Frage von Doglovely, 163

Fahrradfahren Hund?

Mein Hund ist zwar noch ein Welpe aber sie hat viel Power, mir ist eh klar dass sie viel älter sein muss. Mit welchem Alter kann ich mit dem Fahrradfahren mit ihr beginnen. Was haltet ihr vom Fahrradfahren mit Hund?

Antwort
von Goodnight, 81

Üben kann man den Umgang neben dem Fahrrad  jetzt schon. 

Erst wenn der Hund frei links und rechts Fuss nebenher laufen kann und absolut gut gehorcht sollte er sportlich am Fahrrad gehen. Da geht also noch viel Zeit ins Land.

Vom Anbinden am Rad halte ich gar nichts, in keinem Alter.

Antwort
von Pudelcolada, 90

Alle meine Hunde haben das Laufen am Rad geliebt, mein jetziger tut das auch. Dir muss nur klar sein, dass Du Deinen Hund damit nicht nur auspowerst, sondern natürlich auch trainierst. Wenn Du damit mal angefangen hast, kannst Du nicht so einfach wieder aufhören, weil der Hund es dann braucht und auch fordert...

Beginnen würde ich erst, wenn Knochen, Gelenke und Halteapparat ausgewachsen und verfestigt sind. Frag dazu am besten Deinen Tierarzt, weil dieser Zeitpunkt sich bei vielen Rassen unterschiedlich ereignet und der Arzt das Tier kennt.

Zu Beginn radele ich nicht länger als 10 Minuten und auch nicht schnell, denn zunächst muss der Hund ans Rad gewöhnt werden. Sobald er weiß, dass ein Fahrrad ein richtig blödes Ende hat, nämlich das vordere, ist das nächste Ziel, den Hund an der Seite zu halten, also dass er von sich aus auf gleicher Höhe mit Dir läuft und erst bei Erlaubnis querab ins Gelände stürmt.

Die Dauer steigere ich dann langsam, ebenso das Tempo.
Meiner Erfahrung nach muss der Hund wenigstens ein halbes Jahr lang trainiert werden, bevor Du zum erstenmal 30-45 Minuten ernsthaft und sportlich mit ihm fahren kannst. Vergiss nicht, dass Radfahren Dich wesentlich weniger anstrengt als den Hund, für den dieses Tempo ja schon fast einen Dauerspurt darstellt.
Also auch Pausen einlegen!

Radeln mit angeleintem Hund ist eine Sache für sich und mit Vorsicht zu genießen, aber oft muss es einfach sein. Die Entscheidung ist ja immer: Halte ich die Leine und riskiere einen eigenen Unfall, lasse ich die Leine los und riskiere, dass der Hund was auch immer tut, oder stoppe ich einfach schnell und behalte die Leine in der Hand?
Ab einem bestimmten Tempo wird das schnelle Anhalten schwierig, deswegen radele ich mit dem angeleinten Hund nur sehr selten richtig schnell.

Beim Radfahren ohne Leine gilt:
Niemals darfst Du dem erschöpften Hund einfach wegradeln im Glauben, ihn so zu sportlichen Höchstleistungen zu motivieren.
Aus lauter Verlustangst würden viele Hunde eher kollabieren als stehenzubleiben.
Manchmal muss ich sowas sehen, ohne eingreifen zu können, es ist furchtbar.
Da schleppt sich ein völlig erledigter Hund mit hängender Zunge und verzeifelt einem Radfahrer hinterher, der gerade am Horizont verschwindet...

Kommentar von Sheltiemama ,

Es gibt Abstandhalter für Fahrrad und Hund. Der Hund kann damit nicht vor- und nicht hinter das Rad laufen.  Ich fahre schon 10 Jahre damit und habe nie Probleme.  

Kommentar von Pudelcolada ,

Damit ist der Hund dann ständig angeleint, richtig?
Wie weit vom Rad weg läuft denn der Hund an so einem Halter?
Und hat er Dich niemals umgerissen?

Ich traue solchen Dingern ja nicht wirklich...

Kommentar von Berni74 ,

Meine ist nicht ständig angeleint. Wo es möglich ist, läuft sie frei. An Straßen allerdings ist sie an der Leine und dann an dem Haken. Sie hat mich noch nie umgerissen - warum sollte sie auch :-)

Der Haken federt, so daß kein plötzlicher Ruck aufs Fahrrad kommt. Außerdem ist der Schwerpunkt / Zugpunkt am Ansatz der Sattelstütze recht günstig.

Ich hab das hier:

http://www.tiierisch.de/produkt/biker-set-hunde-abstandhalter-fuer-fahrraeder?re...

Kommentar von Pudelcolada ,

Hmmm, also meine Sache wird das nicht.
Obwohl es recht stabil und funktional wirkt, muss ich schon zugeben.

Und:
Der Hund hat einen sehr schlechten Hebel, wenn er wirklich mal ausbricht.
Da habe ich mit der Leine in der Hand in Lenkerhöhe mehr zu kämpfen...

Kommentar von Einafets2808 ,

***Da schleppt sich ein völlig erledigter Hund mit hängender Zunge und verzeifelt einem Radfahrer hinterher, der gerade am Horizont verschwindet...***

Ja das sehe ich hier auch bei mir oft. Das die Halter dann einfach weiter radeln. Wenn ich sehe mein Hund ist erschöpft wird pausiert oder es wird geschoben.

P.s . Tolle Antwort :-)

Kommentar von Pudelcolada ,

Ganz genau! Mir ist ebenfalls ein Rätsel, worin der Unterhaltungswert bestehen soll, zuerst den Hund bis zur völligen Erschöpfung auszupumpen, um ihn dann hilflos stehenzulassen und wegzuradeln...

Expertenantwort
von Einafets2808, Community-Experte für Hund, 45

Schön erklärt Pudelcolada. Fang wirklich erst an wenn alles komplett ausgewachsen ist.

Was du aber anfangen kannst, mit 1 Jahre sowas den Hund schon an das Rad zu gewöhnen. Hab immer mal wieder das Rad raus genommen und geschoben und auch Kommandos geübt wie rechts links oder stop.

Kommentar von Pudelcolada ,

Erst mal danke für das Kompliment. 
:o)

Findest Du, mit Schieben hat sich Dein Hund besser an das Fahrrad gewöhnt? Ich weiß nicht *schiel zum Terrier*, ich habe das damals auch bei ihm so versucht, bei meinen vorherigen Hunden nicht.

Ob es jetzt was brachte, kann ich nicht beurteilen, denn ich gewöhne ja nicht alle Monate einen Hund ans Radfahren...
Jedenfalls, als ich dann aufgestiegen und losgerollt bin, kam es mir so vor, als hätte ich die Monate davor auch eine Getränkekiste tragen können.
I.E. hätte ich mir die Schieberei auch sparen können, glaube ich.

Das kann aber auch am Hund liegen...

Kommentar von Einafets2808 ,

Du jeder Hund ist anders. Mir ist es wichtig, das mein Hund absolut zuverlässig hört, wenn ich am Fahrrad bin, da man ja doch nicht so schnell eingreifen kann.
wenn ich Fahrrad Fahre ist meiner immer im Freilauf.
Es kommt für "mich" nicht in frage, einen Hund mit Leine am Fahrrad zu führen. Ob ums Handgelenk gewickelt oder mit solchen Halterungsstangen. Das ist für mich ,meinen Hund und andere sau gefährlich.
Hab einen Aussie, der aber kein Jagdtrieb hat.
Wir müssen immer ca. 10 min laufen bis es zum Auslaufgebiet geht. Da schiebe ich mein Fahrrad und der Hund wird links geführt, kann sich lösen und sich schon mal darauf vorbereiten das es gleich los geht. :-)

Angekommen wird er abgeleint und los geht's.
Ich passe mich dem Tempo meines Hundes an.
Und mir hat das behutsame daran gewöhnen wirklich geholfen. Auch die Kommandos die er vorher wenn ich zu Fuß unterwegs war , hat er zu Beginn nicht so gut ausgeführt, weil er verunsichert war , warum denn jetzt Frauchen so hoch sitzt und noch auf dem komischen Drahtesel 😂Er kannte zwar Radfahrer während des Spaziergangs aber nicht wenn ich drauf sitze :-)

Mir hat es geholfen. Ich kenne auch Besitzer die haben garnichts gemacht, sind einfach drauf los geradelt und es hat prima geklappt.

Kommentar von Pudelcolada ,

Ja, mit Leine radeln ist wie gesagt so eine Sache...
Ums Handgelenk wickeln würde ich sie dabei nie, genau wie Du.
Ich halte sie rechts mit Ring- und Kleinfinger, das reicht völlig aus, wenn der Hund führig ist.
Er wiegt ja nur 11,5 Kg, mein Fliegengewicht bringt also nicht besonders viel Schwungmasse mit.
Trotzdem kann es gefährlich werden, wenn er mit vollem Tempo rechts querab schießen will, weil er eine Ratte in der Böschung sieht.

Zum Glück passiert sowas äußerst selten.

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 58

Frühestens mit 1,5 Jahren.

Vorher kannst Du dem Hund schon beibringen, ordentlich am Fahrrad zu laufen, indem Du das Fahrrad schiebst und der Hund sich daran gewöhnt, rechts neben dem Rad zu gehen. Außerdem kannst Du ihm vorher schon die nötigen Kommandos für Anhalten und Richtungsänderungen beibringen, die beim Radfahren recht hilfreich sind.

Ich würde außerdem, bevor ich mit meinem Hund anfangen würde Rad zu fahren, ihn gründlich beim Tierarzt durchchecken lassen.

Wie schon geschrieben wurde, mußt Du beim Radfahren mit Hund darauf achten, daß es draußen nicht zu heiß ist. Außerdem solltest Du Deine Geschwindigkeit so wählen, daß Dein Hund entspannt traben kann. Das ist für ihn dann die schonendste Gangart.

Und ganz wichtig - unbedingt ein Geschirr verwenden! Nicht am Halsband führen und die Leine nicht in der Hand halten. Am besten ist es, wenn Du Dir so einen Feder-Haken fürs Fahrrad holst.

Kommentar von Pudelcolada ,

Wobei ich ja diesen Federhaken so überhaupt nicht traue.
Ich hätte dabei Angst, der Hund könnte mich seitlich mit Rad umreißen.
Aber die Geschmäcker sind verschieden...

Wenn ich die Leine in der Hand halte, fühle ich mich eher noch als Herr der Lage.
Klar muss ich dabei extrem aufmerksam fahren und meine Geschwindigkeit noch mehr der Situation anpassen, aber das muss ich mit Hund ja sowieso.

Kommentar von Berni74 ,

Kürzlich schrieb hier erst jemand von einem Fahrradunfall, wo der Radfahrer schwer gestürzt ist, weil er die Leine in der Hand hielt und sein Hund "anzog".

Die Federdinger sind ganz unten an der Sattelstütze befestigt, vom Schwerpunkt her eigentlich optimal. Ich hab damit bei meiner (sehr lauf- und zugfreudigen, aber gehorsamen ^^) Berner Sennenhündin sehr gute Erfahrungen gemacht.

Alternative wäre noch eine "Antenne", wie sie im Zughundesport verwendet wird (http://zughundesport.de/Bike.html). Allerdings muß dabei der Hund auch kontrollierbar sein. Das sollte er meiner Meinung nach generell, wenn man ihn am Fahrrad laufen läßt. Plötzliche Richtungswechsel sollten dann nahezu nicht vorkommen. ;-)

Kommentar von 1Woodkid ,

Auch mit dem Ding kann der Hund Dich umreissen......

Kommentar von Berni74 ,

@ Woodkid:

Darum schrieb ich:


Allerdings muß dabei der Hund auch kontrollierbar sein. Das sollte er
meiner Meinung nach generell, wenn man ihn am Fahrrad laufen läßt.

Wenn bei einem Hund auch nur ansatzweise die Wahrscheinlichkeit besteht, daß er mich umreißt, wenn er einen anderen Hund, eine Katze oder sonstwas sieht, gehört er nicht ans Fahrrad. Damit ist das Gespann eine Gefahr für sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Kommentar von Pudelcolada ,

@ Berni74:
...bzw kann ich mit einem solchen Hund dann eben nur dort radeln, wo er durchgängig abgeleint laufen darf.
Bis dorthin und zurück nach Hause muss ich dann eben schieben.

Antwort
von Schaeferruede, 52

Nicht bevor er 18 Monate alt ist. Er ist noch im Wachstum und vor allem bei grösseren Rassen kann sich dies negativ auf die Knochenstellungen (vor allem Hüftknochen) auswirken.

Neben dem Fahrrad zu Fuss gehen, um ihn daran zu gewöhnen, kannst Du bereits jetzt üben.

Ich selber halte nichts von den am Fahrrad zu befestigenden Hilfsmittel wie Abstandhalter, etc. Je nachdem steht der Hund dann schief zum Fahrrad was sich wieder negativ auf den Knochenbau auswirken kann. Ich selber benutze da eine etwas längere, breite Leine, ohne Ringe und Schlaufe und wähle dazu nur verkehrsarme, verkehrsfreie Gebiete.

In der Regel packe ich das Fahrrad aufs Auto und fahre in ein überschaubares, verkehrsfreies Gebiet, mit viel Naturboden, wo ich den Hund auch ohne Leine laufen lassen kann. Passe die Geschwindigkeit bitte den Möglichkeiten und Erschöpfungsgrad des Hundes an. Kommt jemand entgegen, so muss der Hund abrufbar sein. Ist das Kreuzen zu Eng so halte ich in der Regel, bei Pferden, Traktoren, andern Hunden, etc. immer an und warte mit Hund und Fahrrad auf der Seite bis sie durch sind. Hund natürlich unterdessen angeleint. Bei Joggern, Spaziergängern, etc. ist ein Kreuzen mit meinem angeleinten Hund problemlos möglich. Da muss halt jeder seinen Hund selber kennen und wissen, wie er in bestimmten Situationen regieren könnte.

Ist der Hund bereits etwas Müde, ist es auch kein Problem mehr, ihn angeleint neben dem Fahrrad traben zu lassen. Vermeide bitte grosse Touren auf dem Asphalt (vor allem am Anfang, wenn der Hund noch voller Energie ist) und vermeide es auch, bei hohen Temperaturen den Hund neben dem Fahrrad laufen zu lassen.

Grundsätzlich ein riesen Spass für Mensch und Hund.

Ach ja und noch was: mein Hund kennt das Kommando "STOP". Dies ermöglicht uns (Hund, Fahrrad und mir) das Anhalten auch bei höherer Geschwindigkeit innerhalb von ein paar Metern. Auch beim "STOP" muss man sich natürlich dem "Bremsverhalten" des Hundes anpassen :-)


Kommentar von Pudelcolada ,

Oh ja, das Kommando "Stop" finde ich auch sehr wichtig!
Meiner kann ja auch "Langsam", etwa wenn wir auf Kreuzungen zuradeln.
Außerdem "Links" und "Rechts", was vor allem bei höheren Geschwindigkeiten sehr hilfreich sein kann.

Wobei ich mir "Stop" und "Langsam" auf den ersten 5 Km ohne Leine sparen kann, das geht bei ihm dann links rein und rechts raus.

Dafür wertet er bestimmte Sätze von mir als Antrag für ein Wettrennen und gibt dann richtig Gas. Und weil er gemessene 50 Km/h Spitze macht, zieht er mich auch auf dem Rennrad locker ab...

Kommentar von Schaeferruede ,

Jep "Langsam", "Rechts" und "Links" kennt meiner auch! "Geradeaus" kommt noch dazu ;-)

Antwort
von Dahika, 56

Ich fahre fast immer Rad mit meinem (meist freilaufenden) Hund.Aber natürlich muss der Hund komplett ausgewachsen sein.

Antwort
von MiraAnui, 42

du kannst jetzt schin anfangen zu üben... aber richtig fahren erst wenn er ausgewachsen ist je nach rasse 1,5-3 Jahren und vorher vom TA durch gecheckt wurde

Antwort
von 1Woodkid, 50

Mach ich mit meiner auch. Allerdings nur in den Morgenstunden.Dein Hund sollte schon  ausgewachsen sein. Was für eine Rasse ist es denn?

Kommentar von Doglovely ,

Ein Husky/Labradormix und ich glaube es ist noch eine Rasse drinnen. Danke

Kommentar von 1Woodkid ,

na perfekt fürs Fahrrad. Aber warte damit,bis er etwa ein Jahr alt ist. Und Anfangs nur kurze Strecken im leichten Trab.Aber Du kannst das Fahrrad ja jetzt schonmal schieben,damit er sich daran gewöhnt,an der lockeren Leine Rechts nebenher zu gehen.

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