Frage von merak, 171

Fahrspur gewechselt - Unfall. Wer hat Recht?

Hallo, gestern habe ich einen Unfall gehabt. Die Straße war 3-spurig - Linksabbieger-, Rechtsabbieger- und Geradeausspur. Ich war in der linken Spur und die Ampel war rot. Dann ist mir eingefallen, dass ich nach rechts muss, also zur geradeaus fahrender Spur. Ich habe geblinkt und einen Schulterblickt gemacht. Dann sah ich, dass die Dame rechts neben mir bisschen Platz frei vorne hatte. Somit habe ich meine Nase dorthin gelenkt und bin bisschen angefahren. Dann stand ich erstmal eine Weile so, bis die Ampel auf Grün springt. Als sie dann Grün war, fuhren die Autos vor uns alle und ich habe wieder geschaut, ob sie mir Vorfahrt gibt. Da sie dann gewartet hat und nicht gefahren ist, kam ich davon aus, dass sie mich durchlässt und beschloss als Dankeschön meine Hand zu heben! (Das mache ich immer) Als ich dann komplett auf der Spur war, musste ich noch gerade lenken, tat das auch und in dem Moment fuhr sie dann hinten rechts gegen mein Auto. Anschließend haben wir unsere Daten ausgetauscht. Wir wollten das unter uns klären und keine Polizei rufen. Aber heute Morgen hat sie mich angerufen, und meinte das ich 2500€ Schaden verursacht habe. Ihre Stoßstange und Cotflügel sind dadurch kaputt gegangen. Ich bin so dumm und kam auch nicht auf die Idee, Bilder vom Schaden zu machen :( Was meint ihr? Bin ich als spurwechsler komplett schuldig oder nur ein Teil, da ich geblinkt und Schulterblick gemacht habe? Plus ich habe mich bedankt!

Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen..

Viele liebe Grüße Meryem

Antwort
von Interesierter, 103

Nun, deiner Schilderung folgend, müsste deine Unfallgegnerin die Hauptschuld bekommen, da sie auf ihren Vorrang verzichtet hat und bei dir nur noch ein Anteil von rund 25% aus der Gefährdungshaftung bleiben würde. 

Nur, wird die Aussage deiner Unfallgegnerin sich wahrscheinlich nicht mit der deinigen decken. Die Dame wird die Sache wohl ganz anders darstellen.

Dann stellt sich natürlich die Frage, wem was geglaubt wird.

An dieser Stelle bleibt dir eigentlich nichts anderes übrig, als den Unfall deiner Versicherung zu melden und bei dieser wahrheitsgemäße Angaben zum Hergang und zum Schaden an beiden Fahrzeugen zu machen.

Hier hast du insofern Glück, als dass sich um alles weitere erst mal deine Versicherung kümmert. Diese wird auch ungerechtfertigte Ansprüche der Unfallgegnerin abwehren (passiver Rechtsschutz).

Kommentar von AssassineConno2 ,

Noch dazu kommt das ab einem Schaden von ca. km 1000€ die Polizei gerufen werden muss...und das ist bei ner Stoßstange schon mal der Fall.

Kommentar von siggibayr ,

Aufgrund welcher Rechtsgrundlage ist man verpflichtet, die Polizei zu rufen, wenn der Fremdschaden 1000.- EURO übersteigt?

In Österreich würde das 36.- EURO Unfallmeldegebühr (Verwaltungsgebühr) an die Polizei kosten, da niemand bei dem Unfall verletzt wurde.

Kommentar von AssassineConno2 ,

Und nochwas, sicher dass die Versicherung etwas macht ohne festgestellte Unfallschuld bei irgendjemandem und ohne Unfallprotokoll?

Kommentar von Interesierter ,

Ja, die Versicherung macht, denn dazu ist sie verpflichtet. Die Versicherungen tauschen sich erst mal untereinander aus. Decken sich die Unfallmeldungen, werden sich die Versicherungen auch recht schnell einig. Decken sich die Meldungen nicht, wollen die Versicherungen natürlich herausfinden, was tatsächlich passiert ist.

Antwort
von Ervo17, 23

Wenn du den Fahrstreifen wechselst, dann musst du dir sicher sein, dass du dadurch keinen schädigst. Im Stehen an der Kreuzung den Fahrstreifen wechseln erfordert erhöhte Aufmerksamkeit, weil damit keiner eigtl rechnet und auch nicht sofort erkennt.

Was ihr unter euch kommuniziert habt, kann keiner hier überprüfen. Wahrscheinlich wird die Frau das Gegenteil behaupten.

Aber das ist ein typischer Fehler beim Fahrstreifenwechsel. Denn wenn du den Fahrstreifen wechselst, dann musst du den rückwärtigen Verkehr durchlassen. Da gilt ein "Ich dachte aber, er lässt mich durch" auch nicht. Warum soll sie einfach weiter fahren, wenn sie dir den Vorrang gewährt.

Und wenn sie den Vorrang gewährt, heißt es auch nicht, dass sie die Hauptschuld hat, nur weil sie freundlicherweise auf ihren Vorrang verzichtete. Da bekomme ich graue Haare, wenn ich das hier lese.

Wenn du aber sagst, sie hat mich durchgelassen, aber aufgrund dessen, dass ich nach dem Fahrstreifenwechsel geradeaus gelenkt hatte, kam es kurz zu einer Geschwindigkeitsminderung, woraufhin sie mir hinten aufgefahren ist, dann könnte man den geringen Sicherheitsabstand als Unfallursache ihr zur Last legen, aber ist hier schwierig nachzuvollziehen.

Fotos würden in dem Fall auch nicht viel bringen, weil Aussage gegen Aussage, und Bilder vom Schaden sagen in deinem Fall auch nicht über die Ursache was aus. Ein Foto vom Unfallort, von der Unfallendstellung beider Fahrzeuge wäre hier besser gewesen.

Bei Unfällen ein Tipp: Mach so viele Fotos, wie du nur kannst. Vom Schaden klar auch, aber auch vom Unfallhergang vllt, Position der Fahrzeuge, Bilder von den Fahrzeugen, auf denen man Verkehrsschilder, Bremsspuren, Fahrstreifen etc sieht. Ganz wichtig, auch die Kennzeich auf den Fotos drauf haben.

Bsp: Ich hatte einen Fall, da blinkte beim hinteren Fahrzeug noch der linke Blinker. Das war ein Indiz dafür, dass auch der hintere Pkw nach links wechseln wollte, während der vordere nach rechts wechseln wollte.


Bei der Schadenshöhe würde ich dir raten, zur Polizei zu gehen. Du kannst es immer noch an die Wache gehen und dein Verkehrsunfall schildern. Das wird auch vor Ort aufgenommen.

Antwort
von Shilja, 90

Da hast du dir ganz schön was eingebrockt - keine Fotos, keine Meldung bei der Versicherung nehme ich an und keine Anzeige bei der Polizei und sie will jetzt 2.500€ - auf die wirst du wohl sitzen bleiben - ruf am besten gleich mal bei deiner Versicherung an...

Kommentar von franneck1989 ,

auf die wirst du wohl sitzen bleiben

Schonmal den Begriff "Haftpflichtversicherung" gehört?

Kommentar von Shilja ,

Diese darf aber bestimmt aussteigen, wenn keine Meldung von ihm kam an die Versicherung via Unfallbericht weil sie es "unter sich" regeln wollten.

Kommentar von franneck1989 ,

Nein, diese darf nicht aussteigen. Logischerweise wird sie aber nicht aktiv, solange keine Schadensmeldung erfolgt

Antwort
von Apolon, 53

 Wer hat Recht?

Dies kann man aus deiner Schadensschilderung nicht eindeutig feststellen, denn dieser Satz von dir passt nicht zu deiner Schilderung:

 Als ich dann komplett auf der Spur war, musste ich noch gerade lenken, tat das auch und in dem Moment fuhr sie dann hinten rechts gegen mein Auto.

Denn wenn du schon komplett in der Spur warst - könnte sie dir nicht hinten rechts gegen das Auto fahren, sondern müsste dir  hinten auf die Stoßstange gefahren sein.

Melde den Schaden deiner Kfz-Versicherung. Diese wird dann die Sachlage prüfen und sich mit der gegnerischen Versicherung in Verbindung setzen.

Gruß N.U.

Antwort
von ersterFcKathas, 58

bei 2 oder 3 fahrspuren , sind  einige meter vor der ampel alle begrenzungslinien der spuren durchgezogen , also nicht gestrichelt... somit ist der spurwechsel dort nicht erlaubt. könnte mir gut vorstellen das die dame dich gelinkt hat , vielleicht war schon ein vorschaden da ??  aber ohne fotos ??  hast du etwas unterschrieben ?? schuldig bist du... ob aber  die höhe des schadens wirklich so ist ??  versuche zu verhandeln!!

Antwort
von franneck1989, 64

Wann passierte nun der Aufprall - Während des Spurwechsels oder schon deutlich später? Hast du gebremst? Hast du wenigstens Zeugen für den Hergang?

Während des Spurwechsels hast du eine besondere Sorgfaltspflicht - eine Gefährdung des durchgängigen Verkehrs muss ausgeschlossen werden. Da kannst du so oft blinken wie du willst.

Wenn der Spurwechselvorgang schon abgeschlossen war, sieht die Beurteilung wieder etwas anders aus


Antwort
von AssassineConno2, 33

Problem 1: Du hast die Polizei nicht gerufen. Diese hätten den Unfall aufgenommen und ein Unfallprotokoll gefertigt (was die Versicherung haben möchte).
2.: Die Polizei hätte die Unfallschuld festgestellt. Da dies hier nicht geschehen ist wünsche ich viel Spaß mit deiner Versicherung.

Kommentar von franneck1989 ,

Diese hätten den Unfall aufgenommen und ein Unfallprotokoll gefertigt (was die Versicherung haben möchte). 

Das kann man auch selbst machen

Die Polizei hätte die Unfallschuld festgestellt

Die Polizei stellt keine Schuld fest.

Antwort
von ErsterSchnee, 72

Wie weit vor der Ampel war es denn - also schon bei der durchgezogen Linie? Dann hast du die komplette Schuld.

Ansonsten wird es wohl auf eine Einigung unter den Versicherungen hinauslaufen. Hast du es dort denn gemeldet?

2.500 Euro Schaden sind nicht unrealistisch. 

Antwort
von RobertLiebling, 30

Nicht 100% deckungsgleich, aber vielleicht doch ein Ansatz: http://www.schadenfixblog.de/unfall-beim-anfahren-an-ampel-haftungsverteilung/

Antwort
von Kandahar, 55

Sie ist dir aufgefahren, also hat sie Schuld an dem Unfall. Melde die Angelegenheit deiner Versicherung, die werden sich darum kümmern.

Hast du auch einen Schaden am Auto? Dann lass das Auto Begutachten.

Kommentar von Apolon ,

 Sie ist dir aufgefahren,

Nein - denn nach der Schadensschilderung ist sie ihm hinten rechts in die Seite gefahren.

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