Frage von CarlaCoco, 108

Fahrradfahrer auf falscher Fahrbahn Vorfahrt?

Heute war ich auf einer Vorfahrtsstraße unterwegs und wollte rechts abbiegen. Von geradeaus kam ein Fahrradfahrer (er war also auf der falschen Fahrseite unterwegs) und wollte links in die selbe Straße abbiegen. Ich bin gefahren, weil ich ja Vorfahrt hätte, musste dann aber geradeaus ausweichen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Der Fahrradfahrer gestikulierte danach wütend und zeigte auf meinen Blinker (nach dem Motto: Ich hätte ja angezeigt, dass ich rechts abbiegen wollte). Wer hatte hier Recht/Unrecht? :s

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Interesierter, 74

Der Radfahrer war im Unrecht. Egal, ob du rechts abbiegst oder geradeaus durchfährst, er muss dich immer durchlassen. Als Linksabbieger ist er dir gegenüber immer wartepflichtig.

Es ist schon erschreckend, wie fahrlässig manche Verkehrsteilnehmer mit ihrer eigenen Gesundheit umgehen.

Aber mach dir nichts draus. Es ist nichts Schlimmes passiert. Solche Menschen triffst du immer wieder und du wirst dich immer wieder damit arrangieren müssen. Versuche mit den Fehlern Anderer zu rechnen und verhalte dich entsprechend.

Kommentar von CarlaCoco ,

Ja, finde ich auch :( Habe mich natürlich auch erschrocken. Aber stimmt, solche wird es immer wieder geben.

Antwort
von Olokun, 37

Woher weißt Du das der Radfahrer dort nicht fahren darf? Du kannst nicht wissen , ob da nicht vielleicht gestern ein Radfahrer frei aufgestellt worden ist.

Mit „der darf da nicht fahren“ kannst Du keine Vorfahrt und keinen Vorrang begründen. Wenn er geradeaus hätte fahren wollen, hätte er ganz klar Vorrang vor einem Abbieger wie Dir gehabt, auch wenn er auf der falschen Seite fährt. (§ 9 Absatz 3 StVO: „Wer abbiegen will, muss entgegenkommende Fahrzeuge durchfahren lassen, Schienenfahrzeuge, Fahrräder mit Hilfsmotor und Fahrräder auch dann, wenn sie auf oder neben der Fahrbahn in der gleichen Richtung fahren.“)

Da er aber abbiegen wollte wird die Sache komplizierter. Dann kommt Absatz 4 desselben §9 hinzu: „Wer nach links abbiegen will, muss entgegenkommende Fahrzeuge, die ihrerseits nach rechts abbiegen wollen, durchfahren lassen.“ Hier müßte im Zweifelsfall ein Richter entscheiden, ob diese Vorschrift auch dann gilt, wenn der Linksabbieger links neben der Fahrbahn auf einem Sonderweg fährt.

Antwort
von martinzuhause, 55

"Ich bin gefahren, weil ich ja Vorfahrt hätte"

ein recht auf vorfahrt gibt es nicht. der radfahrer hatte die vorfahrt zu gewähren. das ist etwas ganz anderes. bei einem unfall hättest du auf jeden fall teilschuld bekommen

Antwort
von anon6378, 51

Würde sagen du hättest besser kurz halten sollen und ihn drüberlassen, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe.

Kommentar von CarlaCoco ,

Nein, er war nicht auf dem Fahrradweg unterwegs. Und wollte quasi links abbiegen.

Kommentar von treppensteiger ,

Dann muss er auf dich warten, wie jeder Andere. Kann es aber sein, das er versucht hat, links neben dir einzubiegen um sich dann hinter dich zurückfallen zu lassen? Das hast du eventuell übervorsichtig falsch interpretriert und gedacht, der will noch vor dir rein. Und bist dann ausweichend gerade aus gefahren, was wiederum den Radler irritiert hat.

Kommentar von CarlaCoco ,

Ja, das kann sein. Habe nur so große Angst, dass es zu einer Anzeige kommt :(

Antwort
von PurpurSound, 68

Radfahrer müssen, sofern für jede fahrtrichtung ein radweg existiert, auf der jeweils rechten seite fahren.

Ich hatte als autofahrer einen unfall mit einem falschfahrenden radfahrer. Leider gilt bei uns ja der grundsatz des rechts des schwächeren, aber dennoch wurde der radler zu 20% mitschuldig gesprochen...

LG Max

Kommentar von Zuck3r ,

"grundsatz des rechts des schwächeren" gehört abgeschafft. Die Drecks Radfahrer fahren alle wie die letzten Henker.

Kommentar von Olokun ,

„Radfahrer müssen, sofern für jede fahrtrichtung ein radweg existiert, auf der jeweils rechten seite fahren.“

Das stimmt zwar in der Regel, als entgegenkommender hast Du aber keine Chance zu erkennen ob der Radfahrer links fahren darf oder nicht. Es ist ganz gewiss keine Seltenheit, das ein Radfahrer auch links fahren darf (oder sogar muss). Auch wenn es saugefährlich ist.

„Die Drecks Radfahrer fahren alle wie die letzten Henker.“

Ach und andere Verkehrsteilnehmer sind besser? 

Wie war das mit den Rotlichtverstößen, angeblich ein typisches Radfahrer vergehen: https://presserad.wordpress.com/2016/03/23/ein-diagramm-sagt-mehr-als-1000-blogp...

Das Problem ist das Radfahrer oft genug als Verkehrsteilnehmer nicht ernst genommen werden. Ich kann Dir auf Anhieb im Umkreis von 10 km zu meinem Wohnort 8 Stellen nennen, wo der Radverkehr auf Stecken geleitet wird, auf denen er gar nicht fahren darf. Dann darf man sich nicht wundern, wenn Radfahrer sich nicht mehr drum scheren wo sie fahren sollen.


Kommentar von Zuck3r ,

Diese Rotlichtverstöße hätte ich gerne gegliedert in über und unter 1 sekunde Rot.

Radfahrer fahren nämlich auch mal gerne einfach queer über die Kreuzung oder noch los nachdem eig schon seit 5-10 Sekunden rot ist.

Kommentar von Zuck3r ,

Oh, und natürlich anteilig in Prozent am gesamten Verkehrsaufkommen.

Dann die "Ach ich fahr doch über die Fußgängeampel, weil die ja grün ist" also gibt genug wege dass man nicht direkt über rot fährt, und dennoch da eigentlich gerade nichts zu suchen hat.

Kommentar von claushilbig ,

Radfahrer müssen, sofern für jede fahrtrichtung ein radweg existiert, auf der jeweils rechten seite fahren.

Stimmt zwar im Wesentlichen, ist aber für diese Frage nicht wirklich von Belang.

Denn grundsätzlich gilt: Ein Verstoß des einen Verkehrsteilnehmers gibt keinem anderen Verkehrsteilnehmer das Recht zu einem eigenen Verstoß.

Also: auch wenn der Radfahrer sich falsch verhält, würde er damit sein eventuelles Vorfahrtrecht nicht verlieren.

Kommentar von PurpurSound ,

In meinem fall wurde er jedenfalls zu 20% mitschuldig gesprochen...

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