder nur pro tag mit Auto. Mein Arbeitgeber weis ja nichts davon, dass ich nicht jeden Tag fahre. 

Kommentar von Hefti15 ,

Leider verwechselt du was: Zivilrecht und Steuerrecht (und sogar im Steuerrecht bringst du was durcheinander).

Also, erstmals Zivilrecht vs. Steuerrecht:

Im Steuerrecht gibt es u.a. ein paar Pauschalen. Diese kann man z.B. als Werbungskosten geltend machen. Weiterhin gibt es für Pauschalen Regelungen, dass z.B. ein Arbeitgeber diese Pauschalen dem Arbeitgeber streuerfrei oder im Rahmen einer pauschalen Besteuerung auszahlen kann.

Aber im Zivilrecht kann man viel höhere Pauschalen vereinbaren. Es steht z.B. einem Arbeitgeber vollkommen frei, einem Arbeitnehmer für jeden gefahrenen Kilometer z.B. 1 Euro zu zahlen, pauschal 50 Euro pro Tag, also losgelöst von den tatsächliche gefahren Kilometern....

Ergo, deine Aussage "es gibt nicht mehr viel Spielraum" ist falsch. Grundsätzlich ist jede Vereinbarung möglich.
Richtig erkannt wurde, dass dies aber Auswirkungen aufs z.B. Steuerrecht haben kann.
Wird z.b. ein höherer Betrag als z.B. eine steuerliche Pauschale ausgezahlt, dann kann dies u.a. zur Folge haben, dass dieser höhere Betrag als Arbeitslohn gewertet wird.

Richtig, wer "zu unrecht abkassiert", kann Probleme bekommen. Aber die Frage ist, was ist Unrecht! Es ist eben möglich, dass man mit dem AG eine Vereinbarung hat, die einem nur die Erstattung der gefahrenen KM erlaubt. Anderseits gibt es aber auch Vereinbarungen, die eine Tagespauschale enthalten, bei der es egal ist, ob der AN nun tatsächlich selber gefahren ist oder nicht.

Dann noch dein Irrtum im Steuerrecht:

Du zitierst hier die Kilomenterpauschale für Dienstreisen. Nur geht es in der Fragestellung um die Erstattung für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Entfernungspauschale).

Der Unterschied ist im Steuerrecht schon deshalb geboten, weil man bei einer Dienstreise (steht ja auch so in deinem Zitat) 0,30 Euro pro gefahrenen Kilometer geltend machen kann. Hingegen bei der Entfernungspauschale  0,30 Euro für die einfache Strecke (also nur Hinfahrt). Und diese Pauschale ist grundsätzlich vollkommen unabhängig davon, ob man nun selber fährt, mit dem Bus fährt, läuft, Beifahrer ist....

Jetzt kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Kosten für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle erstatten. Dies ist grundsätzlich Arbeitslohn. Der AG kann diese Erstattung aber pauschal Besteuern (AN erhält die 0,30 Euro pro Entfernungskilometer "netto", der AG zahlt die pauschale Steuer), aber nur bis zur Höhe der Entfernungspauschale!

Im vorliegenden Fall kann der AG also dem Fragesteller die 264 Euro "netto" auszahlen, wenn der AG die pauschale Besteuerung übernimmt. Dabei wäre es auch (steuerlich) vollkommen irrelevant, ob der AN nun selber fährt, Beifahrer ist, läuft...

Nur hat man hier wieder das "Problem" Zivilrecht. Der AG kann z.B. mit dem AN vereinbart haben, dass er die Kosten für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte in Höhe der Entfernungspauschale ersetzt und die pauschale Lohnsteuer übernimmt.
Aber es ist nun die Frage, was wurde konkret vereinbart. Kostenerstattung für jeden Arbeitstag (was steuerlich kein Problem wäre) oder Kostenerstattung nur, wenn der AN auch tatsächlich selber gefahren ist (was auch steuerlich kein Problem ist)?






Kommentar von Bakaroo1976 ,

...und das steht wo???

Antwort
von Messkreisfehler, 31

Kommt drauf an unter welchen Bedingungen die Fahrtkosten erstattet werden.

Wenn sie lediglich für die tatsächlichen Fahrten gezahlt werden dann wäre es Betrug.

Kommentar von ChillerDaniel ,

Ja, die Fahrtkosten werden ja nicht bei Urlaub, Krankheit oder Freien tagen gezahlt.

Rechtfertigt das eine Fristlose Kündigung ?

Kommentar von Hefti15 ,

Nochmals, kommt auf die Formulierung an. Es ist eben ein Unterschied, ob du pauschal die Summe x pro Arbeitstag bekommst oder ob ihr vereinbart habt, dass du die Summe y für jeden gefahrenen (!!) km bekommst.

Antwort
von Hefti15, 10

Kommt ja darauf an, was du mit dem Arbeitgeber vereinbart hast. Ist es z.b. eine Pauschale für jeden Arbeitstag oder habt ihr vereinbart, dass du für jeden gefahrenen Km die 0,30 Euro (wohl nicht 0,30 ct wie du schreibst) bekommst.

Kommentar von ChillerDaniel ,

Naja, ich bekomme halt monatlich den selben Betrag für 40km. Oder wie meinst du Pauschale ?

Kommentar von soga57 ,

Sieht euer Spesenreglement vor, dass du pro tatsächlich gefahrenen Kilometer die 30 Cent abrechnen darfst oder dass du pauschal 22 Arbeitstage à 40 km à 30 Cent ausbezahlt kriegst. 

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