Frage von Sigurd653, 128

Fahrraddiebstahl und Besitzter meldet sich?

Hallo, mein Sohn (15Jahre) hat mit sein Kumpel ein Fahrrad gestohlen. Jetzt kam der Besitzer zu uns nach Hause um den Sachverhalt zu klären, er meinte er geht nicht zur Polizei aber er möchte 70€ von uns und 50€ von den Eltern des Kumpels, weil sie das Fahrrad umlackiert haben und es beschädigt ist. Mir tun die 70€ nicht weh und Polizei muss ja auch nicht sein. Mein Sohn hat alles hat sowas noch nie gemacht( Wenn es den Esel zu geht,geht er aufs Glatteis)aber ist es richtig das Geld zu geben oder sollte man lieber eine Selbstanzeige machen?

Antwort
von PolluxHH, 26

Sollte das Fahrrad angekettet gewesen oder in einem verschlossenen Raum untergebracht gewesen sein, dann stünde zunächst besonders schwerer Diebstahl im Raum, § 243 StGB, durch das Lackieren eine Sachbeschädigung in Tatmehrheit, was ein relatives Antragsdelikt wäre. (Ach ja: Besitzer meintest Du wohl nicht, sondern Eigentümer, denn Besitzer ist jene Person, die aktuell die tatsächliche Herrschaft über eine Sache inne hat).

Eine Sachbeschädigung aber ist immer auch mit Ansprüchen auf Schadensersatz verknüpft, wobei hier die Frage wäre, ob 120 € angemessen wären, was aber auch mit dem Wert des Rades zusammenhängt. Doch würde ich hier den Ball eher flach halten, denn der Eigentümer hat sich in seinem Verhalten äußerst kulant gezeigt und 120 € erscheint durchaus angemessen. Eine Selbstanzeige verhinderte nicht, daß zivilrechtliche Ansprüche auf Schadensersatz gestellt werden könnten, ggf. könnten sie sogar höher ausfallen als 120 €, zumal dann noch die Kosten des Rechtsstreits hinzu kämen.

Eine Quittung als Schadensregulierung sollte aber gefordert werden. Dabei ist eine Aussage, daß man von einer Anzeige absähe, auch dann nur bezüglich eines Strafantrags (Sachbeschädigung) wirksam zu beschließen (bezüglich des Diebstahls wäre es nur eine Absichtserklärung, da hier ein Offizialdelikt vorliegt, also reine Kenntnisnahme unabhängig von der Quelle für eine Verfolgung reichte). Auch sollte man die Jungs nicht so einfach davon kommen lassen, denn es lag ja wahrscheinlich ein besonders schwerer Diebstahl vor und "Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis" ist hier ein unangebrachter Euphemismus. Man sollte es nicht einfach als "Jugendsünde" abtun, denn es ist schon eine Stufe heftiger als einfacher Diebstahl.

Hinzu kommt, daß die Aussage, daß der Junge so etwas noch nie gemacht habe, eher fraglich ist, denn man kann nur sagen, daß man keine Kenntnis davon habe, ob der eigene Sohn schon zuvor Diebstähle begangen habe. Es ist eher unüblich, daß man mit einem besonders schweren Diebstahl "einsteigt", sofern nicht der andere Beteiligte eine entsprechende Vorgeschichte hat. Hier besteht eindeutig Handlungsbedarf.

Antwort
von rgamst, 95

Also das Fahrrad natürlich zurück geben. Wenn er es umlackiert hat, dann ha er eine Sachbeschädigung zu dem durchgeführt.

Ich persönlich würde mich mit dem Eigentümer versuchen zu einigen. Wenn das Rad kein alter Kasten war gebt ihm das Geld dann ist die Sache aus der Welt.

Antwort
von moonrox, 75

Vorsicht ist geboten! Wenn darauf eingegangen wird, dann nur schriftlich und mit Angabe des Hintergrundes. Sozusagen als vorab außergerichtliche Einigung. Nicht, dass der gute dann doch noch Anzeige erstatten möchte. Löblich ist, dass er es auf den einfachsten Weg regeln möchte. Trotzdem sollte er nachweisen, dass es sich tatsächlich um sein Eigentum handelt. Und deinen Sohn... Grrrrrrrhhh Jugendsünden harte und ungerechte Bestrafung! ;) Alles Gute

Antwort
von migebuff, 8

aber ist es richtig das Geld zu geben oder sollte man lieber eine Selbstanzeige machen?

Warum "oder"? Das klingt fast so, als ob du davon ausgehst, dass die Selbstanzeige irgendeine Alternative zur Schadensersatzzahlung wäre. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Zahlen werdet ihr so oder so. Wenn ihr euch weigert, gehts halt den offiziellen Weg. Der Geschädigte übergibt den ganzen Kram einem Anwalt, das Fahrrad kommt in eine Werkstatt, die Kosten explodieren.

Antwort
von Rosalielife, 35

Auf jeden Fall würde ich mich privat einigen. Klar ist aber auch, dass ich einen Reparaturservice einbeziehen würde und wegen der Kosten nachfragen.

Dann kannst du sicher sein, dass du angemessen bezahlst.

Die Jungs sollten dabei sein und mit ihrem  Taschengeld dafür gerade stehen und dem Geschädigten helfen, vor allem aber, sich bei ihm aufrichtig entschuldigen.

Die Wiedergutmachung darf nicht von den Eltern getragen werden, auch wenn es finanziell nicht wehtut. Die Jungs müssen lernen, dass Taten Folgen haben und nicht nur mit ein paar Scheinchen aus der Welt verschwinden.

Heute ist es ein kleiner Diebstahl. Bleibt er ohne spürbare Folgen, könnten die Jungs auf weitere Ideen kommen und Wege aus der Langeweile durch kriminelle Machenschaften suchen.....

Antwort
von blackforestlady, 32

Klar, die Eltern werden es schon richten, mit Geld. Beim nächsten Mal wird es ein Einbruch sein und die Eltern werden es mit Geld gerade biegen. Falscher Ansatzpunkt, die Erziehung ist wohl schief gelaufen und der Sohn sollte eine Selbstanzeige machen, damit er daraus lernt. Das ist kein Jugendstreich mehr, sondern auf dem Weg ein Krimineller zu werden.

Antwort
von Kiboman, 33

regel das einvernehmlich mit dem Eigentümer und haltet es exakt schriftlich fest, damit er im nachhinein nicht nochmal kommt.

die 70€ würde ich meinem sohn grade abziehen, und ihm klar machen das er mehr als nur glück damit hatte.

Antwort
von Roebdc, 63

 Ich denke auch man sollte die Sache ohne die Polizei regeln ,  allerdings sollte dein Sohn die Sache auch spüren in Form von Taschen Geld oder irgend etwas , kürzen oder stoppen  👍

Kommentar von Shadyluder1989 ,

Genau das wollte ich auch gerade schreiben🖒

Antwort
von kaytie1, 34

Ich würde bezahlen und würde das Geld vom meinem Kind zurück verlangen bzw kein Taschengeld mehr. Und ihm klar machen das er dankbar seien kann das er nicht angezeigt wird, den Strafmündig ist er schon.

Antwort
von WilhelmKarl, 59

Mit 15 ist der Junge strafmündig, d. h., er könnte strafrechtlich belangt werden. Wird eine Selbstanzeige gemacht ist es trotzdem noch möglich, dass der Geschädigte wegen den Dingen am Fahrrad einen geldwerten Ersatz fordert.

Antwort
von schwarzwaldkarl, 41

"Mir tun die 70€ nicht weh und Polizei muss ja auch nicht sein."


Durch die Tatsache, dass das Fahrrad umlackiert und auch noch beschädigt wurden, sind die erwähnten 120,-- € (gesamt) wohl nicht übertrieben. Bei einer Selbstanzeige dürfte der "Spaß" noch etwas teurer werden. Aus dem Grund wäre es wohl schon die beste Lösung sich mit dem Eigentümer in diese Richtung zu einigen. Du solltest noch auf "Nummer sicher" gehen und Dir den Betrag quittieren lassen, in der Art "für Reparaturkosten an Fahrrad"...

Hoffe jedoch, dass nicht Du, sondern Dein Sohnemann die 70,-- € bezahlt, ansonsten macht es eher keinen Sinn... 


Antwort
von SouchonHermann, 42

dann wird dein sohn bestraft

DU, als erwachsener, reifer erziehungsberechtigter musst wissen, ob es euch 70€ wert ist, dass dein sohn keine probleme wegen diebstahls bekommt

also ICH, als vater, der auf der höhe ist, wüsste, was ich tu

und dann musst du den schadensersatz auch noch zahlen

das geld zahlst du immer, zusätzlich zur strafe dann

Antwort
von DODOsBACK, 16

Spätestens ab dem Umlackieren war es eben kein "Dummerjungenstreich" mehr, sondern eine durchdachte kriminelle Handlung.

Leider wird bei einer Selbstanzeige nicht viel passieren - ein offiziell erhobener Zeigefinger, vielleicht ein paar Sozialstunden im Tierheim, und eine tolle Geschichte für die Freunde...

Bestraf ihn selbst, und zwar so, dass es wehtut. Verbiete ihm z.B. für eine Weile den Sportverein und zwinge ihn, Trainer und Mannschaft zu erklären, warum er die nächsten paar Monate nicht mitspielen darf.

Mir tun die 70€ nicht weh 

Müssen sie auch nicht, weil ER sie mit Zins und Zinseszins bezahlt! Mit dem Geld, dass er, wegen Taschengeldsperre, selbst erarbeiten muss, und zwar auf die "unangenehme" Art: Schnee schippen, Auto freikratzen, Mülltonnen auswaschen, Keller entrümpeln, Socken stopfen, Hemden bügeln usw. Für 5€ die Stunde - unter 18 gibt es keinen Mindestlohn!

Vergiss den Esel auf dem Eis - da testet jemand seine Grenzen aus! Je "verständnisvoller" du bist, desto länger dauert diese Testphase, und desto weiter wird er beim nächsten Mal gehen...

Antwort
von Sigurd653, 30

Ok, danke für die schnellen Antworten. Natürlich nicht mein Geld. Mir ging es nur darum, nicht das das irgendeine Masche ist. Ich kenne die Leute nicht weil ich gestern noch auf Arbeit war. Ich werde heute ein Schriftstück aufsetzten und dann bezahlen.

Antwort
von AnMiLeMa, 36

also wenn du dich dafür entscheidest das Geld zu zahlen sollte dein Sohne es unbedingt von SEINEM TASCHENGELD bezahlen und icht du!! So lernt er ja nur draus: Mama / Papa wird's schon richten.

Warum muss der Kumpel weniger zahlen als dein Sohn? Kennt ihr den Besitzer des Rades?

Antwort
von grisu2101, 38

Ganz einfach :

DEIN SOHN muss ihm den Schaden ersetzen und bezahlen, nicht Du !

-Weil Du schreibst "Mir tun die 70 € nicht weh..."

Kommentar von dandy100 ,

Da er erst 15 ist, wird er das Geld wohl kaum haben.....

Kommentar von GMMediadesign ,

Dann muss er sich das halt zusammenarbeiten

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